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Die Wächter - eine neue Art zu leben....


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MonoMan
Alt 15.08.2001, 15:06   #1
Rotes Gesicht Die Wächter - eine neue Art zu leben....

Bei meinen Recherchen nach Möglichkeiten, unsere problemüberfrachtete Welt gerechter und besser zu machen, bin ich auf eine Gruppe von Menschen gestoßen, die mit einer neuartigen Denkweise an die Problematik herangehen, und die meiner Meinung nach auf dem besten Weg sind, um über kurz oder lang eine dauerhafte Veränderung auf unserem Planeten herbeizuführen... Ich rede von den sogenannten Wächtern.
Sie leben scheinbar das Leben eines normalen Durchschnittsmenschen... sie gehen in die Schule, zur Arbeit oder auf Rockkonzerte. Doch etwas unterscheidet sie von ihren Mitschülern und ihren Arbeitskollegen: Sie haben nämlich eine ganz bestimmte Grenze durchbrochen. Eine Barriere, die in den Köpfen der meisten Menschen zu finden ist. Sie haben erkannt, was im Leben wirklich zählt, nämlich sich mit den Menschen, die man mag, zu vereinen und eine friedliche, gerechte Welt zu schaffen... und sie haben erkannt, wie vergeblich das egoistische Streben nach materiellem Luxus, von dem viele Menschen in der heutigen Gesellschaft angetrieben werden, im Grunde ist. Und mehr noch: Sie leben das, was sie erkannt haben, ihren Mitmenschen vor, und sorgen somit langsam aber sicher dafür, dass sich mit der Zeit auch deren Denkweise grundliegend verändert.
So leben sie unter uns, während sie versuchen, das Bestmögliche aus ihrem Dasein herauszuholen... und nebenbei beobachten sie uns und machen sich Gedanken über Dinge, an die wir nicht einmal im Traum zu denken wagen. Ja, wie ein alter Wasserspeier am Wegrand mögen sie harmlos wirken, denn sie prahlen nicht und sind überhaupt eher unauffällige Menschen. Doch in Wahrheit sind sie immer wachsam... sie achten auf die Wahrung ihrer Ideale und auf das Wohl der Menschen, die ihnen etwas bedeuten, und sind jederzeit bereit, bei Bedarf regulierend in das Geschehen einzugreifen und ihre Werte zu verteidigen.
Wie gesagt, ich habe einige von ihnen getroffen. Und es ist mir sogar gelungen, einen dieser unscheinbaren und dennoch für die Entwicklung eines neuen ethischen und moralischen Bewusstseins so wichtigen Menschen zu einem Interview zu überreden. Da er im folgenden repräsentativ für viele Gleichdenkende sprechen wird, werde ich ihn im weiteren Verlauf des Textes einfach als „Wächter“ bezeichnen.
Er hat mich noch gebeten, darauf hinzuweisen, dass er trotz seiner Bemühung, für alle Wächter zu sprechen, ein Individuum ist und dass es daher durchaus zu geringfügigen Abweichungen zu dem, was andere Wächter sagen würden, kommen kann. Bevor es nun losgeht, noch eine Warnung an den Leser: Manche der Äußerungen des Wächters werden auf unvorbereitete Menschen vielleicht radikal und unverständlich wirken, doch liegt dies dann in erster Linie daran, dass deren Denken schon zu sehr von den althergebrachten Vorstellungen geprägt worden ist. Am Besten, man bemüht sich, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen, und dem Wächter eine faire Chance zu geben, von seiner Überzeugung und den Gründen, die dafür sprechen, zu berichten... denn es lohnt sich meiner Meinung nach, sich näher mit dieser neuartigen Lebensweise zu beschäftigen.

Frage:
„Wie lange bist du dir schon bewusst, dass der Weg den du gehen willst ein anderer ist als der deiner Mitmenschen?“

Wächter:
„Ich wusste eigentlich schon immer, dass ich anders war. Nur sah ich es zuerst als ein Makel an... als einen Fehler. Schließlich war ich der einzige, der so dachte, während all die anderen Menschen damit offensichtlich nichts anzufangen wussten. Also ging ich davon aus, dass mit mir ganz offensichtlich etwas nicht stimmte. Doch verbiegen wollte und konnte ich mich nicht... so zog ich mich mit der Zeit immer mehr von meinen Mitmenschen zurück. Aber ich lernte in diesen Jahren vieles, denn ich beobachtete meine Umgebung sehr intensiv und machte mir ziemlich viele Gedanken über das, was ich sah. Nach langen Überlegungen und vielen negativen neuen Erfahrungen kam ich schließlich zu dem Schluss, dass mit mir eigentlich alles in Ordnung war... dass mit dem Denken und dem Verhalten der anderen etwas nicht stimmen konnte. Anfangs war es schwer, sich gegen eine so große Mehrheit zu behaupten, doch ich fand einige Menschen, die meine Ansichten teilten... sie gaben mir Kraft und die Bestätigung, die ich so dringend benötigte.“

Frage:
„Du sagst, dass etwas mit dem Denken und Verhalten der anderen nicht stimmen kann. Wie kommst du zu dieser Schlussfolgerung?“

Wächter:
„Wenn ich mich umsehe, sehe ich so viele Menschen, die über Probleme jammern. Probleme, die sich mit ein bisschen Abstand und kritischem Nachdenken von alleine lösen würden. Stichwort Beziehungen: Eine der Hauptursachen für Stress und Unzufriedenheit. Da werden Menschen eifersüchtig, sie verdächtigen, verlassen und betrügen einander... und dann fragen sie sich allen ernstes: Ist unsere Liebe noch zu retten? Da kann ich nur noch lauthals lachen. Denn wahre Liebe bedeutet, dass einem der andere Mensch mehr bedeutet als das eigene Leben. Man würde sich für ihn opfern, und wenn es Streit gibt, dann höchstens darüber, wer sich zuerst für den anderen opfern darf. Niemals würden sich wahre Liebende über eine nicht ordnungsgemäß hochgeklappte Klobrille streiten, oder über eine dritte Person, die dem Partner angeblich schöne Augen gemacht hat. Leuten, die sich so verhalten und darunter leiden, kann ich nur zurufen: Ihr hattet nie eine Liebe, die ihr retten könntet! So einfach ist das. Sie haben es nur versucht, sie wollten Liebe spielen, ganz so wie sie es im Fernsehen so oft gesehen haben... doch sie waren in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug, sie waren keine idealisierten Helden. Ihr eigener Egoismus war ihnen im Weg und hat ihnen ein Bein gestellt. Ein Mensch, der hingegen wahrhaft liebt, dem wird keine Widrigkeit, die ihm begegnet, wichtiger sein als seine Liebe. Er wird all seine anderen Wünsche und Träume der einen Liebe unterordnen. Somit ist nicht Liebe das, was Probleme erzeugt... die entstehen hauptsächlich durch das Gefühl der Begierde, vor allem, wenn es nur von einer Seite ausgeht. Wenn die Menschen das mal erkennen würden, könnte schon viel Ärger auf dieser Welt vermieden werden.“

Frage:
„Einen Moment mal! Machst du es dir da nicht ein bisschen einfach? Die Menschen haben nun mal auch gewisse Bedürfnisse, die sie befriedigen wollen. Wer ist schon ein idealisierter Held?“

Wächter:
„Gut. Dann sollen sie ihrem Partner aber nicht so einen Scheiss erzählen, von wegen dass sie ihn über alles lieben würden... sie sollen dann einfach so ehrlich sein und sagen: Du machst mich geil, ich will dich ficken, und zwar ohne dass ich mich dir gegenüber zu irgendwas verpflichtet fühlen muss! Oder sie sollen wenigstens zugeben, dass ihr Verbundenheitsgefühl für den anderen nun mal seine Grenzen hat. Zumindest so viel Ehrlichkeit wird man doch wohl erwarten können, oder? Aber vermutlich fällt es den Menschen schon schwer, zu sich selbst so ehrlich zu sein. Lieber reden sie sich ein, dass sie wissen, was Liebe ist. Denn das lässt einen in einem romantischeren Licht erscheinen, als wenn man zugeben muss, es letztlich nur auf unverbindlichen Sex abgesehen zu haben.“

Frage:
„Wie ist es mit Freundschaft? Machst du da Unterschiede zur Liebe oder denkst du, dass auch unter Freunden das Wohl des anderen wichtiger sein sollte als das eigene?“

