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90.000 demonstrieren gegen Hartz IV

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hackvresse
Alt 17.08.2004, 04:03   #1
Standard 90.000 demonstrieren gegen Hartz IV

In rund 100 deutschen Städten sind bis zu 90.000 Menschen lautstark gegen Hartz IV auf die Straße gegangen - mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche. Trotz der Montagsdemonstrationen schließt die Bundesregierung weitere Änderungen an dem Reformgesetz aus.

weiter...

Die Zahl der Demonstranten wird wohl zwangsläufig in den nächsten Wochen weiter steigen. Sollte der Funken auch auf den Westen schließlich überspringen wird es wohl meiner Meinung nach auch zu weiteren Änderungen kommen. In Berlin wird wohl darauf gehofft, dass genau das nicht passiert.

Was meint ihr, werden diese "Montagsdemonstrationen" einen Nutzen haben oder wird das ganze im Sande verlaufen und am Ende doch Hartz IV hingenommen? Kann diese Politik gegen das Volk weiter geduldet werden?

Man denke nur mal einen Schritt weiter und frage sich was passiert wenn das soziale Gefüge zusehr aus den Fugen gerät. Ich bezweifle dass es bei solch relativ ruhigen Demonstrationen bleibt.
 
 
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outfreyn
Alt 17.08.2004, 04:13   #2
Standard

hab heut gesehn das in gelsenkirchen und im pott allgemein auch was los war... obs nen nutzen hat, naja vielleicht schafft das nen einheitsgefühl das alle verbindet, inwiefern sowas gut oder schlecht is, falls es bei sowas überhaupt nen gut oder schlecht gibt, dat weiss ich auch nich...

greetz
out
 
 
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Perser
Alt 17.08.2004, 04:32   #3
Standard

Nunja , ich muss mich ja nun zum Glück nicht mehr abplagen mit diesen Demonstrationen, das hab ich nun endlich hinter mir .

Aber ich denke das jedem das Bild der Montagsdemos aus geschichtlichen Ereignissen nicht aus dem Kopf geht.

Ich denke wennder Westen anfängt und proportionel zum Osten die selbe Menge an Menschen auf die Straßen gehen, dann wird das schon sehr beängstigend für die Regierung.
 
 
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rattenjunge
Alt 17.08.2004, 04:54   #4
Standard

ich weiss nicht recht was ich davon halten soll. ich hab die angst, dass hinter diesen demos nicht wirklich allzuviel steckt und das mehr eine von den medien aufgebauschte trenderscheinung werden wird. im endeffekt wird da auch der chronisch unzufriedene deutsche rentner mitmaschieren der aber cdu wählt.
und unter der sähs mindestens genauso "hartzig" aus...

wenns wirklich zu einer deutschlandweiten protestbewegung gegen die komplette aktuelle sozialpolitik wird, dann würde ich das natürlich sehr begrüßen.

was das risiko für die gesellschaft angeht:
mit einem weiter steigenden sozialen gefälle, wird das klima sicher deutlich aggressiver werden. damit solche demos aber in gewalttätige bewegungen umschlagen, muss sicher noch einiges geschehen. denkt man aber wie hackvresse es angedeutet hat mal ein paar schritte weiter, so könnte man sich eine derartige entwicklung aber sicherlich vorstellen.
wir werdens ja sehen.
 
