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Trauerarbeit/Selbstmitleid/Deprimusik?

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Loranda
Alt 28.08.2008, 09:48   #26
Standard

wenn ich traurig bin (meistens wegen meinem freund -.-) dann will ich im ersten moment erstmal keinen kontakt zur außenwelt, am besten abkapseln, ausheulen,...
meistens versteht eh nur eine person meine probleme mit ihm und des is meine beste freundin... wenn ich mich wieder weng beruhigt hab, ruf ich sie an.
meistens gehts mir jedoch so, dass ich dann einfach meine ruhe will und auch keine lust hab rauszugehn o.ä. :/
 
 
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Alt 28.08.2008, 12:02   #27
Standard

In Selbstmitleid verfalle ich nie. Wenn ich traurig bin, dann ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und möchte einfach meine Ruhe haben und nicht gestört werden.

Liege dann meistens auf dem Bett rum und denke nach. Bin dann meistens sehr ruhig (was man von mir nicht gewöhnt ist) und habe auch kein großes Mitteilungsbedürfnis.

Um mich abzulenken spiele ich meist Playstation, schau nen Film an bzw. setz mich vor die Glotze und zappe rum.
 
 
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maria357
Alt 28.08.2008, 18:03   #28
Standard

Ich habe jetzt die anderen Antworten nicht gelesen.

- ich glaube Trauerarbeit verläuft in verschiedenden Stadien.
Ich ziehe mich erst völlig zurück und komme langsam wieder auf gute Freunde zurück - bis ich offen bin für die ganze Welt. Meistens läuft traurige Musik - wenn ich schon was anmache.
Deine Frage ist intersssant = Trauerarbeit ohne Selbstmitleid ! geht das ? NEIN !!! dann JA !!!
- aber dazu muss man ein bestimmtes Stadium erreicht haben. Es ist ganz ok - seine Enttäuschung, seinen Schmerz heraus zubringen , ob in Aggression oder in Tränen ist egal. Ich finde es wichtig, sonst frißt man wieder alles in sich hinein !
Doch man darf da nicht stagnieren, sonst geht man in Selbstmitleid unter und das ist nicht hilfreich für die Situation.
Was dann einsetzt - das Nachdenken - die Situation noch mal durchleben ist die Trauerarbeit , das Akzeptieren für mich selbst.
Aber dazu gehört immer eine Lösung, wie ich damit in Zukunft umgehen kann - erst dann habe ich das Problem für mich verarbeitet.
Und es darf kein Hass im Herzen zurück bleiben auf die - die mir DAS antaten ! oder gar das hadern mit dem Schicksal.

-wir haben alle unser Päckchen zutragen/man sollte versuchen sich gegenseitig zuhelfen-
 
 
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Dreamrat
Alt 29.08.2008, 12:18   #29
Standard

Um einem Wunsch nachzukommen, den ich vom Herzen erfülle, werde ich versuchen den Unterschied von Trauer und Selbstmitleid zu erklären.

Als erstes sollte man unterscheiden, zwischen "Trauer" und "Traurig sein". Traurig sein, ist ein momentaner Gefühlsmoment, (durch einen schlechten Tag, ärger mit Freund, sonstige Ärgernisse im Alltäglichem Leben). Trauer dagegen, ist tiefgründiger, (durch Tod eines Menschen, Verlust einer Freundschaft, Beziehung, Krankheit und sonstige Schicksalsschläge)

Das Traurig sein, geht schneller wieder vorbei, aber die Trauer, kann sich über Jahre hinwegziehen. Jeder Mensch trauert anderst, am Anfang nimmt man es nicht bewußt wahr, oder man verdrängt es. Es holt einen aber irgendwann ein, deshalb sollte man diese Trauer ausleben, verarbeiten. Die Gefühle herauslassen, egal ob man weint, schreit oder schimpft.. man braucht sich deshalb nicht zu schämen, ob Mann oder Frau, in so einem Moment zählt nur der Mensch, so wie er eigentlich überall zählen sollte, nicht nur zu diesem Thema, auch im alltäglichem Leben. Einfach nur Mensch...

Trauer, Traurig sein, hat nichts mit Selbstmitleid zu tun, man verfällt nur manchmal in Selbstmitleid, man fängt an sich zu bedauern, gibt anderen die Schuld, keiner versteht mich, keiner mag mich usw...
Aber das hat mit Gefühlen und Emontionen nichts zu tun. Wenn man den Unterschied erkennt, es wahrnimmt, sich selber wahrnimmt, in sich hineinhört, sich damit auseinandersetzt, kann man begreifen und verstehen, vor allem spüren und fühlen.

