nungut. pauschalrechnungen kann ich auch
zum einen bezahlt man sowohl als azubi, als auch student ja im übertragenen sinn geld dafür dass man nichts, bzw nur gering verdient, sich aber bildet und qualifiziert.
bei einer regelstudienzeit von 9 semestern sind das mit allem drum und dran ~60.000 EUR nur um zu studieren. in der ausbildung hatte ich nicht selten eine 50 stunden woche mit einem lohn von 300 eur/monatlich. das hat also in den 2,5 jahren 9000 euro gebracht.
dh. ich "opfer" diese angenommen 10 Jahre für meine Bildung und meine Qualifikation, 10 Jahre in denen man sich verschuldet und/oder am existenzminimum lebt. danach bin ich nach deutschen werten hoch qualifiziert. und ja, ich finde, für diese 10 jahre opferbereitschaft, hat man durchaus mehr "verdient" im doppelten sinn, als für etwas für das man keine ausbildung braucht und max. nen 4 stunden lehrgang welche reinigungsmittel man auf welchem boden einsetzt (vereinfacht ausgedrückt). ich will derartige berufe keineswegs abwerten, sie sind genauso notwendig und fürs system wichtig. wobei das gleich wieder die frage aufwirft wer denn diesen mindeslohn dann bezahlt? doch auch nur die, die mehr verdienen und sich derartiges leisten können.
ich werde vermutlich nie diese 4t-5t verdienen. das war spekulativ, genauso wie die mindeslohndebatte an allen ecken hinkt. dennoch seh ich nicht ganz ein, warum jmd der warum auch immer, keine qualifikation erwerben konnte oder wollte, durch einen mindeslohn genau das gleiche oder nur unmerklich weniger verdient, als eine ausgebildete kauffrau im osten. und diese spekulativen 1280 EUR brutto, wären das, was ich als ausgebildete kauffrau im osten verdient hätte. und so kann es ja nun auch nicht ganz sein.
und genau darauf wollte ich hinaus. von mir aus kann man diese mindeslohngeschichte durchsetzen, aber dann wird nicht ausbleiben, dass in sämtlichen berufen die forderungen ansteigen werden. und das kann kein mensch bezahlen.
sagen wir mal, eine kassiererin, verdient dann diesen mindestlohn. für sie ist das ganz toll, für die gleiche arbeit mehr gehalt, ohne dass sie was dazu tun musste. was passiert? die inhaber des supermarktes haben mehr ausgaben. und wo wird das am ende landen? richtig, auf dem apfel, der tafel schokolade, dem schweinesteak, dem duschbad. und dann ist die kassiererin auch wieder unglücklich. sie wird den zusammenhang vllt nicht erkennen, sie sieht nur das alles teurer geworden ist und sie von ihrem neuen höherem gehalt trotzdem nicht mehr hat. weiter. die reinigungsfachkraft, die jede nacht den supermarkt reinigt, bekommt nun diesen mindestlohn. was passiert? der inhaber wird vllt entscheiden "das kann ich mir nicht leisten, die gleiche leistung ist ja jetzt fast doppelt so teuer." also kündigt er den vertrag mit der reinigungsfachkraft und ändert die verträge seiner mitarbeiter. und das könnte dann evt so aussehen, dass die mitarbeiter jeden tag eine halbe stunden länger nach ladenschluss bleiben müssen, um den markt aufzuräumen und zu putzen. da hat die kassererin nun zwar mehr geld auf dem konto, wird aber auch mehr für "dinge des täglichen bedarfs" ausgeben und darüber hinaus noch länger arbeiten. alles scheisse, gell?
und dann haben wir die frustrierte kauffrau im osten. die sieht, dass sie jahrelang 1280 eur verdient hat, wusste aber "wie gut dass ich meine ausbildung gemacht habe, sonst würde ich mit 800 eur irgendwo putzen gehen müssen". nun sieht sie dass die reinigungsfachkraft, die abends um 23 uhr kommt um wie jeden abend die zimmer zu putzen, während die kauffrau noch überstunden macht, das gleiche verdient weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. die frustrierte kauffrau geht als nächstes zum betriebsrat/chef/wem auch immer und fordert ein für ihre qualifikationen angemessenes gehalt, das sich, damit sie sich wohl fühlt, doch deutlich vom mindeslohn der reinigungsfachkraft unterscheidet. oder darf die dann nicht mehr fordern? weil sie mit dem zufrieden sein müsste was sie hat?
und nun?