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Verzweiflung und Trauer...

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MiKe
Alt 29.12.2005, 12:22   #1
Standard Verzweiflung und Trauer...

Warum muss das Leben so schlimm sein? Warum kann man nicht in ein Leben geboren werden, das frei von jeglichen größeren Problemen ist, die uns daran zweifeln lassen, ob das Leben überhaupt lebenswert ist?

Wenn man diesen ersten Abschnitt liest, könnte man meinen, der Thread würde eher ins Philosophie-Forum gehören. Eine Diskussion über diesen Abschnitt zu provozieren ist aber nicht meine Absicht. Ich möchte einfach nur meiner Trauer über einen großen Verlust Ausdruck verleihen.

Meine Großmutter mütterlicherseits ist heute morgen im Alter von 84 Jahren im Krankenhaus gestorben. Meine Familie hat sie gestern noch besucht und wir hätten nicht gedacht, dass es die letzten Minuten sein würden, die wir mit ihr verbringen würden.

Vor ca. 1,5 Jahren, am 01.05., starb meine Tante (ebenfalls mütterlicherseits) nach wenigen aber qualvollen Monaten an Darmkrebs. Dies war ein großer Schock für die Familie, v.a. natürlich ihre. Meine Oma hat sich nie wieder davon wirklich erholt.

Nach einigen Herzproblemen (Infarkt, Anfälle, Herzschrittmacher) bekam sie im August diesen Jahres einen Schlaganfall. Die linke Körperhälfte war gelähmt. Nach mehreren Wochen Aufenthalt in verschiedenen Kliniken kam sie für 8 Wochen zur Rehabilitation nach Ludwigsburg, was, wie sich nach 8 Wochen Reha herausstellte, wohl die schlimmste Entscheidung war, die die Ärzte des Krankenhauses, das zu der selben Kette gehörte wie die Reha, treffen konnten. Selbst der Hausarzt meiner Oma versuchte, eine Verlegung zu erwirken, was allerdings v.a. durch die Krankenkasse blockiert wurde.

Die Aufbautherapien in dieser Reha waren top, da kann man nichts dagegen sagen. Allerdings waren rein vom ärztlichen und pflegerischen Aspekt her die Zustände unter aller Sau. Die Verwandten wurden nahezu dazu gezwungen, die Angehörigen zu versorgen.

In dieser Reha magerte meine Oma binnen 8 Wochen um 20kg auf ~40kg mit Blutwerten, bei denen laut Ärzten jeder andere schon tot gewesen wäre; selbst Hungerstreikende hätten angeblich nicht so schlimme Werte.

Nach einem großen Aufstand meiner Mutter waren die Pfleger endlich bereit, einer Umlegung ins 20min entfernte Krankenhaus zuzustimmen. Bis der Krankenwagen kam dauerte es 2,5h...

Nach dem Aufpeppeln im Krankenhaus konnte meine Oma nach, ich glaub, 10 Tagen wieder nach hause.

Sie war durch die Folgeschäden des Schlaganfalls ein Pflegefall, konnte nicht essen, nicht laufen, mit Müh und Not sprechen... war allerdings nach wie vor fit im Kopf wie eh und je. Dann ein Unfall: Eine Person des Pflegepersonals, das engagiert wurde, hob meine Oma falsch, um sie auf die Toilette zu setzen, ließ sie auf die Klobrille fallen. Ein Bluterguss, der sich fast über den kompletten Oberschenkel zog, war die Folge. Nach einigen Tagen traten dann die Schmerzen ein, die zuerst als Einbildung abgetan wurden, da man keine Verletzungen erkennen konnte. Wie sich dann vor ~3 Tagen herausstellte, war es doch keine Einbildung, das sich angesammelte Blut drückte auf einen Nerv - einer der wohl schlimmsten Schmerzen, die man sich vorstellen kann.

Noch am selben Tag wurde meine Oma ins Krankenhaus geschickt, damit ihr ein Opiat und andere schmerzstillende Mittel (z.B. eine Spritze ins Rückenmark, wie bei Schwangeren bei der Geburt) verabreicht werden konnten. Bis heute früh hielten die Schmerzen, wenn auch in abgeschwächter Form durch die Medikamente, an. Sie wurde dann, da die Schmerzen wieder stärker wurden, einer CT oder KT unterzogen (ich hab's selbst nur schwammig mitbekommen heute morgen). Wahrscheinlich kurze Zeit später starb sie.