Wächter:
„Nun, es sollte einem doch mindestens genauso wichtig sein. Die Menschen benutzen das Wort Freundschaft für alle möglichen Dinge... bei den einen hört diese Freundschaft dann beim Geld auf. Für andere endet sie schon, wenn es mal darum geht, für einen Freund ein paar Stunden seiner Zeit zu opfern. Aber all das ist einfach keine Freundschaft, stellen wir uns doch endlich den Tatsachen! Es gibt im Grunde doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder, ich bin bereit, alles für einen anderen Menschen zu tun, oder ich bin dazu nicht bereit. Wenn ich dazu nicht bereit bin, ist es nur ein Zweckbündnis... man verspricht sich einen wie auch immer gearteten Vorteil vom anderen und ist nur deshalb mit ihm zusammen. So etwas Freundschaft zu nennen, da sträuben sich bei mir sämtliche Nackenhaare. Das ist ein Abkommen, nichts weiter... und als nichts anderes sollte es dann auch definiert werden! Sollen sie sich statt Freunde meinetwegen Geschäftspartner nennen... das würde dem wahren Zustand wesentlich näher kommen, und es würde helfen, Missverständnisse zu vermeiden.“

Frage:
„Kannst du mir weitere Beispiele nennen, wo sich die anderen Menschen deiner Meinung nach unnötige Probleme machen?“

Wächter:
„Das größte Problem neben dem falschen Verständnis von Liebe und Freundschaft ist der Irrglaube, dass materieller Besitz einen Menschen glücklich machen könnte. Da schuften die Menschen ihr Leben lang, kriechen sich gegenseitig in den Arsch, um Karriere zu machen, und wofür das alles? Für nichts und wieder nichts, denn man gewöhnt sich reichlich schnell an seine Lebensumstände, so dass es nach einiger Zeit gar keinen großen Unterschied mehr macht, wie viel Geld man besitzt. Als Beispiel nehmen wir mal irgendeinen Kaffeebauern in Mexiko. Er hat eine kleine, quadratische Hütte, einen kleinen Truck, und ansonsten nur seine Familie und Nachbarn. Er lebt sein Leben, er liebt seine Frau, er hat Abends Spaß mit seinen Freunden, beim Tequilatrinken und Kartenspielen. Glaub mir, der ist kein bisschen mehr oder weniger glücklich wie der reiche amerikanische Fettsack, der in einer Villa mit 7 Schlafzimmern wohnt, der 20 Autos hat und der sich regelmäßig mit seinen Geschäftspartnern trifft, um Champagner zu trinken und Golf zu spielen. Denn was hat man von 7 Schlafzimmern, wo man doch nur eines zur selben Zeit benutzen kann? Was hat man von 20 Autos? Vielleicht ein wenig mehr Abwechslung, aber die kann ich auch haben, wenn ich mir auf meinen Truck verschiedene bunte Bilder klebe. Überhaupt, es ist eben alles eine Frage der Einstellung. Sehe ich materiellen Besitz als etwas erstrebenswertes an? Dann muss ich mich dafür abrackern, muss ständig auf meinen Besitz aufpassen, muss ihn pflegen, muss mir Sorgen machen... die ganze Zeit meines Lebens geht für etwas drauf, was ich am Ende ohnehin zurücklassen muss. Wenn ich hingegen nur meine Grundbedürfnisse decke, also ein Dach überm Kopf, genug zu essen, ein Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu kommen, vielleicht noch ein Mittel zur Kommunikation über weite Entfernung, dann habe ich ungleich mehr Zeit für die wesentlichen Dinge im Leben... für die schöpferische Kraft, die in mir drin steckt, oder für die Menschen, die mir etwas bedeuten.“

Frage:
„Aber auch materieller Besitz kann einem doch eine gute Zeit bereiten... Wer fährt nicht gern ein schnelles Auto? Wer hat nicht gern ein edles Essen und einen Diener, der ihm dieses Essen serviert?“

Wächter:
„Das hängt sehr mit der Hamster-Mentalität vieler Menschen zusammen. Man sieht etwas, was ein anderer hat, und man will es dann eben auch haben. Weil man sich davon etwas verspricht... doch was verspricht man sich letztendlich von einem schnellen Auto? Geschwindigkeit? Nervenkitzel? Das sind nur sekundäre Erwartungen. Letztlich erhofft man sich davon vor allem eine Veränderung des momentanen Zustands... einen Ausbruch aus den festgefahrenen Bahnen, eine Ablenkung vom täglich gleichen, stupiden Alltagstrott. Ist es nicht traurig, wenn einen der Alltag nicht mehr zufrieden stellt, und wenn man nur durch Konsum und Exzesse glaubt, wieder Farbe in das triste Grau bringen zu können? Was ist man dann noch mehr als eine Maschine, die mit Unterhaltung gefüttert werden muss, um weiter funktionieren zu können? Also, ich würde mir zumindest dann so vorkommen. Zu leben bedeutet nicht, sich abzulenken und ständig aus dem Alltag zu fliehen zu versuchen... zu leben bedeutet vielmehr, den Alltag als schön und lebenswert zu empfinden, so dass man eigentlich keine Ablenkung mehr benötigt. Frag den mexikanischen Kaffeebauern aus meinem Beispiel... sicher würde er sich freuen, wenn ihm irgendjemand einen Ferrari vor die Türe stellt. Aber er würde sich dafür nicht abrackern und auf das Kartenspiel mit seinen Freunden verzichten. Denn er ist ohne Ferrari nun mal genauso glücklich.“

Frage:
„Das leuchtet mir ein. Gut, also weiter im Text. Du hast jetzt diese Beobachtungen von dir erklärt, die dich letztlich dazu veranlasst haben, dein bisheriges Leben zu ändern und deiner wahren Bestimmung zu folgen. Wie genau äußern sich nun diese Veränderungen in deinem Alltag?“

Wächter:
„Ich erwarte nicht mehr so viel von meinen Mitmenschen. Ich weiß zum Beispiel, dass meine Auffassung von Freundschaft und Vertrauen nicht von sehr vielen Menschen geteilt wird. Daher bezeichne ich auch nur noch diejenigen als meine Freunde, die über diese Dinge genauso denken wie ich. Von allen anderen Menschen erwarte ich nicht mal mehr, dass sie pünktlich zu einer Verabredung erscheinen... ich weiß eben, dass denen ihr eigenes Vergnügen wichtiger ist als Treue und Idealismus. Somit kann ich eigentlich auch nicht mehr so schnell enttäuscht werden. Ich gebe zu, mein Freundeskreis ist dadurch natürlich erheblich geschrumpft... aber ich kann heute von mir behaupten, Freunde zu haben, die alles für mich tun würden. Das konnte ich früher nie so überzeugt von mir geben.
Außerdem bin ich selbstsicherer im Umgang mit meinen Mitmenschen geworden. Ich war oft schüchtern, was letztlich darauf basierte, dass ich mich selber als kleiner und unbedeutender angesehen habe als die anderen Menschen. Mit der Erkenntnis, dass ich in vielen Dingen eigentlich weiter bin als sie, und dass ich viele zwanghafte Verhaltensweisen von ihnen durchschaut habe, die sie selber gar nicht wahrnehmen können, wurde mir immer mehr bewusst, dass eigentlich sie diejenigen sein sollten, die sich klein und unbedeutend vorkommen müssten. Das hat erheblich dazu beigetragen, dass ich mich nun mit ihnen zumindest auf einer Ebene sehe... vielleicht sehe ich auch des öfteren von oben auf sie herab. Das ist nicht beabsichtigt, aber ich denke es ist manchmal durchaus verständlich.
Auch mein Kaufverhalten hat sich verändert. War mir früher langweilig und ich hatte Geld zur Verfügung, so ging ich einfach in den nächsten Laden und erwarb irgendetwas, was mir meine Langeweile für kurze Zeit vertreiben konnte. Heute überlege ich schon sehr viel genauer, was ich ausgebe, und ob die Sache, die ich zu kaufen beabsichtige, ihr Geld auch wirklich wert ist. Lieber benutze ich das Geld, das ich auf diese Weise einspare, dann dafür, um jemandem eine Freude zu machen oder es an meine Freunde, die nicht so viel besitzen, weiterzugeben.“

Frage:
„Man könnte also sagen, dass du dich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen hast?“

