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Che Guevara - Held oder Mörder??

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staranwalt
Alt 14.08.2007, 10:04   #1
Standard Che Guevara - Held oder Mörder??

Ich würde gerne mal wissen, wie man in diesem Forum zur Person "Che Guevara" steht? Für die einen ist er ja ein Held, für andere schlicht ein "Mörder". Auf jeden Fall steht sein Name für Revolution und Auflehnung gegen das System. Ich habe letztens eine kubanische Produktion zu dem Thema gesehen. Heißt "Wege der Revolution - Che Guevara". Da wird der Che komplett anders dargestellt, als z.B. in einer amerikanischen. Ist ja auch logisch, aber irgendwo dazwischen muss ja eigentlich die Wahrheit liegen oder ist Che Guevara einfach ein polarisierendes Thema bei dem es keine wirklichen, sondern nur subjektive Wahrheiten gibt?? Bin gespannt auf eure Meinungen..
 
 
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Reh
Alt 14.08.2007, 13:53   #2
Standard

Ich persönlich habe keine Informationen, die mir ein Urteil erlauben könnten. Pubertierende Jugendliche verklären Che als Held, woanders hört man, er sei ein grausamer Rebell und Mörder gewesen.
Ich glaube, er war für die Weltgeschichte weit unbedeutender, als seine Glorifizierung glauben lässt. Jedenfalls konnte ich bisher nicht mein Interesse wecken, mich einmal näher mit Che zu befassen.
 
 
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El Sparko
Alt 14.08.2007, 15:43   #3
Standard

was zum teufel ist ein grausamer rebell? ich kenen grausame tyrannen aber doch nicht grausame rebellen. anzunehmen ist ja dass wohl der rebell an sich am meisten gegenwind durch system und gesellschaft erfährt. grausam kann man aber nur aus einer machtposition heraus sein. soweit mein verständnis. zum che kann ich nix sagen... "freiheitskämpfer" - "terrorist"
 
 
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Dakame
Alt 14.08.2007, 17:29   #4
Standard

ich kenne mich ein bisschen im leben des che aus und muss sagen, dass seine ideologie mir durchaus gefällt. er hat gegen den kapitalismus als ausbeuter gekämpft und wollte eine regierung des volkes ermöglichen. leider mussten für diese ziele auch menschen sterben, was dem ziel einen negativen schatten aufdrückt. die frage ist ob man anders dieses ziel auch erreicht hätte.
wobei grausam ich ihn nie nennen würde, er hat schließlich nicht wilkürlich leute niedergemetzelt. ganz im gegenteil er ist ein ausgebildeter arzt, der kuba dazu gebracht hat, das beste gesundheits und bildungswesen in ganz lateinamerika zu haben, teilweise sogar besser als in den usa und hat kuba aus den fängen amerikanischer firmen befreit und den menschen dort eine gewisse freiheit gegeben, auch ist das land nicht in superreich (drogenbosse) und arm zu unterteilen(wie man es oft in amerikanischen filmen sieht). leider sind dort alle gleich arm (durch den wirtschaftsboykott der usa), doch dafür ist die gesellschaft wesentlich sozialer als bei uns, dort hilft man sich gegenseitig.

naja lange rede kurzer sinn, ich sehe che als ein vorbild an. wer viel über seine ideologie wissen will, der sollte seine tagebücher lesen oder noch viel besser die gute verfilmung seine tagebücher in "Die Reise des jungen Che"
 
 
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sleepless
Alt 14.08.2007, 20:46   #5
Standard

Zitat von Dakame
leider mussten für diese ziele auch menschen sterben, was dem ziel einen negativen schatten aufdrückt. die frage ist ob man anders dieses ziel auch erreicht hätte.
Genau diese Frage stelle ich mir auch. Vielleicht hätte man einen besseren Weg finden können? Che hat für eine gute Sache gekämpft, aber am Ende seiner Laufbahn eines Freiheitskämpfers sehe ich jedemenge grausame Taten. Menschen mussten ihr Leben lassen, die nichts mit der Sache zu tun hatten. Die vielleicht einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Natürlich finde ich das Leben von Che spannend, aber als eine Legende würde ich den nicht bezeichnen.
 
