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Verletzende Wahrheit/ Ehrlichkeit/ Meinung

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Alt 24.05.2008, 16:56   #26
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Zitat von ShakeTheDisease Beitrag anzeigen
Ich mache hin und wieder die Erfahrung, daß jemand verärgert oder verletzt ist, wenn ich ihm meine ehrliche Meinung sage.
Die Erfahrung macht wohl jeder Mensch, der ehrlich ist und seine ehrliche Meinung teilen will, früher oder später. Desweiteren fällt mir allerdings auch auf, dass die Allgemeinheit auf ehrliche Kommentare oder gar Kritik keinen Wert zu legen scheint. So höre ich immer öfter, dass man "das doch nicht so sagen kann". Die meisten Leute, mit denen ich zutun habe, legen meiner Meinung nach keinen Wert auf Ehrlichkeit. Mir ist es sogar schon öfter passiert, dass mir jemand erzählt hat wie doof doch die neue Frisur von XY ist und später als XY sich danach erkundigte wie denn die neue Frisur so ankäme meinten eben dieselben Personen, dass es "spitze" aussehe. Ich könnte kotzen bei soviel Falschheit und Heuchelei.

Dennoch muss ich sagen, dass ich selbst auch nicht der Typ bin, der immer offen und straight heraus die Meinung sagt. Aber ich sage dann lieber nichts bevor ich lüge. Wenn ich gefragt werde, bin ich auch ehrlich.

Ich selbst bekomme auch lieber die ehrliche Meinung gesagt, allerdings nur von Menschen deren Meinung mich auch interessiert. Der Rest kann sie sich gut und gerne sparen. Ich habe eine sehr gute Freundin, die sehr ehrlich und direkt ist, früher noch mehr als heute. Sie hat sich früher sehr viele Feinde durch ihre Art gemacht, obwohl sie es nie mit jemandem böse gemeint hatte. Sie war einfach nur ehrlich, nie mutwillig verletzend, sie sagte eben nur was ihr gefiel und was nicht. Man konnte regelrecht zusehen wie sich die Leute von ihr abgewendet haben, weil es die meisten einfach nicht gewohnt sind von Freunden Ehrlichkeit zu bekommen. Um beim Beispiel von oben zu bleiben sind Fragen wie "Gefällt dir meine neue Frisur" scheinbar eher rethorischer Natur und zielen nur auf Lobeshymnen ab, wenn dann allerdings etwas kritisches zurückkommt, bleibt der Mund erstmal offen stehen und dann wird gezickt.
 
 
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Alt 24.05.2008, 18:57   #27
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Ich sage grundsätzlich immer was ich denke. Ist manchmal vielleicht nicht so angebracht, aber ich kann einfach niemanden frech ins Gesicht lügen. Dann sage ich lieber die Wahrheit knallhart, anstatt meine eigene Meinung dazu nicht zu äußern.

Gleiches erwarte ich dann aber auch von meinen Mitmenschen. Ich kann es einfach nicht leiden, belogen zu werden, nur damit man mich nicht verletzt.
 
 
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Dreamrat
Alt 24.05.2008, 21:10   #28
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Ich bin ein sehr direkter Mensch und sage auch immer meine ehrliche Meinung ohne darüber nachzudenken, weil ich mir denke, das es einem eher vorwärts bringt als wenn man jemanden schön tun will um ihn nicht zu verletzen. Dabei bin ich schon oft angeeckt, weil ich eben so direkt bin und nicht um den heißen Brei rede.

Ich möchte es bei mir auch, dass man mir die ehrliche Meinung sagt, mit der kann ich dann auch etwas anfangen und etwas verändern an mir, wenn es gerechtfertigt ist. Ich denke schon, das man Wahrheit und Ehrlichkeit in einen topf werfen kann, Für mich bedeutet Wahrheit, dass man Ehrlich ist, die Wahrheit hat sehr viel mit Ehrlichkeit zu tun, denn wär die Unwahrheit sagt, der lügt, also ist er nicht ehrlich,somit sagt er nicht die Wahrheit.

