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Verkommt die deutsche Sprache?

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Morris
Alt 14.11.2002, 22:02   #1
Standard Verkommt die deutsche Sprache?

Mir ist aufgefallen, dass die deutsche Sprache auf ein immer niedrigeres Niveau herabsinkt. Gut, das ist nun lediglich eine subjektive Einschätzung, aber ich denke, sie ist nicht ganz von weit hergeholt.

Ich will hier jetzt auch gar nicht mir Anglizismen anfangen und all solchen Fremdspracheneinfluss, den hat's schon immer gegeben. Nein, das Problem liegt woanders. Mir scheint es, dass man es bis vor ein paar Jahrzehnten verstand, richtig mit der Sprache umzugehen. Wenn ich mir Goethe ansehe, ein Genie. Schauen wir uns seine Geschichte vom Werther an. Sie ist in damaligem Hochdeutsch geschrieben und liest sich heute total schwer verständlich, nicht zuletzt wegen der komplizierten und ausschweifenden Formulierung. Beeindruckt war ich auch von Lessings 'Nathan der Weise'. Das ganze Drama wurde vom fünfhebigen Jambus geprägt, d.h. jede Zeile hat die passende Satzmelodie. Zudem hat es Lessing geschafft, alle Aussagen in dieser Syntax auch noch in Reimen zu verfassen, ohne dass diese irgendwie lächerlich wirken. Heute verzichtet man in vielen Gedichten auf Reime. Vielleicht, weil man nicht mehr so der Sprache mächtig ist, auch immer das geeignete Wort zu finden? Lediglich in der Musik ist der Reim noch wirklich lebendig.

Wo findet man Vergleichbares heute? Der eine oder andere moderne Dichter oder Schriftsteller mag vielleicht auch ein Gedicht in Reimform geschrieben haben, aber ein ganzes Drama?

Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Goethe und seine Zeitgenossen ähnlich arrogant und eingebildet wirkten, wie seine Erben aus der Nachkriegszeit (gehört zwar nicht direkt hier her, aber wollt ich schon immer mal loswerden ).
 
 
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Eikthyrnir
Alt 14.11.2002, 22:15   #2
Standard

Das mit den Reimen ist mir auch schon aufgefallen. Irgendwie scheint es immer einfacher zu werden, etwas als Gedicht hinzustellen.

Und zu den Fremdwörtern: Ich finde, daß das durchaus ein großes Minus ist. Daß es schon immer so war, tut dem keinen Abbruch.
Allerdings, wie schon gesagt, liegt das nicht nur an englischen Ausdrücken. Die "gelehrten" lateinischen Ausdrücke tragen dazu ebenso bei wie all die französichen Ausdrücke, die vor ca 100 Jahren so in Mode waren. Mit Fremdwörtern "verseucht" war das Deutsche in der Vergangenheit viel mehr als heute. Seht nur das Latein-Deutsch, das in Bildungskreisen der frühen Neuzeit gesprochen wurde.
 
 
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tj
Alt 14.11.2002, 22:28   #3
Standard

also deutsch id doch kein deutsch mehr...
das stimmt schon aber ich finde ja das kommt die diese jugengangstasprache so wörter wie :
so cool sotight, gangsta, jo nigga lol
kp was es da noch gibt aber naja ich hasse diese sprache...
reime sind praktisch auf jeden fall aber nur wenn sie was gescheites aussagen... in dem sinne tjc
 
 
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Angua
Alt 14.11.2002, 22:32   #4
Standard

Man muss gar nicht erst auf dieses hohe Niveau der Dichtkunst gehen.
Ich finde es schon bei weitem schlimm genug, dass anscheinend niemand mehr die (vollkommen) korrekte deutsche Grammatik anwenden kann.
Selbst der Duden übernimmt schon die falsche Umgangsgrammatik, siehe "wegen" mit dem Dativ!

