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Betreutes Wohnen

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Leelie
Alt 01.07.2008, 20:41   #1
Standard Betreutes Wohnen

Mein Freund (18 Jahre alt) ist seit April wegen Depressionen in einer psychiatrischen Klinik in Behandlung. Seine Mutter und sein Therapeut sind jetzt der Meinung, er solle in ein betreutes Wohnheim ziehen. Das möchte mein Freund nicht. Er müsste woanders hinziehen (25km von hier), könnte sich nicht mit seinen Freunden treffen wann er möchte, ich könnte nicht bei ihm übernachten, wir hätten also kaum noch die Möglichkeit, wirklich Zeit miteinander zu verbringen.
Die Argumente, warum er in dieses Heim soll, verstehe ich nicht so ganz. Angeblich, weil er feste Strukturen braucht und Disziplin lernen muss. Aber mal ehrlich, welcher Jugendliche hat damit nicht ab und an Probleme? Er ist nun wirklich nicht der einzige, der nicht genug für die Schule tut, und die werden auch nicht alle gleich in ein Heim gesteckt.
Er möchte sein Leben selbst in den Griff bekommen, möchte disziplinierter werden und eigenständig sein Leben leben können. Und ich glaube auch, dass er dazu in der Lage ist.
Er würde gerne in eine WG vom DRK ziehen, da hätte er dann einen Betreuer, der alle paar Tage vorbei kommt. Ansonsten könnte er dort ganz normal leben.
Er möchte nicht aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen werden.

Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen Heimen?
Was ist eure Meinung zu der Situation meines Freundes?
 
 
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Maxwell
Alt 01.07.2008, 22:24   #2
Standard

Naja ich denke seine Mutter und der Therapeut haben schon ihre Gründe ihn von seinem jetzigen sozialen Umfeld fern zu halten. Weil es ihm vielleicht nicht die feste Struktur geben kann, die er im Moment braucht.
Vielleicht solltet ihr euch einfach mal mit der Mutter und dem Therapeuten zusammen setzen und die Situation besprechen, denn natürlich kann das "Herausreißen" aus dem Freundeskreis auch die Depressionen noch verstärken.
 
 
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Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 01.07.2008, 22:35   #3
Standard

Du hast im Grunde irgendwo Recht, wenn du sagst, dass jeder Jugendliche seine Probleme mit bestimmten Regeln und Strukturen hat. Aber wenn dein Freund sich bereits in einer psychiatrischen Klinik befindet, ist das etwas völlig anderes und wenn sein Therapeut meint, er braucht diese festen Strukturen und einen gewissen festgelegten Rahmen, dann weiß der wohl warum er das sagt. Im Endeffekt geht es um das Wohlbefinden deines Freundes und Depressionen sind eine Erkrankung, es geht dabei dann nicht nur darum, sein Leben neu zu regeln, weil man gerade Lust hat. Er kann wollen wie er will, er braucht auch die nötige Kraft und Verfassung. Falls ihm nur das betreute Wohnen und dessen Effekte auf ihn, die Möglichkeit bieten, diese Verfassung stabil zu halten, ist das von höchster Wichtigkeit für ihn, um wieder ins Leben zu finden und ich gehe davon aus, dass er nicht für immer dort bleiben soll.

Die Idee mit der WG des DRK finde ich persönlich nicht schlecht. Wobei es eben fraglich ist, ob ihm das gut tut. Beim betreuten Wohnen könnte man vermutlich Mitbewohner besser auf ihn abstimmen und generell direkter mit ihm "arbeiten" im Alltag. Jedoch verstehe ich seine Anliegen voll und ganz und ein kompletter Bruch zwischen ihm und dem alten Leben, ist vielleicht auch nicht nur förderlich für ihn und sein Wohlbefinden.

Ich würde zunächst an seiner Stelle mit dem Therapeuten reden, das sind ja immerhin Menschen, die in der Regel helfen wollen und die man ganz konkret auf das ansprechen soll, was man will und was man vermisst, etc.. Also vielleicht kann man da ja noch etwas drehen. Wenn der Therapeut sich allerdings seiner Sache sicher ist und das auch begründen kann, bzw. man was auf diesen Therapeuten hält (es gibt ja auch wirklich etliche Idioten), muss man eben andere Wege finden, einen Kompromiss. Zum Beispiel, dass er eben seine Freunde nicht immer sehen kann, wann er will. Er dafür "Freigang" am Wochenende hat, bei dir schlafen kann oder so.
 
 
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Dreamrat
Alt 01.07.2008, 22:45   #4
Standard

Hey, also ich denke mit 18 jahren kann er letztentlich selber entscheiden, was für ihn selber wichtig ist, aber wie schon erwähnt wurde, sollte sich dein freund mit mutter und therapeut zusammen setzen und darüber reden, denn es geht ja um ihn und er muss sich wohlfühlen.

Es gibt eben für alles ein für und wieder und da sollte man sich richtig auseinandersetzen, es kann von vorteil sein für eine bestimmte zeit, in ein betreutes wohnen zu gehen bis er wieder stabil genug ist, somit lernen wieder auf seinen eigenen beinen zu stehen, ich denke mir, dass man da als paar eben mal abstriche machen muss, weil es ja zum wohl deines Freundes ist, umso besser geht es ihm dann, wenn er gestärkt ist und dir damit auch, eben alles wird ja dadurch besser.

Aber die Entscheidung liegt ja letztendlich bei ihm, er soll sich dass mal mit dir zusammen anschauen, wie es denn da so ist, was es für regeln gibt, ich denke mir schon dass er raus kann und auch mal Besuch haben kann, ist ja keine Anstalt oder Gefängniss. Er hat halt jederzeit, Ansprechpartner, hilfeleistungen, die für ihn eventuell momentan sehr wichtig sind, die er auch braucht. Für dich wird es vielleicht auch leichter sein, wenn man weiß er ist in guten händen, für die mutter auch, denn es belastet angehörige oft sehr, weil sie mit dieser Situation überfordert sind, oft nicht wissen, was sie tun sollen.

Dort sind erfahrene, ausgebildete Menschen, die ihm helfen können um ins normale leben wieder zurück zukehren, find die Einrichtung nicht verkehrt, sondern sehr hilfreich.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 02.07.2008, 00:37   #5
Standard

Ich finde die Idee WG vom DRK nicht schlecht. Erst wenn das nicht so gut klappt, würde ich es mit der betreuten WG versuchen. Ich finde es wichtig, daß er frei entscheiden kann und man ihm nicht das Gefühl gibt, wie ein kleiner Junge bevormundet zu werden. Wenn die DRK-WG nicht so läuft, wird er es dann selber einsehen (oder auch nicht), das ist eine bessere Basis für die betr WG, als jetzt.
 
 
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