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Bremenwahl 8,5% für die Linkspartei

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DerAssie
Alt 13.05.2007, 20:01   #1
Daumen hoch Bremenwahl 8,5% für die Linkspartei

Wir sind im Westen endlich auch angekommen als ernsthafte Oppositionele Kraft.
Gut das soviele die Schnautze voll haben und uns Alternativen ihr Vertrauen ausgesprochen haben
 
 
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Tox!cfox
Alt 13.05.2007, 20:16   #2
Standard

Ich spende "euch" Applaus...
Was hat die Linke denn schon zu bieten als "oppositionalle Kraft", außer dass sie ständig destruktiv agiert und politische Ideen anderer in einer plumpen Art und Weise torpediert. Als wenn diese Partei politisch schon viel bewegt hätte...
 
 
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Extruder
Alt 13.05.2007, 20:42   #3
Standard

Zitat von Tox!cfox
Ich spende "euch" Applaus...
Was hat die Linke denn schon zu bieten als "oppositionalle Kraft", außer dass sie ständig destruktiv agiert und politische Ideen anderer in einer plumpen Art und Weise torpediert. Als wenn diese Partei politisch schon viel bewegt hätte...
mit sicherheit mehr als die große koalition die einem das studium ruinieren will
 
 
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Ghelli
Alt 13.05.2007, 20:50   #4
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Die linke ist auch nicht mehr als eine Modeerscheinung.
 
 
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El Sparko
Alt 13.05.2007, 21:02   #5
Standard

dann frage ich mich warum man menschen linken gedankengutes präventiv wegsperren muss, wenn sie wie jeder andere mensch feuerwerkskörper irgendwo im haus lagern... aber klar. modeerscheinung. und das schon seit der weimarer republik.

(auch wenns den anschein macht von der linkspartei halte ich garnichts)
 
 
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michaelg
Alt 14.05.2007, 00:05   #6
Standard

Ein formidables Wahlergebnis, bis auf das Ergebnis der DVU in Bremerhaven. Den Erfolg der Linken und der Grünen kann man nur begrüßen.

Zitat von Tox!cfox
Was hat die Linke denn schon zu bieten als "oppositionalle Kraft", außer dass sie ständig destruktiv agiert und politische Ideen anderer in einer plumpen Art und Weise torpediert. Als wenn diese Partei politisch schon viel bewegt hätte...
Die anderen Parteien tun dies doch auf noch viel schlimmere Art und Weise, selbst die Wissenschaft erlaubt sich bei den Randparteien oftmals sehr fragwürdige Diffamierungen. Am schlimmsten ist neben dem ständigem Populismusvorwurf der Vorwurf, die Linke hätte eine rückwärtsgewandte Politik im Auge. Populismus betreibt jede Partei, die einen mehr die anderen weniger. Auf den Inhalt kommt es doch an. Der andere Vorwurf ist schlicht und einfach eine Meinung und keine Tatsache.

Wie soll sie denn ohne Regierungsverantwortung etwas bewegen? Sicher ist es extrem fragwürdig, was sie in ihrer Verantwortung beispielsweise in Berlin treibt. Da wäre es mir auch lieber, sie wären in der Opposition.

Als oppositionelle Kraft hat sie in der Tat kaum etwas zu bieten. Wie soll Opposition bitte auch etwas nicht-destruktives bieten? Destruktiv kann sie daher gar nicht agieren. Immerhin machen sie regelmäßig sehr viele Anfragen. Das bringt zwar nichts, liefert aber oft interessante Informationen.
Frage an dich: Was erwartest du denn von einer oppositionellen Kraft? Entwürfe der Regierung abnicken? Schweigen? ...

