du hast doch selber mal gesagt das du auf keinen fall arbeiten gehst!
...was auch der Grund dafür ist, wieso man dem Inhalt seiner Reden eher mäßig Beachtung schenkt. Es kommt eben nicht gut an, wenn man von Vornherein sagt, dass man nicht arbeiten will, egal was auf dem Arbeitsmarkt geht und sich nebenher dann beschweren geht.
Das Problem beim Zahlen der Gehälter/ Löhne im Vergleich zu 'Topverdienern' ist, dass
nicht objektiv nach Leistung, sondern nach Ersetzbarkeit gezahlt wird. Wenn man jemandem Geld zahlt, dann nicht für seine Anstrengung/ Leistung sondern man bezahlt ihn so, damit er nicht woanders hingeht. Im Prinzip gilt, dass man mehr verdient, je unersetzbarer man ist und das trifft eben vorallem auf Stars/ Spitzensportler/ Politiker etc. zu.
Ein 'Fließbandarbeiter' ist hingegen praktisch durch jeden anderen erdenklichen Menschen ersetzbar und man zahlt ihm eben genau so viel, dass es sich für ihn gerade irgendwie lohnt, dort zu arbeiten. Wenn man nun die Karriereleiter emporklettert, gibt es immer weniger Menschen, die einen ersetzen können -nen Buchhalter oder Spitzenanwalt hat man bei Ausfall eben nicht so schnell zur Hand wie nen KFZ-Mechaniker, zumal er ganz andere Qualifikationen vorzeigen muss.
Ob das immer so gerecht zugeht ist natürlich fraglich aber man kann sich eben nicht einfach die Frage stellen, wer wie hart arbeitet, um ihn danach zu bezahlen, weil das nicht funktioniert. Es gibt Menschen, die ein drittel ihres Lebens in ihre Ausbildung investieren, für die sie sogar noch zahlen müssen -womit nicht nur diese Kosten anfallen, sondern eben auch die Verdienste der ganzen Jahre, die man hätte bekommen können, wenn man bereits gearbeitet hätte. Auf den ersten Blick kommt uns das natürlich ungeheuerlich vor, wenn jemand in nem Büro sitzt und irgendwelche Zahlen auf Bilanzen malt oder scheinbar für ein paar Federstriche horrende Summen bekommt aber dieser jemand hat dafür auch beträchtliche Opfer gebracht, sich angestrengt und weitergebildet und diese Leistungen dürfen natürlich nicht einfach unter den Tisch fallen, sonst wird kaum noch jemand diese Arbeiten erledigen wollen.
Wo es problematischer wird, ist die Sache mit den Gewinnen eines Unternehmens. Eigentlich gleicht der Unternehmer (nicht jemand irgendwo in der Maschinerie eines Großkonzerns, sondern der 'normale' mittelständische Unternehmer) einem Lottospieler, weil er viel gewinnen kann aber eben auch
alles (Privateigentum) verlieren kann, wenn er keiner Kapitalgesellschaft angehört (GmbH/KG/AG). Sicher ist es nicht reines Glück, er hat viele Einflussmöglichkeiten und Chancen, einen Erfolg zu verbuchen und es liegt in seiner Hand aber es ist eben das große Risiko, was er sich durch Gewinnentnahmen 'bezahlt' und es sind nicht wenige daran gescheitert. Hier geht natürlich nicht alles immer mit rechten Dingen zu und da gabs schon ungeheure Skandale wegen Preisabsprachen etc. aber wenn man die Sache legal angeht und als Unternehmer Privatentnahmen macht, muss man sich wirklich die Frage stellen, inwiefern das ungerecht gegenüber Arbeitnehmern sein soll.
Immerhin muss man wirklich viel Schweiß und Blut lassen, bis man ein Unternehmen auf die Beine gestellt hat und man trägt das gesamte Risiko auf seinen Schultern, solange man keine beschränkte Haftung hat (sprich solange man mit seinem gesamten Privateigentum für die Firma haftet) und auch danach muss man noch um sein investiertes Geld bangen. Außerdem muss man sich vor Augen halten, dass es ohne Unternehmer auch keine Arbeit für Arbeitnehmer gibt. Schlimm wird es in meinen Augen nur, wenn der Unternehmer sich Privatentnahmen leistet, die wirklich in keinem Verhältnis mehr zu all seinen erdenklichen Aufwendungen stehen.
Deswegen bin ich persönlich wirklich sehr dafür, dass die Privatentnahmen des Unternhemers irgendwie an die Lohn/ Gehaltszahlungen gekoppelt sein müssen.
Sprich je größere Privatentnahmen getätigt werden, desdo mehr muss der erwirtschaftete Gewinn auch auf die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer verteilt werden, was im Moment überhaupt nicht der Fall ist, da man für einen relativ starren Lohn arbeitet. Genau das finde ich absolut nicht richtig, denn auch der Arbeitnehmer ist letzten Endes für die Gewinne des Unternehmens verantwortlich, da er für sie benötigt wird, was dank der heutigen Arbeitsmarktsituation aka Arbeitslose und einfache Ersetzbarkeit von 'niedrig qualifizieren' Arbeitskräften leider schnell unter den Tisch fällt.
Das Problem, wird hierbei sein, dass man für die gleiche Arbeit in unterschiedlichen Betrieben enorm große Verdienstschwankungen haben wird und das werden nicht viele einsehen können und irgendwie muss da auch Abhilfe geschafft werden. Gerade für das Entstehen neuer Firmen könnte das der Beinbruch sein, da man noch kaum/ nur kleine Gewinne zu verbuchen hat, obwohl es gerade jetzt -bei dem Arbeitnehmer'überschuss'- sicher noch gut machbar wäre.
Was mir am meißten Kopfzerbrechen macht sind die Großkonzerne und die Globalisierung. Man würde die Großkonzerne gerne mal an den Eiern packen und kräftig schütteln, der Staat traut es sich aber nicht so richtig, da man sie nicht ans Ausland verlieren will, um am Ende international als Trottel dazustehen, obwohl wirklich tiefgreifende Reformen nötig wären. Meiner Meinung nach muss man diese Reformen Weltweit zusammen vorantreiben, um den Arbeitnehmern ein wenig den Rücken zu stärken, statt sich im Wettbewerb mit den anderen Ländern um den besten Standplatz für den blühenden Großkonzern zu sehen.
Man, das war ja mal wieder ein geistiger Erguss, der Seinesgleichen sucht. Hat das ernsthaft irgendwer gelesen?