Wächter:
„Nein. Ich gehe ins Kino, besuche Konzerte oder andere Veranstaltungen. Ich lehne den Kontakt mit Andersdenkenden nicht ab... ich habe nur aufgehört, nach deren Pfeife zu tanzen. Ich scheiss auf deren egoistisches Imponiergehabe. Viele kommen mir vor wie Plastikmenschen, Kunstprodukte der Konsumindustrie, die eigentlich fast schon nichts Menschliches mehr an sich haben. Mädchen, deren Gesicht sich nicht mehr erkennen lässt, weil sie das Make-Up so dick tragen, dass es wie eine unwirkliche Maske aussieht... Typen, die ihren Körper im Fitness-Studio bearbeiten, der noch dazu übersät ist mit tonnenweise Piercings und Tätowierungen, so dass sie letztlich abstoßend und unfreundlich aussehen, wie ein Gorilla mit Stachelhalsband. Noch dazu versuchen sie, möglichst cool und unnahbar zu wirken, als ob sie nur dank ihrem mehr oder weniger ansehnlichen Äußeren etwas besseres wären.
Sich hinter Masken zu verstecken oder seinen Mitmenschen Gefährlichkeit und Unnahbarkeit zu signalisieren... das ist jedoch genau das, was ich ablehne! Die Menschen sollten natürlich werden und ihrem Gegenüber durch eine freundliche Art die Angst vor dem Umgang mit ihnen nehmen, anstatt sich so anmaßend zu verhalten. Manchen sieht man durch ihr selbstverliebtes Äußeres ja auf den ersten Blick an, dass sie ihren Körper als den Mittelpunkt des Universums ansehen. Außerdem, wer täglich eine Stunde vor dem Spiegel verbringt, nur um sein Aussehen zu verbessern, der verschwendet unnötige Zeit, die er mit Sicherheit sinnvoller nutzen könnte. Was bringt es, wenn die Hülle blitzt und glänzt, während das Innere faul und leer ist?“

Frage:
„Das ist eine Ansicht, die bei vielen Zeitgenossen wohl nicht auf besonders viel Gegenliebe stößt. Gerätst du oft in Streit mit Menschen, die sich von deiner Denkweise beleidigt fühlen?“

Wächter:
„Das kommt eigentlich nicht vor. Ich gehe ja nicht zu irgendwelchen Leuten hin und versuche, sie zu irgendetwas zu bekehren. Damit würde wohl ohnehin höchstens eine natürliche Abwehrhaltung bei den Menschen erzeugt, so dass sie schon mal aus Prinzip nicht auf meine Worte hören würden. Nein... ich lebe es ihnen einfach vor, in dem ich mich anders verhalte als sie. Ich achte auf meinen Körper, aber ich erhebe ihn nicht zu einem Denkmal, denn letztendlich bin ich ja nicht mein Körper, sondern meine Seele. Der Körper ist nur das Werkzeug, ähnlich einem Auto, das ich fahre. Am Wichtigsten ist Funktionalität, denn Schönheit ist ohnehin relativ. Leider sehen das viele nicht. Wenn ihr Körper älter wird, ihm ein Unglück widerfährt oder die sterbliche Hülle gar zu Tode kommt, dann haben sie das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Obwohl sie selbst, also die Seele, ja nicht anders sind als zuvor.
Was mein persönliches Aussehen angeht: Meine Kleidung ist zweckdienlich und vor allem bequem, meine Haare müssen nicht jeden Morgen eine halbe Stunde mit Gel eingeschmiert werden, damit ich so aussehe wie mich die anderen Menschen kennen. Übermäßiges Parfümieren ist mir ebenfalls zuwider, ich bin schließlich ein lebendes Wesen und keine wandelnde Chemiefabrik.
Und das alles kann ich leben, ohne dass mich jemand, der andere Ansichten hat, dafür hassen würde. Ich zeige einfach jedem, den es interessiert, dass es auch noch einen anderen Weg gibt als den der Masse. Und viele Leute merken dann auch, dass ich ein ziemlich cooler Typ bin, obwohl ich keine teuren Markenklamotten trage. Das imponiert mehr Menschen, als man denken mag... viele trauen sich nur nicht, das auch zu zeigen, und machen sich lieber weiter Stress damit, irgendeinem gerade aktuellen Schönheitsideal hinterher zu rennen.“

Frage:
„Also keine Streitigkeiten. Hmm, ich hatte eher gedacht, dass ein Wächter versucht, andere umzustimmen wo immer er kann, und dass er dafür keinen Konflikt scheut. Habe ich da etwas falsch verstanden?“

Wächter:
„Ich bin kein Missionar, sondern ein Wächter. Das heißt, für mich besteht der hauptsächliche Sinn des Lebens darin, meine Freunde und die Werte, die mir wichtig sind, zu stärken und zu beschützen. In dem ich Streitigkeiten provoziere, riskiere ich auch, am Ende als Verlierer dazustehen. Und dann hätte nicht nur ich verloren, sondern es könnten auch meine Freunde oder Ideale zu schaden kommen. Und weißt du was? Freunde und Ideale... das ist etwas so Wichtiges, damit spielt man nicht! Das verwettet man nicht, auch nicht wenn die Chance zu gewinnen, noch so hoch erscheinen mag. Nein, ich verbreite meine Ideen subtil, und nicht mit dem Holzhammer! Kämpfen würde ich nur im Notfall, wenn wirklich etwas in Gefahr ist, was mir mein Leben wert ist. Und versuchen, einen rülpsenden Schlägertypen von meinen Idealen zu überzeugen, bloß weil mich sein Verhalten stört, zählt definitiv nicht zu diesen essentiellen Dingen, für die ich meine Gesundheit oder gar mein Leben aufs Spiel setzen würde, zumindest nicht, so lange der Typ niemanden ernsthaft gefährdet. Außerdem, heißt es nicht, wer durch das Schwert lebt, wird durch das Schwert umkommen? Ich muss keinen Schläger von irgendwas überzeugen... weil ich genau weiß, früher oder später wird er auf Seinesgleichen treffen und seine Rechnung erhalten. Genau wie diese oberflächlichen Menschen, die nur nach dem Äußeren gehen. Sie werden mit ebensolchen Menschen zusammenkommen und eines Tages bitter von ihnen enttäuscht werden. Jeder, der sich egoistisch verhält, fällt irgendwann in ein tiefes Loch, aus dem er allein nicht mehr rauskommt. Und die beste Möglichkeit, solchen Menschen, die sich ja zuvor nicht belehren lassen, zu helfen, ist, ihnen wenn sie ihr Fehlverhalten erst einmal erkannt haben, die Hand zu reichen. Davor kann man nur den richtigen Weg vorleben und hoffen, dass der andere sich darüber Gedanken macht.

Frage:
„Ich verstehe... ein Wächter ist also ein Mensch, der sich von seinen Artgenossen eigentlich nur dadurch unterscheidet, dass er ehrlicher, nachdenklicher und im Ernstfall auch konsequenter ist als viele von ihnen. Kann man das so sagen?“

Wächter:
„Ja, ich kann mit dieser Umschreibung gut leben. Aber ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, wir wären nichts besonderes... denn das wäre nicht wahr. Wir sind sehr wohl etwas Besonderes! Ein jeder von uns. Denn Leute wie wir sind der Samen, der aufgehen und die Welt verändern wird. Und jeder meiner Freunde und Brüder trägt seinen Teil dazu bei. Nun, vielleicht mag dem einen oder anderen diese Behauptung als arrogant erscheinen, aber das ist keine Arroganz, sondern Stolz. Wir sind stolz auf das, was wir sind... und obwohl wir nicht immer ganz freiwillig zu dem geworden sind, was wir nun darstellen, so würden wir doch niemals etwas anderes sein wollen. Wieso sollten wir schweigen, wo wir doch schon alle möglichen Arten zu leben ausprobiert haben, aber unser Leben letztlich nur durch unsere Ideale und Freundschaft wirklich sinnvoll und zufriedenstellend geworden ist? Das ist einfach ein zu starker Unterschied zu dem Leben, das wir davor geführt haben, als dass wir das einfach herunterspielen könnten. Ich sehe es so, dass wir der geglückte Versuch sind, etwas, dass es bisher nur in Legenden gab, in die Realität zu holen. Wir sind eine Art neuzeitliche Ritter der Tafelrunde, und egal ob es Camelot gab oder nicht, uns gibt es auf jedenfall! Wir stehen füreinander und für unsere Ideale ein, ganz gleich auf welche Zeiten wir auch zusteuern mögen. Einer für alle und alle für einen... das ist für uns keine hohle Phrase aus einer alten Erzählung, sondern unsere feste Überzeugung. Ich denke jedenfalls, dass ist etwas, worauf man wirklich stolz sein kann, und was man auf keinen Fall für sich behalten sollte, nur weil einen ein paar Leute deshalb als verrückt bezeichnen würden. Die sind letztlich nur neidisch... und wenn sie sagen, dass unsere Lebensweise auf die Dauer nicht funktionieren kann, dann zeigt das nur, was für starke Spuren der vorherrschende Egoismus in ihren Herzen schon hinterlassen hat.“