Die Polizei wurde vom Krankenhaus eingeschaltet, um zu untersuchen, ob der "Arbeitsunfall", wie der Fehler des Pflegedienstes vom Krankenhaus aufgenommen wurde, Grund für den Tod war, oder woran sie wirklich gestorben ist.




Ich bin nicht so bestürzt darüber, dass meine Oma etwa "zu früh" gestorben ist - sie war immerhin 84. Was mich so dermaßen aufregt ist, dass sie noch solche Schmerzen haben musste. Das hätte wirklich nicht sein müssen.

Meine Oma sagte die letzten Tage ständig, sie wäre gerne tot, um die Schmerzen nicht ertragen zu müssen. Ich hoffe, sie hat jetzt ihren Frieden gefunden!
 
 
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Senjo
Alt 29.12.2005, 14:30   #2
Standard

Das tut mir leid für dich..

Jedoch kann ich dir gar nicht sagen, wie aggressiv es mich macht, das hier zu lesen. Deine Oma war 84, du sagst selbst das sie immerhin 84 geworden ist.
Mein Vater ist nicht mal 50 geworden, hatte eine gewisse Zeitlang dauernd Schlaganfälle und 3 mal Krebs, aber nie, wirklich nie, würde ich den Ärzten Schuld an seinem Tod geben.
Ich frage mich, wie du dir das recht rausnehmen kannst..
Ich denke, es ist "normal" das man in diesem Alter von 84(!), krank wird. (Schlaganfälle, Herzinfakt etc.)
Aber das man dann sagt, die Kurklink hat was falsch gemacht und dann der Pfleger..
Meinst du nicht, in diesem Alter hat man ein recht darauf schwach zu sein?
Sie hat abgenommen, aber willst du da wirklich nur der Kurklink vorwürfe dran machen? Meinst du nicht, der Körper hat auch von sich aus abgenommen, vielleicht auf Grund der ganzen Belastung oder auf Grund Medikamente, falls sie welche bekam?
Und der Pfleger.. Der hat sie doch sicher nicht extra fallen gelassen, jedoch weißt du nicht mal, ob er da was für kann.. Alte Menschen haben schließlich oft ihren eigenen Kopf, vielleicht hat sie sich gewehrt? (das ist ja ziemlich oft, bei älteren oder allgemein kranken Menschen, habe ich auch bei meinem Vater erlebt, aber ich weiß ja nicht ob es bei deiner Oma auch so war)
Und du sagst sie hatte schmerzen, ich glaube die Anzahl von Menschen, die unter Schmerzen sterben, ist größer als die, die einfach so "einschlafen".
Und alte Menschen kriegen relativ schnell Blutergüsse und sonst auch sonst sehr viel zerbrechlicher..
Schon dadurch, dass deine Oma anscheinend gar nicht mehr leben wollte, halte ich es für falsch dem Pfleger die "Schuld" zu geben.
Mein Vater wollte auch nicht mehr leben, wollte sich sogar noch selbst umbringen, weil er alles nicht mehr ausgehalten hat.
Aber er war "einfach" krank und deine Oma auch. Und das sollte uns bewußt sein, da kann man keinem für die Schuld geben.
Und dann stellt sich ja auch die Frage, wenn der Tod deiner Oma wirklich durch diesen Sturz ausgelöst wurde, war es dann nicht besser? Hätte sie noch länger in diesem Zustand leben sollen?
 
 
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Sili
Alt 29.12.2005, 14:43   #3
Standard

Mein Beileid.

Meine Oma hat an ihren letzten Tagen auf oft gesagt sie will lieber tot sein, sie kann nichtmehr... auch hier haben gewisse Ärzte nichgt unbedingt nach ihrem Amt gehandelt sondern es eher schlimmer gemacht...
dem Doc gings Hauptsächlich drum, das seine OP untenrum so gut lief das er sich wieder an junge Sprechstundenhilfen ranmachen konnte...
leider wurde "übersah" er dadurch das sie keinen stuhlgang mehr hatte durchs morphin und innerlich vergiftet war...

naja

ärzte wollen anscheinend nicht immer das beste der Patienten sondern nur "Ihr" bestes... und am besten in Scheinen...
 
