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Anarchie

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Wodar Hospur
Alt 23.06.2008, 23:20   #1
Standard Anarchie

Auf ein kleines Gespräch in der Shoutbox folgend, meine Frage in wieweit ist das Ideal einer individuellen anarchistischen Gesellschaft wünschenswert und erreichbar.

In meinen Augen bieten Grenzen und staatliche Organisationen nur Potential für Reibungen zwischen Staatgebilden und Individuen. In wieweit ist mit unserer Gesellschaft überhaupt eine Demokratie oder eine jedewede staatliche Organistation möglich. Durch viele Bildungsverweigerer und Leute mit der Haltung: "Betrifft mich nicht", wird das System von unten heraus angegriffen.

Das Individum und der individuelle Besitz sind in meinen Augen die Grundlage eines Miteinanders. Denn mittlerweile ist doch eine erhebliche Verdrossenheit gegenüber dem Staat wie auch eine immer stärker egozentrirschen Richtung zu erkennen. Wie können solche Systeme dann noch versuchen immer mehr Menschen zu vereinigen und wie weit sind dann Wahlen noch der Volkswille. [1]

Familienbanden sollten in diesem Feld die größte Gesellschaft bilden. Sicher sind dann immernoch auf lokaler Ebene Streitereien möglich, aber bei einem friedlichen
Miteinandern lassen die sich besser lösen, als wenn Staaten Krieg führen.

Leute die an der Nation und dem nationalen Gut festhalten, profitieren entweder direkt davon oder können auf nichts anderes Stolz sein.
Vorsicht nicht allzu wörtlich zu nehmen allerdings:
"Wenn du nichts selber geleistet hast bist du Deutscher, Spanier oder Engländer."
Der Mensch braucht einfach Dinge um sich zu profilieren.


Allerdings muss auf der anderen Seite einfach beachtet werden, dass in einer globalisierten Welt so ein System nicht umsetzbar ist, von den Verzweigungen und Entstehungen wirtschaftlicher Güter angefangen. Mittlerweile sind die wenigsten Menschen doch Selbstversorger, ob dies bei den jetztigen Bevölkerungszahlen überhaupt möglich ist, zweifelhaft. Daher brauchen wir regen Handlungsaustausch und dementsprechend Infrastruktur, welche mit den gängigen Systemen wenigsten erhalten werden.


Sicher fehlen auch in einer anarchistischen Welt Polizei, Krankenhäuser und weitere öffentliche Einrichtungen. Was wäre ein Kompromiss, wo kann ein System ansetzen das die bestehende Infrastruktur aufrecht erhält, weiter ausbildet, gleichzeitig aber dem Individum all seine Rechte zu spricht und kein eigens Leben entwickelt.


[1] Wenn das Wort Volkswille fällt finde ich es eh recht kritisch, denn nur weil sich das Volk in mehrere Lager spaltet und 1 Lager mehr Stimmen bekommt als das andere daraus einen entsprechend Trend zuerrechnen ist doch eher ungenau bis unmöglich.
 
 
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outfreyn
Alt 24.06.2008, 16:13   #2
Standard

Humbug.

Das Demokratie durchaus als "Tyrannei der Mehrheit" bezeichnet werden kann, sei mal aussen vor. Du sagst selbst das jetzige System wird von unten zerstört. Das System der Anarchie würde genauso zerstört.

Dazu kommt das du praktisch von Anarchie im globalen Maßstab sprichst - sonst würden nämlich deine glücklichen Stammesleute ordentlich Prügel beziehen.

Auf welcher Basis soll dieses System soundso funktionieren? Tauschhandel?

Ich erinnere mich nicht mehr woher ich diesen Gedankengang habe, aber er kommt mir in den Sinn wenn ich so drüber nachdenke:

Ich und mein Land stehen gegen die Welt
Ich und meine Stadt stehen gegen mein Land.
Ich und meine Familie stehen gegen die Stadt.
Ich und mein Bruder stehen gegen die Familie.
Ich stehe gegen meinen Bruder.

Du nimmst die ersten paar Zeilen aus der Gleichung, am Ende hast du jedoch nichts geändert. Das Recht des Stärkeren würde wieder Einzug halten - und grundsätzlich sind wir Europäer doch soundso schon verweichlicht, wenn ich mir die Gesetzgebung zum Thema Waffen so ansehe.

Zu guter letzt denk ich noch an die Milgram-Experimente, da kriegt man definitiv ein mulmiges Gefühl.