Und dort hört es ja nicht auf, aber auch noch mit der Rechtschreibung anzufangen, wäre vermutlich zu viel, besonders, da ich das jetzt in diesem Moment mit den Postings hier vergleiche.
Im Internet darf man gar nicht erst anfangen nach korrekter Rechtschreibung zu suchen, da legt kaum jemand Wert drauf. Ich selbst beim chatten ja auch nicht wirklich...

Aber ich denke, das trägt auch dazu bei, dass es immer schlechter um die deutsche Sprache steht.
 
 
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outfreyn
Alt 14.11.2002, 22:52   #5
Standard

nuja, also um ehrlich zu sein tippen tu ich auf keinen fall nach irgendwelchen regeln, ich halt mich höchstens an eine: es muss irgendwie verständlich sein

was den sprachgebrauch angeht...

ich glaub nicht das die sprache auf ein niedrigeres niveau absinkt, das kann sie gar nicht, das tun maximal die leute die sie SPRECHEN

und ja, ich glaube das wir immer dümmer werden, irgendwie, ich meine guggt euch doch die "boah krass alda" ppl an, das is ja schon nich mehr schön

greetz
out
 
 
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BishoP666
Alt 15.11.2002, 07:57   #6
Standard

ja die ganzen Einflüsse die durch irgendwelche Trends / Jugendkulturen hier rüberschwappen nerven schon manchmal aber ich denke in 10 Jahren redet kein Mensch mehr in diesem "Hey Alda jo" Slang...

Dafür gibbet halt wieder was neues...
 
 
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Blade
Alt 15.11.2002, 08:19   #7
Standard

Ja das hängt auch echt mit dem Computer Zeitalter zusammen. Die Sprache an sich verändert sich auch in der Welt. So gibt es zwischenzeitlich sogar schon "selbsterfundene" sprachen die aus einem "Zweck" heraus enstanden. Eine z.B. ist EUROPANTO. Das ist kein Schwerz. Die Sprache wird da verwendet wo viele verschiedene Nationalitäten miteinander komunizieren müssen ohne einen Übersetzter zu haben. Die Sprache ist eine Mischung aus allen Sprachen von Europa! Hier ein Beispiel: Europanto -Esse very facile und much fun!
Viele behaupten ja das sich Englisch zur Hauptsprache in der Welt mausern wird! Es gibt heute schon Wörter die wir -als Deutsche- in unseren Wortschatz mit aufgenommen haben wofür es keine Deutsche Übersetzung gibt! Z.B.: "Online", "Internet" oder "Modem".
Also ich bin mal gespannt was die Zukunft bringen wird!
 
 
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michaelg
Alt 15.11.2002, 11:40   #8
Standard

die onlinebegriffe halte ich sehr wohl fuer uebersetzbar
online->verbunden (woertl dann eben "an der leitung", also am netz)
internet (INTERnationales Netz)
und modem is eben ne zusammensetzung aus 2 nicht allzu fremdem fremdwoertern, modulator/demodulator
also an den begriffen finde ich echt nichts.

das verenden der deutschen sprache ist in der tat am deutlichsten im gebrauch zu beobachten. viel zu kurze "Saetze", die aufgrund fehlender essentieller bestandteile nicht mal satzwertig sind, keine echten genitive mehr, nur noch "von" oder "hans sein haus...".
und zuviele leute, an welcher bildung sie auch teil haben, koennen mit sachen wie konjunktiv ueberhaupt nichts anfangen.
Diese Verkuerzung von Artikeln (ein, einen = n, nen) find ich schon gar nichmal so schlimm, das gibts in allen sprachen).
aber ein satz zum beispiel, den man taeglich in der schule hoert: "Was ham wir auf?"
Also bitte, wer wirklich nicht weiss worum es geht, kann das echt nicht verstehn
 
 
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BishoP666
Alt 15.11.2002, 11:44   #9
Standard

Original geschrieben von michaelg

Aber ein satz zum beispiel, den man taeglich in der schule hoert: "Was ham wir auf?"
Also bitte, wer wirklich nicht weiss worum es geht, kann das echt nicht verstehn
ja is echt so...
aber ich sprech ja auch so...
is pure Gewohnheit/Faulheit...
 
