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3.Oktober 2004 Leipzig-Connewitz: Naziaufmarsch

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Jacky Treehorn
Alt 01.10.2004, 17:36   #26
Standard

@outfreyn: Danke für den Hinweis! Offensichtlich habe ich mich mißverständlich ausgedrückt.

Ich meinte keineswegs, daß man die Nazis IMMER ignorieren soll. Das halte ich in der Tat für gefährlich. Onkel Kohl hat immer alle Probleme ausgesessen - das Ergebnis sehen wir heute: "Blühende Landschaften" überall im Osten

Meine Äußerung bezog sich lediglich auf die Provokation. Wer sich auf eine Provokation einläßt, schadet seinem eigenen Anliegen, weil er in einem falschen Licht erscheint. ("Kuckt euch mal die zotteligen linken Steinewerfer an!")

Zustimmen muß ich Dir in bezug auf vermeintliche Protestwähler. Diese Leute sitzen schon im falschen Zug

Nazis finde ich durchaus , aber holzschnittartige Patentlösungen anzubieten, maße ich mir hier nicht an
 
 
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Alt 03.10.2004, 18:53   #27
Standard Leipzig: Krawalle bei Protesten gegen Neonazi-Aufmarsch

In Leipzig haben sich linke Gegendemonstranten schwere Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Ihre Zahl wurde auf 1400 geschätzt. Sie errichteten Barrikaden aus brennenden Müllcontainern.

Aus diesem Grund konnte die Demonstration der etwa 150 Neonazis um Christian Worsch bis jetzt noch nicht stattfinden.

Ohnehin wurde den Neonazis eine andere als die gewünschte Demonstrationsroute zugeteilt. Springerstiefel und Bomberjacken durften sie ebenfalls nicht tragen.

---

Hm, andere Route und keine Springerstiefel. Warum musste man nun Müllcontainer anzünden? Quelle
 
 
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richieguitar
Alt 03.10.2004, 19:54   #28
Standard Re: Leipzig: Krawalle bei Protesten gegen Neonazi-Aufmarsch

Original geschrieben von Grandy
Hm, andere Route und keine Springerstiefel. Warum musste man nun Müllcontainer anzünden?
Weil man ein Linkextremer ist, und irgendwo doch den Krawall will, egal ob mit oder ohne Rechte. Die Polizei ist ja auch noch da.
Den Linksextremen ist es egal gegen wen sie kämpfen, hauptsache sie kämpfen.
Da werden die parolen einfach ausgetauscht, statt "Nieder mit den Nazis!" "Scheiss Bullenstaat!" und schon ist die Sache wieder "in ordnung" und man hat seinen Krawallgrund.
 
 
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Alt 03.10.2004, 22:53   #29
Standard

rofl... dadd war wohl ein kalter

eigentlich wollten die ja schon um 13 uhr loslaufen - da war ich noch in chemnitz unterwegs und bin dann erst gegen 4 nach hause gekommen... das spektakel sollte ja eigentlich bei mir um die ecke stattfinden, dementsprechend waren die strassen alle gesperrt, aber sonst war wenig los. Hab mir dann nach grandys beitrag gedacht "wenn hier schonmal vor der tür die post abgeht, dann gugge ich mir das doch mal an..."

also aufs fahrrad gesetzt, besagte strasse hochgefahren... hin und wieder sah man die überreste von Grandys besagten Mülleimern und autonomen Strassensperren und es roch nach verbranntem Plastik - sonst nicht viel zu sehen, weder links noch rechts (ausser halt genug andere die so die strasse langliefen mit einem "ja wo ist denn hier mal was - blick". Also die strasse hochgefahren bis zum "Wilhelm leuschner platz" wo sich die kameraden eigentlich treffen wollten - da war das bullenaufgebot und die Gegenseite auch zahlreich - aber immernoch keine Glatzen in Sicht. Mit geplanter route abgehen war schonmal nix, und das gegenaufgebot hätte das auch kaum zugelassen... ein paar flaschen flogen auf die bullen, "Nazis-raus"-rufe, dann hab ich den Outfreyn getroffen und es machte sich das gerücht breit das die Handhochreisser schon wieder im Bahnhof wären zum Abtransport...

