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Verschlechterung des menschlichen Genpools

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baedr
Alt 14.03.2008, 22:16   #1
Standard Verschlechterung des menschlichen Genpools

Pflanzen sich Menschen mit höherer Überlebensfähigkeit heutzutage mehr fort, als die mit schlechteren Voraussetzungen/Fähigkeiten? Haben wir vielleicht sogar eine Verpflichtung, unser Erbgut besser oder reiner zu halten (Stichwort Eugenik)?

Ausgangsthread war Rippers Thread
Wie sieht unsere Zukunft aus und werdet ihr mitziehen?
Zitat von IceBear
Zitat von baedr
Sehbehinderte, Kranke oder sonst von Natur aus benachteiligte Menschen pflanzen sich fort, und verteilen ihre "schlechten" Gene an unsere Kinder und Enkel. Natürliche Mutation wirkt sich im allgemeinen eher negativ auf die Menschheit aus, weil kaum mehr selektiert wird. Akademiker und Gebildete entschließen sich aus Karrieregründen dafür, keine Kinder zu bekommen, wo hingegen das "einfache Volk" sich um so mehr fortpflanzt. Dass sich der menschliche Genpool qualitativ rapide verschlechtert, lässt sich nach heutigem wissenschaftlichen Stand nicht bestreiten.
Das würde ich aber schon bestreiten. Evolution bedeutet nicht "Überleben des Schlauesten" oder "Überleben desjenigen mit dem besten Sehvermögen". Tatsache ist, dass eine Fehlsichtigkeit heute kein Nachteil mehr ist. Dementsprechend wird auf diese Eigenschaft kaum Evolutionsdruck ausgeübt. Heute sind es andere Eigenschaften, nach denen selektiert wird. Diese Selektion findet statt, immer und zu jedem Zeitpunkt, egal ob wir es wollen oder nicht. Und sollten sich intelligente Menschen sich weniger stark fortpflanzen als nicht-intelligente Menschen, so bedeutete das nur eins: Offensichtlich sind nicht-intelligente Menschen fitter.
Vielleicht hab ich etwas übertrieben, mit der Aussage, es ließe sich wissenschaftlich nicht bestreiten, dass sich unser Genpool rapide verschlechtere, aber zumindest in den Industriestaaten und gerade in den Sozialstaaten trifft das doch eindeutig zu. Ist es nicht so, das auch in Deutschland, jeder die Möglichkeit hat eine Familie zu gründen, auch wenn er arbeitslos ist, eine Sehschwäche hat, und sich jeden Tag Tabletten einwirft, um seinen Gesundheitszustand stabil zu halten? Und selbst wenn er Geld verdient, und sich als überlebensfähig in dieser Gesellschaft gezeigt hat, so kann er trotzdem Erbkrankheiten und Gebrechen haben, die er auf seine Kinder überträgt. Solange die Zeugungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist, so kann sich heutzutage fast jeder fortpflanzen. Extrem entstellte Menschen, oder Menschen mit einer enormen geistigen Beeinträchtigung stellen hier die Ausnahme dar.

Das Prinzip der Selektion ist ein ziemlich labiles Gebilde. Wenn zwei Menschen ein Kind bekommen, so wird deren DNA Vermischt und sie mutiert gleichzeitig. Diese zufälligen Mutation sind zum allergrößten teil entweder irrelevant für die Überlebensfähigkeit, oder stellen eine kleine Verschlechterung dar. Der deutlich kleinere Teil der Mutationen wirkt sich positiv für den Geborenen aus, und dieser hatte früher eben einen kleinen Vorteil gegenüber den Anderen sich fortzupflanzen, weil er vielleicht kräftiger war, schneller vor einem Fressfeind fliehen konnte, etc...
In Europa und Asien hat man ziemlich früh angefangen sich zu zivilisieren, und diese Gesetze teilweise außer Kraft gesetzt. Zur Veranschaulichung muss man sich nur das Olympia-Finale im 100m-Lauf ansehen. Diese dort antretenden Athleten, welche ausschließlich afrikanischer Abstammung sind haben einfach eine Genetik, welche grundsätzlich besser für diese Aufgabe geeignet ist.

Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Punkt ist einfach wichtig: In den Industriestaaten läuft die Selektion fast schon andersherum ab. Sehr erfolgreiche Menschen verzichten eher noch auf Kinder, oder entscheiden sich für ein Einzelkind, um ihre Karriere nicht zugefährden. Die "niederen Gesellschaftsschichten" hingegen pflanzen sich mehr und mehr fort.