 
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k. l. e. e.
Alt 15.11.2002, 12:35   #10
Standard

also mich kotzen die anglizismen am meisten an.
inner bravo ließt man schon seit knapp 5 jahren nicht mehr das wort 'mädchen' oder 'junge' sondern 'boys' und 'girls'.
ich find das ist die wahre verschlimmerung. wieviele wörter haben wir denn bitte aus dem afrikanischen übernommen ? oder aus dem griechischen ? oder aus dem russischen ? (ausser 'vodka') ????
na ? aber amerikanische wörter zu übernehmen ís kein thema.
ok, bei computerzeugs versteh ichs, brauch ma halt ne einheitliche sprache, und wenn das english ist, bitte, wenigstens einfacher zu lernen als franz.

das mit der nieveaulosigkeit in schriftstücken liegt zum teil an kollegen wie stuckrad barre, denk ich.

klee
 
 
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-V-
Alt 15.11.2002, 12:49   #11
Standard

Es ist ja heute bei der Jugend auch sehr in Mode, seine Eltern nur noch mit Mom und Dad anzureden.
Sehr beteiligt am Verfall der deutchen Sprache sind aber auch amerikanische Fernsehsendugen. Überhaupt ist es aus irgend einem unerfindlichen Grund momentan sehr modern sämtliche amerikanischen Siten und Gebräuche wie z.B. Haloween zu übernehmen. Als nächtest wird wahrscheinlich bei uns auch noch der amerikanische Unabhägigkeitstag gefeiert.
Das Wort Wheinachten is ja auch vielen Menschen kein Begriff merhr, dazu sagt man ja mittlerweile X-mas.
 
 
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chrsks
Alt 15.11.2002, 13:41   #12
Standard

*gähn*

Lustiger ist was anderes, wenn nämlich Leute versuchen, ordentlich zu schreiben und sich das Ergebnis wie eine Parodie des 19. Jahrhunderts anhört.

viel zu kurze "Saetze", die aufgrund fehlender essentieller bestandteile nicht mal satzwertig sind
Das ist ein Stilmittel, das schimpft sich Ellipse und gehört so

Wenn wirklich wer was gegen die eigene Sprachverlumpung tun will: man konsumiere mindestens ein halbes Jahr lang kein Fernsehen, kein Inet und nur Bücher, die mehr als 50 Jahre alt sind (oder was immer man für die Zeitspanne hält, die Schund nicht überlebt).

Ach ja, und natürlich mit niemandem reden.
 
 
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outfreyn
Alt 15.11.2002, 14:03   #13
Standard

yoh

und zu dem russischen zeug ne anmerkung@klee:

falls es dir entgangen is, das is nich nur ne andere sprache, nämlich slawisch, nein! die ham hauch andere zeichen, die nennt man kyrillisch

bei wodka gehts noch, das du übrigens auch englisch geschrieben hast, im normalfall isses aber schwer was aussem russischen zu übertragen

die russen haben übrigens das gleiche problem wie wir, wenn nicht noch schlimmer: telefon etc.

na is ja auch egal

halt, ne frage noch an blade: meinst du nich esperanto?
das würd ich wenigstens kennen

greetz
out
 
 
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Àýðîôëîò
Alt 15.11.2002, 14:32   #14
Standard

Die russische Sprache ist aus Lateinisch, Franz., Englisch, Deutsch, Spanisch also aus allen Sprachen zusammengewürfelt, es gibt nur wenige Wörter, die "echt" russisch sind.

Ich bin ein Verteidiger der ECHTEN deutschen Sprache, jedes Land sollte die eigene Sprache behalten und sich nicht von der englischen Sprache zwischenfunken lassen.
 