Spektakel-geil also zum Bahnhof - ich gefahren, der Outi gelaufen, ich demnach schon früher da... fahre auf den Eingang zu wo eine straffel Bullen rumstand, werd gestoppt "wohin?" "innen bahnhof gewiss" "da dürfen SIE nicht rein" "wie ich darf da nicht rein?" "Sie sind ein angehöriger der Autonomen Szene" "wadd? ich habe keine angehörigen in der Autonomen Szene..." "und selbst wenn, SIE kommen hier trotzdem nicht rein!". Pech. Also auf den Outi gewartet, einen anderen eingang gesucht, eine Ausrede parat belegt das wir dringend zum Zug müssen, Outi zeigt fahrkarte vor, und drin sind wir... aber drinnen keine rechten. Ja warum durfte ich dann erst nicht rein? Hab mich schon so darauf gefreut alleine 150 Glatzen zu klatschen

der Outi dann nach einer frikadelle nach hause, ich über einen anderen Ausgang wieder rausgeschmuggelt - und die Strecke zurückgefahren. und DANN ging es los... die glatzen gut abgedeckt durch die bullen (wo auch immer die vorher überhaupt gesteckt haben?), der rest der bevölkerung wieder einen Kreis um die faschos und die Bullen rum...

kein vorwärtskommen, die faschos sassen fest und wurden nichmal mehr zum Bahnhof gelassen. Also musste ein bischen mehr aufgebot her... "Achtung Achtung, hier spricht die Polizei, blablablabla" - getöse, darauf aus einem Lautsprecher aus den einem Wohnblock mit verzerrtem "Originalton": "Achtung Achtung, hier spricht die Leipziger Zivilbevölkerung... Sie sind umstellt, lasst die faschos frei, kooperieren Sie, und es wird ihnen nichts geschehen..."

irgendwann hatten die bullen wohl genug von Sprücheklopfen, Ultimatums-frist von 3 minuten wurde gesetzt, dann fuhren die Wasserwerfer los und die SchutzStaffeln der Polizei setzen sich auch in bewegung eine Passage zu bilden - durch die die faschos dann durchmarschieren durften unter dem "gejubel" der passanten... Ein paar Flaschen flogen, die faschos (gar nicht viele an der Zahl) machten verständlicherweise einen recht nervösen eindruck... und einem lief ein bischen Blut aus dem Ohr (könnte von der ein oder anderen flasche gewesen sein - oder von den parolen seiner Kameraden )... 2,3 provozierende Autonome wurden niedergeknüppelt und einfach liegengelassen, eine handvoll festnahmen - ansonsten eine spannende/knisternde Stimmung, aber großteils wirklich friedlich. Die faschos hams zum bahnhof geschafft, für die Gegendemonstranten war der Weg spätestens dann zu ende... und der Anarch konnte nach einigen Minuten "gemeinsame stimmung und massen-bullenaufgebot-und-mittendrinsein" geniessen auch wieder die heimreise antreten und diesen kleinen bericht schreiben .

Flop für die Faschos, ein Sieg für Leipzig und ein Merkzettel das hier doch nicht alles so braun ist wie es die Wahlen hätten vermuten lassen!

edit:
http://www.lvz.de/aktuell/content/141886.html <-- nach dem bericht war es wohl doch etwas krasser als von mir beschrieben...
..."Wir kommen wieder", skandieren seine Gefolgsleute...
ich bin gespannt
 
 
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Werhamster
Alt 04.10.2004, 00:32   #30
Standard

ein Hoch auf Anarch den rasenden Reporter!
So'n Augenzeugenbericht ist doch mehr wert als ein aufbereiteter Artikel in der Presse
 