 
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Dakame
Alt 14.08.2007, 21:06   #6
Standard

Also komplett unschuldige Menschen sind aber nur in seltenen Fällen zu opfern geworden, eigentlich richtete sich die Gewalt gegen die politischen Gegner also US Firmen, Tyrannen, Militärregierungen, die meisten alle durch die USA gesponsort. Das Problem ist, dass das Töten als Mittel zum Zweck immer schrecklich ist, nur die Frage ist, ob man solche Ziele, wie sie Che hatte auch gewaltlos hätte durchsetzen können und ich glaube, dass man es nicht hätte, was aber nichts rechtfertigen soll.
 
 
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Reh
Alt 14.08.2007, 23:01   #7
Standard

Hat Gandhi nicht mal vorgemacht, wie man große Ziele gewaltlos durchsetzt?
 
 
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Dakame
Alt 14.08.2007, 23:51   #8
Standard

hat er, nur waren es die briten die er vertrieben hat, in den südamerikanischen ländern und kuba waren es die usa (die bis heute nicht den wirtschaftsboykott aufgegeben haben, da sieht man wie nachsichtig sie sind =D), firmen und tyrannen, da waren die engländer natürlich richtige streichhäschen, die eine kolonie irgendwann aufgegeben haben^^
 
 
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Morris
Alt 15.08.2007, 10:25   #9
Standard

Immer die bösen USA
Bis zum Ende des 2. Weltkrieges waren die Briten die Weltmacht Nummer eins mit wenig zimperlichen Methoden.

Gandhi ist natürlich ein lobendes Beispiel, aber ich bezweifle, dass er in anderen Ländern ähnlich erfolgreich gewesen wäre, weil bestimmt nicht jede Mentalität für das Prinzip der Gewaltlosigkeit empfänglich ist.

und Dakame:
Ich finde, du rechtfertigst Ches "Grausamkeiten" schon, indem du schreibst, seine Gewalt richtete sich nur gegen Tyrannen, Militärregierungen, die obendrein noch von den USA gesponsert wären. Gewalt gegen solche Gegner erscheint in deiner Beschreibung sehr gerecht. Alles in allem doch recht unausgewogen... :-/.
 
 
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Manni
Alt 15.08.2007, 10:39   #10
Standard

Zitat von El Sparko
grausam kann man aber nur aus einer machtposition heraus sein.
Bist du dir da ganz sicher? Ich mein........glaubst du, dass es nicht vorkommen könnte, dass Rebellen, wenn sie in einem dem Staat treuen Dorf voller Zivilisten "einfallen", die Frauen vergewaltigen und die Männer abschlachten?
Ich denke, dass das durchaus passieren kann (je nach der jeweiligen Situiation des Landes, Mentalität der Rebellen/Einwohner, etc. pp.).

Und das wäre auf jeden Fall grausam.
 
 
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Reh
Alt 15.08.2007, 11:35   #11
Standard

Zitat von Dakame
hat er, nur waren es die briten die er vertrieben hat, in den südamerikanischen ländern und kuba waren es die usa (die bis heute nicht den wirtschaftsboykott aufgegeben haben, da sieht man wie nachsichtig sie sind =D), firmen und tyrannen, da waren die engländer natürlich richtige streichhäschen, die eine kolonie irgendwann aufgegeben haben^^
Ich sehe den entscheidenden Unterschied an anderer Stelle: Gandhi hat sich strikt geweigert, seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen und nahm den Engländern damit auf lange Sicht die Möglichkeit, ihrerseits die Angelegenheit mit Gewalt zu regeln. Irgendwann war es für die Engländer trotz ihrer politischer und wirtschaftlicher Interessen nicht mehr tragbar, gewaltlos protestierende Inder zu Tausenden niederzuprügeln und einzusperren. Gandhi hat damit gezeigt, wie man menschlich (!) große Konflikte löst und welche Macht ein Volk hat, wenn es diese Macht nur geschlossen ergreift, statt in kleiner Runde die eigene Machtlosigkeit zu bejammern.
 