Fußnoten schenk ich mir
 
 
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Moonchild
Alt 17.07.2008, 15:21   #3
Standard

Ob Anarchie realistisch und mit den heutigen Menschen verwirklichbar ist, ist eine völlig andere Frage...
aber rein theoretisch ist Anarchie nunmal der höchstentwickeltste Zustand, den eine jede Zivilisation erreichen kann. Und es geht mir ein wenig auf den Geist, wie von vielen (auch von durchaus intelligenten) Zeitgenossen dieses erstrebenswerte Ideal madig gemacht wird, nur weil es ein wenig an der Umsetzung hapert.
Fakt ist, es bleibt der Idealzustand. Und diesem Idealzustand sollten sich meines Erachtens ALLE anzunähern versuchen, anstatt die anarchistische Idee nur als Ideologie für irgendwelche Punks und Autonome abzuqualifizieren.

Warum rede ich von der Anarchie als DER Idealzustand?
Weil es die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt, in einer Gesellschaft zu verhindern, dass ich meinen Nachbarn totschlage und ihm sein Land und seine Frau raube.
Man kann beispielsweise eine große Mauer zwischen mir und meinem Nachbarn errichtet...
man kann mir alle Gegenstände abnehmen, mit denen ich theoretisch Gewalt anwenden könnte...
man kann Gesetze schaffen, die besagen: "Wenn du deinen Nachbarn tötest, wirst du für den Rest deines Lebens eingesperrt werden"...
man kann den Leuten eine Religion geben, die sie mit ewigem Fegefeuer bedroht, falls sie es auch nur wagen sollten, die Frau des Nachbarn lüstern anzuschauen...

All diese Methoden mögen durchaus ihren Zweck erfüllen und die Menschen vor ihren gierigen Nachbarn schützen...
und doch werden sie alle einen faden Beigeschmack haben, denn sie alle basieren auf Angst und der Entmündigung des Individuums.
Die Menschen werden quasi, ob sie wollen oder nicht, zu einer Horde wilder Hunde degradiert, die man an die Leine nehmen muss, um sie voreinander zu schützen.
Auch jene, die sich nicht wie Hunde verhalten, werden an die Leine genommen und wie solche behandelt...

Wahre Zivilisation wäre für mich, wenn Menschen friedlich miteinander zusammenleben würden, obwohl sie jederzeit die Möglichkeit hätten, ihren Nachbarn zu erschlagen...
Zusammenzuleben, ohne Leine, ohne Maulkorb, und ohne Gesetze... einfach nur deshalb, weil man friedlich zusammenleben WILL.
Alles andere ist letztlich nur die Vortäuschung friedlichen Zusammenlebens... und die Tatsache, dass alle Systeme bisher über kurz oder lang zu Grunde gegangen sind (und auch unseres garantiert früher oder später zu Grunde gehen wird), ist doch Beweis genug dafür, dass all diese Systeme eben nicht perfekt waren.
Und warum? Weil sie alle auf hierarchischem Denken und der Entmündigung des Individuums basierten.
Hierarchie bedeutet Gewalt. (Strafandrohungen und Gesetze sind letztlich auch nichts anderes als potentiell ausgeübte Gewalt)
und Gewalt wird immer zu Gegengewalt führen.
Das ist gewissermaßen ein Naturgesetz. Doch so lange die Menschen das nicht kapieren und sich immer wieder neue Systeme ausdenken, die letztlich doch nur mittels Gewalt zusammengehalten werden, werden diese Systeme auch früher oder später immer wieder durch Gewalt auseinanderbrechen.

Man bringt den Kindern bei, ruhig auf einem Stuhl zu sitzen und dem Lehrer zu gehorchen.
Auf den ersten Blick ist das nichts verwerfliches.
Aber ersetze "Stuhl" durch "Schützengraben" und "Lehrer" durch "Führer", dann siehst du, wozu diese Erziehung in letzter Konsequenz führen wird.
Wer von klein auf daran gewöhnt wurde, dass er ein Hund ist, der nach der Pfeife irgendwelcher Herren zu tanzen hat, der wird sich auch im Erwachsenenalter wie ein Hund verhalten.
Und genau das macht unser System mit den Menschen...
es lässt ihnen, unter dem Vorwand, sie seien ja ohnehin wilde Tiere, denen man möglichst früh den Willen brechen muss, erst gar keine Möglichkeit, irgendjemandem das Gegenteil zu beweisen.
Man nimmt sie an die Leine, legt ihnen einen Maulkorb an, zwingt sie, sich unterzuordnen...
und wenn sie davon irgendwann so aggressiv geworden sind, dass sie sich losreißen und wild um sich beißen, schläfert man sie ein und sagt sich: "Ich hab ja immer gewusst, dass das ein wildes Tier ist, das man unter keinen Umständen frei rumlaufen lassen darf!"