 
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Alt 17.08.2004, 07:47   #5
Standard

Original geschrieben von rattenjunge
im endeffekt wird da auch der chronisch unzufriedene deutsche rentner mitmaschieren der aber cdu wählt.
hmm. bei uns fürd ich den altersdurchschnit so auf 25-50 ansetzen. rentner hat man kaum gesehen.

ich weiß nicht so genau..... ich bin selten ein freund von demonstrationen, da ich zu viele sinnlosigkeiten erlebt habe. in meiner schule war es eine zeit lang trend demos zu organisieren, aber immer genau zur schulzeit, immer nur deswegen damit der unterricht ausfällt. wenn man da mal mit hingegangen ist war nur eins klar: eine ansammlung von kinderpunks die sich zwar alle aufregen und mit der gesamtsituation unzufrieden sind, die reden schwingen ohne inhalt - und am ende sich geprügelt haben.....

nur wirklicher inhalt kam nie rüber. es wurde nie auf den punkt gebracht was stört und was man dagegen tun kann. das hat mich an demos immer angekotzt.

die gestern schien anders zu sein, schon allein weil das thema harzIV eine andere bevölkerungsschicht anspricht als die, die eh nix mit arbeit und so am hut haben.

mir wars schon sehr sympatisch das der altersdurchschnitt ein anderer war und das die demo zeitlich wesentlich sinnvoller angsetzt war, nämlich dann, wenn die meisten leute feierabend haben.

heute bin ich nur daran vorbeigefahren, nächste woche schau ich mal vorbei, wenn es mich überzeugt was geschrieben und gesagt wird, bin ich eine woche später selbst dabei.
 
 
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DerAssie
Alt 19.08.2004, 18:32   #6
Standard

Gut so am besten noch 1 Mio +.
Kann ja wohl nicht angehn die ganze Asozialität.
Kann ja auch nicht Kriterium sein das Löhne woanders billiger sind uns.
Man sollte eher als Ziel verfolgen das der Sozialstaat (nicht der nach Hartz VI und co) von Deutschland der Maßstab wird den anderen Länder auch erreichen solln und nicht deren unsoziales System wo Arbeitnehmer noch mehr Sklaven der Wirtschaft sind und Dumping Löhne als Maßstab für Deutschland.
Die Wirtschaft muß durch Globale Strikte Reglementierungen in die Schranken gewissen weren mit ihrem Profit Wahnsinn.
Es ist nun mal so das die Wirtschaft nur die Billanz intresiert und Arbeitnehmer nur Sklaven sind die man ab melken kann.
 
 
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hackvresse
Alt 19.08.2004, 19:00   #7
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Die Wirtschaft muß durch Globale Strikte Reglementierungen in die Schranken gewissen weren mit ihrem Profit Wahnsinn.
Das erzaehle mal irgendwelchen neoliberalen Politikern. Sowas kann niemals durchgesetzt werden auch wenn es vielleicht wünschenswert wäre.
 
 
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Crack Nigga TEA
Alt 19.08.2004, 19:14   #8
Standard

was ist an unserem sozialsystem denn bitte noch nachahmenswert??
überall fehlen die mittel, steuerabgaben sind horrend, lohnnebenkosten halten unternehmen von neueinstellungen ab, renten sind unsicher und aussichtlose wirtschaftszweige (zb. kohleindustrie) werden mit subventionen überschüttet.
du wirfst unternehmen "profitwahnsinn" vor..weltweit strebt jedes unternehmen gewinnmaximierung an und das ist ja schliesslich auch sinn und zweck oder hab ich da was falsch verstanden?
durch die eu-osterweiterung gibt es seit dem 1. mai viele billiglohnländer die nun mit ihrer arbeitskraft westeuropäischen arbeitnehmern konkurrenz machen. in diesem ländern liegt der mindestlohn unter 1€ - dafür würde hier niemand einen finger krumm machen. in sachen qualität steht ost-europa dem westen in nichts mehr nach. nun liegt es am westen wieder qualitäts- und technologieführer zu werden. im preiskampf werden wir jedenfalls nicht mithalten können.

wir gehen straight in richtung freie marktwirtschaft...meines erachtens nur noch eine frage der zeit.
 