Zitat von Ghelli
Die linke ist auch nicht mehr als eine Modeerscheinung.
Meinst du jetzt explizit die sich seit zwei Jahren anbahnende Linkspartei und deren Erfolg oder wie, dass du sie zur Modeerscheinung herabwürdigst? Von der These halte ich nichts, im ehemaligen Demokratischen Deutschland ist die Linke.PDS nicht selten noch Tradition, der jetzige Erfolg in Bremen und überhaupt ist sicher eher auf die mangelnde Kompetenz der Etablierten und deren falsche Rezepte für die großen sozialen Probleme und auf die Unzufriedenheit mit der imperialistischen, neoliberalen Politik zurückzuführen. Der SPD Agenda Rechtsruck von 2003 beispielsweise ist bislang sicher weder verdaut noch angemessen korrigiert worden. Kürzlich hörte man vom älterem SPD Sozialexperten Rudolf Dreßler, er erwäge einen Wechsel zur Linkspartei.PDS. Ferner bewertete derselbe das Handeln früherer Wechsler als logisch und konsequent.
Also von mir aus kann gerne die ganze Parlamentarische Linke rüberwechseln.

Wo man da von einer Modeerscheinung sprechen kann, sehe ich nicht, auch wenn ein gewisser Stimmenanteil immer aus einer Mode oder einer kurzfristigen Stimmung, oder nennen wir es Zeitgeist, resultiert - das gilt aber auch für andere Parteien.


Schade, dass der Verlust bei Sozialdemokraten und Union nur so geringfügig ausfiel. Und hörte man Herrn Pofalla und andere auch wieder schön von einem Wählerwillen, der die große Koalition wolle, reden. Ja ganz sicher...

Bleibt zu hoffen, dass 2008 die beiden großen Parteien weiter Stimmen und Mitglieder verlieren.
 
 
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OrionX
Alt 14.05.2007, 06:13   #7
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mit sicherheit mehr als die große koalition die einem das studium ruinieren will
wenn du auf studiengebühren ansprichst: ersetze große Koalition mit CDU, in SPD regierten Ländern gibt es nämlich garkeine Studiengebühr oder nur fürs Zweitstudium. Schön das die SPD mittlerweile auch die Loorbeeren der CDU einfährt.

Und zu Bremen: Toll, die Linkspartei kann nun mit vollen 7 (?) sitzen unglaublich viel mitentscheiden. Als ob das mehr bringen würde als das man weiter ständig rummosert. Trotzdem ist mir die Linkspartei teilweise sogar symphatisch, auch wenn man reichlich dumme ideen hat.
 
 
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Sivar
Alt 14.05.2007, 07:01   #8
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Wie Orion schon andeutet... Bildung ist ausschliesslich Ländersache und hat rein garnix mit der grossen Koalition des Bundes zu tun. Ausserdem kann ich mir kaum vorstellen, dass SPD-regierte Länder auf Dauer dabei bleiben, überhaupt keine Studiengebühren zu verlangen. Wir werden sehen...

Dass die Linke in Bremen so ein gutes Ergebnis geholt hat, wird wohl tatsächlich ein Indiz für Unzufriedenheit sein, ebenso das Ergebnis der DVU. Scheinbar lassen sich die "Proteswähler" unterteilen in jene, die gerne die Globalisierung und die Finanzwelt verantwortlich machen will, und jene, die Ausländer als Grund für Probleme sehen. Auch wenn ich bei den Linken jegliche Regierungsfähigkeit bezweifle, sind sie mir doch weitaus lieber als die extrem rechten.
 
 
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Jumpy
Alt 14.05.2007, 11:04   #9
Standard

Zitat von Sivar
Dass die Linke in Bremen so ein gutes Ergebnis geholt hat, wird wohl tatsächlich ein Indiz für Unzufriedenheit sein, ebenso das Ergebnis der DVU. Scheinbar lassen sich die "Proteswähler" unterteilen in jene, die gerne die Globalisierung und die Finanzwelt verantwortlich machen will, und jene, die Ausländer als Grund für Probleme sehen. Auch wenn ich bei den Linken jegliche Regierungsfähigkeit bezweifle, sind sie mir doch weitaus lieber als die extrem rechten.
Naja, hier muss man schon fast froh sein, so paradox es auch klingen mag, dass die Protestwähler (Mehrheit) links gewählt haben.
 