Versteht ihr, was ich meine?
Jene, die immer neue Gesetze schaffen und immer mehr Überwachung wollen, machen die Menschen aggressiv... und rechtfertigen dann hinterher ihre Überwachungsmaßnahmen mit der hohen Aggressivität der Menschen.
Die wahre Natur des Menschen ist nicht so, wie uns die Sicherheitsfanatiker weismachen wollen, die meinen, dass man einen Staat und Überwachungsmechanismen benötigen würde.
Die wahre Natur des Menschen könnt ihr in unserer heutigen Gesellschaft nahezu nirgendwo mehr finden, weil die Kinder schon von der Wiege an ungesunden, verblödenden Einflüssen ausgesetzt sind, die sie zu etwas ganz anderem machen, als sie wären, wenn sie in einer freien, anarchistischen Gesellschaft aufwachsen würden.
Ein Großteil seines Potentials kann man nunmal gar nicht nutzen, wenn man ständig gefesselt und geknebelt ist, und immer ein strenger Aufpasser mit einem mitläuft.
So sind die Menschen dazu verdammt, weit unter ihren eigentlichen Möglichkeiten dahinzuvegetieren... und ein System, das aus lauter, weit unter ihren Möglichkeiten dahinvegetierenden Menschen besteht, ist natürlich schwach und wird daher auch langfristig das Nachsehen haben.
 
 
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emarzog
Alt 17.07.2008, 17:23   #4
Standard

Ich fasse mich jetzt einfach mal kurz:
Die ideale Gesellschaft braucht keine Gesetze und Hierachien.
 
 
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legolas
Alt 17.07.2008, 19:05   #5
Standard

wahnvorstellungen! eine ideale gesellschaft die in einer anarchie lebt, kann niemals so existieren, wie ihr sie euch hier ausmalt.

anarchie ist die dämlichste staatsform, die die menscheit je in erwägung gezogen hat anzuwenden.

Man bringt den Kindern bei, ruhig auf einem Stuhl zu sitzen und dem Lehrer zu gehorchen.
Auf den ersten Blick ist das nichts verwerfliches.
Aber ersetze "Stuhl" durch "Schützengraben" und "Lehrer" durch "Führer", dann siehst du, wozu diese Erziehung in letzter Konsequenz führen wird.
so ganz sauber bist du nicht oder?

ein kind das in völliger abwesenheit von disziplin erzogen wird, wird auch als erwachsener keine disziplin aufzeigen können!

disziplin heisst nicht nur zu tun was einem gesagt wird, sondern vorallem überhaupt etwas (sinnvolles) zu tun.

wer als kind nicht lern,dass man sich im leben auch mal auf den arsch setzen und lernen muss, der wird auch als erwachsener nicht in der lage sein konzentriert zu arbeiten.

dein pubertärer hass auf die gesellschaft, die uns ja deiner meinung nach zu sklaven erzieht, ist absoluter an den haaren herbeigezogen.

Versteht ihr, was ich meine?
Jene, die immer neue Gesetze schaffen und immer mehr Überwachung wollen, machen die Menschen aggressiv... und rechtfertigen dann hinterher ihre Überwachungsmaßnahmen mit der hohen Aggressivität der Menschen.
Die wahre Natur des Menschen ist nicht so, wie uns die Sicherheitsfanatiker weismachen wollen, die meinen, dass man einen Staat und Überwachungsmechanismen benötigen würde.
Die wahre Natur des Menschen könnt ihr in unserer heutigen Gesellschaft nahezu nirgendwo mehr finden, weil die Kinder schon von der Wiege an ungesunden, verblödenden Einflüssen ausgesetzt sind, die sie zu etwas ganz anderem machen, als sie wären, wenn sie in einer freien, anarchistischen Gesellschaft aufwachsen würden.
die philosphie streiten seit jahrtausenden darüber, ob der mensch von natur aus gut oder böse ist, seit heute wissen sie: hätten sie doch den moonchild gefragt.

menschen in der abwesenheit von herrschaft in jeglicher form, werden sich gegenseitig zerstören! wir menschen sind keine tiere, die zufrieden sind, wenn sie satt sind und sich fortgepflanzt haben. wir sind denkende lebewesen, die wissen, dass es darüber hinaus mehr gibt, was man erreichen kann. besitz und macht, dannach strebt der mensch!

der mensch ist ein egoist, alles was er tut ist egoistisch! niemals gönnt der mensch etwas einem anderen. alles verlangt er wieder und wenn er es nicht tut, dann fordert er es in form von sympathi oder anderen gefälligkeiten wieder.