Frage:
„Was meinst du eigentlich damit, wenn du davon sprichst, dass ihr nicht ganz freiwillig so geworden seid?“

Wächter:
„Nun, wir sind ja nicht als Wächter geboren worden. Zum Wächter wird man in gewisser Weise vom Leben gemacht... und das kann eigentlich jedem passieren. Manche von uns hätten, wenn sie niemals einsam gewesen und ganz normal wie alle anderen aufgewachsen wären, vielleicht nie die nötige Zeit zum Nachdenken gefunden, um die Wahrheiten dieser Welt zu erkennen. Andere hatten eine normale Kindheit, aber haben schon von klein auf gefühlt, dass etwas in ihnen mit ihrer Umwelt und der Denkweise der meisten ihrer Mitmenschen nicht einverstanden ist. Doch auch sie benötigten Zeit und Gelegenheit, um aus ihrem vagen Gefühl ein erschütterungssicheres Weltbild zu machen. Unsere Entwicklung ist, genauso wie die von den übrigen Menschen, auch von den äußeren Umständen abhängig, die sie entweder begünstigen oder hemmen können. Und ob die Umstände günstig waren oder nicht, lag nun mal nicht in unserer Macht. Daher spreche ich von einer gewissen Unfreiwilligkeit. Aber letztlich lag die Entscheidung, einen anderen Weg als die breite Masse einzuschlagen, ganz alleine bei uns. Genauso gut hätten wir ja auch sagen können, dass wir uns anpassen und deren faules Spiel mitspielen. Glücklich wäre damit aber wohl keiner von uns geworden.“

Frage:
„Mal zu etwas ganz anderem. Ihr seid ja für Freiheit und gegen jegliche Führer und Autoritäten. Muss der Staat vor euch Angst haben?“

Wächter:
„Der Staat ist ein künstliches Gebilde... ein Gehege, um die zahmen Tiere zu melken und die Wilden im Zaum zu halten. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem die wilden Tiere keine Gefahr für die Allgemeinheit mehr darstellen, und die zahmen sich weigern, sich berauben zu lassen. Dann wird jegliche Käfighaltung überflüssig werden.
Im übertragenen Sinne bedeutet das, dass der Staat nur so lange existieren wird, wie seine Bürger ihn haben wollen. Unsere Bemühungen, die Menschen zu verändern, haben schon längerfristig gesehen das Ziel, sie reif genug zu machen, damit sie in der Lage sind, auch ohne Leine und Halsband in Form von Gesetzen und Ordnungshütern vernünftig miteinander umzugehen... wäre dieser Zustand erreicht, würde auch kein Staat mehr benötigt werden. Niemand würde durchs soziale Netz fallen, da die Menschen miteinander teilen würden, und würde wirklich mal jemand ausflippen und andere bedrohen, würde der Übeltäter schnell von der Masse derer, die so etwas nicht dulden, ruhiggestellt werden. Aber wie gesagt, soweit sind wir noch nicht, die Menschen haben immer noch mehr Interesse am Reichtümer anhäufen als an ihren Mitmenschen.
Wir lassen den Staat also in Ruhe, so lange der Staat nicht den Versuch unternimmt, der Entwicklung der Menschen zu einem höheren moralischen Bewusstsein im Wege zu stehen. Wenn er dies doch tut, werden wir uns sicher irgendwann, wenn wir diesem Treiben nicht mehr tatenlos zusehen können, zu Wort melden. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Wir sind nicht der Ansicht, dass eine Revolution längerfristig irgendetwas ändern würde. Was wir brauchen, ist vielmehr eine Evolution, ein Fortschritt im Denken. So etwas lässt sich nicht mit Terror und Gewalt herbeiführen... nur mit vorbildhaftem, edlem und gerechtem Verhalten. Und dazu muss man an der Basis ansetzen, bei jedem einzelnen Menschen. Wenn die Veränderung dauerhaft sein soll, darf sie nicht von oben diktiert werden, sondern muss von unten kommen, denn wirkliches Verständnis lässt sich nun mal nicht erzwingen.“

Frage:
„Das bedeutet also, ihr wollt die Welt verändern, in dem ihr einfach in eurem Alltag andere Prioritäten setzt als die meisten eurer Mitmenschen. Was erwiderst du den Kritikern, die meinen, dass das, was ihr tut, zu wenig sei, um wirklich etwas zu bewegen? Schließlich gibt es doch viele Milliarden Menschen. Ist es nicht ein Ding der Unmöglichkeit, diese Massen nur dadurch zu erreichen, dass man mit gutem Beispiel voran geht?“

Wächter:
„Wir müssen weg von diesem Denken der Politik, in dem nur in großen Maßstäben gerechnet wird und in dem der einzelne Mensch nicht viel mehr ist als eine Zahl in einer Statistik. Für mich ist das Leben eines einzelnen Menschen genauso wertvoll wie die Existenz der gesamten Menschheit. Jeder Mensch nimmt unser Universum anders wahr... wenn der Mensch nicht mehr da ist, so verschwindet auch seine individuelle Sicht des ganzen Universums, und damit ist wirklich ein gesamtes Universum verschwunden. Das bedeutet, ob ich nun nur einen einzelnen Menschen überzeuge, oder die gesamte Welt, ist für mich nebensächlich. Es ist ohnehin ein langsamer Prozess, der sich über Jahrhunderte hinziehen wird. Niemand von uns, der heute lebt, wird dessen Ende in dem jetzigen Körper noch erleben können. Ich weiß, für ungeduldige Materialisten, die glauben, dass es nur dieses eine Leben gibt, und die unbedingt am Ende dieses einen Lebens in den Geschichtsbüchern stehen wollen, ist das eine wenig befriedigende Vorstellung. Aber genau deshalb leben wir auch nicht nur für dieses eine Ziel, sondern erfreuen uns nebenher auch an unserem Leben und versuchen, eine möglichst gute Zeit zu haben, während wir für unsere Ideale einstehen. Das kann ich nur jedem empfehlen, der krampfhaft etwas zu ändern versucht. Die Zeit ist auf der Seite der Wahrheit...
Wie gesagt, wir dürfen nicht mehr in Maßstäben von Armeen und Nationen denken, sondern nur noch an einzelne, individuelle Menschen. Wer behauptet, dass das nichts bringen würde, hat ein paar grundsätzliche Dinge falsch verstanden... Nur das bringt am Ende wirklich etwas, weil nur das von Dauer sein wird. Ich will es einmal so erklären: Wenn ich in meinem ganzen Leben auch nur zwei Menschen von der Richtigkeit unserer Ideale überzeugen kann... und von denen jeder ins seinem ganzen Leben wieder nur zwei andere Menschen überzeugt, und so weiter... dann habe ich in ein paar tausend Jahren die gesamte Welt verändert! Nur bin ich schon lange nicht mehr allein, das heißt, es wird wohl letztlich um einiges schneller gehen.“

Frage:
„Letzte Frage... was muss jemand tun, wenn er eure Ansichten und Methoden gut findet und es euch gleichtun will?“