 
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El Sparko
Alt 14.05.2007, 16:41   #10
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naja man muss aber auch sehen dass die linkspartei der letzte deppenladen ist. wenigstens eins tun sie aber (meistens), sie nehmen die rolle der opposition ein. das was hier so als "kaputtreden" angeprangert wird ist eben genau der contra-ton der bei uns sonst nur oberflächlich, wenn überhaupt dann in fernsehtalkshows mal, zu hören ist.

die opposition muss die regierung kontrollieren und kritisieren, sonst hat sie einfach ihre funktion verfehlt. da helfen vermutlich auch 7 sitze...

andererseits darf man aber auch nicht vergessen, dass auch mitregierende-"linke" dinge wie studiengebühren, soziale härte, präventionsstaat, etc. mit aufn weg gebracht haben.
 
 
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DerAssie
Alt 14.05.2007, 17:32   #11
Standard

Dafür wurde die Linke auch abgestraft in Berlin.
Hoffe Sie lernen da raus.
 
 
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michaelg
Alt 14.05.2007, 17:47   #12
Standard

Hoffe ich ebenfalls.

Die Linke eignet sich grundsätzlich sehr gut zur Kontrolle so wie es das deutsche System zulässt (also Kontrolle i.S. von nachprüfen). Junges Beispiel aus dem Bund ist diese kleine Anfrage über gewaltsame Proteste gegen den G8-Gipfel.

Als Deppenhaufen würde ich die Linkspartei.PDS nicht sehen. Wäre ich gezwungen zu wählen, so stellte sie rein programmatisch die einzig wählbare Partei dar. Es ist höchste Zeit, dass diese völlig zu unrecht stattfindende Diskreditierung dieser Partei endlich aufhört. Dass SED-Kader aussterben ist gewiss und alte Strukturen werden durch die Fusion mit der Wahlalternative auch bald Geschichte sein. Es wird sich ausnahmslos zum demokratischem Sozialismus bekannt. Also, kein Grund zur Panik. Naja die Etablierten haben wohl Angst.

Gott was Börnsen für einen Unsinn labert, wenn er bei der Regierungsbildung darauf den größten Wert legen wird, mit wem er am meisten sozialdemokratische Politik machen kann. Um diesem Ausspruch Sinn zu verleihen, müsste er entweder die Partei wechseln oder die SPD sich auf Sozialdemokratie zurückbesinnen. Bin sehr gespannt was da in Hamburg im Herbst laufen wird.
 
 
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Ripper08
Alt 14.05.2007, 20:29   #13
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Geschichte Zeigt: Radikalisierung geht stets mit Frustration einher.
Von daher wird diese "Modeerscheinung" vielleicht bald zu nem guten Teil vom hochgepriesenen Wirtschaftswachstum und einer evtl. Boomperiode der Konjunktur plattgewalzt.
 
 
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asdf
Alt 15.05.2007, 12:29   #14
Standard

Zitat von Sivar
ebenso das Ergebnis der DVU. Scheinbar lassen sich die "Proteswähler" unterteilen in jene, die gerne die Globalisierung und die Finanzwelt verantwortlich machen will, und jene, die Ausländer als Grund für Probleme sehen. Auch wenn ich bei den Linken jegliche Regierungsfähigkeit bezweifle, sind sie mir doch weitaus lieber als die extrem rechten.
Das sowieso.
Also auf das gesamte Wahlgebiet hochgerechnet kam die DVU ja auch nur auf 2,5 Prozent oder sowas.
Nur in Bremerhaven hatten die ein wirklich hohes Ergebnis und auch ein Direktmandat geholt.