 
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Dakame
Alt 15.08.2007, 11:53   #12
Standard

das alles habe ich auch nie bestritten, dennoch bin ich der meinung, dass im beispiel kubas es nicht möglich gewesen wäre, obwohl ich immer gegen gewalt bin und auch das töten von menschen sei es durch ches hand oder die von bush nie gutheißen würde. wer sich ein bisschen mit der geschichte von che und castro auseinandersetzt, den verlauf der cubanischen geschichte etwas kennt, der sieht, dass man soetwas nicht mit indien vergleichen kann.
außerdem sage ich, dass eine gewalt die sich gegen tyrannen, ausbeuterischen/versklavenden firmen und militärdiktaturen nicht grausam ist, wer mit dem feuer spielt muss sich nicht wundern, dass er sich irgendwann verbrennt, da ist nichts grausames dran, ob es aber gerechtfertigt ist, dass weiß ich nicht.
und zu guter letzt glaube ich kaum, dass che unschuldige dörfer niedermetzelte oder frauen vergewaltigte, seht den film "Die Reise des jungen Che" lest ein bisschen über ihn und dann sieht man, dass er kein willkürlich mordender psycho ist wie er durch die usa repräsentiert wird.
 
 
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xXBademeisterXx
Alt 24.08.2007, 22:36   #13
Standard

bei diesen Aspekten könnte man gleich mal über die RAF nachdenken, wobei die ja hier weitgehend verteufelt ist.
 
 
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Bi-Zar
Alt 25.08.2007, 14:32   #14
Standard

Zitat von Reh
Ich sehe den entscheidenden Unterschied an anderer Stelle: Gandhi hat sich strikt geweigert, seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen und nahm den Engländern damit auf lange Sicht die Möglichkeit, ihrerseits die Angelegenheit mit Gewalt zu regeln. Irgendwann war es für die Engländer trotz ihrer politischer und wirtschaftlicher Interessen nicht mehr tragbar, gewaltlos protestierende Inder zu Tausenden niederzuprügeln und einzusperren. Gandhi hat damit gezeigt, wie man menschlich (!) große Konflikte löst und welche Macht ein Volk hat, wenn es diese Macht nur geschlossen ergreift, statt in kleiner Runde die eigene Machtlosigkeit zu bejammern.
Gandhi hat nur gewonnen, weil GB durch Hitlers Angriffe am Boden lag.
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 15:27   #15
Standard

Zitat von Bi-Zar
Gandhi hat nur gewonnen, weil GB durch Hitlers Angriffe am Boden lag.
Gandhi hat gewonnnen, weil er gekämpft hat, wenn auch ohne Gewalt. Hätte er nicht gekämpft, wäre Indien trotz der britischen Schwächung nicht unabhängig geworden.
 
 
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staranwalt
Alt 03.09.2007, 23:04   #16
Standard

Ich denke, Gandhi hat ein gutes Konzept gehabt, aber auch das richtige Timing - wie Bi-Zar schon schrieb...

