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Unterschied zwischen Wissen und Weisheit.

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Reh
Alt 23.09.2007, 00:56   #1
Standard Unterschied zwischen Wissen und Weisheit.

Was ist der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit?
Die Frage stelle ich mir schon seit Jahren und kann sie bisher nicht beantworten.
 
 
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Lexa
Alt 23.09.2007, 01:45   #2
Standard

Ich denke, dass kann man in mehreren Bereichen beantworten. Wenn man z.B. philosophisch antwortet, könnte man behaupten, dass Weisheit etwas ist, dass man sich über Jahre hinweg aneignet. Und Wissen ist das, was man erlernt z.B. durch lesen oder erfahren. Doch das Wissen muss nicht immer Richtig sein! Aber den beiden Definitionen von google.de nach, scheint es genau anders herum zu sein.
  • Wissen (ahd. wischan, gesehen haben) bezeichnet die Gesamtheit aller organisierten Informationen mitsamt ihrer wechselseitigen Zusammenhänge, auf deren Grundlage ein (vernunftbegabtes) System handeln kann.Das Wissen erlaubt es einem solchen System - vor seinem Wissenshorizont und mit der Zielstellung der Selbsterhaltung - sinnvoll und bewusst auf Reize zu reagieren. Die Epistemologie, die den griechischen Wortstamm für Wissen (episteme) im Namen trägt, ist die Lehre von der Erkenntnis.
  • Als Weisheit wird allgemein eine auf Lebenserfahrung und Einsicht beruhende innere Reife und kluge Überlegenheit im geistigen Sinne bezeichnet.
 
 
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short_cut_baby
Alt 23.09.2007, 08:42   #3
Standard

Ja so ähnlich hätt ichs halt auch gesat.

Wissen ist der gesammelte Schatz an dem, was man sich angeignet hat.

Weisheit ist, neues Wissen daraus zu machen
 
 
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Reh
Alt 23.09.2007, 10:21   #4
Standard

Ist das Sammeln von Wissen nicht auch eine Lebenserfahrung?
Und die auf Lebenserfahrung basierende Einsicht und Reife stellt doch auch nichts anderes als Wissen dar.
In den beiden Definitionen sehe ich keinen entscheidenden Unterschied. Er schmilzt bei genauem Hinsehen dahin. Und doch muss es einen Unterschied geben, denn intuitiv und übereinstimmend wählen wir manchmal Wissen und manchmal Weisheit als Beschreibung.
 
 
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Lexa
Alt 23.09.2007, 10:38   #5
Standard

Ich denke einfach, dass die beiden Begriffe einfach eng miteinander verbunden ist, sodass der andere auch oft versteht, was der eine meint, obwohl der falsche Begriff gewählt wurde.
 
 
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katjes
Alt 23.09.2007, 11:41   #6
Standard

ich würde sagen: wissen ist alles was man dir beibringen kann, alles was du aus büchern lernst...
weisheit aber ist das wissen, was du aus erfahrungen sammelst...

zb das wissen über die liebe...

wenn du nicht geliebt hast, kannst du nie richtig wissen, wie es ist zu lieben...
du kannst es aber von anderen hören und es lesen und weißt, wie es sich ungefähr anfühlen müsste..., aber selber kannst du nicht wirklich viel dazu sagen...

so seh ich das
 
 
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Felicitas
Alt 23.09.2007, 12:57   #7
Standard

wie ist das denn in anderen sprachen? wird in den gängigen sprachen (englisch, spanisch wwi) zwischen den beiden worten unterschieden, bzw. gibt es vllt sogar eines von beiden gar nicht direkt?

ich denke da, jetzt mal fernab von wissen/weisheit, an die begriffe "klassen" und "schichten". die franzosen zB unterscheiden da gar nicht. bei den briten gibts nur "class" als wort, nur die deutschen brauchten da ne penible unterscheidung.
 
