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Umfrage: Glaubt ihr an das karmische Prinzip?

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Umfrageergebnis anzeigen: Glaubst du an das karmische Prinzip?
Ja, so oder so ähnlich muss es sein. 12 26,09%
Nein, das Leben ist ungerecht. 27 58,70%
Vielleicht! (Ich steh auf wischi-waschi-Antworten ) 7 15,22%
Teilnehmer: 46. Diese Umfrage ist geschlossen

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raffis
Alt 12.01.2005, 13:34   #26
Standard

Bei der nächsten Umfrage sollte vielleicht zuerst der Inhalt der Umfrage (in diesem Fall das karmische Prinzip) genauer erläutert werden, damit auch die Kurzsichtigen genauer verstehen, um was es sich hier handelt.

Gruss Raffi
 
 
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Morris
Alt 13.01.2005, 12:00   #27
Standard

Klingt ein wenig wie bei der Kriche im Mittelalter
Das Karma-Gesetz besagt, was geschieht ist gerecht. Negative Einflüsse werden dadurch aber nicht gerechtfertigt.

und damit das Endprodukt aller Erfahrungen die Vollkommenheit sei!
Wie sieht denn diese Vollkommenheit letztendlich aus? Und wie kann es ein Endprodukt geben, wenn die Seele doch ewig ist?
Selbst eine Person, die im Geiste fast nur bei Gott weilt, hat hin und wieder mal persönliche Absichten, welche dann laut Lehre wieder Karma produzieren würden.
Wenn man in bhakti-yoga beschäftigt ist, lassen persönliche, egozentrische (gleich welcher Natur) Absichten allmählich nach. Wenn man diesen Vorgang ernsthaft betreibt, übernimmt Krishna die restlichen Karma-Reaktionen, sodass man aus dem Kreislauf befreit wird. In der Bhagavad-Gita sagt Krishna, man könne ihn eben nur durch Bhakti erkennnen (18.55), nicht durch mentale Spekulation.
Jede Absicht Gott zu weihen ist ein Extrem, und in meinen Augen der Gegenpol von totalem Materialismus bzw. ein Leben des Genusses.
Damit wäre die Spiritualität zu einem Teil der materiellen Welt herabgewürdigt, was sie aber nicht ist. Die materielle Welt ist der Ort, wo das egozentrische Lebewesen sich ausprobieren kann, ganz gleich ob es nun in Tugend, Leidenschaft oder Unwissenheit geschieht. Mit dem Dienst zu Gott transzendiert man die materielle Welt, und ist nicht mehr Teil der Dualität.

Was sind auch menschliche Erfahrungen, die man als Devotee nicht macht? Viele Vaishnavas sind verheiratet, sind im Berufsleben tätig, gehen auf Festivals. Die materielle Welt ist ein (verzerrtes) Spiegelbild der ursprünglichen spirituellen Welt. Was hier (verzerrt) existiert, ist nur möglich, weil es eben auch jenseits der Materie existiert, dort allerdings ohne Egozentrik.
Um Erfahrungen auf MENSCHLICHER Ebene zu machen, die uns dazu verhelfen, das Göttliche überhaupt zu erkennen.
Was sind das bei dir für Erfahrungen?
Meine Erfahrungen (auch Freundin ) stärken mich eigentlich nur in meiner Überzeugung, dass das Menschsein unbezahl ist, ein Sprungbrett in die spirituelle Welt.
 
 
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raffis
Alt 13.01.2005, 14:44   #28
Standard

"Wie sieht denn diese Vollkommenheit letztendlich aus? Und wie kann es ein Endprodukt geben, wenn die Seele doch ewig ist?"

Gut, um meine Definition von Seele zu benutzen: Der Atman/das Selbst ist in der Tat ewig, wird aber auch nicht von Erfahrungen und Karma beeinflusst, da es ja wie gesagt, vollkommen ist.
Die Erfahrungen und die Aktionen, welche uns im Kreislauf halten, sind damit nicht Bestandteil des Selbst/der Seele, sondern sind Eindrücke, welche an diesem Selbst haften (kennst ja sicherlich das Prinzip mit den fünf Hüllen). Jene Eindrücke und Erfahrungen sind es, die vervollständigt werden müssen, um letzten Endes die Vollkommenheit zu erfahren/zu erstreben, die ja schon immer in uns steckte, nämlich als das Selbst/die Seele in seiner reinen, ewigen Form.
Es ist eine Vollkommenheit der Erfahrungen (durch unzählige Inkarnationen hinweg), welche der Selbsterkenntnis vorausschreitet, die daraus besteht, zu erkennen, dass deine innere Natur bereits vollkommen ist.