Was ich noch dazu schreiben kann, es wird vielen vielleicht so gehen, das man die Wahrheit oder ehrliche Meinungen über sich selber, oft nicht so gerne hört, man fühlt sich da oft angegriffen, aber mittlerweile denke ich da anderst, früher hatte ich da schon so meine schwierigkeiten, ich teilte aus, einstecken konnte ich nur sehr schlecht, fühlte mich dann gleich an meiner Persönlichkeit angegriffen, aber jetzt bin ich eines besseren belehrt, man solle ehrliche meinungen anhören und drüber nachdenken und es nicht zu persönlich nehmen, es ist dazu da um zu lernen, aus seinen Fehlern zu lernen und es besser zu machen. Etwas an sich zu verändern, man sollte es sogar als Hilfeleistung sehen bzw. das man darauf aufmerksam gemacht wird, wo man selber oft gar nicht erkennt oder merkt, um etwas an sich zu verändern.

lg Dreamrat
 
 
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Fränze
Alt 25.05.2008, 09:51   #29
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In diesem Thread wurde schon früher der Unterschied zwischen Ehrlichkeit und Wahrheit gemacht. Was jemand ehrlich sagt, muss nicht die Wahrheit sein. Ich kann jemandes Frisur grottenhäßlich finden, aber vielleicht ist sie in ein paar Monaten angesagt, und vielleicht finde ich sie dann auch ganz gut. Was mache ich dann? Gehe ich dann hin und sage "Deine Frisur fand ich sch.., wenn du dich erinnerst, aber jetzt gefällt sie mir, dafür finde ich deine Hose sowas von krass, nimms mir nicht übel, ich bin halt ehrlich." Der wird nicht lange mein Freund sein.

Es ist schon auffallend, dass Ehrlichkeit immer im Zusammenhang mit Kritik steht. Kritik wird damit immer positiv begründet. Hm!

@Dreamrat: In einem anderen thread wurdest Du für irgendwas kritisiert, und du hast ein paar posts weiter gesagt, dass dich das verletzt hat. Es war kurz nach deinem Einstieg hier.
 
 
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baedr
Alt 25.05.2008, 17:20   #30
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Ich bin ein sehr direkter Mensch und sage auch immer meine ehrliche Meinung ohne darüber nachzudenken, weil ich mir denke, das es einem eher vorwärts bringt als wenn man jemanden schön tun will um ihn nicht zu verletzen. Dabei bin ich schon oft angeeckt, weil ich eben so direkt bin und nicht um den heißen Brei rede.
Nachdenken ist nie verkehrt.

Oft ist jemandem viel mehr geholfen, wenn man ihn nicht mit seiner fast schon unverschämt vorgebrachten Meinung blosstellt, sondern so lange "um den heißen Brei herum redet", bis man denkt, dass der andere verstanden hat, was man sagen will... Viele blocken nämlich auch einfach ab, weil sie das als Angriff verstehen, und damit ist niemandem geholfen.


edit: Ach ja, und "Ehrlichkeit" ist doch die Eigenschaft, nach bestem Gewissen immer dass zu sagen, was man in dem moment für wahr hält.

Bei Wahrheit wirds schon gleich viel komplizierter... Man könnte sagen, das etwas "wahr" ist, wenn es sich möglichst widerspruchslos in ein System von Wahrheiten eingliedert... damit beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz.
Würde man "ein System von Wahrheiten" durch "ein System von Umständen, welche die Mehrheit der Menschen als Tatsachen bezeichnen würde" ersetzen, wäre es meiner Meinung nach auch nicht korrekt. Naja, ich komm da nicht weiter.

Geändert von baedr (25.05.2008 um 17:45 Uhr).
 
 
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Dreamrat
Alt 26.05.2008, 16:23   #31
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Zitat von Fränze Beitrag anzeigen
@Dreamrat: In einem anderen thread wurdest Du für irgendwas kritisiert, und du hast ein paar posts weiter gesagt, dass dich das verletzt hat. Es war kurz nach deinem Einstieg hier.
Verletzt war ich auch, aber ich habe daraus gelernt, denn in so einen Moment ist man natürlich auch verletzt, oder gekränkt wie auch immer. Aber ich dachte darüber nach und fand es als Wahrheit, mich so gehen zu lassen und mich so schlecht zu machen bzw. mich so niederzumachen. Das es nicht richtig von mir war, weil ich eben doch ein 'wertvoller Mensch bin, dass hat sie mir so gesagt, sie sagte es mir aber aus meiner Sicht, sie war für mich der Spiegel, das habe ich aber später erst erkannt.

