Zitat von Mandala Als ich den Abschiedsbrief gelesen habe, dachte ich als erstes: HEUL DOCH!
Schon wieder so ein Loser, der für sein persönliches Versagen, allein sein Umfeld verantwortlich macht. Buhu, keiner hat mich lieb, alle sind eine uniformierte Masse, nur ich bin ein Individualist mit dem totalen Durchblick.
Naja sowas ist ja ziemlich symptomatisch für unsere heutige Gesellschaft.
Aus dem großspurig angekündigten Massaker wurde ja auch nichts. Ein Versager im Leben, wie im Tod.
bin weg?
und tschüss Du Idiot!
deinem umfeld ginge es ohne dich garantiert besser.
ignorant genug nichtmal zu lesen das dieser junge eine antwort auf seine amokankündigung geschrieben hat (wie die medien auch), bist du auch ein teil dieser leistungsgesellschaft. du redest genau wie jemand, der noch nie ausgeschlossen wurde. Es gibt einen Punkt an dem man nicht mehr kämpfen will und kämpfen kann und machtausübung durch was anderes sucht. Dieser Post war so unqualifiziert und sinnentleert und vor allem widerlich das er es normalerweise nicht wert wäre darauf zu antworten. ich machs jetzt aber trotzdem, weil ich glaube das man selbst dem größten vollidioten noch was beibringen kann. Klar, er ist eine Heulsuse, weil ihn leute wie du runter gemacht haben, weil er nicht die klamotten trug die gerade im trend lagen. Es waren leute wie du, die ihn runter gemacht haben, weil er nicht die musik hörte, die alle hörten. Es waren leute wie du, die sich für seine probleme nicht interessiert haben, weil es uncool war mit diesem freak zu reden. Es waren leute wie du, die sich heute fragen sollten "Habe ich nicht auch schuld an seiner tat?"
Leute wie du, die es noch nie mitgemacht haben wegen äusserlichkeiten ausgegrenzt zu werden, sollten wissen gar nichts von kämpfen. Leute wie du wissen nicht wie es ist wenn man gegen eine übermacht von Menschen gezwungen ist anzukämpfen und durch die hölle zu gehen, weil sie beschlossen haben "Du gehörst nicht dazu".
Ich habs selber mitgemacht, ich zieh mich auch schwarz an, höre auch solch böse musik, spiele ebenso killerspiele. Nur würde ich niemanden umbringen. In der Zeit des heranwachsens wird man am meisten von eltern, lehrern und vor allem durch mitmenschen beeinflusst. Wenn man überall auf abweisung stößt (auch durch sg. pädagogen) dann wird man, wenn man gewisse vorraussetzungen mitbringt, schnell zu einem soziopathen wie dieser junge es war. Nur beschäftigt sich keiner mit so jemandem. Das ist ein Freak. Wie du sagst ein Idiot.
Einige werden soziopathen, andere verlagern ihre aktivitäten woanders hin.
Aber der großteil einer ganzen generation sieht so aus.
Politik ist uncool.
Menschlichkeit ist uncool.
Klamotten sind cool.
Handys sind cool.
Das ist wirklich die Ignoranz die viele jugendliche heimsucht. Im gewissen sinne hat der Junge auch recht. Nur hat er wie keiner das recht menschen zu töten oder zu verletzen. er hat vieles erkannt, aber trotzdem letztendlich den absolut falschen weg eingeschlagen.
Zitat Matt Stone Bowling for Columbine:
"Die coolen Leute der Columbine Highschool enden meistens irgendwo als Versicherungsvertreter in Littleton. Die Freaks machen hinterher ganz tolle sachen. Nur hat denen das damals niemand gesagt"
(frei wiedergegeben)
Auch gilt: Bist du anders, bist du draussen. Wir leben in einer fiesen kalten gesellschaft die knallhart ausgrenzt, wer nicht der norm entspricht. Ich wurde so erzogen, das ich jeden erstmal als menschen ansehe, egal wie er aussieht, angezogen ist oder wieviel geld er hat. Das ist scheissegal, das ist ein mensch, nichts weiter. Leider ist dieses verständnis vor lauter Dolce&Gabbana, Handys, Jamba und Dakine verloren gegangen. Die verrohung der Jugend ist nicht nur die steigende gewaltbereitschaft, sondern auch der enorme Werteverlust und Ignoranz.
Nichts rechtfertigt einen Amoklauf oder einen Mord. Aber nichts rechtfertigt auch Ausgrenzung und Mobbing. Nichts. Jugendliche/Kinder sehen seelische gewalt viel leichter an, weil sie nicht wissen wie es ist. Jedoch hinterlässt das wirklich tiefere Wunden als möglicherweise schläge hinterlassen.
Ich habe Mitleid mit dem Täter, aber ich rechtfertige keinen Mord und zeige auch kein verständnis für sowas. Rache war das stichwort. Er konnte ihnen nicht gleiches mit gleichem heimzahlen, also hat er sich einen anderen weg gesucht. Die fragen bleiben offen: Wo waren die Eltern? Wo waren die angeblichen freunde? Hat keiner gemerkt das es mit dem frust bei ihm bergab ging?
Wenn man sein lifejournal liest, merkt man das er schon immer eine starke gewaltbereitschaft zeigte. da sind einträge von vor einem jahr, und es hat keinen gejuckt. das alles hat sich langsam angebahnt, doch niemand tat was. Da die eltern nun im Krankenhaus behandelt werden, kann man davon ausgehen das sie es auch nicht erwartet haben.
Aber die Eltern haben wahrscheinlich auch wenig schuld. Wie sollen sich Eltern um ihre Kinder kümmern wenn sie nachmittags arbeiten und nicht unmittelbar die stimmungen und probleme der Kinder mitbekommen wenn sie aus der Schule kommen? Man kann verbieten was man will, in ein paar jahren läuft der nächste amok, wenn die kernprobleme der fehlenden erziehung, des fehlenden werteverständnis, der oft fehlenden eltern-kind beziehungen und der Leistungsgesellschaft nicht löst.
Die deutschen Schulen bringen massenweise "Looser Biografien" wie die des Amokläufers von Elmstetten hervor. Irgendwann geht der nächste in die luft, wenn das sich nicht bald ändert.
edit: zur info, meine eltern haben zu der zeit reagiert und mich von der schule genommen. das war schon recht früh, so mit 11-13, aber sowas bleibt in erinnerung.