 
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Angua
Alt 15.11.2002, 16:14   #15
Standard

Die Franzosen machen es ja vor - die haben ja selbst für Computer ein eigenes Wort, was aber auch schon wieder etwas albern ist.

In bestimmten Gebieten braucht man halt eine einheitliche Sprache, wie schon irgendwer meinte.

Aber es ist furchtbar, wenn für Dinge, für die es einfach und gute deutsche Wörter gibt, englische einsetzt, siehe nur 'Handout'! Das hab ich zur Zeit gefressen.

Und das beste ist ja noch, wenn wir für alles ein tolles englisches Wort haben, aber niemand es wirklich definieren kann. Wenn man dann mal nachfragt, bekommt man zig verschiedene Definitionen.
Wo bleibt denn da der Sinn?
 
 
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michaelg
Alt 15.11.2002, 16:36   #16
Standard

das stilmittel der ellipse ist mir wohl bekannt, ich meinte es allerdings nicht so. ich halte den gekuerzten sprachgebraucht nicht fuer so hochwertig, dass man von diesem stilmittel sprechen kann, bzw vielmehr, dass man davon nicht sprechen sollte, obgleich es sich wohl darum handelt. jemand, der unserer linguistik analysieren sollte wuerde wahrscheinlich schon sagen "...die sprache ist gepraegt von unzaehligen ellipsen...".
gut, was ich eigentlich sagen wollte, dass diese andauernde benutzung von ellipsen, um dabei zu bleiben, ein mangel an korrekter artikulationsfaehigkeit darstellt, und selbst wenn dem nicht so ist, beweist es zumindest, dass der hang zur bequemlichkeit sich auch auf die sprache auswirkt (was allerdings bereits seit urzeiten so ist).

---gut, sie merken, ich erzaehl nix neues/interessantes/förderndes...
 
 
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Morris
Alt 15.11.2002, 16:40   #17
Standard

@Desperado:
Was heißt "echte deutsche Sprache"? Gerade deine Signatur ist voll mit Wörtern die aus anderen Sprachen übernommen wurden, die alle irgendwann mal Mode waren.

@chrsks:
Um seinen Ausdruck zu verbessern, muss man sich ja nicht gleich isolieren. Es ist nicht schwer, auch so auf die Sprache zu achten.
Und wenn man eine Ellipse am laufendem Band verwendet, ist das auch kein Stilmittel mehr, sondern einfach schlecht.

@tank girl:
Die deutsche Sprache hat unzählige Begriffe direkt aus dem Griechischen und Lateinischen übernommen, sowie noch zahlreiche weitere aus dem Französischen (also indirekt auch aus dem Latein).

Ich bin aber ganz froh darüber, dass ihr ein wenig auf den Gebrauch von Anglizismen achtet, obwohl mir auch manchmal der eine oder andere über die Lippen rutscht .
 
 
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k. l. e. e.
Alt 15.11.2002, 17:18   #18
Standard

@ outfreyn: jaaa, wahnsin, kyrillisch, geilo, aber das russische und das französische wort für 'überraschung' ist zufälligerweise sehr ähnlich. es geht hier um sprache, net um schrift.

klee
 
 
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Eikthyrnir
Alt 15.11.2002, 19:27   #19
Standard

Also aus dem Griechischen sind wirklich sehr viele Wörter übernommen. Denkt nur an das geliebte Auto. Oder der Kosmos. Oder alles was mit "geo" zusammenhängt. Früher gab es noch mehr - wahrscheinlich weil es unterm Volk so vornehm klang - die wieder außer Gebrauch kamen. Wer spricht schon noch von einem Aeroplan?