 
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Reh
Alt 23.09.2007, 13:23   #8
Standard

Was ist der Unterschied zwischen Klasse und Schicht?

Wissen und Weisheit wird weltweit unterschieden, das ist keine deutsche Eigenart.
 
 
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Deciedon
Alt 23.09.2007, 18:03   #9
Standard

Weisheit ist unbegrenzt und hat für mich mit emotionalen Entscheidungen/Handlungen zu tun. Es werden nicht zwingend andere Quellen benötigt um sich weiter zu entwickeln.

Wissen ist "begrenzt" duch Wissenschaft/Religion/Politik/Schule usw. Es prägt den Verstand und hilft dabei Entscheidungen zu treffen, je nachdem welchen Wissenstand man hat.

Bisschen schwer das in Worte zu fassen...


Schicht definiert (soweit ich den Erdkunde Kurs richtig gefolgt bin) Menschen nach Eigentum und Besitz (Oberschicht, Mittelschicht etc.)
Der Begriff Klasse ist glaube ich ähnlich, nur dass es schwer ist bzw. nicht möglich zwischen den Klassen zu wechseln. Oft werden Klassen durch soziale Verknüpfungen deutlich.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 24.09.2007, 12:23   #10
Standard

Für mich ist der Unterschied der:

Wissen ist gleichzusetzen mit der Anhäufung von Fakten einzelner Eigenschaften von Dingen, für eine schnelle, knappe, relativ oberflächliche, kurzsichtige Sicht.
Weisheit wäre das gesamte Erkennen sämtlicher, viel tieferliegender Eigenschaften einer Sache, und Erkennen versteckter Zusammenhänge mehrerer Dinge zueinander, auch um dann ein kluges Vorausschauen zu ermöglichen, sogar bei unbekannten Dingen und Situationen. Denn je mehr Variablen einem bekannt sind, (bei zugleich wenig neuen/unbekannten Variablen,) desto "berechenbarer"/voraussehbarer ist eine Sache. Dazu ist natürlich Wissen notwendig, es kann aus Erlebnissen resultieren, somit kann man auch ein Gefühl für eine Sache haben bzw sie intuitiv erfassen, es kann auch ein Mix aus Erlebnissen und gelesenem Wissen sein.

Wenn man erkennt, das man auf einem längeren Weg schneller ans Ziel kommt, als auf dem kürzeren, ist das eine weise Erkentnis, die mehr Wissen und Erkennen von Zusammenhängen erfordert, als zusammenhanglose Faktensammelei.

Du sagst, der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit schmilzt bei genauem Hinschauen dahin - na ja, der Unterschied zwischen einem Traktor und einer Diesellok schmilzt auch bei genauem Hinschauen dahin: Beide sind nur ein Haufen zusammenhängender Eisen-Moleküle. Bei noch näherem Hinschauen entpuppen sich alle Dinge als Quantenmatsch.

Und auch in anderen Gegenden dieser Welt wird unterschieden, auch Laotse sagte einmal:
Der Weise ist nicht wissend
Der Wissende ist nicht weise
 
 
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Reh
Alt 24.09.2007, 17:46   #11
Standard

Ist der Spruch von Laotse weise? Und wenn ja, warum?

Als ein Unterscheidungsmerkmal wurde aufgeführt, dass Wissen ohne direkte Erfahrung mit der erlernten Materie gesammelt werden kann, während Weisheit etwas mit Erfahrung zu tun haben muss.

Jetzt kommt der Vorschlag zwischen unzusammenhängenden Fakten und Zusammenhängen zu unterscheiden. Das halte ich für eine ungelungene Unterscheidung, weil Wissen hochkomplexe Zusammenhänge einschließt und sich darin nicht von der Weisheit unterscheidet.

Interessanter finde ich den Ansatz mit der Vorausschaubarkeit als Kennzeichen von Weisheit. Aber auch mit Wissen kann man vorausschauen. Da müsste dann noch ein zusätzlicher Faktor hinzukommen, der für die Unterscheidung sorgt.