"Wenn man in bhakti-yoga beschäftigt ist, lassen persönliche, egozentrische (gleich welcher Natur) Absichten allmählich nach. Wenn man diesen Vorgang ernsthaft betreibt, übernimmt Krishna die restlichen Karma-Reaktionen, sodass man aus dem Kreislauf befreit wird. In der Bhagavad-Gita sagt Krishna, man könne ihn eben nur durch Bhakti erkennnen (18.55), nicht durch mentale Spekulation."

Nun gut, das sind Aussagen deines Glaubens, deiner Schrift(en) und deines Gottes.
Traditionsbewusste Christen sagen, man müsse Jesus als Retter akzeptieren, um erlöst zu werden.
Ist so ungefähr dasselbe.

"Damit wäre die Spiritualität zu einem Teil der materiellen Welt herabgewürdigt, was sie aber nicht ist."

Nein, wäre sie nicht. Spiritualität ist das gesamte, das, was beide Pole umfasst, sowohl materieller als auch total "besessener" Herkunft. Ist doch in etwa dasselbe, wie die Lehre, die Buddha verbreitet hatte: Er hatte den extrem-spirituellen Pol einfach als das Asketentum und das totale Entsagen von weltlichem Einfluss dargestellt. Ich sehe da nicht einen allzu grossen Unterschied, denn in der Moderne werden Asketen durch solche Glaubenssysteme ersetzt, die einem auffordern, total den menschlichen Wünschen und Vorstellungen zu entsagen.
Da das bei den Vaishnavas aber offensichtlich nicht der Fall ist, kann ich mich halbwegs mit deiner Ansicht anfreunden.

"Viele Vaishnavas sind verheiratet, sind im Berufsleben tätig, gehen auf Festivals."
Siehe da, da stecken auch persönliche Absichten dahinter. Das ist doch genau das Problem mit dieser Lehre: Du sagst, Krishna würde die von diesen persönlichen Absichten produzierten, karmischen Reaktionen übernehmen. Man muss ihn aber zuerst als die einzig wahre Persönlichkeit Gottes akzeptieren. Ist in etwa dasselbe wie die Christen, welche widerrum sagen: Man MUSS Jesus (und keinen anderen Propheten) als Retter annehmen, um erlöst zu werden. Hier ist es einfach Krishna statt Jesus.
Bei jedem anderen Gott oder jedem anderen, spirituellen Ursprung, an den man glaubt, "wäre das natürlich nicht der Fall".
Da würden dann natürlich wieder karmische Reaktionen entstehen.
Super ausgeklügelt, das System.

"Was sind das bei dir für Erfahrungen?"
Ich habe in meiner Vergangenheit vielseitige Erfahrungen gemacht, die auch in deinem Sinne negatives Karma erzeugen würden oder vielleicht auch taten. Sei das mit Drogen, mit an Kriminalität angrenzenden Aktionen, etc. Und auch wenn ich das heute nicht mehr nötig habe, kann ich sagen, dass ich keine einzige dieser Erfahrungen bereue, sondern dass ich sogar dankbar für sie bin. Denn erst durch sie bin ich innerlich gewachsen.
Ausserdem reise ich sehr viel und gerne, um mehr von der Welt, den verschiedenen Kulturen, und auch den verschiedenen Lebensphilosophien zu lernen (wenn ich auch noch etwas jung bin, um schon überall in der Welt herumgekommen zu sein).

"Meine Erfahrungen (auch Freundin ) stärken mich eigentlich nur in meiner Überzeugung, dass das Menschsein unbezahl ist, ein Sprungbrett in die spirituelle Welt."

Gut, da sind wir uns ja einig!

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 16.01.2005, 22:28   #29
Standard

Ein Problem hab ich noch mit deinen Darstellungen. Du schreibst, nach Buddha solle man den Mittelweg gehen zwischen extrem weltentsagter/asketischer Spiritualität und heftigem Sinnengenuss. Da frage ich mich, was du nun willst? Materielle oder spirituelle Welt? Denn solange man an materiellen Sachen irgendwie hängt, wie soll man denn da freikommmen und keine karmischen Reaktionen erzeugen?
Wie gesagt, man muss unterscheiden zwischen egozentrischer Frömmigkeit und egoloser Spiritualität. Das Asketentum hat es in diesem Zeitalter auch besonders schwer, da es laut und hektisch ist. So gibt es kaum Menschen und Orte, die für asketische Meditation geeignet sind. Von den Veden wird dafür das Treta-Yuga empfohlen (is schon bissl her *g*). Heute sind die Erfolgschancen da nicht mehr so groß, vielleicht auch ein Grund warum Buddha dieses System letztlich ablehnte.