Den Einfluß griechischer oder lateinischer Ausdrücke kann man vielleicht nicht direkt mit der Übernahme englischer Wörter vergleichen - die kommen ja selbst schon zum Großteil aus dem Lateinischen. Und manche Wörter wurden schon aus dem Lateinischen aufgenommen, als die eigentliche deutsche Sprache erst entstand. Nase zum Beispiel ist ein Wort lateinischen Ursprungs.
Aber die furchtbare Mode von früher, alles französisch auszudrücken, ist sicher mit der heutigen Orientierung am Englischen vergleichbar. Ob man heute Girls statt Mädchen sagt oder früher Madames statt Frauen (oder Damen, was ja auch schon wieder aus dem Französischen kommt), nimmt sich nichts. Oder Courage, Equipage, Chaussee und all das andere. Besonders bei Adligen scheint das beliebt gewesen zu sein.
Und in Nähe der frz. Grenze spricht man heute noch statt vom Bürgersteig vom "Trottwaa".
Obwohl die französischen Einflüsse eher nachuvollziehen sind als die englischen, wegen der Einwanderer.

Und was tun, wenn man nur die Wahl zwischen verschiedenen Fremdwörtern hat? Soll man Avant, Kombi oder Touring sagen?

Ich selbst versuche, möglichst überhaupt keine Fremdwörter zu gebrauchen. Das ist aber mehr so eine Art Herausforderung. Weit kommt man damit nicht.
 
 
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chrsks
Alt 15.11.2002, 19:45   #20
Standard

Nun ja, wenn ihr unbedingt darauf besteht, das ernst zu nehmen, @ michael & Skinni, wir können im Prinzip nur von der Schriftsprache reden, denn meistens können wir nur die mit der Vergangenheit vergleichen.
Die Umgangssprache in einem naturalistischen Drama hingegen ist nicht gerade niveauvoller als die heutige.
 
 
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outfreyn
Alt 15.11.2002, 23:51   #21
Standard

klee: zufälliger weise kann ich russisch, erzähl du mir nichts über begriffe die darin aus anderen sprachen übernommen wurden

ihr vergesst die existenz von sogenannten "internationalismen"

greetz
out
 
 
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Morris
Alt 16.11.2002, 14:36   #22
Standard

Erzähl uns mehr davon
 
 
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outfreyn
Alt 16.11.2002, 21:48   #23
Standard

wer so freundlich fragt kann nicht im ungewissen gelassen werden

nun, zu aller anfang es existieren selbst in fachkreisen unterschiedliche definitionen, sieh da:

"2. Sprachwiss. international gebräuchliches Wort, das ohne übersetzung
verständlich ist: Wörter wie 'Demokratie', 'Atom', 'Charakter' sind
Internationalismen." (Klappenbach, R. 1970)

dann wäre noch:
"[...] in vielen (meist genetisch) verwandten Sprachen mit gleicher Bedeutung
verwendetes Wort gleicher Herkunft." (Conrad, R. 1975, S.118)

und nocheinmal weils so schön war:
"Man versteht unter 'Internationalismen' solche Wörter, die international
gebräuchlich sind, sich in der morphomatischen und orthographischen Struktur den
aufnehmenden Sprachen anpassen und in mehreren Sprachen in gleicher Bedeutung,
oft als Termini, üblich sind. Sie sind meist aus lateinischen und griechischen
Morphemen gebildet (Thermodynamik, Mikroelektronik, thermonuklear). Sie
können aber auch aus einer nationalen Literatursprache stammen und erst im Laufe
der Sprachgeschichte international üblich geworden sein, vgl. z.B. Bourgeoisie,
Alkohol (arab.), Soldat (ital.)." (Schippan, Th. 1984, S.280)

als letzte dann noch:
"Wörter, die in gleicher Bedeutung und gleicher oder ähnlicher Form in zwei oder
mehreren Sprachen vorkommen." (Hausmann, 1990, S.1179)

und dann ham die leutchens das zusammengefasst zu folgendem:

Internationalismen sind Wörter gleicher Herkunft und Bedeutung, meist
klassischen Ursprungs, die in zwei oder mehreren genetisch nicht verwandten
Sprachen vorkommen und oft ohne Übersetzung verständlich sind.

wobei ich den mist vor dem letzten hätte weglassen können, aber wenn jemand so nett fragt

was ich sage ist, das gabs vorher schon, das gibts in jeder sprache

das aber die sprache verstümmelt wird, und einfach falsch gesprochen wird, DAS is bedenklich hum eigentlich geht´s mir aber am arsch vorbei

in dem sinn

greetz
out
 
 
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Sunshine
Alt 17.11.2002, 15:33   #24
Standard Re: Verkommt die deutsche Sprache?