Insgesamt erkenne ich noch immer keine eindeutige Trennung.

Ist Weisheit vielleicht nur die Fähigkeit, hochkomplexes Wissen in einfachen Metaphern auszudrücken und auf den Punkt zu bringen? Oder die Fähigkeit, aus einem unübersichtlichen Haufen von Wissen zu einem bestimmten Thema einen entscheidenden Kern herauszupicken, also das Bedeutende zu selektieren? Oder die Fähigkeit, das bekannte Wissen von einer anderen Seite zu sehen und damit neue Erkenntnisse zu liefern, die vorher verborgen waren, obwohl sie so offensichtlich sind?
Ist Weisheit vielleicht eine Erkenntnis, die man erlangt hat, sich aber nicht daran hält? Ich denke gerade an Zitate über Kriege, die von zahlreichen Staatsmännern, Generälen und Philosophen gmacht wurden, die allesamt schonungslos und nahezu unwiderlegbar die Sinnlosigkeit der Kriege herausstellen. Und trotzdem gibt es seit Menschengedenken keinen Tag ohne Krieg. Ist Weisheit vielleicht die Erkenntnis der eigenen Sinnlosigkeit, die man trotz der Erkenntnis nicht abschütteln kann?
 
 
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Sivar
Alt 25.09.2007, 10:09   #12
Standard

Hmm, auch wenns wahrscheinlich nicht das gesamte Spektrum von Weisheit einschliesst: "Weisheit ist die Faehigkeit, sein gesammeltes Wissen und seine Erfahrungen im Positiven zu verwenden"

Das ist natuerlich gleichbedeutend damit, dass ein schlechter Mensch niemals weise sein kann, oder zB auch ein depressiver Mensch nicht weise sein kann (da der depressive nicht in der Lage ist, viel im Positiven anzuwenden).
 
 
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Reh
Alt 25.09.2007, 17:55   #13
Standard

Auch ein interessanter Ansatz. Es stellt sich nur die Frage, was unter positiv zu verstehen ist. Ein Manager findet es z.B. positiv, Arbeitsplätze zu kürzen, weil dadurch die Rendite steigt. Das findet der Arbeitnehmer wiederum nicht positiv. Man müsste das "positiv" eingrenzen.

Hat jemand weise Sprüche parat? Dann könnten wir sie analysieren und möglicherweise rausfinden, was der inhaltliche Unterschied zwischen Wissen und Weisheit ist.
 
 
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Reh
Alt 26.09.2007, 20:41   #14
Standard

[FONT=Trebuchet MS, Helvetica, Arial]Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.

Das kling für mich weise. Ist jemand anderer Ansicht?
[/FONT]
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 26.09.2007, 21:44   #15
Standard

ein Zitat von Carl Gustav Jung
 
 
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Reh
Alt 26.09.2007, 22:20   #16
Standard

In der Tat. Ich habe den Urheber nicht genannt, um nicht eine Meinung vorzubilden. Es ist nämlich so, dass man den gleichen Spruch viel eher als weise empfindet, wenn Laotse als Urheber angegeben ist als wenn das Hans Müller aus Birkenwalde ist.

Ich habe meine Frage über den Unterschied einer etwas älteren Person gestellt und sie meinte, der Unterschied liege in der Anwendung. Wissen allein sei nutzlos, Weisheit sei mit Herz angewandtes Wissen. Mit Herz meinte sie aber nicht Gefühl, sondern das Göttliche in uns allen, auf das jeder zurückgreifen kann. Wenn das innere, ewig Wissende mit dem sterilen, statischem Wissen zusammen komme, entstehe Weisheit.
Auch ein sehr interessanter Ansatz, wenngleich das Göttliche in uns nicht klarer ist als die intuitive Unterscheidung zwischen Wissen und Weisheit. Aber es ist ein neuer Blickpunkt und das allein kann schon viel wert sein.
 