Wächter:
„Er muss letztlich nichts weiter machen, als zu erkennen, dass Freundschaft und die Ideale von Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Freiheit über allem anderen stehen sollten. Das heißt, natürlich muss er auch sein eigenes Überleben sichern... aber alle Bedürfnisse, die darüber hinaus gehen, sollten, bevor man ihnen nachgeht, erst einmal daraufhin geprüft werden, ob sie nicht vielleicht mit den Bedürfnissen anderer Menschen kollidieren und diesen eventuell gar Schaden zufügen würden... des weiteren darf es natürlich nichts geben, was einen veranlassen würde, einen Freund zu vernachlässigen oder ihn von irgendeiner Unternehmung auszuschließen. Wer sich dadurch eingeschränkt fühlt und sich anderen gegenüber nicht verpflichtet fühlen will, der kann natürlich auch als Einzelgänger unseren Weg gehen und die Ideale verbreiten, die ihm und uns am Herzen liegen... aber er darf dann eben auch nicht andere als Freunde bezeichnen, wenn er nicht auch alles für sie tun würde. Denn das wäre weder ehrlich noch aufrichtig. Es gibt ja einige Menschen, die damit ein Problem haben, sich ihren Freunden gegenüber zu irgendetwas verpflichtet zu fühlen. Doch dabei übersehen sie meiner Meinung nach völlig, dass sie durch eine enge Freundschaft eigentlich nichts verlieren, sondern bloß an Stärke, Handlungsmöglichkeiten und Sicherheit gewinnen können. Nur sind leider viele Menschen so egoistisch erzogen worden, dass sie es bereits als unzumutbar empfinden, auf eine Fernsehsendung zu verzichten, um einem Freund, dem es langweilig ist, Gesellschaft zu leisten... Doch was ist das schon für ein Verlust, im Vergleich zu dem, was man dafür zurückbekommen würde? Was ist schon eine verpasste Fernsehsendung im Vergleich zu der Gewissheit, dass die Freundschaft zu einem anderen Menschen noch ein wenig enger und das gegenseitige Vertrauen noch stärker geworden ist?
Viele wollen das einfach nicht erkennen...aber egal, sie werden es irgendwann. Denn um das und viele andere Dinge zu ändern, sind wir ja schließlich da. Und wir werden etwas verändern, da kann ich jedem der dies hier liest, mein Wort drauf geben! Jeder, der mitmachen will, trägt seinen Teil dazu bei, dass die Veränderungen schneller kommen werden. Und wie gesagt, es ist ja nicht so, dass man deswegen auf etwas verzichten müsste, weil man für seine Ideale eintritt. Man hat vielleicht etwas weniger von den ganzen tollen Sachen, die uns die Fernsehwerbung als Allheilsbringer und Glücklichmacher verkaufen will. Aber was man dafür erhält... nämlich die Freundschaft oder den Respekt vieler Menschen, und vor allem die Gewissheit, am Ende seines Lebens noch in den Spiegel schauen zu können, ohne sich angeekelt abwenden zu müssen... ist ungleich mehr wert. Ich hoffe, dass dies noch viele Menschen da draußen erkennen und dann auch die nötigen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen werden!“

Nun, bleibt noch, mich für das interessante Gespräch zu bedanken, und den Lesern zu versichern, dass dies nicht das Wunschdenken eines notorischen Weltverbesserers ist, sondern dass Menschen wie diese Wächter wirklich existieren. Sie leben unter uns, und man wird in Zukunft auf sie zählen können... denn ihr Wort ist für sie verpflichtend, und Freundschaft ist ihnen heilig. Ich bin froh, sie gefunden zu haben.
 
 
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FrozenSmile
Alt 15.08.2001, 15:33   #2
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BRAVO...<klatsch>
Aber hätteste das nich auch n bisschen kürzer fassen können? Das kannste ja bald zu nem Buch binden lassen.
 
 
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daRaider
Alt 15.08.2001, 16:44   #3
Beitrag

hmm... ich find die lebensweise cool. allerdings muss man sich da enorm vertrauen und es muss auch jeder mitmachen.
 
 
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FrozenSmile
Alt 15.08.2001, 16:47   #4
Daumen runter

Jepp, und das mit dem Vertrauen ist n Grund, warum ich schonmal nicht son Mensch sein könnte. Man wird, wenn man gutmütig ist, zu leicht ausgenutzt. Und das ist etwas, das ich mir nicht gerne gefallen lasse.
 
 
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daRaider
Alt 15.08.2001, 17:29   #5
Beitrag

also ich hab mit meinen besten freunden auch so ne gewisse art "wächter verhältnis" aber halt nur mit denne wo ich genau weiß dass ichs irgendwann wieder "zurückbekomme". allerdings gehts da meist um kleinigkeiten. dafür arbeiten zu gehen, dass andere nur davon profitieren und nix dafür machen... naja... man muss sich eben wirklich aufeinander verlassen können und wenn das klappt dann ist so ne lebensart einfach genial...
 
 
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Wesley
Alt 15.08.2001, 18:38   #6
Beitrag

Wieso interviewst du dich selbst MonoMan ?
 
 
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Frieda Friedlich

Hi Monoschatz,
endlich mal wieder etwas das zu einer
anregenden Diskussion führt.
Wieviele Liebespaare kennst du, die sich nie gestritten haben, wo es keine Eifersucht gibt ...
Und mit welchem Recht sprichst du Menschen welche Eifersüchtig sind ab, jemals geliebt zu haben.
Leider haben wir keine Kritsallkugel um in die Zukunft zu schauen. Wir haben kein Zaubermittel um andere Menschen zu durchleuchten, sondern nur eine Menschenkentniss, die uns aber auch täuschen kann. Und Menschen haben nunmal auch Zweifel, welche vielleicht aufgrund von schlechten Erfahrungen gewachsen sind. Viele Menschen sind nunmal Weltmeister im sich verstellen und die gewissheit das man eine echte Liebe hat, wächst unter Umständen erst mit der Dauer der Liebe. Ist den nicht jede Liebe zu beginn von Zweifeln geprägt? Und Menschen haben nunmal auch Stimmungsschwankungen, warum sollte es da nicht passieren das man sich auch in einer Liebe mal über eine Kleinigkeit aufregt, ohne dabei gleich die ganze Liebe in Frage zu stellen?
Was bringt es mir, wenn ich in einer Liebe zwar meinen Egoismus überwinden kann, aber meine Partnerin kann sich davon nicht loslösen? Darf ich sie deswegen nicht lieben? Und woher will ich wirklich zum Beginn einer Liebe wissen, wie mein Partner fühlt und denkt. In einer Welt die voll von Heuchelei ist? Ist es den nicht natürlich das es in dieser heutigen Welt soetwas wie unsicherheit und Eifersucht auch in der Liebe gibt?
O.K. vielleicht darf ich in deinen Augen solange ich noch die geringsten Zweifel an der Aufrichtigkeit meines Partners habe nicht von Liebe sprechen wenn es nach dir geht. Aber warum eigentlich? Wo ich doch das sichere Gefühl der Liebe in mir trage. Meine Zweifel machen sich doch nur daran fest, daß ich mir über die Gefühle der Partnerin nicht ganz im klaren bin. Meine Gefühle kann ich jedoch beschreiben. Und da kann ich dann durchaus auch von Liebe sprechen.

Zum Thema Freundschaft:
Wer sagt den das eine Freundschaft eine perfekte Beziehung sein muß? Warum soll man nicht zugeben, daß man auch Vorteile durch den anderen hat, so wie dieser auch Vorteile durch mich hat. Eine Freundschaft mit einer Geschäftsbeziehung gleichzusetzen ist nicht legitim. Wer würde den einem Geschäfstpartner intime Dinge anvertrauen. Wer legt bei einem Geschäftspartner wert darauf, das man sich menschlich versteht. Klar sollte man bereit sein für einen Freund alles zutun. Aber doch nur wenn man weis das der andere das gleiche für einen tun würde. Ist das nicht der Fall, ist es keine Freundschaft sonder allenfalls Aufopferung. Eine Freundschaft die keine Vorteile bringt ist nichts wert. Das Problem, ob der andere wirklich bereit ist das gleiche für mich zutun wie ich für ihn, wird man nicht so einfach feststellen. Bei einer Freundschaft ist es das gleiche wie bei einer Liebe. Erst mit der Zeit wächst das Vertrauen, die Zweifel schwinden, ... In dem Zeitpunkt in dem ich eine Freundschaft eingehe kann ich nicht zu 100% sagen ob es sich um eine echte oder eine falsche Freundschaft handelt. Aber nur weil ich nicht die Gefühle des anderen kenne. Bei meinen bin ich mir sicher. Und wenn ich nunmal echte Freundschaft empfinde, dann ist es nunmal so. Aber auch eine falsche Freundschaft kann etwas wert sein und allenfalls mehr sein als ein pures Zweckbündnis.

Zitat wächter:"Ich weiß zum Beispiel, dass meine Auffassung von Freundschaft und Vertrauen nicht von sehr vielen Menschen geteilt wird. Daher bezeichne ich auch nur noch diejenigen als meine Freunde, die über diese Dinge genauso denken wie ich. Von allen anderen Menschen erwarte ich nicht mal mehr, dass sie pünktlich zu einer Verabredung erscheinen... ich weiß eben, dass denen ihr eigenes Vergnügen wichtiger ist als Treue und Idealismus. Somit kann ich eigentlich auch nicht mehr so schnell enttäuscht werden."