Original geschrieben von Kleiner Skinhead
[...]
Das ganze Drama wurde vom fünfhebigen Jambus geprägt, d.h. jede Zeile hat die passende Satzmelodie. Zudem hat es Lessing geschafft, alle Aussagen in dieser Syntax auch noch in Reimen zu verfassen, ohne dass diese irgendwie lächerlich wirken. Heute verzichtet man in vielen Gedichten auf Reime. Vielleicht, weil man nicht mehr so der Sprache mächtig ist, auch immer das geeignete Wort zu finden? Lediglich in der Musik ist der Reim noch wirklich lebendig.

Wo findet man Vergleichbares heute? Der eine oder andere moderne Dichter oder Schriftsteller mag vielleicht auch ein Gedicht in Reimform geschrieben haben, aber ein ganzes Drama?
[...]
also...
ich persönlich finde es schränkt meine künsterlische Freiheit ein, wenn ich in Reimform oder mit bestimmter durchgängiger Satzmelodie schreiben muss
zumal finde ich, dass ungereimte gedichte meist bewegender sind... die stimmung kommt da auch besser rüber, als wenn man in jeder Zeile wieder einen Reim liest; das gibt gerade gedichten, die zum nachdenken anregen (sollen) so einen fröhlichen/glücklichen Touch, der meiner Meinung nach absolut nicht passt

naja, ich muss aber zustimmen, dass es schwierig ist sowas in langen Texten durchgängig zu befolgen, deswegen schreibt wohl auch so gut wie keiner mehr so...
für mich ist jedoch wichtiger welche Stimmung das Gedicht/der Text rüberbringt, als sowas wie Reime, Satzmelodien etc.
hmn liegt vielleicht auch daran, dass ich ungern über "Friede, Freude, Eierkuchen" lese, dass mit solchen Mittel schön aufgelockert werden kann...

und allgemein zum thema:
im Grunde verkommt die deutsche Sprache nur bei den "dummen", denen cool wirken wollen, ungebildet sind. mit irgendetwas müssen sie sich ja profilieren...
gebildete Leute reden ja zum größten teil hochdeutsch, legen wahrscheinlich auch gar keinen wert darauf sich mit "Idiotengehabe" irgendwie Anerkennung zu verschaffen
 
 
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Morris
Alt 17.11.2002, 21:12   #25
Standard Reime können auch Atmospähre erzeugen

Ich denke schon, dass eben auch Reime Stimmung erzeugen können. Es gibt sicherlich auch genug Gedichte, wo das Geschehen durch die Reime lächerlich gemacht wird, doch trifft das auf nicht allzu viele mir bekannte Gedichte zu. Gerade darin besteht vielleicht die große Kunst, ein Gedicht in einer hervorragende Ausdrucksweise zu schreiben und gleichzeitig die passende Atmospähre vermittelt.


@Outfreyn:
Danke für deine Zitate
Interessant ist, dass deine aufgeführten Beispiele alle aus dem (Alt-)Griechischen kommen und das wird nun nicht mehr gesprochen (oder kaum; außer die paar Griechen ). Ähnlich wird es dann um die lateinischen Begriffe stehen. Die Wörter wurden einfach in irgendeiner Wissenschaft nach dem ursprünglichen Vorbild gebildet oder direkt übernommen. Interessant find ich aber in dem Zusammenhang vor allem 'okay', was das wohl meistverstandene Wort weltweit ist, noch vor 'Cola' .
 
 
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