lg Dreamrat
 
 
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Alt 27.05.2008, 10:06   #32
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Ich hab mal folgendes dazu ausgegraben:

Die beiden häufigsten Formen von Grausamkeit sind – neben vermeintlicher Diplomatie – Ironie und Härte. Ironie, weil sie das Problem ins Spaßige zieht und dadurch Irritation wie Verletzungsgefahr vergrößert. Härte, weil sie dem Betroffenen – zum Beispiel in Form einer "Abrechnung" oder in Form von Schuldvorwürfen – die alleinige Verantwortung an dem Problem zuschiebt und die schlechte Nachricht so weiter verschlimmert, indem sie sie um Schuldgefühle und zusätzliche Entwertung "anreichert".
Schonung und Härte: Zwei Formen von Feigheit

Bei genauerer Betrachtung sind sowohl Schonung als auch "schonungslose Härte" in erster Linie Selbstschutz. Schonung deshalb, weil wir in aller Regel nicht dem anderen, sondern uns selbst schonen: Wir ersparen uns so sowohl ein unangenehmes Gespräch als auch die Weiterungen, die es nehmen könnte (und die wir uns vor schwierigen Gesprächen in unserer Phantasie ausmalen).
Schonung ist Selbstschutz
Das Ansprechen unangenehmer Themen ist Stress – insbesondere für harmonieorientierte Zeitgenossen. Denn erstens haben die meisten Menschen (glücklicherweise) eine natürliche Hemmung, anderen Menschen Leid zuzufügen – was wir durch das Ansprechen einer unangenehmen Sache ja möglicherweise tun. Zweitens weiß man nie so genau, wie der andere (oder die Gruppe) auf eine klare Aussage reagieren wird: Ob er sie kühl zur Kenntnis nimmt und kaum darauf reagiert, ob er wütend oder aggressiv wird, ob er zu weinen beginnt oder zusammenbricht. (Wovor sich viele mehr Führungskräfte fürchten als vor Wut und Aggression.) Und drittens müssen wir befürchten, dass der andere (oder die anderen) böse auf uns ist und hinterher schlecht über uns redet. Möglicherweise wird er Sie für einen schlechten, rücksichtslosen, hinterlistigen, eiskalten, skrupellosen (...) Menschen halten – und dies auch jedem erzählen, der ihm in den Weg kommt.
Stress ...
All das würden wir uns lieber ersparen. Vor solchen unangenehmen Konsequenzen, die immerhin denkbar sind, schonen wir uns mit unklaren, beschönigenden Aussagen. Den anderen schonen wir damit nicht – oder nur vordergründig. Denn selbstverständlich verhindert diese "Diplomatie" nicht, dass der andere in ein Loch fällt, wenn er die wahre Bedeutung unserer Umschreibungen begreift – wir verzögern es nur so lange, dass wir beim Absturz nicht mehr zugegen sein müssen.
und Stress-vermeidung
Die vermeintlich entgegengesetzte Linie ist die der "schonungslose Härte". Doch Härte ist keine Tapferkeit, sondern eine besonders perfide Form von Feigheit: Indem wir dem anderen alle Schuld zuschieben und ihn mit Vorwürfen überhäufen, versuchen wir, uns selbst vor Mitverantwortung, Mitschuld und möglicher Kritik zu bewahren. Denn wenn der andere "sich die alleinige Schuld selbst zuzuschreiben hat", beweist das ja im Umkehrschluss, dass wir selbst völlig unschuldig an dem Problem sind.
Härte – ein fauler Trick
Deshalb wird die Taktik der schonungslosen Härte gerade bei Beziehungsproblemen besonders "gern" gewählt – im Berufs- wie im Privatleben. Was häufig das zunächst einmal auch funktioniert, weil der so Attackierte erst einmal perplex ist und sich überrollen lässt. Oftmals hat es aber ein übles Nachspiel: Nachdem der Betroffene sich von seinem Schock erholt hat, schlägt er meistens zurück – von den Gegenschlägen im privaten Bereich nicht zu reden.
Quelle: die Umsetzungsberatung

Geändert von Anarchnophobia (02.08.2008 um 16:50 Uhr).
 
 
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