O.K. aber wie stellst du fest, ob andere Menschen genau die gleiche Auffassung von Freundschaft und Vertrauen haben wie du? Jeder wird dir doch salop sagen, daß er für seine Freunde bereit ist alles zutun ... Eben diese ganzen Sprüche... Ich bleibe dabei, eine Freundschaft muß wachsen. Und ich bezeichne einen Menschen solange als meinen Freund , solange er mich nicht enttäuscht hat und den Ansprüchen die ich von einem echten Freund erwarte gerecht wird. Sollte ich mich irgendwie getäuscht haben, dann ist er halt nicht mehr mein Freund. Vielleicht ein guter Kumpel. Nicht das du jetzt denkst bei diese Einstellung habe ich eine Menge Freunde. Nein da bin ich sehr wählerisch. Ich habe momentan nur eine Person die ich als echten Freund bezeichnen kann. Natürlich müssen Menschen die meine Freunde werden wollen erst einige hohe Hürden nehmen. Nur rechne ich immer damit, daß ich auch enttäuscht werden kann. O.K.das kann dir nicht so schnell passieren, dafür kannst du auch nicht so schnell wie ich positiv von anderen Menschen überrascht werden. Einfach weil du eine hohe Eingangsschranke für Freundschaft setzt. Wobei ich der Meinung bin, selbst wenn jemand diese Hürde nimmt nicht garantiert ist, das dieser Mensch dich nicht doch früher oder später enttäuscht.
Was eine Freundschaft wert ist, weis ich wirklich erst dann, wenn sie sich in schlechen Zeiten bewährt hat.

Was die Beurteilung der anderen Menschen angeht, das imponiergehabe, den Trend zum cool sein, da gebe ich dir überall recht. Nur Verurteile ich diese Menschen dafür nicht. Allenfalls belächel ich ihr Verhalten. Wenn jemand meint eine Stunde vor dem Spiegel zu stehen, dann muß das diesen Menschen nicht unbedingt abwärten. Vielleicht ist er einfach nur insoweit unsicher, daß er sich nur durch Anpassung die nötige Sicherheit gibt mit anderern Menschen zu komunizieren. Das ist zwar schade, aber jeder Mensch durchläuft doch solche Phasen, in denen er unsicher ist und Halt an anderen ( vielleicht oberflächlichen) Menschen sucht. Es wird den Menschen ja immer durch die Medien vorgemacht, wie man auszusehen hat. Nicht alle sind so weit, sich diesem Konsumzwang zu entziehen. Aber ist das den etwas negatives? Das ist lediglich eine kleine Schwäche die im Menschen steckt, genauso wie wenn er z.B. Erkältet ist. Soetwas muß kein Dauerzustand sein und Menschen sollte man ihre Schwächen nicht worwerfen. Es ist in der Tat so, daß ich das was viele als ihre Stärke ansehen (z.B. cool sein) in meinen Augen eine Schwäche ist. Nur Menschen entwickeln sich weiter und durchlaufen viele verschiedene Phasen. Und eine Phase der Anpassung durchläuft wohl jeder in der Pubertät.

Übrigens kann nicht nur das tragen von Markenklamotten ein zwang sein sondern es gibt durchaus auch Gruppen in denen ein zwang herrscht, möglichst keine Markenklamotten zu tragen. Einfach weil es in dieser Gruppe so üblich ist. Weil z.B. ein oder mehrer Anführer das beschlossen haben. Jugendliche die sich nun dieser Gruppe anschließen sind nicht deswegen bessere oder weiterdenkende bzw. eigenständige Menschen nur weil sie keine Markenklamotten tragen. Sonder im Gegenteil. Inwieweit jemand sich von Zwängen lösen kann, hängt immer von dem jeweiligen Umfeld der betreffenden Person ab. Jemand der in einem Punkerumfeld aufgewachsen ist, und Punker wird, braucht sich deswegen nichts auf seine Individualität einbilden nur weil er Teile der Gesellschaft durch sein Auftreten schockiert. Diese Teile der Gesellschaft interessieren ihn nicht wirklich. Wichtig ist wie die Menschen aus seinem direkten Umfeld (Klicke) darauf reagieren. Und Punker unter Punker zu sein ist ja nichts was man mit Individuallität bezeichnen kann.

Viele Menschen können sich nicht oder erst sehr spät von diesen Zwängen des Umfeldes lösen. Bis dann noch ein wirklich "eigenes" Weltbild (sollte dies bei den ganzen Manipulationen überhaupt möglich sein) aufgebaut ist, was einen hinter die Kulissen schauen läßt und die Gesetzmäigkeiten von Verhaltensmustern aufzeigt, vergeht unter Umständen wieder sehr viel Zeit. Aus diesem Grund erwarte ich auch von Jungendlichen nicht unbedingt, daß sie in jungen Jahren eine wirklich eigenständige unabhängige Person sind, die frei von den meisten Manipulationen ist.

Daher kann ich diese Menschen auch nur bedingt dafür verurteilen wie sie sich verhalten. Ich kann ihnen allenfalls denkanstöse geben, die sie überlegen lassen, ob sie sich auf dem richtigen Weg befinden.
Meinetwegen auch alleine durch vorleben.

Zitat Wächter:". In dem ich Streitigkeiten provoziere, riskiere ich auch, am Ende als Verlierer dazustehen. Und dann hätte nicht nur ich verloren, sondern es könnten auch meine Freunde oder Ideale zu schaden kommen. Und weißt du was? Freunde und Ideale... das ist etwas so Wichtiges, damit spielt man nicht! "

Das verstehe ich nicht glaub ich. Du hast Angst dadurch das du in einem Streit unterliegst deine Ideale zu verlieren? Hast du den so wenig vertrauen in deine Ideale? Und wenn du unterliegst und deine Ideale anderen Argumenten nicht Stand gehalten haben, dann waren es dein Ideale auch nicht wert. Erst durch Konfrontation und ob deine Ideale noch dann stand halten kannst du doch erkennen, ob du die richtigen Ideale verteidigst. Du hast angst deine Ideale zu verlieren wenn du in einem Streit unterliegst? Sorry aber das erinnert mich an ein Kind das sein Weihnachstsgeschenk nicht auspacken mag, weil es Angst hat, in dem Päckchen könnte nicht das Geschenk sein das es sich gewünscht hat. Das scheint mir eher die Angst vor der Realität zu sein.

Ich vertraue meinen Idealen und bin mir sicher sie in einem Streit nicht so schnell zu verlieren und sollte es doch geschehen, dann bin ich froh darüber, den dann waren sie es nicht wert und ich war auf einem falschen Weg, den ich schleunigst ändern muß.
Dann bin ich für meine Niederlage im Streit sogar dankbar. Was für einen Sinn macht es den Ideale zu haben, die einer eingehenden Prüfung nicht stand halten?

Cu

Frieda Friedlich
 
 
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MonoMan
Alt 16.08.2001, 13:44   #8
Beitrag

frieda:
Wieviele Liebespaare kennst du, die sich nie gestritten haben, wo es keine Eifersucht gibt ...


Nicht sehr viele, leider. Aber sowas solls geben. Auch in Freundschaften übrigens.


frieda:
Und mit welchem Recht sprichst du Menschen welche Eifersüchtig sind ab, jemals geliebt zu haben.


Weil reine Liebe ohne Egoismus auskommt. Eifersucht dagegen ist nichts anderes als dass man einen anderen Menschen in gewisser Weise als Eigentum betrachtet.
Nun, wie gesagt, ein Ideal... ich behaupte nicht einmal, dass ich selber diesem Ideal gerecht werde. Aber ich versuche es wenigstens.


frieda:
Leider haben wir keine Kritsallkugel um in die Zukunft zu schauen. Wir haben kein Zaubermittel um andere Menschen zu durchleuchten, sondern nur eine Menschenkentniss, die uns aber auch täuschen kann. Und Menschen haben nunmal auch Zweifel, welche vielleicht aufgrund von schlechten Erfahrungen gewachsen sind.


