Juhu, ein Reli-Thread! Mal was erfrischend Neues!

Da hechte ich voll mitten rein!
Welt ohne Religionen? Soll hier Glaube und Religion streng getrennt werden oder darf das im selben Eimer sein?
Es gibt so viele Religionen: griechischer Polytheismus, Heidentum, Nordische Gottheiten, nordamerikanische-, afrikanische-, südamerikansche-, asiatische-, indische Natur- und Weltreligionen, einschl. esoterischem Glauben, Wicca, satanistischem SelbstbewußtseinsPushing, Religionen mit politischem, philosophischem, sozialem, psychologischem und okkultistischem Touch ... Wie will man so ein komplexes Thema beantworten?
Ein moderner Glaube heutzutage ist, daß man alles erreichen kann, wenn man nur will und fleißig darauf hin arbeitet. Gerade in unsere kapitalistische Gesellschaft paßt er sehr gut und hat sich weit verbreitet. In Extremform kann man ihn sogar als Religion ansehen, mit Carnegie und Peale als vergötterte Gurus mit ihren (heiligen?) Schriften und deren PositivDenken-SuggestionsFormeln als Gebete/Rituale, die genauso dem Übernatürlichen zuzuschreiben sind, wie andere klassische Gebete.
Auch in abgeschwächter Form ist dieser Glaube weit verbreitet. Schon in der Schule hört man Lehrerinnen: "Ihr müßt positiv denken." Bis in die Psychotherapie, die schon immer krampfhaft nach Rezepten suchte und dabei von einem Holzweg (Freud) auf den anderen stolpert, ist dieser Glaube geirrt. Und schließlich basieren ganze Couchings auf diesem Prinzip. Tsakkaa!
Warum hat sich dieser zeitgemäße Glaube so durchgesetzt? Wunsch nach Gerechtigkeit? michaelg und Bienchen71 liefern schon Stichworte.
Ansonsten schildert michaelg, wie auch viele andere hier, eine echt geile pessimistische Sicht des religionslosen Lebens. Ohne Religion wären wir alle Barbaren, die sich gegenseitig die Fresse polieren. Dank Religion hat Milde, Güte, Gerechtigkeit und Nächstenliebe Einzug gehalten.

Habe nur noch keinen Gläubigen kennengelernt, auf den das zutrifft! Seltsam oder?

Mord und Totschlag wurden immer schon von Gesetzen gebremst, lange bevor Religionen mit Nächstenliebe kamen.
Vielleicht möchte man seine negative Weltsicht, bestehend aus Erfolglosigkeit, Schmerz und anderen deprimierenden Seiten, etwas aufhellen, anstatt anzunehmen? Also: GottGlaube als Trostbusen und WunschPunsch, wegen Sehnsucht nach Gerechtigkeit!
Genau wie der Post von Bienchen71, war ziemlich gruselig, hätte zu gern gewußt, welcher Werbelink da plaziert wurde.