Pflanzen sich Menschen mit höherer Überlebensfähigkeit heutzutage mehr fort, als die mit schlechteren Voraussetzungen/Fähigkeiten? Haben wir vielleicht sogar eine Verpflichtung, unser Erbgut besser oder reiner zu halten (Stichwort Eugenik)?
Ausgangsthread war Rippers Thread
Wie sieht unsere Zukunft aus und werdet ihr mitziehen? Zitat von IceBear Zitat von baedr Sehbehinderte, Kranke oder sonst von Natur aus benachteiligte Menschen pflanzen sich fort, und verteilen ihre "schlechten" Gene an unsere Kinder und Enkel. Natürliche Mutation wirkt sich im allgemeinen eher negativ auf die Menschheit aus, weil kaum mehr selektiert wird. Akademiker und Gebildete entschließen sich aus Karrieregründen dafür, keine Kinder zu bekommen, wo hingegen das "einfache Volk" sich um so mehr fortpflanzt. Dass sich der menschliche Genpool qualitativ rapide verschlechtert, lässt sich nach heutigem wissenschaftlichen Stand nicht bestreiten.
Das würde ich aber schon bestreiten. Evolution bedeutet nicht "Überleben des Schlauesten" oder "Überleben desjenigen mit dem besten Sehvermögen". Tatsache ist, dass eine Fehlsichtigkeit heute kein Nachteil mehr ist. Dementsprechend wird auf diese Eigenschaft kaum Evolutionsdruck ausgeübt. Heute sind es andere Eigenschaften, nach denen selektiert wird. Diese Selektion findet statt, immer und zu jedem Zeitpunkt, egal ob wir es wollen oder nicht. Und sollten sich intelligente Menschen sich weniger stark fortpflanzen als nicht-intelligente Menschen, so bedeutete das nur eins: Offensichtlich sind nicht-intelligente Menschen fitter.
Vielleicht hab ich etwas übertrieben, mit der Aussage, es ließe sich wissenschaftlich nicht bestreiten, dass sich unser Genpool rapide verschlechtere, aber zumindest in den Industriestaaten und gerade in den Sozialstaaten trifft das doch eindeutig zu. Ist es nicht so, das auch in Deutschland, jeder die Möglichkeit hat eine Familie zu gründen, auch wenn er arbeitslos ist, eine Sehschwäche hat, und sich jeden Tag Tabletten einwirft, um seinen Gesundheitszustand stabil zu halten? Und selbst wenn er Geld verdient, und sich als überlebensfähig in dieser Gesellschaft gezeigt hat, so kann er trotzdem Erbkrankheiten und Gebrechen haben, die er auf seine Kinder überträgt. Solange die Zeugungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist, so kann sich heutzutage fast jeder fortpflanzen. Extrem entstellte Menschen, oder Menschen mit einer enormen geistigen Beeinträchtigung stellen hier die Ausnahme dar.
Das Prinzip der Selektion ist ein ziemlich labiles Gebilde. Wenn zwei Menschen ein Kind bekommen, so wird deren DNA Vermischt und sie mutiert gleichzeitig. Diese zufälligen Mutation sind zum allergrößten teil entweder irrelevant für die Überlebensfähigkeit, oder stellen eine kleine Verschlechterung dar. Der deutlich kleinere Teil der Mutationen wirkt sich positiv für den Geborenen aus, und dieser hatte früher eben einen kleinen Vorteil gegenüber den Anderen sich fortzupflanzen, weil er vielleicht kräftiger war, schneller vor einem Fressfeind fliehen konnte, etc...
In Europa und Asien hat man ziemlich früh angefangen sich zu zivilisieren, und diese Gesetze teilweise außer Kraft gesetzt. Zur Veranschaulichung muss man sich nur das Olympia-Finale im 100m-Lauf ansehen. Diese dort antretenden Athleten, welche ausschließlich afrikanischer Abstammung sind haben einfach eine Genetik, welche grundsätzlich besser für diese Aufgabe geeignet ist.
Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Punkt ist einfach wichtig: In den Industriestaaten läuft die Selektion fast schon andersherum ab. Sehr erfolgreiche Menschen verzichten eher noch auf Kinder, oder entscheiden sich für ein Einzelkind, um ihre Karriere nicht zugefährden. Die "niederen Gesellschaftsschichten" hingegen pflanzen sich mehr und mehr fort.
Was die Reinhaltung oder Säuberung unseres Genpools betrifft, so halte ich nichts davon. Letzten Endes geht es darum, jedem Individuum das größtmögliche Glück zu ermöglichen, und nicht um das Schaffen eines Supermenschen.