 
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Reh
Alt 27.09.2007, 17:44   #17
Standard

Ich glaube, ich komme der Antwort näher.
Wissen beinhaltet Feststellungen, die man argumentativ begründen kann. Wenn A, dann B.
Weisheiten sind Feststellungen, die man als richtig erachtet und nicht anzweifelt, die man aber argumentativ nicht begründen kann. Es ist einfach so.

Der Unterschied liegt demnach nicht im Inhalt, sondern im Verstehen der Zusammenhänge des Inhalts.

"Der Weise ist nicht wissend
Der Wissende ist nicht weise"
Klingt weise. Warum? Weil es eine Feststellung ist, an der nicht zu rütteln ist. Weil aber gleichzeitig kaum einer sagen, was eigentlich der Unterschied ist.
Nachdem der Unterschied eingeleuchtet hat, stellt der Spruch keine Weisheit mehr dar, sondern Wissen, weil man eine logische Begründung für die Feststellung hat.


####


Die Neuronen in einem gewissen Teil meines Gehirns explodieren gerade ein wenig, so dass ich schon wieder eine neue Erkenntnis habe, die meine gerade aufgestellte Behauptung aushebelt.

[FONT=Trebuchet MS, Helvetica, Arial]"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
Albert Einstein[/FONT]

Ist das ein weiser Spruch? Für mich schon. Obwohl der Inhalt für mich argumentativ begründbar ist - sowohl der vordergründige banale als auch der hintersinnige gesellschaftskritische. Der Spruch fällt in die Kategorie "Wenn A, dann B" und trotzdem halte ich ihn für weise.

Geändert von asdf (27.09.2007 um 18:50 Uhr).
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 27.09.2007, 22:51   #18
Standard

Ich hätte da noch eine Idee:
Weisheit ist das Erlangen einer allgemeingültigen Wahrheit durch Durchschauen von Dingen.
(Vielleicht aufgrund eigener Erkenntnisse?)

Zitat von Reh
Wissen allein sei nutzlos, Weisheit sei mit Herz angewandtes Wissen. Mit Herz meinte sie aber nicht Gefühl, sondern das Göttliche in uns allen, auf das jeder zurückgreifen kann. Wenn das innere, ewig Wissende mit dem sterilen, statischem Wissen zusammen komme, entstehe Weisheit.
Ja das hatte ich auch mal gehört. Weisheit ist, mit dem Herzen sehen.
Aber was soll das ewig Wissende sein? Ein Gencode, Jungs kollektives Unbewußte, das Lymbische System, Sheldrakes morphogenetische Felder?
Und mit dem Göttlichen kann ich gar nichts anfangen.


Zitat von reh
Ist Weisheit vielleicht eine Erkenntnis, die man erlangt hat, sich aber nicht daran hält? Ich denke gerade an Zitate über Kriege, die von zahlreichen Staatsmännern, Generälen und Philosophen gmacht wurden, die allesamt schonungslos und nahezu unwiderlegbar die Sinnlosigkeit der Kriege herausstellen. Und trotzdem gibt es seit Menschengedenken keinen Tag ohne Krieg. Ist Weisheit vielleicht die Erkenntnis der eigenen Sinnlosigkeit, die man trotz der Erkenntnis nicht abschütteln kann?
Spruchweisheiten haben das meist so an sich, daß man weiß, wie es sein müßte und verhält sich dennoch anders.
Wenn das Weisheit ist, wäre das nicht traurig?
 
 
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Rohen
Alt 27.09.2007, 23:42   #19
Standard

So ich hab jetzt nur die Überschrift gelesen und sage ...