 
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weltretter
Alt 29.12.2005, 16:04   #4
Standard

@Mike: Tut mir sehr leid für dich.
@senjo: Ich denke nicht, dass Mike den Ärzten komplett die Schuld an dem Tod geben will, aber es ist doch leider wirklich viel zu oft so, dass in Krankenhäusern sehr rüde Umstände herrschen (ich weiß das von mehreren Freunden und nem Arzt, die halt -logischerweise- im Krankenhaus arbeiten). Auch Pflegeheime sind oft erschreckend. Ich wil nicht alle über einen Kamm scheren hier, aber diese Probleme des Ignorierens oder Vernachlässigens gibt es leider tatsächlich und ich finde es verständlich, dass man sich Gedanken macht, ob das Ende eines Menschen wirklich so schmerzhaft oder lieblos sein musste, wie es offenbar in diesem FAll war.
 
 
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mizue
Alt 29.12.2005, 16:14   #5
Standard

ich sehe das ähnlich... eine freundin von mir, die selbst drei jahre lang nebenher im altersheim gearbeitet hat, kann bestätigen, wie rüde man teilweise mit den alten leuten umgeht, die eher als last, denn hilfsbedürftige menschen angesehen werden. sowas muss nicht sein, sowas ist unmenschlich und die alten leute können wohl kaum was dafür, dass sie alt und damit nicht mehr ganz so fit und wirtschaftsfähig/-kompatibel sind.

ärzte (und das pflegepersonal) entwickeln manchmal so ne scheiß-egal-menthalität, sind abgestumpft und oberflächlich... (weil sie vor lauter arbeit manchmal selbst nicht mehr wissen, wo ihnen der kopf steht? - und da baut man dann trotzdem noch kräftig sozialstrukturen ab, schön geil) tun "hilfeschreie" als nichts oder simulation ab. das ist definitiv nicht in ordnung so.

mein beileid.
 
 
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MiKe
Alt 29.12.2005, 20:25   #6
Standard

Danke erst mal an alle!

Zitat von Senjo
Jedoch kann ich dir gar nicht sagen, wie aggressiv es mich macht, das hier zu lesen. Deine Oma war 84, du sagst selbst das sie immerhin 84 geworden ist.
Mein Vater ist nicht mal 50 geworden, hatte eine gewisse Zeitlang dauernd Schlaganfälle und 3 mal Krebs, aber nie, wirklich nie, würde ich den Ärzten Schuld an seinem Tod geben.
Ich frage mich, wie du dir das recht rausnehmen kannst..
Ich denke, es ist "normal" das man in diesem Alter von 84(!), krank wird. (Schlaganfälle, Herzinfakt etc.)
Aber das man dann sagt, die Kurklink hat was falsch gemacht und dann der Pfleger..
Es ist Fakt, dass die Kurklinik und der o.g. Pfleger etwas falsch gemacht haben, daran kann man nichts rütteln. Was ich nicht erwähnt habe ist, dass z.b. die komplette Station auf einmal Probleme mit dem Magen/Darm hatte und die Pfleger uns extra sagten, wir sollen das bitte nicht zu laut herumerzählen, das würde dem Ruf der Klinik schaden.

Wenn jemand über 8 Wochen hinweg 20kg abnimmt und die Ärzte rein GAR NICHTS unternehmen, nicht mal eine Infussion geben oder sonstige Präparate verabreichen, und später behaupten, meine Oma hätte regelmäßig gegessen, was definitiv NICHT stimmt (und auch nicht von den Pflegern kontrolliert wurde, da nach dem Essen im Essenssaal immer die Deckel auf den Tabletten waren), dann muss doch was falsch laufen. Der Hausarzt sagte, meine Oma wäre spätestens 2-3 Tage später an Verhungern gestorben. Und das unter "ärztlicher Aufsicht"!

Zu der Sache mit dem Pfleger: Auch da ist fakt, dass er etwas falsch gemacht hat, sonst wäre sie nicht gestürzt. Der Pfleger hat sie falsch gehalten, das ist auch fakt (es gibt auch Zeugen). Und gewehrt hat sich meine Oma garantiert nicht, sie konnte sich ja kaum bewegen und hat sonst auch immer versucht, beim Umsetzen zu helfen, wo sie nur konnte!

