Zitat von Franze Man kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen, und umgekehrt auch nicht. Jeder ist, wie er ist.
Das ist genau wie soul gesagt hat eine ziemlich platte Ausrede.
Es ist nicht ungewoehnlich, dass man an einem Vorhaben scheitert und sich dann eine Ausrede zusammenrationalisiert, die die eigene Schuld des Scheiterns auf etwas anderes abwaelzt.
Das mag sich Klischeehaft anhoeren aber ich bin davon ueberzeugt, dass die aeusseren Lebensumstaende im allgemeinen die innere Gedankenwelt widerspiegeln. Sicher nicht 100%tig und unfehlbar aber genug um auf dieser Basis allgemeinere Aussagen zu treffen.
Sollten sich nun die aeusseren Umstaende aendern, wird sich die Psyche ein Stuekweit anpassen. Und umgekehrt wird sich die Umgebung aendern, wenn man die innere Gedankenwelt "in Ordnung bringt".
Das ist so weil jede menschliche Handlung letztendlich
ausnahmslos das Resultat eines inneren Denkprozesses (bewusst und unbewusst) ist.
Der Stuhl auf dem ihr sitzt war vor tausenden Jahren erst eine Idee im Kopf eines Halbaffen, er musste sie daraufhin in die Realitaet umsetzen und bauen bzw. bauen lassen, genau wie der Firmenleiter der euren Stuhl gebaut hat und seine Ideen in die Tat umsetzen musste.
Wenn ihr also z.B. besser mit Menschen umgehen wollt, muss sich euer Denkprozess aendern und nicht erst irgendwelche aeusseren Umstaende.
Euer Koerper ist letztendlich nur das Vehikel das euer Gehirn herumtraegt und das Gehirn bestimmt was der Koerper tut.
Um es aufs Einfachste verkuerzt darzustellen:
Gedanke -> Handlung -> Resultat
Sicher gibt es aeussere Umstaende, die nicht eurer Kontrolle unterliegen aber trotzdem eure Resultate beeinflussen. Daher muss man natuerlich imstande sein zu bestimmen ob die Resultate auf euch zurueckzufuehren sind oder nicht.
In den meisten Faellen seid ihr aber uneingeschraenkt fuer eure Resultate verantwortlich. Wenn ihr also nicht mit euren aeusseren Umstaenden zufrieden seid -keine Freundin, kaum Geld, schlechte Gesundheit, Freunde die nicht wirklich treu sind etc.- dann sind es eure Gedanken wo ihr ansetzen muesst.
Wie ihr die Realitaet wahrnehmt ist DER Faktor wenn es darum geht das eigene Leben zu verbessern. Wenn Fraenze also sagt: "Man kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen, und umgekehrt auch nicht. Jeder ist, wie er ist.",
dann schiebt er die Verantwortung dafuer, dass er bei seinem Vorhaben gescheitert ist auf Fakoren ab, die ausserhalb seines Einflussbereiches liegen.
Perfekte Ausrede aber diese Sichtweise wird so lange Stagnation mit sich bringen bis sie durch eine neue Sichtweise ersetzt wird.
"Ich bin verantwortlich fuer die Resultate in meinem Leben und kann mich veraendern um meine Resultate zu veraendern." - jemand der mit diesem Gedankengang seine Umgebung interpretiert wird die Fehler so lange bei sich suchen und sich verbessern, bis er tatsaechlich bessere Resultate erhaelt.
Wenn ihr die Biografien verschiedener beruehmter Persoenlichkeiten lest werdet ihr auch feststellen, dass viele eine gigantische Transformation hinter sich haben. Man kann eben doch aus einem Ackergaul ein Pferd machen.
Und was den "Identitaetsverlust" betrifft:
Er wird nicht eintreffen. Ich denke ihr habt euch schon stark veraendert seit ihr in der Grundschule wart und ihr wuerdet nicht unedingt sagen ihr haettet einen Identitaetsverlust hinter euch, oder? Es war ganz gut diese Persoenlichkeitsveraendereung durchgemacht zu haben oder etwa nicht?
Das Individuum das ihr darstellt ist keine feste Groesse sondern kann sich anpassen und ist Veraendereungen unterworfen.
Zitat von michaelg Natürlich kann mensch sich ändern und man kann sich auch ändern, sogar radikal und dabei man selbst bleiben, aber eben nicht grenzenlos, wie es viele unbelehrbare wider besseren Wissens glauben.
Sicher wird man nicht nach einer Woche aufwachen und ein voellig anderer Mensch sein. Die Veraenderungen treten langsam und stetig ein, manchmal auch in kleinen Schueben wenn sich erneut etwas gravierendes an eurer Art zu Denken aendert.
Man arbeitet an einem kleinen Bereich und dann am naechsten und dann am naechsten, als ob man die Mosaikstuecke in einem Bild nach und nach durch andere ersetzt. Zunaechst sieht das Gesamtbild immernoch gleich aus aber mit genug Selbstdisziplin und Durchhaltevermoegen wird dieses Gesamtbild eines Tages etwas ganz anderes zeigen.
Das paradoxe ist, dass man am Anfang oft ueberschaetzt wie schnell und wie viel auf einmal sich in dieses Bild integrieren laesst. Wenn man deswegen scheitert kommen die Ausreden die alles andere verantwortlich machen und man verliert das Interesse daran es erneut zu versuchen.
Andere widerum implementieren kleine Dinge aber verlieren schnell ihre Motivation weil sie nicht sehen koennen, wie sich in der Zukunft alles Stueck fuer Stueck zu einem Gesamtbild zusammenfuegen wird.
Die bessere Herangehensweise waere so viel "neues" zu implementieren wie man eben schafft. Es sind vielleicht nur Kleinigkeiten die man zunaechst veraendert aber mit der Gewissheit, dass sich all diese Stuecke zu einem Ganzen Verbinden werden - selbst wenn man es im Moment vielleicht noch nicht sehen kann- ist diese Aufgabe zu meistern.
Es ist ebenso wichtig die Dinge zuerst zu verbessern, die ein gutes Verhaeltnis zwischen Aufwand und Nutzen bringen.
Gitarre zu erlernen ist auch eine Form von self-improvement aber es wird keinen allzugrossen Einfluss auf die eigene Lebensqualitaet haben. Der Aufwand um gut zu werden ist etwa im mittleren Bereich anzusiedeln aber der Nutzen in den meisten Faellen ziemlich gering.
Stattdessen zu erlernen wie man besser mit Menschen umgeht bringt vielleicht mittleren bis hohen Aufwand mit sich aber der Nutzen ist dafuer gigantisch.
Die Grundidee des Self-Development ist es letztendlich den Veraenderungsvorgang zu beschleunigen und selbst in die Hand zu nehmen, statt ihn unberechenbaren aeusseren Einfluessen bzw. dem Zufall zu ueberlassen.
Denn eins ist klar, veraendern werdet ihr euch mit der Zeit - ob ihr es wollt oder nicht.
Also kann man die Angelegenheit auch gleich in die eigenen Haende nehmen anstatt sie dem Chaos des Zufalls zu ueberlassen.