 
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outfreyn
Alt 04.10.2004, 00:39   #31
Standard

wobei die presse eher verhalten ist, in den tagesthemen hab ich nix gesehen und in der tagesschau war auch nix hab ich gehört

aber mal nen bericht aus linker sicht:

Leipzig, 3. Oktober: Desaster für die Nazis

von Ivan Laszlo - 03.10.2004 21:17

Heute wollte Christian Worch zum 12. Mal in Folge seit dem 1. September 2001 in Leipzig aufmarschieren. Sein erster Versuch wurde zum Desaster - der heutige ebenso. Unter dem Motto "Weg mit der Mauer in den Köpfen" wollte er aufmarschieren, kam aber keinen Schritt. Stattdessen wurden die Nazis militant angegriffen und der Kundgebungsort von vielen hundert, wenn nicht tausend AntifaschistInnen belagert. Am Rande brannten Barrikaden.
Die Route der Nazis sollte geradewegs durch den als "alternativ" geltenden Stadtteil Connewitz führen. Schon ab etwa 10 Uhr versammelten sich hunderte Links rund um's Volkshaus, also der Grenze zur Südvorstadt und Connewitz. Gekommen waren Antifas, Autonome, Punks, Gewerkschafter. Aufgerufen hatten eine Vielzahl von Initiativen, Politgruppen und subkulturellen Einrichtungen der Region. Bis um 12 war die Karl-Liebknecht-Straße voll von Personen. Einige wollten einen Blick wagen zum Ort der Auftaktkundgebung der Nazis am Leuschnerplatz. Dort standen einige "Kameraden" einzeln rum, nicht wissend, dass mit ihrem Treffpunkt nicht die gleichnamige Haltestelle gemeint war. Geschützt wurden sie von einem einzigen Bullenwagen inklusive zweier Bullen. Die Nazis bekamen offenbar Schiss; einer postierte sich in einer Unterführung mit einem Messer, um Angriffe abzuwehren. Ein solcher kam aber überirdisch, als dutzende Antifas losstürmten und die Nazis allesamt die Flucht schlagen konnten. Einige Faschos wurden dabei von herumfliegenden Gegenständen unsanft getroffen. Andere suchten Zuflucht in einer Straßenbahn und legten sich dort flach auf den Boden, um nicht entdeckt zu werden - was weder ihnen noch der Bahn nützen konnte. Wieder andere rannten zurück in Richtung Hauptbahnhof, geradewegs in die Arme von Antifagruppen. Es folgten Sprints durch die Innenstadt. Ein einzelner Held sprang panisch in das einzige anwesende Bullenauto und wurde aus der Gefahrenzone befördert.

Als sich die Situation beruhigt hatte, rechneten alle mit dem baldigen Abmarsch der Nazis und begaben sich zurück in den Süden, wo mittlerweile alles großflächig abgesperrt worden war. Die vorgesehene Route - über die Liebknecht-Straße bis zum Connewitzer-Kreuz - war dauerhaft belegt. Eine große Masse blockierte das nähere Gebiet um den Leuschnerplatz. Die Faschos allerdings waren noch lange davon entfernt, loslaufen zu können. Um den Vormarsch der Bullen in den Süden zu stoppen, wurde alsbald eine erste Barrikade in Höhe des Volkshauses entzündet. Es flogen Flaschen und Steine gegen einzelne Bullen, die zwar die Barrikade letztlich löschen und beseitigen konnten, aber niemals die Oberhand über die Situation gewinnen konnten. Es folgte ein Rundgang über die Alternativroute der Nazis, was wiederum zu einer ganzen Reihe brennender Barrikaden in der Arthur-Hoffmann- und Bernhard-Göring-Straße führte. Die Bullen griffen nur punktuell ein und führten eher wahllose Festnahmen (teils brutal und in reichlicher Zahl) durch. Dafür konnten einzelne Einsatzfahrzeuge durch Wurfgeschosse zur Umkehr gezwungen werden. Als das Gerücht die Runde machte, die Nazis könnten eine Ausweichroute verwenden, entstand auch zwischen Bayrischem Bahnhof und Roßplatz (unweit Leuschnerplatz) ein Feuer, begleitet von weiteren Steinwürfen.