Meinst du nicht, in diesem Alter hat man ein recht darauf schwach zu sein?
Sie hat abgenommen, aber willst du da wirklich nur der Kurklink vorwürfe dran machen? Meinst du nicht, der Körper hat auch von sich aus abgenommen, vielleicht auf Grund der ganzen Belastung oder auf Grund Medikamente, falls sie welche bekam?
Wenn jemand nicht essen KANN, weil er den Mund kaum bewegen konnte, dann liegt das garantiert nicht an irgendwelchen Medikamenten oder an Belastungen. Und jemandem dann unter diesen Umständen keinen Tropf zu geben ist ja wohl katastrophal!

Und der Pfleger.. Der hat sie doch sicher nicht extra fallen gelassen, jedoch weißt du nicht mal, ob er da was für kann.. Alte Menschen haben schließlich oft ihren eigenen Kopf, vielleicht hat sie sich gewehrt? (das ist ja ziemlich oft, bei älteren oder allgemein kranken Menschen, habe ich auch bei meinem Vater erlebt, aber ich weiß ja nicht ob es bei deiner Oma auch so war)
Ich habe nie behauptet, dass es Absicht war, aber er hat einen Fehler gemacht, dafür gibt es auch keine Entschuldigung, genauso gibt es auch keine Entschuldigung, wenn ein Mann ein Kind überfährt, weil er die rote Ampel übersehen hat, auch wenn er es nicht "extra" gemacht hat.

Und du sagst sie hatte schmerzen, ich glaube die Anzahl von Menschen, die unter Schmerzen sterben, ist größer als die, die einfach so "einschlafen".
Und alte Menschen kriegen relativ schnell Blutergüsse und sonst auch sonst sehr viel zerbrechlicher..
Die Schmerzen kamen alleinig von dem Sturz auf die Klobrille. Wäre dies verhindert worden, hätte sie auch keine Schmerzen gehabt, da es ihr ansonsten eigentlich gut ging, zumindest den Umständen entsprechend.

Schon dadurch, dass deine Oma anscheinend gar nicht mehr leben wollte, halte ich es für falsch dem Pfleger die "Schuld" zu geben.
Mein Vater wollte auch nicht mehr leben, wollte sich sogar noch selbst umbringen, weil er alles nicht mehr ausgehalten hat.
Aber er war "einfach" krank und deine Oma auch. Und das sollte uns bewußt sein, da kann man keinem für die Schuld geben.
Und dann stellt sich ja auch die Frage, wenn der Tod deiner Oma wirklich durch diesen Sturz ausgelöst wurde, war es dann nicht besser? Hätte sie noch länger in diesem Zustand leben sollen?
Ich sagte bereits, dass ich dem Pfleger nicht die Schuld an ihrem Tod gebe, wobei da erst noch denk ich mal untersucht werden muss, sonst hätte man deswegen ja wohl kaum die Polizei eingeschalten. Ich habe mit meiner Mutter allerdings noch nicht darüber geredet, was, denk ich mal, verständlich ist, nachdem sie heute den ganzen Tag unterwegs war wg. Bestatter, Finanziellem, etc.

Wg. "weiter in diesem Zustand leben": meine Oma machte sehr gute Fortschritte, was die Bewegunge der linken Gliedmaßen anging. Klar wäre es nicht wie früher gewesen, das war uns allen bewusst. Aber sie hätte die Chance gehabt, wieder, im wahrsten Sinne des Wortes, auf die Beine zu kommen, ein normales Leben zu führen.

so, hatte gerade doch noch ne unterhaltung mit meiner mutter. meine oma ist aufgrund eines kreislaufzusammenbruchs gestorben, was allerdings für alle ärzte und pfleger total überraschend war. man konnte sie auch nicht mehr reanimieren...
jetzt ist nur die frage, wie es zu diesem überraschenden kollaps kam. die kripo ermittelt und meine oma wird untersucht. meine mutter hat eine obduktion allerdings abgelehnt, weil sie der meinung ist, meine oma solle endlich in frieden gelassen werden. sollte der staatsanwalt allerdings eine obduktion anordnen, lässt sich dagegen nichts machen...