Dein Wissen ist all das, was du in deinem Leben lernst etc. und Weisheit ist die Lebenserfahrung, sprich sie kommt erst mit der Zeit und ist somit, das was du dem Leben abgewinnst. Soll heißen, du weißt, dass 2+2=4 ist, doch kann dir ein Buch sagen, wie das Leben funktioniert? Damit meine ich, dass dir deine Eltern damals gepredigt haben, tu das nicht, tu dies nicht etc. Aber jeder will seine eigenen Erfahrungen machen, obwohl du das Wissen hast, dass die Situation schlecht endet, willst du trotzdem die Situation erleben um selbst eine Meinung zuhaben und somit diese erlebte Wissen bekommen, sprich Weisheit. Also Weißheit = Leben und Wissen = Buch.

Kompletter Quatsch ...
Ein Weißer ist jmd der viel erlebt hat und sein Wissen über das Leben mit anderen teilt. Ein Gelehrter der imenses Wissen über Dinge besitzt, die die Welt nicht brauch, kann zwar auch sein Wissen teilen, aber was bringt es dir im Leben, sprich Familie, Liebe, Kriege, wenn du weißt, wie die Photosynthese funktioniert?! Ich denke kaum etwas ...
 
 
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Reh
Alt 01.10.2007, 20:45   #20
Standard

Zitat von ShakeTheDisease
Ich hätte da noch eine Idee:
Weisheit ist das Erlangen einer allgemeingültigen Wahrheit durch Durchschauen von Dingen.
Ich sehe ehrlich gesagt keinen Unterschied zum Wissen. Mit meinem Wissen über die Soziologie durchschaue ich auch so einiges.

Zur Unterscheidung zwischen Bücherwissen und Lebenserfahrung habe ich ein nettes Beispiel:
Der Mensch, der die heiße Herdplatte nicht anpackt, weil er weiss, dass er sich dabei verbrennt, ist ein Wissender. Der Mensch, der die heiße Herdplate nicht anpackt, weil er sich schon mal verbrannt hat, ist ein Weiser.
Wissen und Weisheit wäre demnach beides Wissen, nur auf unterschiedlichen Wegen erlernt. Ist das wirklich so?

An anderer Stelle kam der interessante Vorschlag, dass Weisheit Wissen über das Wesen des Menschen sei. Das klingt gar nicht abwegig.
 
 
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Ruediger
Alt 26.11.2007, 15:55   #21
Standard

Ich denke, der Unterschied zwischen Weisheit und Klugheit ist, dass der Weise immer den Frieden sucht.

Gefundene Zitate zum Thema:

Gilbert Keith Chesterton
britischer Schriftsteller (1874 - 1936)
Klugheit tötet Weisheit; das ist eine der wenigen zugleich traurigen und wahren Tatsachen.

Hermann Hesse
deutscher Schriftsteller (1877 - 1962)
Weisheit ist nicht mitteilbar. Weisheit, welche ein Weiser mitzuteilen versucht klingt immer wie Narrheit.

Manfred Rommel
deutscher Politiker (geb. 1928)
Narrenweisheit ist immer noch besser als intellektuelle Dummheit.

viele Grüße
Rüdiger
 
 
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Ruediger
Alt 27.11.2007, 18:56   #22
Standard

Hallo
ich hab noch etwas gefunden. Vielleicht zeigen diese beiden Zitate den Unterschied zwischen Klugheit und Weisheit.

Um die Zukunft einer Geldanlage abzuschätzen, müssen wir die Nerven, Hysterien, ja sogar die Wetterfühligkeit der Personen beachten, von deren Handlungen diese Geldanlage weitgehend abhängt.
John Maynard Keynes (*05.06.1883-†21.04.1946), Ökonom

Seht mich an - ich bin arm und nackt, aber ich bin der Häuptling des Volkes. Wir wollen keine Reichtümer, sondern wir wollen unsere Kinder richtig erziehen. Reichtümer würden uns nichts nützen. Wir können sie nicht mit in die andere Welt mitnehmen. Wir wollen keine Reichtümer. Wir wollen Frieden und Liebe. Red Cloud, Sioux