Ein direkter Blick auf den Treffpunkt der Nazis war nun möglich. Es waren nach offiziellem Beginn der Kundgebung kaum 50 Personen vor Ort. 50 weitere standen noch am Hauptbahnhof und wurden, geschützt durch mehrere Bullenreihen, zu ihrer Kundgebung geleitet. Einige dieser Nasen hatten zuvor erfolglos und für sie folgenreich versucht, selbst dorthin zu gelangen. Insgesamt mögen es daher nicht viel mehr als 100 Nazis gewesen sein. Sie standen schließlich da, eingekesselt von einer vierstelligen Anzahl Antifas. Wie viele auf unserer Seite zugegen waren, ist schwer abzuschätzen. Immerhin ist es gelungen, das Gebiet quasi von allen Seiten dicht zu machen. Das bedeutete für die Nazis, dass sie weiter rumstehen müssen. Die Bullen erklärten ihrerseits, sie seien nicht imstande, die nun offensichtlichen Gefahren für die Faschos (Stichwort: Barrikadenbau) abzuwehren. Es folgte ein langes Warten und Schweigen. Unschön: "besorgte Bürger", Journalisten und ein "Anti-Eskalations-Team" unterstützten die Bullen bei der Beseitigung der Barrikaden. Weiterhin äußerte ein PDS'ler harsche Kritik am Verbrennen einer schwarz-rot-goldenen Flagge.

Zurück zu den Nazis: sie hatten sich Sprechchöre von allen Seiten anzuhören. Gegen 17 Uhr wurde klar, dass kein Aufmarsch mehr stattfinden würde. Es erging das Angebot der Bullen, die 100 Nasen per Bus zum Hauptbahnhof zu chauffieren. Worch lehnte das ab, schließlich sei seine Kundgebung bis 20 Uhr angemeldet. So harrten die Nazis aus. Nur einmal begannen sie, das Deutschlandlied anzustimmen, was aber - wohl mangels Textkenntnis - abgebrochen wurde. Erst gegen 19 Uhr - die meisten Faschos hatten jetzt schon sieben Stunden am Stück gestanden, ohne sich bewegen zu können - wurden Linienbusse für ihren Weg zum Hauptbahnhof bereitgestellt. So einfach war das allerdings nicht: noch immer waren viele hundert Antifas unterwegs (und sind es sicherlich immernoch). Faschos von auswärts wird nichts anderes übrig bleiben, als ihre Zelte aufzuschlagen oder in der Bahnhofsmission zu übernachten. Ihr Tagesgeschäft bestand darin, stundenlang dumm rum zu stehen und dafür Ziel fieser Sprechchöre und und dieses oder jenes Gemüses zu werden - Worchs Auto ganz besonders.

Alles in allem eine übergroße Blamage für Worch und seinen braunen Anhang und, im Angesicht gelungener militanter Gegenaktionen, ein Erfolg für die antifaschistische Mobilisierung. Vielen Dank gilt den Menschen vom Infotelefon und von "Radio Blau" für ihre Live-Updates zum Status der Nazis, Dank auch dem gelungenen satirischen Einsatz der "Front Deutscher Äpfel", sowie allen Auswärtigen für ihr Kommen. NO PASARAN!
quelle

ich würd das ganze als erfolgreich bezeichnen, die worch demo is eindeutig in die hose gegangen, so viele schäden sind auch nich entstanden. wenn's noch paar mal so ist bekommt der ein generelles verbot und wir sind eine plage los

frag mich was riechie macht?

greetz
out

edit:
was ich bemerkt hab is das die bullen nen paar mal den hintern auch nur knapp über grundeis gehalten haben
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 04.10.2004, 12:43   #32
Standard

Bestimmt sehen das alle genauso...

Was steht denn heute in der Leipziger Volkszeitung?
 
 
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