Bremerhaven ist auch eine Stadt der es extrem schlecht geht, wenn man sich allein mal die Zahlen der Arbeitslosen und Sozialhilfe/HartzIV Empfägner ansieht.
Aber nichtsdestotrotz würd ich die DVU Zahlen nicht als bloße Protestwahl einstufen, da sich das mit genau der Partei nun nicht gerade zum erstem mal ereignet.
Über dieses BiW (Bürger in Wut...) Dings weiß ich nu eigentlich garnix, außer dass es als rechtspopulistisch gilt, das sieht für mich (aus der Entfernung) eher nach kurzfristigem Protest aus.


Dass die Linkspartei in der nexten Zeit deutlich abfällt glaub ich eigentlich nichtmal. Auch wenn es bei derzeit nach Wachstum und rückläufigen Arbeitslosenzahlen aussieht, denke ich nicht, dass denen bis zur nexten Bundestagswahl die Klientel ausgehen wird..man wird sehn.
 
 
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Extruder
Alt 15.05.2007, 15:40   #15
Standard

Zitat von OrionX
wenn du auf studiengebühren ansprichst: ersetze große Koalition mit CDU, in SPD regierten Ländern gibt es nämlich garkeine Studiengebühr oder nur fürs Zweitstudium. Schön das die SPD mittlerweile auch die Loorbeeren der CDU einfährt.

Und zu Bremen: Toll, die Linkspartei kann nun mit vollen 7 (?) sitzen unglaublich viel mitentscheiden. Als ob das mehr bringen würde als das man weiter ständig rummosert. Trotzdem ist mir die Linkspartei teilweise sogar symphatisch, auch wenn man reichlich dumme ideen hat.
es geht hier überhaupt nicht um studiengebühren, es geht um die sonstige bildungspolitik der spd bzw. der bisherigen großen koalition in bremen.

wegen solchen einstellungen wie deiner, dass man mit 7 sitzen ja nix machen könnte oder dass die linke, grüne was auch immer nichts als radau machen gibt es so etwas wie eine opposition in unserer gesellschaft und deswegen gibt es bürger die diese parteien wählen. sparko hat das schon gut dargestellt.
dein post ist politisch einfach kurzsichtig.
 
 
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DerAssie
Alt 15.05.2007, 19:29   #16
Standard

@Ripper08

Das glaub Ich nicht da auch dann kein Mindestlohn existiert weiterhin von
7,50 - 8,00 Euro und außerdem ist die Linke ja auch dafür das wieder alle in die Gewerkschaft müssen so das man auf dem Mindestlohn überall Tarifverträge einführen kann.
Das ist ja auch das Ziel von Verdie das man erst mit 7,50 das Elend beseitigt und dann wenn alle wieder wie es sein sollte in der Gewerkschaft sind ausbaut auf 9,00 Euro als Ziel für ein Minimum.
Darf nicht sein das Unternehmen nicht in Gewerkschaften sind das Tarifverträge unterwandert werden da das nicht gilt !!
Weiterhin sind auch auch dann sehr viele ohne Erwerbsarbeit für die die Linke mit dem Ziel eines großen Öffentlichen Beschäftigungssektor und dem adequatesten BGE weiteres Parat hält an notwendiger Sozialer Absicherung.
Weiterhin setzt sich die Linke konsequent ein gegen Imperialistische Kriege und Überwachungsstaat Ausbau, von daher hat Sie einfach Alternativen und Positionen die so nirgends gedeckt sind, und daher kriegt Sie auch Leute die sonst NIE wählen würden da Sie sich mit Neoliberalem, Kapitalismus und dem Überwachungsstaat Ausbau nicht anfreunden können und das bejubeln.
 
 
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Jumpy
Alt 15.05.2007, 19:54   #17
Standard

Anscheinend vergisst man immer wieder in Bezug auf Lohforderungen (Arbeitnehmerdenken), dass der Lohn nur bezahlt werden kann wenn die mit dem Lohn zusammenhängenden Produkte auch vermarktet werden können. Das Gerede von Gewerkschaften und Mindestlohn hinkt spätestens dann, wenn die Unternehmen aufgrund von ihrer unangepassten Kostenlage (zu hohe Lohnkosten) in den Konkurs getrieben werden. Es gibt genügend beispiele hierfür im gesamten Land.