 
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hackvresse
Alt 19.08.2004, 20:36   #9
Standard

. in diesem ländern liegt der mindestlohn unter 1€ - dafür würde hier niemand einen finger krumm machen.
Du verkennst dabei doch, dass die Lebenshaltungskosten in den Ost Ländern WESENTLICH niedriger sind. Da ist 1 € viel mehr Wert als hier bei uns.
Davon abgesehen wird durch Hartz IV aber auch künstlich solch billig Arbeit legitimiert und sogar zum Zwang für Langzeitarbeitslose. Und das ganze bei deutschem Preisniveau...
 
 
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Crack Nigga TEA
Alt 19.08.2004, 21:06   #10
Standard

verkannt habe ich das auf keinen fall sondern nur vergessen zu erwähnen.
du hast recht dass das preisniveau in den ostländern um einiges niedriger ist als das unsrige. ich hab ca. 8 monate in estland gelebt und werde ende august dorthin für eine weile zurückkehren.
die preise sind dort etwa 1/3 unseres niveaus...wenn man das jetzt proportional mit dem mindestlohn vergleicht müsste der dann hierzulande bei 3€/std. liegen.
 
 
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rattenjunge
Alt 20.08.2004, 11:58   #11
Standard

weltweit strebt jedes unternehmen gewinnmaximierung an und das ist ja schliesslich auch sinn und zweck oder hab ich da was falsch verstanden?
wesentlich ist hierbei die art des gewinns. früher ging es ja eher um den langfristigen gewinn eines unternehmens oder in einem gewissen sinne auch den stakeholder-value.
mittlerweile geht es nur noch um den shareholder-value und dieser ist viel zu wackelig um auf eine langfristige entwicklung eines unternehmens zu unterstützen.
die aktien eines unternehmens welches heute 8000 mitarbeiter entlässt, steigen heutzutage ersteinmal an.
die aktien eines unternehmens, welches heute geld in ausbildungsprogramme steckt um in 10 jahren eine große anzahl qualifizierter neuer arbeitskräfte zu haben, sinken eher im wert (höhere kosten blabla).
wenn ein unternehmen sich nur noch an den interressen der shareholder orientiert, ist es somit klar, dass es wo es nur kann probieren wird, seine angestellten zu unterdrücken und auszubeuten.
meiner meinung nach sollten sich unternehmen mehr ihrer arbeiterschaft verpflichtet fühlen. warum ein paar aktionäre als maßstab nehmen? warum nicht gewinne auch in gleichem maße an die arbeiter weitergeben wie an die aktionäre?
aber das ist träumerei die sich so niemals durchsetzen wird. das wirtschaftliche system auf diesem planeten, wird sich mit aller macht zu verteidigen wissen. mittlerweile geh ich davon aus, dass sich dieses system eh nur noch mit gewalt zerstören lässt.
und bis es dazu kommt werden sicherlich noch einige jahrzehnte wenn nich sogar ein paar jahrhunderte ins land ziehen und wenn es dann mal soweit wär, wird der zusammenbruch des systems wohl in einer zerstörung enden die sich keiner hier wünscht... aber genug von den apokalyptischen fantasien, da gabs hier schon genug von


was das mit den "zu hohen steuern" und den "zu hohen lohnnebenkosten" angeht, so ist das meiner meinung nach ebenfalls blödsinn. in jedem derartigen thread in diesem forum wurde schon festgestellt, dass deutschland das land ist, welches am meisten exportiert. wer dann noch sagt deutsche unternehmen seien nich konkurrenzfähig, der lügt.
des weiteren bleibt vielleicht zu bemerken, dass in deutschland schon seit einigen jahren so gut wie keine lohnentwicklung mehr vorliegt, während die produktivität gleichzeitig steigt.

ein sozialsystem wie unseres (sicher, es müsste modernisiert werden und ein bisschen mehr effizienz kann auch ncih falsch sein) is durchaus zu finanzieren. es gibt länder mit funktionierenden wirtschaften und einer deutlich höheren steuerbelastung (skandinavien, niederlande soweit ich weiss auch) direkt in unserer nachbarschaft.
warum nehmt ihr euch nich mal an denen ein beispiel? oder wollt ihr lieber, dass es hier so aussieht, wie in den alten ostblock staaten oder in indien oder was?
 