MfG
Rüdiger
 
 
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Fränze
Alt 27.11.2007, 20:11   #23
Standard

Weisheiten sind Feststellungen, die man nicht argumentativ begründen kann? Es ist einfach so? Öha! Damit wäre jeder Depp, der was behauptet, ein Weiser. Und die Sache mit der Herdplatte greift auch nicht, denn es ist nicht Weisheit, das Wissen um die Verbrennungsgefahr in Vermeidung umzusetzen, sondern Vernunft.
Die Sprüche, die Ruedigers gefunden hat, finde ich größtenteils sogar ziemlich dämlich - sie klingen aber gut. Wie also kann man Wissen, Vernunft und Weisheit voneinander unterscheiden? Vielleicht so:
Ich weiß, dass jemand einen Fehler machen will. Es wäre vernünftig, zu versuchen, ihn davon abzuhalten, aber weise, es nicht zu tun, weil es eh´ nichts nützt und er nur sauer wird. Blödes Beispiel, aber immerhin...
 
 
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Reh
Alt 27.11.2007, 20:16   #24
Standard

Der Vergleich von Klugheit und Weisheit ist nicht der selbe wie der Vergleich von Wissen und Weisheit. Er liefert aber möglicherweise einen interessanten Aspekt. Nach dem, was du sagst, unterscheidet sich Klugheit und Weisheit dadurch, dass Klugheit völlig wertneutral ist, während Weisheit auf das Wohl des Menschen ausgerichtet ist.

Ist das so, dass Weisheit grundsätzlich das Wohl des Menschen im Sinn hat? Ich halte es für möglich, will mich aber noch nicht darauf festlegen. Wenn es so ist, wäre es auch ein Unterscheidungsmerkmal zu Wissen. Denn Wissen ist wie Klugheit wertneutral.

Edit:
Zitat von Fränze
Und die Sache mit der Herdplatte greift auch nicht, denn es ist nicht Weisheit, das Wissen um die Verbrennungsgefahr in Vermeidung umzusetzen, sondern Vernunft.
Das wollte ich damit auch ausdrücken. Weisheit und Wissen lassen sich nicht in Lebenserfahrung und Bücherwissen trennen.

Zitat von Fränze
Ich weiß, dass jemand einen Fehler machen will. Es wäre vernünftig, zu versuchen, ihn davon abzuhalten, aber weise, es nicht zu tun, weil es eh´ nichts nützt und er nur sauer wird. Blödes Beispiel, aber immerhin...
Warum genau bezeichnen wir solches Handeln als weise?
Die Pädagogik kennt den Unterschied zwischen deduktiver (tu es nicht!) und induktiver (probier es aus!) Lehrweise. Wer sich also auch nur ein bisschen mit Pädagogik befasst hat, weiss, dass es oftmals besser ist, das Ergebnis einer Handlung nicht vorauszusagen, sondern es erfahren zu lassen, auch wenn es schmerzhaft ist. Wer sich ein bisschen mit Psychologie beschäftigt hat, weiss vielleicht sogar, warum genau das induktive Lernen oft effektiver ist.
Ist der Pädagoge also weise? Sein Handeln basiert ausschließlich auf Wissen. Dennoch wird dieses Handeln für weise gehalten. Warum? Oder wird es nur so lange für weise gehalten, wie man sich das Handeln oder die Wirkungen nicht mit Wissen erklären kann?

Geändert von Reh (27.11.2007 um 20:30 Uhr).
 
 
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mizue
Alt 27.11.2007, 21:41   #25
Standard

wissen = "aus büchern erlerntes", rational.
weisheit = auch etwas, das man gelernt hat, aber eher mit lebenserfahrung verknüpft, gern natürlich auch mit wissen, aber lebenserfahrung spielt da für meine begriffe die größte rolle, das "fühlende" pendant.
 
 
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