Geändert von Jumpy (15.05.2007 um 20:40 Uhr).
 
 
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Bodo
Alt 15.05.2007, 21:05   #18
Standard

Das DVU Ergebnis in Bremerhaven is nich weiter verwunderlich. Zum einen is der Ausländeranteil hier recht hoch und sei es nur der gefühlte, Zahlen kenn ich da keine. Was aber eben dazu führt dass auch der Anteil der Rechtswähler etwas höher ausfällt. Zum anderen haben die hier auch ganz erheblich Wahlkampf gemacht. Siggi Tittmann hing hier wirklich an jeder Strassenecke in riesengross, keine andere Partei is hier so aufgefallen.
 
 
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michaelg
Alt 16.05.2007, 17:32   #19
Standard

Zitat von Extruder
wegen solchen einstellungen wie deiner, dass man mit 7 sitzen ja nix machen könnte oder dass die linke, grüne was auch immer nichts als radau machen gibt es so etwas wie eine opposition in unserer gesellschaft und deswegen gibt es bürger die diese parteien wählen.
Eine Opposition gibt es nicht wegen solcher Einstellungen, sondern grundsätzlich immer, vor allem wenn du von einer Opposition in unserer Gesellschaft sprichst.

Zitat von Jumpy
Anscheinend vergisst man immer wieder in Bezug auf Lohforderungen (Arbeitnehmerdenken), dass der Lohn nur bezahlt werden kann wenn die mit dem Lohn zusammenhängenden Produkte auch vermarktet werden können. Das Gerede von Gewerkschaften und Mindestlohn hinkt spätestens dann, wenn die Unternehmen aufgrund von ihrer unangepassten Kostenlage (zu hohe Lohnkosten) in den Konkurs getrieben werden. Es gibt genügend beispiele hierfür im gesamten Land.
Das Gerede vom Mindestlohn hinkt irgendwann vielleicht, ja. Aber das Gerede von NICHT-Mindestlohn (oder Kein-Sittenwidriglohnverbot oder Contra-Tarifautonomie oder Contra Kündigungsschutz oder oder oder (Unternehmerdenken, Freie Marktwirtschaft der Rotz halt)) hinkt grundsätzlich von vornherein, weil immer wieder vergessen wird, dass vielleicht der Primat der freien Entfaltung, der Menschlichkeit gilt. Es gibt und gab in der Weltgeschichte genügend Beispiele für Ausbeutung und deren Folge. Und was ist schlimmer, ein insolventes Unternehmen oder unfreies Menschenleben?

Jaja aber ich weiß, Standortwettbewerb, Konkurrenzfähigkeit und Hungerlohn damit überhaupt eingestellt werden kann. Meine Güte, Unternehmen, die nicht genug Lohn zahlen können sollten nicht noch verteidigt werden weil sie bei Durchsetzung minimaler Arbeitnehmerforderungen (Die Mindestlohnforderung vom DGB beispielsweise ist doch gerade mal annäherungsweise angemessen hoch - es wird doch kein Luxus gefordert sondern dass man von seinem Lohn halbwegs leben kann) Konkurs gehen. Diese Unternehmen sind ohnehin schon moralisch konkurs und konkurrenzfähig doch nur noch weil sie immens niedrigen Lohn zahlen.
 
 
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DerAssie
Alt 16.05.2007, 20:49   #20
Standard

Das man per Mindestlohn von 7,50 -8,00 Euro BRUTTO auf 1200 - 1280 kommt ist doch woll das Mindeste wenn das Durchschnittseinkommen bei 2300 Brutto liegt.
Troz Verdienst währe man damit unter 1380 Brutto und somit noch 100 Euro von der Armutsgrenze weg wenn man weniger als 60% des Durchschnitts hat.
Eigentlich immer noch sehr wenig.
 