Geändert von Felicitas (29.12.2005 um 23:32 Uhr).
 
 
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Purple
Alt 29.12.2005, 21:11   #7
Standard

Ich möchte dir auch einfach sagen, dass es mir leid tut und dass ich dir und deiner Familie viel Kraft wünsche, mit dem Verlust deiner Oma leben zu lernen.

Ich selbst habe im Januar diesen Jahres meinen Opa verloren. Das einzige, was daran jedoch wirklich "schlimme" war, war der Verlust eines sehr lieben Menschen, eben die Tatsache, dass er nicht mehr da ist, ich nie mehr mit ihm sprechen oder lachen kann. Ansonsten würde ich von einem - mir fällt kein anderes Wort ein - berechtigten und unheimlich schönen Tod sprechen. Er war 92 Jahre alt und vollkommen bereit, zu gehen. Das sagte er mehrmals. Er hatte zwei Herzinfarkte, hat sich danach im Krankenhaus erstaunlich gut erholt und war geistig total auf der Höhe. Dann kam der Morgen, an dem er noch gefrühstückt hat, seinem Zimmernachbarn ein Liedchen trällerte und dann mit den Worten "So, jetzt habe ich Zeit, jetzt lege ich mich hin" einschlief um nie mehr aufzuwachen. So einen Tod wünscht sich doch eigentlich jeder, oder?
Es war für mich trotz der Verlustschmerzen eine schöne Erfahrung zu spüren, dass die Zeit tatsächlich alle Wunden heilt, dass man irgendwann nicht mehr traurig zurückschaut sondern sich liebevoll, oft schmunzelnd erinnern kann.
Ich wünsche dir, dass du das auch bald schaffst! Wenngleich natürlich die Trauer völlig in Ordnung ist und zu allererst kommt und ausgelebt sein will. Auch das tut im Nachhinein betrachtet gut, wie ich finde.

Noch etwas zu den Vorwürfen an Pfleger/Krankenhäuser:
Ich nehme mir jetzt nicht raus zu sagen, berechtigt oder nicht. Ich denke, ihr werdet das schon wissen bzw. euch dazu noch eure Gedanken machen.
Ich möchte nur sagen, dass ich einen teilweise sehr nachlässigen, groben und sowieso lieblosen Umgang mit alten Menschen bestätigen kann. Zumindest war das hier in unserem Krankenhaus der Fall. Meine Oma war vor sie ins Pflegeheim kam lange im KKH und ich hätte schreien können vor Wut über das Personal dort. Meine Oma lag einen Vormittag lang in ihrer eigenen Sch*** Von Leuten, die den entsprechenden Job gelernt haben, dort arbeiten und schließlich auch dafür bezahlt werden, erwarte ich, dass sie sie umziehen und nicht - darauf angesprochen - ein "Ach, das lohnt sich doch eh nicht mehr!" von sich geben. Da stimmt dann in meinen Augen irgendwas grundlegend nicht
 
 
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MiKe
Alt 29.12.2005, 21:33   #8
Standard

danke für deine aufmunternden worte.

das mit dem "lohnt sich doch eh nicht mehr" kann ich nur bestätigen. zu uns hieß es auch, man solle meiner oma keine gymnastik um die linke seite zu trainieren zumuten, weil ihr herz ja so schwach sei. man solle einfach auf den tod warten. daraufhin is meine mutter leicht ausgeflippt. zurecht, wie ich finde. meine mutter hat gemeint, wenn meine oma stirbt, dann beim versuch, sich wieder aufzubauen, aber nicht beim im bett auf den tod warten. und bei keiner aufbautherapie hatte meine oma irgendwelche probleme oder beschwerden.

ein weiterer skandalöser punkt war, dass meine oma fast die komplette zeit in der reha mit nem katheter im bett lag und dieser erst nach aufforderung meiner mutter entfernt wurde, um wenigstens mal zu probieren, ob sie nicht doch normal urinieren konnte, was auch der fall war. die pflegerinnen waren sich auch nicht zu fein, einzugestehen, dass es für diese so einfach bequemer sei...
 