 
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hackvresse
Alt 20.08.2004, 16:10   #12
Standard

oder wollt ihr lieber, dass es hier so aussieht, wie in den alten ostblock staaten oder in indien oder was?
Durch das ständige Gerede in den Medien wird aber genau das provoziert. Ich habe letzte Woche eine Polit-Talk Sendung gesehen und musste feststellen, dass es für die Moderation ganz selbstverständlich ist dass Deutschland nicht Wettbewerbsfähig ist.
Solange wir weiterhin führend in Technik sind und auch weiterhin dahingehend investiert wird vom Staat sollten wir kein ernsthaftes Wettbewerbsproblem bekommen. Das sieht übrigends auch die Industrie nicht anders.
 
 
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DerAssie
Alt 21.08.2004, 08:46   #13
Standard

Und Siemens hatte doch um die 500 Mio Gewinn aber reicht ja nicht da werden 3 stellige Gewinne gemacht und trozdem im Profitwahnsinn mehr arbeit verlangt ohne Lohnausgleich da man sonst auswandert.
Eigentlich sollte man daraufhin die Firma zwangs verstaatlichen wenn sie das durch zieht und alles was auf deutschen konten und land liegt beschlagnahmen.
 
 
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juan
Alt 22.08.2004, 13:59   #14
Standard

Ich hab das Gerede um Hartz IV satt.Es wird geredet, geredet demonstriert und es interessiert niemand in der Regierung mit Ausnahme von denen die dem Kanzler was vorwerfen wollen.
Wenn ich mir dann noch anhöre, dass das alles nur ein Problem der Aufklärung wär kommt mir endgültig die Soße hoch.

Und was die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands angeht ist die Frage wie lange noch.

Greez Juan
 
 
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hackvresse
Alt 22.08.2004, 16:06   #15
Standard

Und was die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands angeht ist die Frage wie lange noch.
wieso das denn? Scheint wirklich im Trend zu sein diesen Ansichten nur irgendwie möglich zu folgen...
 
 
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juan
Alt 24.08.2004, 17:46   #16
Standard

Tja soweit ich das mitgekriegt habe nimmt die Qualität (unter Vorbehalt, nich bei allem) ab. Deutschland hat zwar ein starke Stellung aber wenns so weiter geht....

Ein kleines Beispiel:
Bei einem Basismodell von Mazda hast du Sachen drin, bei den du im VW ne Ellenlangen zusatzliste an Sonderausstattung hättest. Und wenn du mich fragst ist der Mazda fast genauso gut.
Das Beispiel war jetzt also meiner Meinung nach. Es kommt auch drauf an welche Modelle man kauft.

Greez
Juan
 
 
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rattenjunge
Alt 24.08.2004, 20:31   #17
Standard

die deutsche autoindustrie hat eh so einiges verschlafen. aber das ist kein grund den arbeitern die leistungen zu kürzen und sie länger arbeiten zu lassen. das ist ein problem des managements und dann sollte man auch daran was ändern.
 
 
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Hammer Unslieb
Alt 24.08.2004, 22:34   #18
Standard

Eben, was können die Arbeiter dafür, wenn das Managment beschließt, dass alle Extras Sonderausstattung sind? Ich denke mal, da könnte man es den Arbeitern höchstens in die Schuhe schieben, wenn die Verarbeitung miserabel ist (kann dann aber natürlich auch an der Technik liegen .
 
 
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juan
Alt 25.08.2004, 12:44   #19
Standard

Wo das Problem liegt ist letzenendes egal, denn sowelche Sachen sind schlecht für den Ruf ob nun das Management oder die Arbeiterschaft die Schuld hat.
 