kein noch so moralischer mensch wird daran jemals etwas ändern können.

und genau deswegen funktioniert auch eine anarchie nicht. irgendwann wollen die menschen mehr, rotten sich in gruppen zusammen und nehmen sich was sie wollen. die benachteiligten raufen sich auch zusammen und schon ist die anarchie kaput!

das einzige verwirklichbare und ansatzweise faire system ist eben die demokratie wie wir sie kennen. alle anderen modelle scheinen in der theorie ja gut zu funktionieren, aber in der praxis scheitern sie alle.

auch eine dikatur kann gut für die menschen sein, wenn du einen dikator hättest der so handeln würde, wie all eure menschen in eurem völlig realitätsfernen anarchischem system!

All diese Methoden mögen durchaus ihren Zweck erfüllen und die Menschen vor ihren gierigen Nachbarn schützen...
und doch werden sie alle einen faden Beigeschmack haben, denn sie alle basieren auf Angst und der Entmündigung des Individuums.
Die Menschen werden quasi, ob sie wollen oder nicht, zu einer Horde wilder Hunde degradiert, die man an die Leine nehmen muss, um sie voreinander zu schützen.
Auch jene, die sich nicht wie Hunde verhalten, werden an die Leine genommen und wie solche behandelt...
jetzt erklär mir doch mal, wo du in irgendeiner freiheit eingeschränkt wirst? was willst du denn gerne tun, darfst du aber nicht?
 
 
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Alt 17.07.2008, 21:43   #6
Standard

Zitat von legolas
jetzt erklär mir doch mal, wo du in irgendeiner freiheit eingeschränkt wirst? was willst du denn gerne tun, darfst du aber nicht?
Ist doch offensichtlich, schau in irgendein Gesetz.
Ich würde in meiner Wohnung gerne Katzen züchten und sie im Hof laufen lassen, darf ich aber nach Maßgabe jetziger Umstände nicht. Auch würde ich gerne umfassende Rechtsberatung machen, darf ich aber ebensowenig.
Diese Beispiele impliziert keine Aussagen über die Zweckmäßigkeit!

Man konnte nur in der ungläubigen, erstaunten Frage den Eindruck gewonnen, man hätte - nur weil es rechtmäßig ist - das Augenmaß dafür verloren, dass überhaupt Freiheiten eingeschränkt werden - ständig und immer.

Zitat von legolas
die philosphie streiten seit jahrtausenden darüber, ob der mensch von natur aus gut oder böse ist, seit heute wissen sie: hätten sie doch den moonchild gefragt.
Zitat von legolas
der mensch ist ein egoist, alles was er tut ist egoistisch! niemals gönnt der mensch etwas einem anderen. alles verlangt er wieder und wenn er es nicht tut, dann fordert er es in form von sympathi oder anderen gefälligkeiten wieder.
...hätten sie doch nur legolas gefragt.
 
 
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German Psycho
Alt 17.07.2008, 22:38   #7
Standard

Ich muss legolas zustimmen.
Die Idee der Anarchie scheitert - genau wie die des kommunismus - an der realität, bzw am wesen des Menschen an sich.

Und da sich das kurz- oder mittelfristig nicht ändern wird, sind diese Ideen nicht durchsetzbar und somit irrelevant.

Wenn ich Leute mit anarcho-Aufnähern sehe könnt ich btw das kotzen kriegen, das is doch alles zur Modeidee verkommen.
 
 
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legolas
Alt 18.07.2008, 01:11   #8
Standard

Zitat von michaelg Beitrag anzeigen

Ich würde in meiner Wohnung gerne Katzen züchten und sie im Hof laufen lassen, darf ich aber nach Maßgabe jetziger Umstände nicht. Auch würde ich gerne umfassende Rechtsberatung machen, darf ich aber ebensowenig.
Diese Beispiele impliziert keine Aussagen über die Zweckmäßigkeit!

und damit nicht jeder in seiner hütte irgendwelche tiere züchtet, darf man das nicht.

es wird schon seinen grund haben, warum du nicht die erlaubnis bekommst katzen zu züchten.
 
