Also erstens müsste man genau wissen was denn für ein Brief angekommen ist.
Wenn es tatsächlich die endgültige Einberufung (norm. mit beiliegendem Zugticket) ist, und nicht eine der vielen Vorbenachrichtigungen, dann ist es wichtig zu wissen was für ein Datum auf dem Poststempel steht.
Denn da die ihre Briefe nicht per Einschreiben verschicken, wissen die auch nicht wann der Brief wirklich angekommt. Irgendwann wurde mal gerichtlich geklärt, dass so ein Brief 3 Tage nach der Versendung (Das Datum auf dem Poststempel zählt hier) als "angekommen" gilt.
Das bedeutet: Wenn du z.B einen Brief am 12.3 bekommst und auf dem Poststempel der 11.3 angegeben ist, hat man noch bis zum 14.3 zeit zu verweigern, bevor man rein rechtlich gesehen den Brief erhalten hat.
Wenn man also seine Einberufung erhält, hat man normalerweise ca. 2-3 Tage zeit um noch so zu verweigern, als wäre man noch nicht einberufen.
Wenn man da zu spät ist, dann hat man schon erheblich mehr schwierigkeiten. Denn dan "muss" man erstmal zur Bundeswehr und dort die Ausbildung mitmachen, während parallel die Prüfung läuft ob man denn noch verweigern kann.
In solchen Fällen werden die Antragssteller auch gerne mal zu mündlichen Terminen eingeladen, wo sie dann mündlich genau erläutern müssen warum sie denn jetzt doch noch verweigern wollen.
Zur Verweigerung:
Wenn man nun also irgendeinen Brief der Bundeswehr bekommen haben sollte, muss man natürlich schnell verweigern, denn der eigene Brief würde rein rechtlich gesehen ja auch erst 3 Tage später beim Bundesamt für Zivildienst eintreffen. Also zu spät.
Deshalb sollte man hier am besten auf ein Fax zurückgreifen (Hab ich auch gemacht). Einfach folgendes an das Bundesamt für ZD schicken:
"„Hiermit beantrage ich unter Berufung auf Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz, als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkannt zu werden.“
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)"
Irgendwann ein paar Tage später sollte man eine Bestätigung erhalten, ein paar Wochen später dann die Aufforderung die fehlenden Papiere nachzureichen (Lebenslauf, ausführliche Begründung).
Wenn man das geschafft hat und nicht allzu großen Blödsinn geschrieben hat, kann man sich ruhig zurücklehnen und das Thema Bundeswehr vergessen.