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Bildungspolitik: Neue "Vorschläge" von "Experten"

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OrionX
Alt 09.03.2007, 18:02   #1
Standard Bildungspolitik: Neue "Vorschläge" von "Experten"

huhu,

gestern und heute ging und geht ja durch die medien, das der "Aktionsrat Bildung" ein paar teils seltsame, teils gute Forderungen gestellt hat.


Zitat von Kindergärten
Es soll ab dem 4. Lebensjahr Kindergartenpflicht herrschen, sowie das Recht auf einen Krippenplatz ab dem 2. Lebensjahr eingeführt werden. Die Einrichtungen sollen ganztags geöffnet sein.
Teils gut teils schlecht, finde ich. Ich würde den Mutterschutz bis zum 3. Lebensjahr verlängert sehen wollen, da wie ich denke eine Mutter, Arbeit hin oder her für ihr kind da sein sollte, Wirtschaftlichkeit hin oder her. Die Kindergartenpflicht ist meiner meinung nach klasse, da erwiesenermaßen Kinder, die im Kindergarten waren vorteile gegenüber solchen haben, die diesen nicht besucht haben. Vor allem viele Migranten werden gezwungen sein ihre Kinder in den Kindergarten zu schicken, wo diese zwangsweise deutsch lernen.

Zitat von Schulen
Die Hauptschule soll abgeschafft werden und es sollen nur noch die Sekundarschulen und die Gymnasien existieren. Schulen sollen weiterhin öffentlich finanziert, jedoch von privaten trägern finanziert werden.
Das mit den Hauptschulen ist keine schlechte idee. Die Hauptschule hat so einen schlechten ruf, das man oft nur wegen dem abschluss keine ausbildung findet. Das mit der Teilprivatisierung ist meiner meinung nach eine schlechte idee, so öffnet man firmenindoktrinierung und ungleichheit zwischen einzelnen schulen tür und tor.

Zitat von Lehrer
Lehrer sollen befristet eingestellt und nach Leistung besoldet werden. Die Anstellung ist davon abhängig ob sie 5% ihrer tätigkeitszeit für weiterbildende maßnahmen aufwenden.
Vollkommener Blödsinn. Erstens gibts dadurch mehr Stundenausfall, also müsste ein System dafür geschaffen werden sodass lehrer so abendschulmäßig weiterbildungen besuchen. Die befristete anstellung von Lehrern generell ist auch dumm, da es ohnehin zu wenige Lehrer gibt, und vor allem zu alte.

Zitat von Hochschulen
Jeder soll studieren können, auch ohne Abitur, wenn er in einem Eignungstest seine Studierfähigkeit bescheinigt.
Gute Idee. Das macht es Quereinsteigern aus dem Beruf einfacher zu studieren und gibt vor allem wirklich jedem die Möglichkeit des Studiums. Jedoch sollte man dann doch vorher die Studiengebühren wieder abschaffen. An manchen unis, wie der Uni Siegen geht das auch schon.

Und nun ihr, was haltet ihr von den ideen? Ich meine wir haben ja fast alle hier vertreten, Väter und Mütter, Studierende und Schüler... Lehrer weiss ich nicht ob wir einen haben
 
 
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El Sparko
Alt 09.03.2007, 18:42   #2
Standard

Jeder soll studieren können, auch ohne Abitur, wenn er in einem Eignungstest seine Studierfähigkeit bescheinigt.
halte ich für kompletten humbug. klar das passt jetzt zu den studiengebühren, denn mehr kunden zahlen auch mehr kohle pro semster, schon logisch.

ich reiß mir doch nicht den arsch auf abi oder fachabi zu erhalten und dann kommt plötzlich jeder, der mal irgendwo nen wisch erhalten hat, an und verstopft wichtige studiengänge. ein studium ist etwas zu dem man sich zu qualifizieren hat, wer das nicht schafft der schafft auch kein studium und schadet somit nur seinen kommilitonen.

Die Hauptschule soll abgeschafft werden und es sollen nur noch die Sekundarschulen und die Gymnasien existieren. Schulen sollen weiterhin öffentlich finanziert, jedoch von privaten trägern finanziert werden.
klar, wenn wir auf das glas nutella statt nutoka schreiben, dann wird das produkt sicher gekauft. was passiert dann mit den ganzen lernunwilligen schlägerdeppen auf der hauptschule? kommen die dann einfach mal so, ohne die leistung dafür erbracht zu haben, auf die realschule und machen dann den leuten, die was tun wollen, dort das leben schwer? ganz geile idee. einfach alle in ein topf und sehen was rauskommt.

im endeffekt werden dann irgendann nur noch leute mit abitur oder studium eingestellt. dann macht auch wieder der vorschlag mitm studium für alle sinn, denn die ganzen real/hauptschüler können dann ja ihr leben lang rumstudieren, einstellen wird sie keiner.
 
