Merkwürdigkeiten und Widersprüche
BERLIN, 10. September. Der Hamburger Prozess gegen den später freigesprochenen Abdelghani Mzoudi, einen angeblichen Helfer der mutmaßlichen Todespiloten vom 11. September 2001, begann im August vergangenen Jahres mit einer umfänglichen Erklärung der Verteidigung. Darin bemängelten die Anwälte die Tatsache, dass die USA bis heute kaum stichhaltige Beweise für ihre offizielle Version des Geschehens am 11. September 2001 vorgelegt haben. Bundesanwalt Walter Hemberger, der die Anklage gegen Mzoudi vertrat, reagierte empört. "Ich hoffe nicht, dass die Verteidigung daran zweifelt, dass Mohammed Atta, Marwan Al-Shehhi und Ziad Jarrah die Anschläge vom 11. September in den USA verübt haben", sagte er scharf.
Die Anwälte blieben damals eine Antwort darauf schuldig - dabei sind Zweifel durchaus berechtigt. Tatsächlich existiert drei Jahre nach den mörderischen Attacken noch kein überzeugender Beweis dafür, dass Atta, Al-Shehhi, Jarrah und weitere 16 Entführer tatsächlich an Bord der Maschinen waren, die in das World Trade Center und das Pentagon rasten beziehungsweise auf einem Feld in Pennsylvania zerschellten. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer offener Fragen und Widersprüche in der offiziellen Darstellung dessen, was vor und am 11. September 2001 passierte.
Besonders in den USA wächst die Zahl der so genannten 9/11-Skeptiker, die auf eine Aufklärung dieser Widersprüche drängen. Sie verlangen beispielsweise überprüfbare Belege dafür, dass die als Täter benannten Personen tatsächlich an Bord der Flugzeuge waren. Solche Belege gibt es bislang nämlich nicht:
Weder wurden die offiziellen Fluglisten aller vier Flüge veröffentlicht - auf den noch am 11. September 2001 publizierten Aufstellungen fehlen durchweg die Namen der angeblichen Entführer -, noch gibt es Videomaterial von ihrem Einchecken. Leichenteile in den Trümmern, die durch DNA-Analyse zweifelsfrei den Verdächtigen zugeordnet werden konnten, fehlen auch. Rätselhafte Beule
Stattdessen gibt es auffällige Widersprüche zwischen den Informationen, die per Telefon aus den entführten Maschinen übermittelt wurden, und der offiziellen Darstellung.
So sprach eine Stewardess aus dem Flugzeug, welches als Erstes in die Twin Towers einschlug, in ihrem Gespräch mit der Bodenkontrolle von "zwei oder drei Entführern" - im Untersuchungsbericht ist dagegen von fünf Entführern die Rede. Einen ähnlichen Widerspruch gibt es bei der Maschine, die in Pennsylvania abstürzte. Alle Anrufer aus diesem Flugzeug sprachen von drei Entführern - offiziell sollen aber vier an Bord gewesen sein.
Rätsel gibt auch der Vergleich der Flugdaten auf. Die von den Fluglotsen registrierten Positionsdaten ergeben für die beiden New York ansteuernden Maschinen, dass sie wenige Minuten vor den Einschlägen noch 100 bis 150 Kilometer von den Zwillingstürmen entfernt waren - zu weit, um in der verbleibenden Zeit ihre Ziele zu erreichen.
Auch bei dem Flugzeug, das ins Pentagon raste, gibt es Merkwürdigkeiten. Nachdem es mehr als zwanzig Minuten vom Radarschirm verschwunden war, tauchte es plötzlich wieder auf und nahm Kurs auf die US-Hauptstadt - für ein Passagierflugzeug flog es jetzt aber deutlich zu schnell.
Manche Konspirologen leiten aus diesen Widersprüchen die These ab, dass die ursprünglichen Maschinen auf eine Militärbasis dirigiert und in der Luft gegen ferngesteuerte Flugzeuge ausgetauscht wurden.
Sie bringen damit auch die rätselhafte, turbinengroße Beule am Rumpf des Flugzeugs in Verbindung, das in den Südturm des WTC einschlug. Für die Beule haben selbst Boeing-Ingenieure keine einleuchtende Erklärung.
Solche Tatversionen klingen allzu fantastisch. Aber so lange die vielen offenen Fragen um den 11. September unbeantwortet sind und die Ermittler Beweismittel zurückhalten, bleibt auch die offizielle Version nur das, was man den Geschichten der Konspirologen vorwirft - eine Verschwörungstheorie.
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