Ich denke, deswegen ist es wichtig, dass man seine Ideale und Vorstellungen nicht nur im Herzen trägt, sondern dass man eine Art Kodex aufstellt, nach dem man lebt, und auf den sich die Mitmenschen verlassen können. Im alten Japan konnte man fast sicher sein, dass ein Samurai sich ehrenhaft verhalten würde. Heute gibt es diese Art von Sicherheit leider nicht mehr.
Und über Zweifel sollte man reden, anstatt sie für sich zu behalten. Wenn man anderen etwas verschweigt, kann eine Beziehung eh nicht auf Dauer ohne Streit funktionieren.

frieda:
Und Menschen haben nunmal auch Stimmungsschwankungen, warum sollte es da nicht passieren das man sich auch in einer Liebe mal über eine Kleinigkeit aufregt, ohne dabei gleich die ganze Liebe in Frage zu stellen?


Wenn das einmal passiert und man sich hinterher seines Fehlverhaltens bewußt wird und entschuldigt, so ist es ja absolut kein Thema. Aber wenn es dauernd passiert, wenn die Menschen dauernd vergessen, was ihnen eigentlich wirklich wichtig ist im Leben, dann ist es vielleicht noch eine Halbtags-Liebe, wenn überhaupt. Aber eben keine wahre Liebe mehr.


frieda:
Was bringt es mir, wenn ich in einer Liebe zwar meinen Egoismus überwinden kann, aber meine Partnerin kann sich davon nicht loslösen? Darf ich sie deswegen nicht lieben?


Klar, du kannst versuchen, deiner Partnerin immer beiszustehen, in der Hoffnung, dass sie eines Tages doch noch den wahren Wert der Liebe erkennt. Aber so lange sie das nicht tut, ist es eben keine gegenseitige Liebe in dem Sinne, als was sie im Text bezeichnet wurde. Sondern es ist eben eine einseitige Liebe... was nicht weniger edel ist von demjenigen, von dem sie ausgeht. Aber es kann auch sehr schmerzhaft sein.

frieda:
Und woher will ich wirklich zum Beginn einer Liebe wissen, wie mein Partner fühlt und denkt. In einer Welt die voll von Heuchelei ist? Ist es den nicht natürlich das es in dieser heutigen Welt soetwas wie unsicherheit und Eifersucht auch in der Liebe gibt?


Zu Beginn ja. Aber wenn man nach einem halben Jahr oder so immer noch übertrieben viele Zweifel am Partner hegt, dann läuft irgendwas schief. Entweder der eine ist zu vorurteilsbelastet, oder beide reden nicht vernünftig miteinander über ihre Gefühle. In beiden Fällen ist es wohl eine nette Beziehung, aber eben nicht das, was ich als wahre, reine Liebe bezeichne.


frieda:
Meine Zweifel machen sich doch nur daran fest, daß ich mir über die Gefühle der Partnerin nicht ganz im klaren bin. Meine Gefühle kann ich jedoch beschreiben. Und da kann ich dann durchaus auch von Liebe sprechen.


Zweifeln ist ja was anderes als Eifersucht. Ich denke, es schadet nie was, wenn man alles hinterfragt und sich nicht blauäugig auf eine Sache stürzt. Aber wovon ich hauptsächlich sprach, war ja ein Verhalten, bei dem man sich streitet und den anderen zu hassen beginnt, weil man an dessen Treue zweifelt...
das ist dann eher eine Mischung aus Hass und Begierde als echte Liebe.


frieda:
Wer sagt den das eine Freundschaft eine perfekte Beziehung sein muß? Warum soll man nicht zugeben, daß man auch Vorteile durch den anderen hat, so wie dieser auch Vorteile durch mich hat.


Kann ja jeder sehen wie er will. So lange man es von vornerein klarstellt, damit niemand über den Tisch gezogen wird. Ich persönlich bezeichne eben nur diejenigen als meine Freunde, denen Freundschaft genauso wichtig ist wie mir.
Alle anderen bezeichne ich als Kumpels oder so... mit denen man eben mehr oder weniger unverbindlich rumhängt, um sich die Zeit zu vertreiben.
Wenn das andere Menschen auch irgendwie unterteilen würden, wäre es denke ich wesentlich leichter, Missverständnisse zu vermeiden. Leider wird das Wort "Freund" in der heutigen Zeit für alles Mögliche verwendet.... es gibt nur ein Wort für ganz Unterschiedliche Formen von zwischenmenschlichen Beziehungen.

frieda:
Das Problem, ob der andere wirklich bereit ist das gleiche für mich zutun wie ich für ihn, wird man nicht so einfach feststellen. Bei einer Freundschaft ist es das gleiche wie bei einer Liebe. Erst mit der Zeit wächst das Vertrauen, die Zweifel schwinden


Das ist richtig. Bei mir geht das nunmal sehr schnell, da ich glaube, eine recht gute Menschenkenntnis zu besitzen, und da ich es wichtig finde, dass man miteinander über ALLES redet. Mit ALLES meine ich auch Dinge, die einem normalerweise eher peinlich sind... dass man zum Beispiel dem anderen mal sagt, dass man ihn wirklich mag und dass er einem viel bedeutet etc. Auch wenn es kitschig klingt, es hilft doch, in einer kalten Welt ein wenig Wärme und Vertrauen zu erzeugen.


frieda:
O.K. aber wie stellst du fest, ob andere Menschen genau die gleiche Auffassung von Freundschaft und Vertrauen haben wie du? Jeder wird dir doch salop sagen, daß er für seine Freunde bereit ist alles zutun ... Eben diese ganzen Sprüche...


Klar, ich weiß was du meinst. Genauso, wie eben jeder sagt, dass es bei der Liebe nicht aufs Aussehen ankommt, oder dass Geld nicht alles ist was zählt.
Aber ich denke, nach ein paar intensiven Gesprächen merkt man ziemlich schnell, ob der andere sich darüber tatsächlich Gedanken gemacht hat oder nicht.
Außerdem, ich denke, das merkt man noch auf eine ganz andere Weise, auch wenn man keine großartigen philosophischen Gespräche miteinander führt:
Man sieht es daran, ob der andere auch öfters mal nachgibt, ob er sagt: "Ich will jetzt das und das machen", oder ob er vielmehr lieber den Freund fragt, was der denn jetzt gerne machen möchte...
man sieht es daran, ob er immer Zeit hat für einen Freund, oder ob er ständig andere Termine und Verabredungen hat, die er dem Zusammensein mit dem Freund vorzieht...
Ich denke, mit ein wenig Beobachtungsgabe hat man recht schnell die Spreu vom Weizen getrennt.


frieda:
Nur Verurteile ich diese Menschen dafür nicht. Allenfalls belächel ich ihr Verhalten.


Ich dachte eigentlich auch eher, dass ich das Verhalten verurteile, als den Menschen. Wenn das anders rübergekommen ist, ist es wohl nicht ganz so rübergekommen, wie es hätte kommen sollen.
Ich bin ja der Meinung, dass jeder Mensch sich ändern kann, und ich sage auch nicht, dass ein Mensch deshalb, weil er sich sehr um sein Äußeres sorgt, weniger wert ist als ein anderer. Ich hege nur gewisse Zweifel daran, dass jemand, der so viel Zeit damit verschwendet, die Oberfläche zu polieren, auch noch genug Zeit für sein Inneres hat. Und die Erfahrung gibt mir leider oft recht, dass gerade die schönen Menschen die größten Egoisten sind. (Anwesende und Freunde sind von dieser Behauptung natürlich ausgenommen... *g*)


frieda:
Nicht alle sind so weit, sich diesem Konsumzwang zu entziehen. Aber ist das den etwas negatives? Das ist lediglich eine kleine Schwäche die im Menschen steckt, genauso wie wenn er z.B. Erkältet ist.


Nun, der Vergleich hinkt ein wenig, will ich meinen...
Wenn ich erkältet bin, kann ich nicht einfach sagen: "So, jetzt will ich nicht mehr erkältet sein, ich habe den ewigen Schnupfen satt!", und schon werde ich gesund...
so läuft es nicht, da ich mir meine Erkältung ja nicht rausgesucht habe.
Aber das Leben, dass er lebt, hat letztlich jeder selbst zu verantworten. Klar, jeder muss das erst für sich selber erfahren, und ich habe dafür auch Verständnis. Aber wofür ich kein Verständnis habe ist, wenn jemand, der meiner Meinung nach Vieles im Leben noch erkennen muss, es wagt, auf andere herabzusehen. Da kann ich einfach nicht anders, als ihm bei Gelegenheit eine Kopfnuss zu geben, um ihn daran zu erinnern, wer eigentlich gerade auf wen herabsieht.


frieda:
Übrigens kann nicht nur das tragen von Markenklamotten ein zwang sein sondern es gibt durchaus auch Gruppen in denen ein zwang herrscht, möglichst keine Markenklamotten zu tragen. Einfach weil es in dieser Gruppe so üblich ist. Weil z.B. ein oder mehrer Anführer das beschlossen haben. Jugendliche die sich nun dieser Gruppe anschließen sind nicht deswegen bessere oder weiterdenkende bzw. eigenständige Menschen nur weil sie keine Markenklamotten tragen.