 
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Felicitas
Alt 09.03.2007, 21:12   #3
Standard

@thema studium für "jeden"

find ich gut. immerhin haben manche auch eine ausbildung und holen sich das abi nur um studieren zu dürfen, obwohl sie die qualifikation dafür geeignet zu sein durch ihre ausbildung ja irgendwie schon bescheinigt haben. oder menschen die erst ausbildung machen, dann im beruf arbeiten und entsprechende referenzen haben. nehmen wir mal grafikdesign als beispiel: da zählt die mappe und qualifikationsrunden jetzt schon mehr als das bloße abi. das abi ist halt noch so ein pflichtpunkt, aber so genau weiß man nicht warum man nicht studieren darf obwohl man wirklich talent für grafikdesign hat und das auch unter beweis stellen kann.

@hauptschule abschaffen
nicht immer vom negativfall ausgehen. es bringt nichts die lernunwilligen in eine schulform zu quetschen weil man sie von anderen fern halten will. eher muss man sie sinnvoll verteilt auf die anderen loslassen. konkurrenzdenken, gegenseitiger ansporn, "richtiges" umfeld.

@lehrer und weiterbildungsmaßnahmen
organisationsfrage. viele weiterbildungen sind heute schon in ferienzeiten, also so dass die schüler gar nichts davon mitbekommen. eine weiterbildungs"pflicht" für lehrer einzuführen halte ich sogar für sehr sehr sinnvoll. man kommt ja nicht von der uni und braucht sich die nächste 40 jahre nicht weiterentwickeln - job ist eh sicher, gehalt ist sicher, rente. einen weiterbildungs"zwang" halte ich demnach für durchaus sinnvoll um auch die qualität der lehre zu verbessern. und das kommt am ende den schülern zu gute.
 
 
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rippchen
Alt 09.03.2007, 21:34   #4
Standard

also ich würde es gut finden, wenn es überall eine gesamtschule gäbe.
in der man jenach leistung unterrichtet wird. sprich also wenn man gut in mathe aber schlecht in Deutsch ist, bekommt man in Deutsch unterricht auf hohe des Real- oder Hauptschulnievos. und in mathe dann auf Real- oder Gymnievos.
 
 
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El Sparko
Alt 09.03.2007, 21:41   #5
Standard

@lehrerbildung:

meines wissens nach gibts verschiedene formen von "lehrern", zumindest wenn sie verbeamtet sind. ich hatte in meiner gesamten schulischen laufbahn nicht einen einzigen lehrer, der nicht ein oder zwei mal im jahr auf ner weiterbildung gewesen wäre. bei den dingen die sich bezüglich lehrplan/prüfungszusammenstellung bei uns in der oberstufe jährlich geändert hat, wäre das auch ziemlich sinnfrei würden sich die lehrer nicht wetierbilden. ich sehe also nicht wo etwas geändert wird.

@hauptschule abschaffen
nicht immer vom negativfall ausgehen. es bringt nichts die lernunwilligen in eine schulform zu quetschen weil man sie von anderen fern halten will. eher muss man sie sinnvoll verteilt auf die anderen loslassen. konkurrenzdenken, gegenseitiger ansporn, "richtiges" umfeld.
ich komme aus einem schulsystem in dem immer eine leistung nötig war um etwas zu erreichen. wer es nicht leistet die noten für den mittleren bildungsweg zu haben sollte ihn auch nicht bekommen können. man kann alles nachholen und ich sag "hut ab" vor den hauptschülern die die freiwillige 10te durchziehen, aber ich will keine freifahrtscheine nur weil man jetzt gemerkt hat dass alle die kein deutsch können oder unwillig sind zu lernen komischerweise ganz unten im system stecken.

das abi ist halt noch so ein pflichtpunkt, aber so genau weiß man nicht warum man nicht studieren darf obwohl man wirklich talent für grafikdesign hat und das auch unter beweis stellen kann.
ja oder gerade 2 jahre lang arbeitslos ist. hey warum nicht mal bafög statt alg-2? cool und billig essen kann man in der mensa auch noch. und hey man muss sogar garnicht zu den vorlesungen kommen oder prüfungen schreiben. das kann man 3 semster so durchziehen bis man mal wieder exmatrikuliert worden ist... ach was dann ändern wir einfach die hochschuleregelungen um zu pflichtveranstaltungen und schaffen das bafög ab. hauptsache jeder, der es sich einbildet, kann studieren gehen.