 
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Felicitas
Alt 17.05.2007, 17:04   #21
Standard

*grübel*, also bei der ganzen mindestlohndebatte muss ich immer daran denken, dass ich, wenn eine reinungsfachkraft sagen wir 1280 brutto im monat bekommt, ganz gern 4t-5t brutto hätte für das was ich gelernt habe und für das was ich jahrelang in meine zukunft investiert habe/ bzw. investieren werde. wenn man nen mindeslohn ansetzt, dann geht das geschrei in jeder schicht los dass sie im vergleich zum mindeslohn mehr haben wollen. zu recht irgendwie. also irgendwie scheint mir das mit dem mindeslohn von unten gesehen ganz nett zu sein, von oben gesehen aber eher unrealistisch.

btw assi. die internationale armutsgrenze liegt bei einem dollar/tag/kopf. ich glaub davon ist jeder hartz4 empfänger meilenweit entfernt (darfst gern mal ausrechnen was du pro tag zur verfügung hast).

hm wieso sind wir hier eigentlich schon wieder bei der mindeslohndebatte? gings hier nicht eigentlich nur darum zu sagen "jo find ich gut dass die linke soviele stimmen hat" bzw. "find ich total kacke dass die linke so viele stimmen bekommen hat"?

Geändert von Felicitas (17.05.2007 um 17:16 Uhr).
 
 
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Bodo
Alt 17.05.2007, 19:33   #22
Standard

also bei der ganzen mindestlohndebatte muss ich immer daran denken, dass ich, wenn eine reinungsfachkraft sagen wir 1280 brutto im monat bekommt, ganz gern 4t-5t brutto hätte für das was ich gelernt habe und für das was ich jahrelang in meine zukunft investiert habe/ bzw. investieren werde. wenn man nen mindeslohn ansetzt, dann geht das geschrei in jeder schicht los dass sie im vergleich zum mindeslohn mehr haben wollen. zu recht irgendwie.
Dann rechnen wir mal:

Sagen wir mal man hat 50 Jahre Berufstätigkeit und gehen wir mal davon aus man verdient gleichbleibend (tut man zwar nich aber hier wirds reichen). Nun hat die Reinigungskraft nach der 10ten angefangen zu arbeiten. Du hast Abi, Ausbildung und Studium, dafür rechnen wir mal 10 Jahre die du später anfängst zu verdienen. Du hast also 20% weniger Zeit Geld zu scheffeln.

Bei monatlich 1280 Euro verdient die Putze in ihren 50 Jahren 768.000 Euro. Würde man deine 20% berücksichtigen solltest du 921.600 Euro verdienen in den 40 Jahren die dir bleiben, was 1920 Euro monatlich entspricht. Du findest aber dir stehen 4000-5000 Euro im Monat zu (sagen wir also 4500). Das wären dann 2.160.000 Euro.
Für einen Aufwand von 20% deiner Lebensarbeitszeit möchtest du also knapp 280% mehr Gehalt haben. Ein Hoch auf den Kapitalismus
 
 
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Felicitas
Alt 17.05.2007, 19:49   #23
Standard

nungut. pauschalrechnungen kann ich auch

zum einen bezahlt man sowohl als azubi, als auch student ja im übertragenen sinn geld dafür dass man nichts, bzw nur gering verdient, sich aber bildet und qualifiziert.

bei einer regelstudienzeit von 9 semestern sind das mit allem drum und dran ~60.000 EUR nur um zu studieren. in der ausbildung hatte ich nicht selten eine 50 stunden woche mit einem lohn von 300 eur/monatlich. das hat also in den 2,5 jahren 9000 euro gebracht.