 
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mephisto
Alt 25.08.2004, 15:51   #20
Standard

hmmm... im allgemeinen denke ich, dass das erstmal ne zeit lang weitergeführt wird .. die ganzen demos usw beruhigen das volk auf der einen, und stacheln es an, auf der anderen seite...

Schröda wurd ja auch mit eiern beworfen usw ...
hab da hete morgen noch was in den nachriten von mitbekommen, wie er sich dazu geäußert hat .... dass man Eier und Trillerpfeifen in diesem Demokratischen staat nich haben will und dass das nur gegen die Demokratie in Deutschland sprechen würde!

spricht es denn dafür, (also die demokratie! ^^) wenn die regierung meint, vieles zu machen, was nicht in ihren wahlkampagnen genannt wurde?
 
 
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Dr. Wieselkopp
Alt 26.08.2004, 04:42   #21
Standard

Original geschrieben von méphïstø
spricht es denn dafür, (also die demokratie! ^^) wenn die regierung meint, vieles zu machen, was nicht in ihren wahlkampagnen genannt wurde?
Wurde nicht sogar die Umsetzung sämtlicher Hartz Vorschläge versprochen? In dem Fall müsten die Leute eigentlich erleichtert sein, denn es bleibt ihnen einiges an unangenehmen Hartz Ideen erspaart.

Übrigens hier mal ein sehr lesenswerter Artikel aus dem Spiegel:
Vor kurzem auf dem Flur der Arbeitsagentur in Stralsund, Vorpommern: Der Mann war Ingenieur, seit Jahren ist er ohne Job. Der 53-Jährige lebt in Stralsund mit seiner Frau in einem Plattenbau, auch sie hat seit Jahren keine Arbeit. "Ich kann mir nicht mal mehr den Eintritt ins Schwimmbad leisten", sagt er. Und: "Ich suche verzweifelt einen Job, finde aber nichts."

[...]

Der Mann war Ingenieur, seit Jahren ist er ohne Job. Er bekommt im Moment 1200 Euro Arbeitslosengeld. Er lebt in Stralsund mit seiner Frau in einer Plattenbau-Wohnung (Maximalmiete kaum über 300 Euro), auch sie hat seit Jahren keine Arbeit und wird mit 650 Euro monatlich vom Amt unterstützt.

Macht zusammen 1850 Euro Netto, ein Facharbeiterlohn. Abzüglich der Miete bleiben den Eheleuten etwa 1550 Euro zum Leben. "Ich kann mir nicht einmal mehr den Eintritt ins Schwimmbad leisten", sagt er.

[...]

Und: "Ich suche verzweifelt einen Job, finde aber nichts." Wo sucht denn der arbeitslose Ingenieur einen Job? "In Stralsund." In Stralsund wird er aber kaum etwas finden, dort herrscht eine Arbeitslosigkeit von fast 25 Prozent. Würde er denn auch umziehen? Nach Bayern? Baden-Württemberg? Hessen?

"Nur wenn sich das rechnet", sagt er. "Also, wenn ich mir das Pendeln nach Stralsund und eine Zweitwohnung leisten kann!" Und weil es sich nach Ansicht des Ingenieurs nicht rechnet, bleibt er eben in Vorpommern und wartet auf Hartz IV. Dann leben er und seine Frau von 660 Euro plus Wohngeld.

Eine Autostunde weiter südöstlich, in Polen, pendeln die Leute für solche Beträge nach Berlin, Brüssel oder London, um ihre Familien zu ernähren.

[...]
Vollständiger Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...315048,00.html


Ich will hier jetzt keinen Ost-West Konflikt entfachen. Aber nach allem, was ich so in den letzten Wochen mitbekommen habe, bin ich davon überzeugt, dass viele Ostdeutsche geistig noch nicht in der BRD angekommen sind und morgens noch darauf warten, dass sie ein Genosse zur Arbeit abholt.
 
 
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