Hey,
ich bin total schockiert von diesem Vorfall. Was meint ihr dazu? Die machen wirklich vor gar nichts mehr Halt.
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11. Mai 2004
Amerikaner in Irak enthauptet
Vergeltung für Misshandlungen
In Irak ist ein von den Aufständischen im April entführter Amerikaner geköpft worden. Entsprechende Bilder waren am Dienstag auf einer radikalen Islamisten nahe stehenden Web-Site zu sehen. Der Mann wurde bereits am Samstag tot in der irakischen Hauptstadt Bagdad aufgefunden. Für die Tötung soll eine Gruppe verantwortlich sein, die dem Terrornetz Al-Qaida nahe steht.
Auf den Bildern ist ein gefesselter Mann in einem orangefarbenen Overall zu sehen, wie ihn auch Gefangene in US-Gefängnissen tragen. Der Mann nennt als seinen Namen Nick Berg. Der 26-Jährige nennt dann den Namen seines Vater, seiner Mutter und seiner Geschwister und fügt hinzu, er sei aus Philadelphia. Fünf vermummte Männer schneiden ihm dann mit einem großen Messer den Kopf ab und halten ihn in die Kamera.
Dies sei eine Vergeltung für die Misshandlung gefangener Iraker, sagt ein Sprecher und erklärt: "An die Mütter und Frauen amerikanischer Soldaten, wir sagen euch, dass wir der US-Verwaltung diese Geisel im Austausch für einige Gefangene in Abu Ghraib angeboten haben, was sie aber abgelehnt hat." Das Video trägt den Titel "Abu Mussab el Sarkaui schlachtet einen Amerikaner". El Sarkaui gilt als enger Vertrauter von Osama bin Laden, er soll in Irak sein. Ob er tatsächlich auf dem Video zu sehen ist oder nur die Verantwortung für die Anordnung dieser Tötung übernimmt, ist unklar. Die USA haben eine Belohnung von zehn Millionen Dollar auf seine Ergreifung ausgesetzt.
Familie war bereits informiert
Bei dem Opfer handelt es sich nach Angaben des Außenministeriums um Nicholas Berg, einen Geschäftsmann aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania. Er sei in Irak unterwegs gewesen, um nach Vertragspartnern zu suchen. In welcher Branche Berg tätig war, wurde zunächst nicht bekannt. Die mutmaßliche grausige Exekution erinnert an den Mord an dem US-Reporter Daniel Pearl, der 2002 in Pakistan von Mitgliedern des mutmaßlichen Terrornetzwerks El Kaida enthauptet worden war
Bergs Familie erklärte in Philadelphia, sie habe schon gewusst, dass ihr Sohn geköpft worden sei. Die Einzelheiten hätten sie aber bislang nicht gekannt. Bergs Vater, Michael Berg, sagte: "Ich wusste schon vorher, dass er geköpft wurde. Das ist immer noch besser, als ein langer Tod in der Folter. Aber ich wollte nicht, dass es öffentlich wird." Seine Mutter, Suzanne Berg, sagte, ihr Sohn sei seit dem 9. April vermisst worden. Er sei als unabhängiger Geschäftsmann in Irak gewesen und habe dort Antennenanlagen repariert.
Senat schockiert
Die Web-Site auf der das Video erschien, das Islamische Ansar Forum, ist bekannt für die Verbreitung von Botschaften extremistischer Gruppen. In der vergangenen Woche wurde dort das Tonband von Osama bin Laden mit den Belohnungen für die Tötung von US-Verwalter Paul Bremer und von UN-Generalsekretär Kofi Annan veröffentlicht. Es ist nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes CIA echt.
Die Bluttat und ihre Schaustellung im Internet habe den Senat in einen Schock versetzt, sagte Senator John Warner am Dienstag in Washington. Damit bestätige sich die Sorge, dass die Misshandlung von Häftlingen in amerikanischer Haft zu Racheakten führen könnte. Mitglieder einer extremistischen Gruppe bezeichneten die Enthauptung als Vergeltung für die Misshandlung gefangener Iraker.
Familie erhebt Vorwürfe gegen die Regierung
Die US-Regierung kündigte die unnachgiebige Verfolgung der Täter an. "Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei der Familie" des Opfers, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan. Diese warf den US-Streitkräften und der Regierung von Präsident George W. Bush jedoch vor, eine Mitschuld am Tod des 26-jährigen Nick Berg zu tragen. Dessen Vater Michael Berg sagte am Dienstag, sein Sohn hätte längst wieder in den USA sein können, wenn er nicht an einer Kontrollstelle in Mossul von irakischen Polizisten festgenommen und dann 13 Tage in US-Gewahrsam gewesen wäre. Erst nach einer Klage der Familie vor einem Gericht in Pennsylvania wurde Berg am 6. April freigelassen.
Zuletzt hörte die Familie am 9. April von ihrem Sohn, der als Geschäftsmann in Irak war und dort Antennenanlagen reparierte. Nick Berg sagte damals, er werde über Jordanien in die USA zurückkehren. Am vergangenen Samstag wurde seine enthauptete Leiche an einer Landstraße bei Bagdad gefunden. Die Familie war bereits davon unterrichtet, als am Dienstag Bilder von der Enthauptung auf einer Web-Site islamischer Extremisten gezeigt wurden. Für den Tod soll eine Gruppe verantwortlich sein, die dem Terrornetz El Kaida nahe steht.
Diese Bilder zeigten die wahre Natur der Feinde der Freiheit, sagte Regierungssprecher McClellan. "Sie haben keinen Respekt vor dem Leben unschuldiger Männer, Frauen und Kinder", erklärte er in Little Rock am Rande eines Wahlkampfauftritts von Bush.
(N24.de, AP)