Das ist richtig. Daher gibt es auch keinen Zwang bei uns. Denkst du, ich hab einen Freund mal schief angeschaut, als er mal mit nem Hillficker-Pulli aufgetaucht ist? Ich fand es nur lustig, aber ich hab nicht gesagt: "Du, zieh das aus, sonst bist du furchtbar uncool in meinen Augen!"
Es geht wie gesagt nur darum, dass man diesen Dingen nicht mehr Bedeutung beimessen soll als sie auch wirklich wert sind.


frieda:
Jemand der in einem Punkerumfeld aufgewachsen ist, und Punker wird, braucht sich deswegen nichts auf seine Individualität einbilden nur weil er Teile der Gesellschaft durch sein Auftreten schockiert.


Hier mal uneingeschränkte Zustimmung von meiner Seite und einen herzlicher Gruß an alle ach so rebellischen Punks, Skater und Limp Bizkit-Fans da draußen!
(Wobei ich jetzt nicht alle Angehörigen der jeweiligen Gruppen meine, sondern nur diejenigen, die sich allein deshalb für rebellisch halten, weil sie der jeweiligen Gruppe angehören.)


frieda:
Aus diesem Grund erwarte ich auch von Jungendlichen nicht unbedingt, daß sie in jungen Jahren eine wirklich eigenständige unabhängige Person sind, die frei von den meisten Manipulationen ist.


Ok, vielleicht sind meine Erwartungen etwas zu hoch geschraubt. Würde ich die Hürden tiefer legen, hätte unsere Idee sicher schon mehr Mitstreiter gefunden. Aber ich denke eben, gerade wenn es um so was wichtiges wie Freunde oder Verbündete geht, auf die man sich verlassen möchte, dann sollte Qualität vor Quantität stehen. Daher die hohen Hürden... es ist nicht unmöglich, da drüber zu kommen, auch nicht für Jugendliche. Eigentlich muss man dafür gar nicht viel tun, sondern einfach nur einige Sachen, die einem ohnehin nur Stress bringen, sein lassen.


frieda:
Das verstehe ich nicht glaub ich. Du hast Angst dadurch das du in einem Streit unterliegst deine Ideale zu verlieren? Hast du den so wenig vertrauen in deine Ideale?


Nein, ich sprach von einer Gefährdung meiner Ideale. Vielleicht war das etwas ungeschickt ausgedrückt. Gemeint war nicht, dass ich meine Ideale dann verliere, sondern dass ich ihnen damit eben keinen großen Dienst erweise.


frieda:
Was für einen Sinn macht es den Ideale zu haben, die einer eingehenden Prüfung nicht stand halten?


Wie gesagt, da hast du mich völlig falsch verstanden gehabt. Ich denke selbstverständlich auch, dass Ideale einer eingehenden Prüfung standhalten müssen.


MonoMan

[ 16 August 2001: Beitrag editiert von: MonoMan ]
 
 
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Bierkaiser
Alt 29.08.2001, 01:40   #9
Beitrag

Ich kenn das !!!

Ich glaub ich versteh dich Mono

THX Alex
 
 
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Sunshine
Alt 29.08.2001, 02:06   #10
Beitrag

... und nochmal...

DER TEXT STAMMT NICHT VON MONO!!!!
 
 
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candymann
Alt 29.08.2001, 10:27   #11
Beitrag

jo.. lest mal den beitrag von unity.
ich finde eigentlich das sowas grund genug ist den account zu kicken..
besonders weil er es auch noch explizit abstreitet (in einem anderen thread..)
 
 
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Sunshine
Alt 29.08.2001, 13:30   #12
Beitrag

so, Candy...
darf ich mich vorstellen? Special Agent Sunshine

du müsstest doch eigentlioch gewusst haben, dass Mono nur ein Fake ist?!? weil du selbst im Unity Forum postest
... und sogar die gleiche Frage wie hier haste gestellt *g*

ist dir wirklich nie aufgefallen, dass Mono hier die Texte von ihnen postet?
bzw. auch Antworten aus dem Forum?
 
 
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Psyc
Alt 29.08.2001, 13:50   #13
Beitrag

man,

könnte ja mal die ip's vergleichen von Mono und Frieda
vielleicht war er ja nich so schlau und hat sich nich neu eingewählt..

vielleicht sind sie ja ein und dieselbe Person..
 
 
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Sunshine
Alt 29.08.2001, 13:54   #14
Beitrag

naja, früher dacht ich immer HerbertHohl könnt Mono sein ... ka mehr wie ich darauf kam...

ABER
ist es nicht ziemlich krank auf seine eigenen Posts zu antworten?
 
 
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Psyc
Alt 29.08.2001, 13:59   #15
Beitrag

naja,

selbstgespräche zu führen is für den einen normal und für den anderen nicht....

wenn er meint er muss seine Meinung nochmal durch sich selbst in einer anderen Person bekräftigen, oder halt zu einem pro - kontra gespräch mit sich selbst einlassen..

hast schon recht dann hat er ein kleines Persöhnlichkeitsproblem

ich hab aber kein Recht über sowas zu urteilen außerdem wissen wir ja nicht genau ob er wirlich mehrmals hier ist,

vielleicht würde das auch damals seine Drohmails erklären die er bekommen hat

müsste noch inner Kneipe stehen

Sunny such mal *gg* du findest doch immer alles wieder

edit: habs schon
http://www.postpla.net/cgi-bin/ubb/u...&f=33&t=000527

[ 29 August 2001: Beitrag editiert von: Psyc ]
 
 
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Sunshine
Alt 29.08.2001, 14:04   #16
Beitrag

Psyc Liest: "@ MONOMAN !" in "Postplanet-Kneipe" 14:02
wie's aussieht hast du das schon selbst gefunden

hmn, was ist eigentlich mit diesem HerbertHohl, ich find den gar nicht mehr in der Mitgliederliste...

[edit]
so, ich hab's ... Mono musste sich ja nochmal reggen, und in diesem Profil hat er die E-Mail-Addi "herberthohl@web.de"
dh er ist/war auch dieser HerbertHohl, hat dann wohl seinen Benutzernamen geändert
[/edit]

[ 29 August 2001: Beitrag editiert von: Sunshine ]
 
 
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Psyc
Alt 29.08.2001, 14:08   #17
Beitrag

hmm,

such doch in nem Forum nach nem Beitrag von dem.

ich denke mal da findeste den schneller

edit: jo und nu? was ist mit frieda Freidlich?

is das auch einer von Monos accounts?

[ 29 August 2001: Beitrag editiert von: Psyc ]
 
 
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candymann
Alt 29.08.2001, 14:24   #18
Cool

@special agent sunshine

woher nehmen sie die information das ICH im unity forum poste? haben sie dafür irgendwelche beweise?
kann ich mir kaumvorstellen...

 
 
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Sunshine
Alt 29.08.2001, 14:32   #19
Beitrag

Was habt ihr in/mit eurem Leben vor / nicht vor?
(Geschrieben von Candyman am 12. Juni 2001 00:26:27)

sowas findet man im Unityforum... ob du das gepostet hast oder Mono damit er dir im PP antworten kann, weiss ich natürlich nicht

aber der Post ist genau der gleiche wie der da:
http://www.postpla.net/cgi-bin/ubb/u...&f=48&t=000094
(erstellt 11 Juni 2001 18:11)

Gruss, Special Agent Sunshine

[ 29 August 2001: Beitrag editiert von: Sunshine ]
 
 
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candymann
Alt 30.08.2001, 13:28   #20
Beitrag

boa was geht den da ab? das is ja wirklich genau der gleiche post wie hier.. irgendwie scheint mono man da als "dian" und "Candyman" zu agieren.

special agent: im Postplanet hab ich den beitrag wirklich ins leben gerufen, in dem anderen board net. kannte das andere board nichtmal. btw der richtige candymann (also ich schreibt sich IMMER klein und mit doppel n am ende -> candymann alles andere bin ich nicht...
 
 
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