Erfolgreiche Menschen wissen oft nicht, warum sie Erfolg haben. Die Analyse ihres Weges zum Erfolg ist immer ungewissenhaft, die Schlüsse voreilig und falsch, letztendlich oft nur Vermutungen!
Bsp: Ein Millionär gibt den Tip, wie man Millionär wird: "Man soll jeden Tag früh aufstehen und den Tag nutzen und bis ganz spät hart arbeiten." Das Bsp ist etwas flach, aber gerade wegen dieser Einfachheit ganz gut: Weil dieser Millionär jeden Tag hart arbeitet, heißt das noch lange nicht, daß, wer jeden Tag hart arbeitet, Millionär wird. Er verschweigt oder verkennt, daß er Millionär geworden ist, weil er wahrscheinlich folgende Eigenschaften besitzt: Geduld, Geschäftssinn, Gespür / Intuition, Hartnäckigkeit, Kraft, Menschenkenntnis, Mut, Organisationstalent, Reaktionsfreudigkeit, Schläue, Selbstbewußtsein, schnelle Auffassungsgabe. Und ich habe nur die positiven Eigenschaften aufgezählt und die Defizite aus psychologischer Sicht lassen wir auch ungenannt. Bis hier wären schon 90% der Kandidaten ausgeschieden. Aber jetzt kommen erst die wichtigsten Merkmale: Säckeweise Glück, jedesmal zu den richtigen Zeitpunkten an den richtigen Orten die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. (Wäre Bill Gates 20 Jahre früher auf die Welt gekommen, hätte er es wohl bloß zu einem Gebrauchtwagenhändler oder Versicherungsfuzzi geschafft. Bestimmt ebenfalls sehr erfolgreich, aber ob es Millionen oder Milliarden geworden wären...)
Und wie gesagt, das Bsp ist immernoch einfach gehalten. Denn dieser Millionärslehrer müßte allen Millionärsanwärtern auch noch verraten, wie diese zu diesen begehrten Eigenschaften kommen! Dort wo es wichtig wird, enden alle Bücher.
Peter Lauster als Bsp ist sehr gut, stellvertretend für alle anderen Lebenshilfe-Bücher: Was der Mann erzählt ist schlicht falsch, ganz einfach. Von Psychologie-Literatur "echter" Psychologen (Lauster, Watzlawick) bis zu Glücklich-Denken-Ansporn-Couchings (Carnegie): Genauso wertleer, funktionieren alle nach Rippers beschriebenen Auslöschender-Furz-Effekt.
Besonders schlimm sind Watzlawicks dümmlich ausgedachte "echte" Fallbeispiele seiner Therapie-Führer für Psychologen, in denen er erzählt, wie aus Depressiven Erfolgreiche gemacht werden.

In jeder SendungMitDerMaus lernt man mehr fürs Leben, das meine ich nicht ironisch, sondern ist mein voller Ernst.
Weil die Ratschläge falsch sind, deshalb helfen Ratschläge-Bücher nicht. Ratschlag-Gebende, die "früher auch das gleiche Problem" hatten, und dieses Problem nun verschwunden ist,
glauben DEN Weg gefunden zu haben; so lebensfremd und oberflächlich bin ich auch hin und wieder.

Wenn die Erfolglosen trotz der guten Tips immer noch erfolglos bleiben, werfen dann die ach so klugen Ratschlaggeber den Erfolglosen vor, sie seien faul oder haben die Tips nicht ausdauernd genug befolgt, statt zu begreifen, daß ihre Tips einen Scheiß wert sind. Oft gesehen hier im PP!
Zitat von Ripper08 Die meisten Menschen fuehlen sich nach dem Lesen oder absolvieren des Programms oder gar Seminars genauso beschissen wie vorher, da sie absolut nichts erreichen und bestenfalls einen temporaeren Motivationsschub erleiden, der so hell brennt und erlischt wie ein angezuendeter Furz.