@Dakame
Deine Position kann ich nachvollziehen. Zwar war ich noch nicht in Kuba, aber sie sind ja weitesgehend verschont von der Gier, die der Kapitalismus hervor ruft. Deshalb kann ich mir auch gut vorstellen, dass es dort ein gutes Stück menschlicher zugeht als bei uns. Der Kapitalismus lehrt: Ellenbogen spitzen, damit Du Erfolg hast. Wie dann eine warme und gutmütige Gesellschaft daraus entstehen soll, bleibt schleierhaft.
Auf der DVD "Wege der Revolution - Che Guevara" werden Aufnahmen von Volksversammlungen gezeigt, das fand ich super interessant. Aber auch mit wieviel Herz Che dabei war. Da wurden Männer interviewt, die zu seinem letzten Trupp gehörten. Sie erzählen, wie die letzten Stunden vor Gefangennahme und schließlichen Ermordung von Che abliefen.
Aber auch die amerikanischen Truppenführer wurden interviewt, die mit nicht wenig Stolz ihr Tun berichteten.
Meiner Meinung nach ist Che ein Mann mit Charakter und einem grossen Herzen gewesen. Sicher, er wird Menschen getötet haben, obwohl er Arzt war. Aber er wird unzählige vor der Knechtschaft durch die Revolution bewahrt haben...
 
 
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Mitja77
Alt 09.09.2007, 15:23   #17
Standard

Che Guevara war leider alles andere als ein strahlender Held. Er initierte die berüchtigten Kinderprozesse und legte bei Hinrichtungen gerne mal selbst Hand an. Castro musste ih eigenhändig stoppen.

Ferner konnte Che an vielen Gefechten nicht teilnehmen weil er allergiker war. Siehe Sierra Maestra.

Und seinen Traum von der Besitzlosigkeit strafte er Lügen . Bei ihm wurden bei seiner Verhaftung zwei Rolex Uhren und 15.000 Dollar gefunden.

Naja...
 
 
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Dakame
Alt 09.09.2007, 16:34   #18
Standard

dafür möchte man erstmal beweise haben, die nicht vom cia kommen

das er aber allergiker war, daran ist nichts zu bezweifeln, wobei ich nicht unbedingt verstehe, was du damit aussagen willst.
 
 
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Mitja77
Alt 09.09.2007, 18:56   #19
Standard

Nun Che war gegen viele Sachen allergisch. Weizen beispielsweise. Viele Gefechte fanden in Weizenfeldern statt. So konnte er nicht teilnehmen^^
 
 
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asdf
Alt 09.09.2007, 19:08   #20
Standard

Das mag ich ja nun auch nicht anzweifeln, aber ich glaube er meinte eher (und mir ist das auch nicht klar) was das nun mit deiner allgemeinen Meinung über ihn zu tun hat bzw. damit ob er Held oder Mörder ist.
 
 
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goarilla
Alt 24.10.2007, 15:16   #21
Standard "Ich bin wohlauf und dürste nach Blut"

Ein ganz edler Recke auf einem strahlenden Ross, oder etwa nicht?

http://www.dradio.de/dkultur/sendung...lleton/676079/

http://www.welt.de/politik/article12...r_Moderne.html


Ja, so war er unser Che, immer zu einem kleinen Scherzchen aufgelegt...zwischen den Erschießungen.
 
 
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meth
Alt 26.10.2007, 16:15   #22
Standard

zu den punkt, dass es schwerer sei sich gegen amerikaner mit frieden durchzusetzten: martin luther king =) (ich glaub mehr muss ich nich erläutern)^^
 
 
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Dakame
Alt 26.10.2007, 16:56   #23
Standard

du weißt das martin luther king aber die eigene bevölkerung angesprochen hat, er war amerikaner und letztendlich wurde er außerdem auch ermordet.
 
 
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meth
Alt 26.10.2007, 17:10   #24
Standard

naja, also damals würd ich sagen waren sie noch keine "richtigen amerikaner" und che is auch ermordet worden, außerdem der mörder von martin luther king hatte kein motiv, er war physchisch gestört...
 
 
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Dakame
Alt 26.10.2007, 19:28   #25
Standard

er war kein richtiger amerikaner? du meinst so wie die anderen millionen nicht amerikaner, die er angesprochen hat, welche aber trotzdem steuern zahlen mussten. also ich glaube, dass das eine nicht mit dem anderen vergleichbar ist. und ich sehe die landung in der schweinebucht etc als etwas positives für das land kuba an, unterstütze aber nicht die gewalt (um das klar zustellen). doch das ist nur meine meinung =)
 
 
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