dh. ich "opfer" diese angenommen 10 Jahre für meine Bildung und meine Qualifikation, 10 Jahre in denen man sich verschuldet und/oder am existenzminimum lebt. danach bin ich nach deutschen werten hoch qualifiziert. und ja, ich finde, für diese 10 jahre opferbereitschaft, hat man durchaus mehr "verdient" im doppelten sinn, als für etwas für das man keine ausbildung braucht und max. nen 4 stunden lehrgang welche reinigungsmittel man auf welchem boden einsetzt (vereinfacht ausgedrückt). ich will derartige berufe keineswegs abwerten, sie sind genauso notwendig und fürs system wichtig. wobei das gleich wieder die frage aufwirft wer denn diesen mindeslohn dann bezahlt? doch auch nur die, die mehr verdienen und sich derartiges leisten können.

ich werde vermutlich nie diese 4t-5t verdienen. das war spekulativ, genauso wie die mindeslohndebatte an allen ecken hinkt. dennoch seh ich nicht ganz ein, warum jmd der warum auch immer, keine qualifikation erwerben konnte oder wollte, durch einen mindeslohn genau das gleiche oder nur unmerklich weniger verdient, als eine ausgebildete kauffrau im osten. und diese spekulativen 1280 EUR brutto, wären das, was ich als ausgebildete kauffrau im osten verdient hätte. und so kann es ja nun auch nicht ganz sein.

und genau darauf wollte ich hinaus. von mir aus kann man diese mindeslohngeschichte durchsetzen, aber dann wird nicht ausbleiben, dass in sämtlichen berufen die forderungen ansteigen werden. und das kann kein mensch bezahlen.

sagen wir mal, eine kassiererin, verdient dann diesen mindestlohn. für sie ist das ganz toll, für die gleiche arbeit mehr gehalt, ohne dass sie was dazu tun musste. was passiert? die inhaber des supermarktes haben mehr ausgaben. und wo wird das am ende landen? richtig, auf dem apfel, der tafel schokolade, dem schweinesteak, dem duschbad. und dann ist die kassiererin auch wieder unglücklich. sie wird den zusammenhang vllt nicht erkennen, sie sieht nur das alles teurer geworden ist und sie von ihrem neuen höherem gehalt trotzdem nicht mehr hat. weiter. die reinigungsfachkraft, die jede nacht den supermarkt reinigt, bekommt nun diesen mindestlohn. was passiert? der inhaber wird vllt entscheiden "das kann ich mir nicht leisten, die gleiche leistung ist ja jetzt fast doppelt so teuer." also kündigt er den vertrag mit der reinigungsfachkraft und ändert die verträge seiner mitarbeiter. und das könnte dann evt so aussehen, dass die mitarbeiter jeden tag eine halbe stunden länger nach ladenschluss bleiben müssen, um den markt aufzuräumen und zu putzen. da hat die kassererin nun zwar mehr geld auf dem konto, wird aber auch mehr für "dinge des täglichen bedarfs" ausgeben und darüber hinaus noch länger arbeiten. alles scheisse, gell?

und dann haben wir die frustrierte kauffrau im osten. die sieht, dass sie jahrelang 1280 eur verdient hat, wusste aber "wie gut dass ich meine ausbildung gemacht habe, sonst würde ich mit 800 eur irgendwo putzen gehen müssen". nun sieht sie dass die reinigungsfachkraft, die abends um 23 uhr kommt um wie jeden abend die zimmer zu putzen, während die kauffrau noch überstunden macht, das gleiche verdient weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. die frustrierte kauffrau geht als nächstes zum betriebsrat/chef/wem auch immer und fordert ein für ihre qualifikationen angemessenes gehalt, das sich, damit sie sich wohl fühlt, doch deutlich vom mindeslohn der reinigungsfachkraft unterscheidet. oder darf die dann nicht mehr fordern? weil sie mit dem zufrieden sein müsste was sie hat?

und nun?

Geändert von Felicitas (17.05.2007 um 21:57 Uhr).
 
 
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