Darauf laufen alle Lebens-Ratschläge hinaus: Ein kurzer Motivationsschub, der dem Hilfesuchenden ein angenehmes Gefühl gibt, aber auf längere Sicht keine Änderung hervorbringen kann.
Ich kann mir vorstellen, wie das in der guten alten Zeit ausgesehen haben könnte: Eine Horde Affenmenschen steht vor einem steilen Berghang und will hinauf. Mit allen Vieren und mit Hängen und Brechen versuchen sie hinauf zu hillclimben, aber nach halber Strecke wird der Hang sehr steil, alle Kumpel kullern den Berg wieder hinab und dieser Sisyphos eV. müht sich wieder von vorn, den Berg hochzukraxeln. Doch ein besonders sportlicher Haudegen schafft es gleich beim ersten Anlauf und hat dabei vor Anstrengung einen fahren lassen. Von oben ruft er seinen sich unten abmühenden Genossen seinen ultimativen Tip zu: "Ey, unga bunga, ihr müßt kräftig einen fahren lassen, dann klappt es, bonga grmhpf!" Die unten stehenden sehen natürlich den Erfolg des oben rumlümmelnden Erfolgsmenschen und glauben an seine Weisheit. Sie probieren es mehrmals und viele schaffen es denn auch. Die anderen unsportlichen Loser, die dank ihrer kurzen und schwachen Arme und Beine immernoch unten rumkraxeln, kriegen immer arrogantere Tips der Glückseligen an die Backe gepfeffert, daß sie die Hand vom Sack und den Finger aus dem Arsch nehmen sollen, denn sie haben wahrscheinlich nicht laut und kräftig genug gefurzt, so kann es ja auch nichts werden!
Manch ein besonders kluger Erfolgsmensch hat seine Methode besonders gut analysiert und herausgefunden, daß er beim Furzen zusätzlich "Huch" gerufen und die Augen verdreht hat, und erst mit diesem Anlauf den Berghang erzwingen konnte. Und mit einfühlsamer Mimik erklärt er den Erfolglosen, er hatte früher auch immer seine Probleme mit dem Berghang gehabt, aber jetzt mit seiner neuen Methode...
Ich könnte über diese Geschichte lachen, wenn ich sie nicht so oft sehen würde.
Zitat von Ripper08 Wenn ihr also z.B. besser mit Menschen umgehen wollt, muss sich euer Denkprozess aendern und nicht erst irgendwelche aeusseren Umstaende.
Nur durch äußere Umstände ändern sich Denkprozesse.
Zitat von Ripper08 Gitarre zu erlernen ist auch eine Form von self-improvement aber es wird keinen allzugrossen Einfluss auf die eigene Lebensqualitaet haben. Der Aufwand um gut zu werden ist etwa im mittleren Bereich anzusiedeln aber der Nutzen in den meisten Faellen ziemlich gering.
Stattdessen zu erlernen wie man besser mit Menschen umgeht bringt vielleicht mittleren bis hohen Aufwand mit sich aber der Nutzen ist dafuer gigantisch.
Auch ein guter Vergleich. Man kann ein Buch schreiben, wie man Girarre spielt. Denn es geht nur ums Zupfen von 6 Saiten für 12 Töne. Doch Umgang mit Menschen ist viel komplexer! Da helfen keine Kommunikations-Bücher von zB. Schulz von Thun, der seine alten Methoden aus den 70ern in den 90ern wiederruft, und durch genauso falsche Lehren ersetzt.
Ripper, ich finde es sehr gut, daß du Menschen helfen willst, davon will ich dich nicht abbringen. Im Moment ist dein Ansatz aber vielleicht etwas ... äh... größenwahnsinnig? Ich denke, die meisten Autoren sind davon überzeugt, daß ihre Tips wahrer sind, als die der anderen. Deswegen wird sich dein Buch in die unüberschaubare Masse von Ratgebern mischen. Das soll nicht demotivierend sein, also hau rein, alter Checker.