Was die Reinhaltung oder Säuberung unseres Genpools betrifft, so halte ich nichts davon. Letzten Endes geht es darum, jedem Individuum das größtmögliche Glück zu ermöglichen, und nicht um das Schaffen eines Supermenschen.
 
 
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Reh
Alt 14.03.2008, 23:51   #2
Standard

Zitat von baedr
Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Punkt ist einfach wichtig: In den Industriestaaten läuft die Selektion fast schon andersherum ab. Sehr erfolgreiche Menschen verzichten eher noch auf Kinder, oder entscheiden sich für ein Einzelkind, um ihre Karriere nicht zugefährden. Die "niederen Gesellschaftsschichten" hingegen pflanzen sich mehr und mehr fort.
Vielleicht ist das, was wir heute als Erfolg ansehen, langfristig gesehen gar nicht erfolgreich?

Wenn man eine naturnahe Lebensweise als Maß nimmt, dann verschlechtert sich unser Genpool. Unsere Lebensweise ist aber nicht mehr naturnah, also muss die Bewertung anders gemacht werden. Was bei Tieren das Immunsystem erledigen muss, erledigt bei uns zum Teil die Medizin, so dass anfälligere Gene kein Problem darstellen.

Wenn wir aber davon ausgehen, dass unsere kulturellen Systeme irgendwann zusammenbrechen und Hilfsmittel wie Medizin, Hygiene usw. nicht mehr zur Verfügung stehen, dann entwickeln wir uns zur Zeit in der Tat in keine positive Richtung. Aber angesichts der Tatsache, dass es über 6 Milliarden Menschen auf der Erde gibt, ist das wiederum kein Nachteil. Im Gegenteil, im Falle einer Katastrophe haben wir große genetische Vielfalt. Dann sterben zwar ein paar Milliarden aus, aber die Wahrscheinlichkeit, dass eine genügende Anzahl Menschen für den Erhalt der Art überlebt, erhöht sich.
 
 
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Saman
Alt 15.03.2008, 15:11   #3
Standard

Es ist nicht bestreitbar das wir das System der positiven Revolution ausgehebelt haben.
Man kann sich von mir aus darüber streiten wie sinnvoll oder wichtig es noch ist, das sich nur gesunde und Intelligente fortpflanzen.
Aber man kann nicht darüber diskutieren ob unser Genpool schlechter wird, denn das wird er.
Behinderte werden unterstützt und nicht wie von der Natur vorgesehen liegen gelassen.
Schwache Menschen werden unterstützt und nicht wie von der Natur vorgesehen aufgefressen
Dumme Menschen werden unterstützt und nicht wie von der Natur vorgesehen durch ihre eigene fehlende Weitsicht in den Tod getrieben.

Ja definitiv verschlechtert sich unser Genpool und es wird immer mehr behinderte und kranke Menschen geben, denn auch wenn wir nicht mehr alle mehr als 2-3 Kinder zeugen besteht ein Doppelungsfaktor und das heißt aus einem kranken Menschen werden 2 usw.

Gruß
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 17.03.2008, 16:19   #4
Standard

Zitat von baedr
Letzten Endes geht es darum, jedem Individuum das größtmögliche Glück zu ermöglichen, und nicht um das Schaffen eines Supermenschen.
Naja genau. Ich denke es ist wichtiger, Wärme und Liebe zu vermehren. Weil diese manchen intelligenten Akademikern und Gebildeten fehlt, sind sie so "schlau" die Karriere dem Kinderkriegen vorzuziehen! Sind denn Wärme und Liebe so sehr von den Genen abhängig? Oder liegt es an unserem Umfeld?
 
 
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David
Alt 19.03.2008, 16:49   #5
Standard

Naja als ich mein Praktikum in der Neonatologie hatte (Frühchenstation) musste man schon drüber nachdenken dass wirklich viele dieser Kinder ohne die modere Medizin nicht überleben würden und sich so erbliche Risikofaktoren für z.b. angeborene Herzfehler nicht weitervererben würden.

Auch das Hartz4-Horst 4 Kinder hat und der durchschnittsakademiker-Haushalt nur 1,3 ist nicht wirklich förderlich für den Genpool.

Aber was sind wir denn bitte für Nazis uns über den "Genpool der Menschheit" Gedanken/Sorgen zu machen? Da reg ich mich eher über die abnehmende Qualität von Lidl-Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung auf.
 
 
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