 
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Moonchild
Alt 18.07.2008, 02:03   #9
Standard

@ legolas:
ein kind das in völliger abwesenheit von disziplin erzogen wird, wird auch als erwachsener keine disziplin aufzeigen können!
Eben. Und ohne disziplinierte Erwachsene hätte es weder Auschwitz geben können, noch den Zweiten Weltkrieg oder sonst irgendeinen Krieg, an dem mehr als 100 Leute auf einmal beteiligt gewesen wären.
Also da müssten schon sehr sehr viele Leute ihren Nachbarn erschlagen, damit all die Millionen Toten, die in der Geschichte durch das ganze Hierarchie-Denken der Menschen draufgegangen sind, dadurch relativiert werden könnten.

der mensch ist ein egoist, alles was er tut ist egoistisch! niemals gönnt der mensch etwas einem anderen.
Ok, ich sehe schon, du sprichst aus Erfahrung.
Aber was für eine Erfahrung ist das denn?
Doch nur die Erfahrung mit Menschen, die seit Tausenden von Jahren regelrecht zum Konkurrenzdenken herangezüchtet worden sind.
Die Welt ist schlecht, also muss man demn Kindern Disziplin und Ellbogendenken beibringen, um es auf diese Zustände vorzubereiten... und schon gibt es einen disziplinierten Egoisten mehr auf der Welt.
Das Spiel wird doch schon seit so langer Zeit gespielt. Das haben schon die alten Ägypter gespielt. Sie sind trotzdem untergegangen... und genau so wird auch deine geliebte Demokratie untergehen, wenn sie als optimaler Zustand betrachtet wird, an dem nichts mehr geändert zu werden braucht.
Ich denke, sie sollte eher ein Sprungbrett sein... eine Chance, jetzt, wo die Gesellschaft sich schon vom Feudalismus und Frauen-Diskriminierung verabschiedet hat, auch noch die restlichen Überbleibsel aus dunkleren Zeiten aus den Köpfen der Leute herauszubekommen.
Und ein solches Überbleibsel ist eben auch das von dir hier zum besten gegebene Ordnungs- und Hierarchie-Denken.

@ German Psycho:
Die Idee der Anarchie scheitert - genau wie die des kommunismus - an der realität, bzw am wesen des Menschen an sich.
Und da sich das kurz- oder mittelfristig nicht ändern wird, sind diese Ideen nicht durchsetzbar und somit irrelevant.
Langfristiges Denken ist also irrelevant?
Natürlich wird es nicht von heute auf morgen gehen, die Menschen von ihrer jahrtausendelang gehegten und gepflegten Mentalität wegzubringen.
Aber man kann dafür sorgen, dass sich schrittweise etwas ändert. Man könnte Gesetze und Vorschriften schrittweise abbauen, von Generation zu Generation, und so den Menschen immer ein bisschen mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben zurückgeben.
Wenn ich mich momentan umschaue, sehe ich allerdings weltweit eher das Gegenteil geschehen. Immer mehr Verordnungen, neue Gesetze, neue weltumspannende Bündnisse, in denen ein paar Einzelpersonen über das Schicksal von Millionen bestimmen...
das ist der völlig falsche Weg, der die Menschen nur noch dümmer und unselbständiger machen wird.
Ich sage ja nicht, dass man von heute auf morgen Anarchie einführen soll.
Aber es ist ein schönes Ideal, auf das man hinarbeiten sollte, wenn man denn möchte, dass sich irgendwann mal wirklich grundsätzlich etwas ändert auf der Welt.

Wenn ich Leute mit anarcho-Aufnähern sehe könnt ich btw das kotzen kriegen, das is doch alles zur Modeidee verkommen.
Also ich trage keinen Anarcho-Aufnäher. Ist nämlich ein böses Vorurteil, dass man Anarchisten sofort ansieht, was für eine Gesinnung sie haben.
Und, ob es dich überrascht oder nicht... es hören nicht mal alle Anarchisten Punk oder "Ton Steine Scherben".
Ja, es gibt sogar Menschen, die von ihrem Denken her Anarchisten sind, ohne sich jemals mit diesem Begriff auseinandergesetzt zu haben.
Ich persönlich bin auch dafür, dass die Anarchie aus dieser linken Schmuddelecke rauskommt und die Leute sehen, dass die Idee der Anarchie eben weitaus mehr ist, als das Bild, dass sich so der mediengeschädigte Durchschnittsmensch beim Hören dieses Wortes macht.
Wir reden hier von der höchsten Stufe der Zivilisation, nicht von irgendeiner Modeerscheinung... also etwas mehr Respekt, wenn ich bitten darf!

Geändert von Moonchild (18.07.2008 um 13:20 Uhr).
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 18.07.2008, 17:11   #10
Standard

Moonchilds Anarchie klingt gut. Aber das Weglassen der Gesetze ist nicht Voraussetzung, sondern eine Folge persönlicher Einstellung, nicht politischer. Anarchie und Kommunismus sind nur Ideale, die man als Einzelner anstreben, als Gesellschaft nie erreichen kann.
 
 
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