 
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mizue
Alt 29.12.2005, 21:47   #9
Standard

man darf aber auch ned vergessen, dass ned nur das personal schuld ist... sondern auch die betreffenden stellen, die es nicht einsehen, dass vllt doch mehr personal gebraucht wird. ich war selbst zwei monate lang die praktikantin in ner (nur) inneren station... und selbst da, wo es normalerweise nicht so stressig sein dürfte, wie anderswo, hätten ein, zwei schwestern oder pfleger mehr nicht geschadet. man ist ständig am rennen und die gefahr, dass man da jemanden übergeht oder ungerecht behandelt, ist da sehr groß. man hat selbst ständig den zeitdruck im nacken.
 
 
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MiKe
Alt 29.12.2005, 21:49   #10
Standard

klar, dass da auch die stellen schuld sind bzw. sein können. jetzt müssen wir aber abwarten, was die KriPo ermittelt bzw. ob sie ermittelt...
 
 
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Sili
Alt 29.12.2005, 21:58   #11
Standard

denk immer dran, das leben muss weitergehn auch wenns am anfang schwer fällt und ne zeit lang immer wieder irgendwie leer ist und dir auffällt das in dieser situation irgendwie die oma fehlt.

wenn du deine oma brauchst, wird sie bei dir sein und das sag ich als atheist.
wenn ich meine oma gebraucht habe bis jetzt, hab ich immer gefühlt, dass sie da ist.
steht es zusammen durch und redet auch drüber, auf keinen fall solltet ihr deine oma zum "tabuthema" machen
 
 
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Raubtier
Alt 29.12.2005, 22:36   #12
Standard

Mh,mein Beileid...mein Opa ist am 24. gestorben,auch noch nich so lange her...
aber ich hab von seinem Krankheitsbild nich so viel mitbekommen,wie du von deiner Oma.

Im Gegenteil,ich glaub 2002 oder so hab ich ihn zuletzt gesehen.

Klar,das du dich aufregst,weil die Pfleger zum Teil wirklich sehr lieblos mit alten Leuten umgehen.
Das hab ich letzte Woche,als ich meine Mutter im Krankenhaus besucht habe selbst erlebt...
Die Oma da tat mir so leid,das ich ihr sogar meine Hilfe angeboten habe,obwohl ich gar nich zuständig dafür war.
Die alte Frau wusste noch nicht einmal,was überhaupt los war,wo sie war und überhaupt wollte sie nicht mehr leben.
Die Pfleger hätten meiner Meinung nach,ihr wenigstens ihre Situation erklären sollen aber die waren so ...*argh*
 
 
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MiKe
Alt 29.12.2005, 22:43   #13
Standard

ich bin gerade schockiert, wenn ich überlege, dass dieses verhalten mittlerweile bei so eiem großen teil der krankenhäuser etc. standard zu sein scheint.... einfach nur inakzeptabel...
 
 
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Purple
Alt 29.12.2005, 23:14   #14
Standard

Da ich selber im sozialen Bereich arbeite, kann ich bestätigen, dass es nicht immer am Personal liegt, wenn die Schützlinge (ob nun Alte, Kranke, Kinder oder Menschen mit Behinderung) zu kurz kommen. Das ist sehr traurig und daran lässt sich meist leider nichts machen, weil - bei uns ist es zumindest so - die Sesselpupser in der Chefetage nach Zahlen und Fakten entscheiden, wieviel Personal nötig ist und nicht nach Praxistauglichkeit.
Im Fall meiner Oma saßen die Ladies aber ständig im Personalraum und haben fleißig Orangen geschält. Ich spreche niemandem seine Pause ab, aber die muss nicht zu zehnt abgehalten werden und den halben Morgen dauern, wenn es Arbeit gäbe

Und für dich, Mike, noch ein kleiner Spruch zur Nacht:

Du denkst, du bist am Ende,
am Ende bist du nicht,
du mußt nur durch das Dunkel
und dann wird´s wieder Licht!
 
 
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MiKe
Alt 29.12.2005, 23:23   #15
Standard

danke, den spruch werde ich mir merken!
ich will jetzt weder eine einzelne person, noch die gesamte pflegestelle verurteilen, ich weiß nicht, wer letztendlich die schuld zu tragen hat. ich bin mir aber sicher, dass die ganze sache sowohl für den pflegedienst, als auch die reha konsequenzen haben wird, das hat auch schon der hausarzt meiner oma gesagt!
 
 
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