"Viele Vaishnavas sind verheiratet, sind im Berufsleben tätig, gehen auf Festivals."
Siehe da, da stecken auch persönliche Absichten dahinter.
Nunja, das vedische Gesellschaftssystem sieht nunmal auch eine Phase vor, die zur Erhaltung der Gesellschaft dient: das Haushälterleben. In diesem ist man berufstätig und ist verheiratet. Wie eine krishnabewusste Ehe aber nun aussieht, kann ich dir nicht sagen, da ich zum einen selbst nicht verheiratet bin *g* und auch niemanden kenne, sorry.
Man MUSS Jesus (und keinen anderen Propheten) als Retter annehmen, um erlöst zu werden.
Christentum und Bhakti sind miteinander verwandt, das stimmt. Doch Jesus ist nicht Gott sondern ein Devotee. Zu seiner Zeit war er auch der spirituelle Meister für seine Anhänger, doch weilt er schon lange nicht mehr auf der Erde. Wie kann er dann noch der spirituelle Meister sein und Verantwortung für jene sich ihm anvertrauenden Menschen übernehmen?
Und lediglich Krishna als "Retter" akzeptieren bringt auch nicht viel, da steckt schon ein bissl mehr dahinter .

PS: sorry für die späte Antwort, aber war am WE irgendwie nicht inspiriert
 
 
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Raubtier
Alt 01.02.2005, 12:37   #30
Standard

-makellose gerechtigkeit?
 
 
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Morris
Alt 01.02.2005, 18:23   #31
Standard

Was ist daran unklar?

Klar, entweder ist etwas gerecht oder nicht. Mit dem Zusatz "makellos" wollte IVI wohl nur die Aussage verstärken, nehme ich jedenfalls an.
 
 
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Raubtier
Alt 02.02.2005, 11:46   #32
Standard

damit wollte ich sagen das es keine makellose gerechtigkeit gibt.gerechtigkeit sieht jeder aus seiner perpektive.
gerechtigkeit ist für mich ein wort das dazu benutzt wird eine entscheidung zu rechtfertigen.
 
 
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Morris
Alt 02.02.2005, 19:35   #33
Standard

Jo, ist jetz wieder dein Maßstab, nicht jener von IVI vorgestellte.

Was heißt Gerechtigkeit? Sag mal was du dazu denkst .

Gerechtigkeit kann man auch aus einer anderen Ebene betrachten, als nur irgendetwas zu rechtfertigen. Rechtfertigung an sich bedeutet ja keine Gerechtigkeit, kann mitunter sogar das Gegenteil bewirken.
 
 
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hackvresse
Alt 02.02.2005, 19:42   #34
Standard

damit wollte ich sagen das es keine makellose gerechtigkeit gibt.gerechtigkeit sieht jeder aus seiner perpektive.
Falsch.

Es gibt diese Gerechtigkeit. Nämlich genau dann wenn jeder nach seinen desktruktiven Handlungen oder gar Gedanken bewertet wird.

Natürlich kann man destruktiv verschiedenen auslegen, aber allgemein ist doch klar was damit gemeint ist
 
 
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Raubtier
Alt 03.02.2005, 08:58   #35
Standard

meiner meinung nach gibt es einfach keine gerechtigkeit (@skinni)----

Natürlich kann man destruktiv verschiedenen auslegen, aber allgemein ist doch klar was damit gemeint ist
Im großen und ganzen würd ich dem zustimmen
 
 
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raffis
Alt 03.02.2005, 09:30   #36
Standard

Natürlich kann man jetzt wieder "den Philosophen heraushängen" und behaupten, dass Gerechtigkeit eine subjektive Sache sei.
Das ist natürlich auch richtig.
Was der eine als gerecht empfindet, wird vom anderen als ungerecht bewertet.
Dennoch denke ich, dass trotz all diesem "Subjektiv-Talk" es eine ethische Richtlinie gibt, an derer man durchaus sagen kann, was denn gerecht sei oder nicht.
Alle Weltreligionen basieren im Groben auf den gleichen, ethischen Grundsätzen wie Gewaltlosigkeit, etc.
"Makellose Gerechtigkeit", um diesen Ausdruck hier zu verwenden, würde dann bedeuten, dass jedermann, der gegen diese universalen, ethischen Grundsätze handelt, dafür büssen würde, und jeder, der nach ihnen handelt, auf eine Weise dafür "belohnt" wird.

Ob denn das so ist, ist dann wieder Ansichtssache.

Gruss Raffi
 
 
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Raubtier
Alt 03.02.2005, 09:50   #37
Standard

"Makellose Gerechtigkeit", um diesen Ausdruck hier zu verwenden, würde dann bedeuten, dass jedermann, der gegen diese universalen, ethischen Grundsätze handelt, dafür büssen würde, und jeder, der nach ihnen handelt, auf eine Weise dafür "belohnt" wird.
genau das meinte ich mit meinem ersten beitrag zu diesem thema
 
 
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