Für mich ist der Unterschied der:
Wissen ist gleichzusetzen mit der
Anhäufung von Fakten einzelner Eigenschaften von Dingen, für eine schnelle, knappe, relativ oberflächliche, kurzsichtige Sicht.
Weisheit wäre das gesamte Erkennen sämtlicher, viel tieferliegender Eigenschaften einer Sache, und Erkennen versteckter
Zusammenhänge mehrerer Dinge zueinander, auch um dann ein kluges
Vorausschauen zu ermöglichen, sogar bei unbekannten Dingen und Situationen. Denn je mehr Variablen einem bekannt sind, (bei zugleich wenig neuen/unbekannten Variablen,) desto "berechenbarer"/voraussehbarer ist eine Sache. Dazu ist natürlich Wissen notwendig, es kann aus Erlebnissen resultieren, somit kann man auch ein Gefühl für eine Sache haben bzw sie intuitiv erfassen, es kann auch ein Mix aus Erlebnissen und gelesenem Wissen sein.
Wenn man erkennt, das man auf einem längeren Weg schneller ans Ziel kommt, als auf dem kürzeren, ist das eine weise Erkentnis, die mehr Wissen und Erkennen von Zusammenhängen erfordert, als zusammenhanglose Faktensammelei.
Du sagst, der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit schmilzt bei genauem Hinschauen dahin - na ja, der Unterschied zwischen einem Traktor und einer Diesellok schmilzt auch bei genauem Hinschauen dahin: Beide sind nur ein Haufen zusammenhängender Eisen-Moleküle. Bei noch näherem Hinschauen entpuppen sich alle Dinge als Quantenmatsch.
Und auch in anderen Gegenden dieser Welt wird unterschieden, auch Laotse sagte einmal:
Der Weise ist nicht wissend
Der Wissende ist nicht weise