ich persönlich möchte nicht missen was ich auf dem 2. bildungsweg gelernt habe um mein fachabi zu erhalten. meiner meinung nach hat es sinn ein gewisse schulbildung vorrauszusetzen. oder was macht der designstudent wenn er plötzlich ne vorlesung hat in der er englischkenntnisse braucht oder mathematik und seine letzten schulerfahrungen sind 5-6 jahre her? studium ist nicht strickt praxisorientiert und teilweise auch garnicht dafür ausgelegt. ich weiß man hätte gerne heute mehr studiengänge die einer ausbildung gleich kommen, damit möglichst viele menschen möglichst kostenneutral and ie wirtschaft verfüttert werden könne, aber es gibt da auch noch andere aufträge der hochschulen. für sowas gibts berufsakademien und diese lassen sich auch gut bezahlen für ihre ausbildungen, manchmal darf man da auch ohne abi ran.
 
 
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tj
Alt 13.03.2007, 23:09   #6
Standard

Zitat von felicitas
@thema studium für "jeden"

find ich gut. immerhin haben manche auch eine ausbildung und holen sich das abi nur um studieren zu dürfen, obwohl sie die qualifikation dafür geeignet zu sein durch ihre ausbildung ja irgendwie schon bescheinigt haben. oder menschen die erst ausbildung machen, dann im beruf arbeiten und entsprechende referenzen haben. nehmen wir mal grafikdesign als beispiel: da zählt die mappe und qualifikationsrunden jetzt schon mehr als das bloße abi. das abi ist halt noch so ein pflichtpunkt, aber so genau weiß man nicht warum man nicht studieren darf obwohl man wirklich talent für grafikdesign hat und das auch unter beweis stellen kann.

@hauptschule abschaffen
nicht immer vom negativfall ausgehen. es bringt nichts die lernunwilligen in eine schulform zu quetschen weil man sie von anderen fern halten will. eher muss man sie sinnvoll verteilt auf die anderen loslassen. konkurrenzdenken, gegenseitiger ansporn, "richtiges" umfeld.

@lehrer und weiterbildungsmaßnahmen
organisationsfrage. viele weiterbildungen sind heute schon in ferienzeiten, also so dass die schüler gar nichts davon mitbekommen. eine weiterbildungs"pflicht" für lehrer einzuführen halte ich sogar für sehr sehr sinnvoll. man kommt ja nicht von der uni und braucht sich die nächste 40 jahre nicht weiterentwickeln - job ist eh sicher, gehalt ist sicher, rente. einen weiterbildungs"zwang" halte ich demnach für durchaus sinnvoll um auch die qualität der lehre zu verbessern. und das kommt am ende den schülern zu gute.
kann ich mich eigentlich nur so komplett anschließen, vor allem in dem Falle des Studiums, da es einfach sinnlos ist sein ABI nachzumachen z.B. al Schulabgänger mit Ausbildung nur um dann studieren zu können.
Ich denke nicht das Abiturienten (und davon kenn ich genug) so sehr überlegen sind und die einzigste Elite sind welche studieren dürfen.
Irgendwo hebt sich das dann auch einfach zu extrem ab.
Meines Erachtens könnte man gut eine Art Einstlleungstest zur Uni machen für nicht-Abiturienten. Das wäre eine faire Lösung. Bzw. höhere Abschlüsse für Abiturienten.
 
 
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baedr
Alt 14.03.2007, 00:22   #7
Standard

ja oder gerade 2 jahre lang arbeitslos ist. hey warum nicht mal bafög statt alg-2? cool und billig essen kann man in der mensa auch noch. und hey man muss sogar garnicht zu den vorlesungen kommen oder prüfungen schreiben. das kann man 3 semster so durchziehen bis man mal wieder exmatrikuliert worden ist... ach was dann ändern wir einfach die hochschuleregelungen um zu pflichtveranstaltungen und schaffen das bafög ab. hauptsache jeder, der es sich einbildet, kann studieren gehen.
Das kann man so nicht sagen... ich würde es zwar generell auch nicht befürworten, aber es kommt ja wohl noch stark auf den Test an, der abgelegt werden muss, um zum Studium zugelassen zu werden.

Irgendwie hab ich generell das Gefühl, man versucht den mangel an qualifizierten Berufseinsteigern dadurch zu kompensieren, dass man einfach mehr Qualifikationen verteilt/alles einfacher macht.
 
 
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