Deshalb bedauere dich nicht, sondern nimm deine Gefühle wahr und lass es zu, deinen Schmerz, deine Tränen, deine Wut, herauszulassen. Das ist kein Selbstmitleid, sondern Emontionen, die herausgelassen werden müssen, nur so kann man die Trauer verarbeiten und sich davon befreien und loslassen...

Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, um die Trauer zu verarbeiten, deshalb ist es egal, ob der Mensch 3mon. oder jahre darüber redet oder weint. Solange der Schmerz fühlbar ist, hat man es noch nicht verarbeitet. Man sollte sich deshalb auch nicht von äußeren Einflüssen blockieren lassen und sich selber auch nicht.

Trauer schafft man in den meisten Fällen, nicht alleine, deshalb ist es ratsam, sich eine vertraute Person zu suchen. (Seelsorger, Therapeut) Den in Begleitung tut man sich leichter, denn einfach sind solche Wege nie, aber es hilft um sein leben, wieder lebenswert zu machen.

Bevor man sich sowas annimmt, muss man im sich im klaren sein, dass es sehr viel Geduld, Kraft kostet. Aber auch der wo trauert, sollte dass erkennen. Das man Geduld haben sollte mit sich selber und das jedes Gefühl erlaubt ist, ohne sich schämen zu müssen. Wenn man das erkennt und versteht, versteht man sich und andere Menschen und kann sich gegenseitig unterstützen, ohne ungeduldig, zornig und genervt zu sein. Denn dann versteht man und steht auf einer Ebene, jeder Trauer, Schmerz geht vorbei... wenn man ihn verarbeitet und zuläßt und nicht verdrängt, egal was für Gefühle in uns hochkommen...

Man darf aber nie außer Acht lassen, sich selber und andere wahrzunehmen und andere damit nicht belasten, dafür bekommt man ein Gespür, man muss viel selber an sich arbeiten und darf nie jemandem anderen die last übertragen..

Geändert von Dreamrat (29.08.2008 um 13:02 Uhr).
 
 
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Moonchild
Alt 29.08.2008, 13:25   #30
Standard

Ich finde es wichtig, dass auch in der Trauer eine gewisse Form von "Bewegung" existiert...
dass die Gedanken nicht alle stillstehen und sich ständig um die selbe Sache drehen, sondern dass sie sich weiterentwickeln.
Auch aus depressiven Stimmungen kann man Kraft ziehen...
die Frage ist nur: Suhlt man sich in diesen Stimmungen regelrecht, indem man sie konserviert und immer und immer wieder die selben Gedanken gebetsmühlenartig wiederholt... oder begreift man sie als Chance, sich weiterzuentwickeln und daran charakterlich zu reifen?

Ich bin daher auch etwas skeptisch, was die Hilfe von Psychologen und Therapeuten angeht.
Als Notlösung mag das ok sein... aber im Idealfall sollte man versuchen, seine Probleme eigenständig in den Griff zu bekommen. Das ist einfach vom Erfolgserlebnis her am Ende was ganz anderes, sich komplett selbst (oder mit Hilfe eines guten Freundes) aus dem Dreck gezogen zu haben, als wenn man sich ständig sagen muss, dass man das nur mit Hilfe von jemandem geschafft hat, der dafür bezahlt wird, solche Probleme zu lösen.

Was mich auch nervt, ist dieser Gute Laune-Zwang, der gerade unter jungen Menschen vorzuherrschen scheint.
Als ob Trauer und Depressionen etwas "Aussätziges" wären, für das man sich schämen muss.
Dabei sind wohl die größten Werke der menschlichen Kunst und Literatur nicht von chronisch gutgelaunten, optimistischen Künstlern geschaffen worden, sondern von trauernden und verzweifelten Menschen, denen es gelungen ist, ihre Trauer und ihre Wut "anzuzapfen" und in eine schöpferische, positive Kraft umzuwandeln.
Und diese Fähigkeit steckt in einem jedem Menschen... dafür muss man kein großer Künstler sein. Man muss sich nur getrauen, die eigenen gedanklichen Barrieren zu durchbrechen und über das, was man davor war, hinaus zu wachsen.
 
 
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Dreamrat
Alt 29.08.2008, 15:22   #31
Standard

Zitat von Moonchild Beitrag anzeigen

die Frage ist nur: Suhlt man sich in diesen Stimmungen regelrecht, indem man sie konserviert und immer und immer wieder die selben Gedanken gebetsmühlenartig wiederholt... oder begreift man sie als Chance, sich weiterzuentwickeln und daran charakterlich zu reifen

nein, man suhlt sich nicht regelrecht in diesen Gedanken, man wiederholt vielleicht, man kann aber auch wieder ein Stück zurückfallen, aber auch 2 Schritte nach vorne gehen. Man lernt immer dazu und entwickelt sich immer weiter, auch wenn man meint, keinen Schritt nach vorn zu tun..man versucht die Gedanken wo man hat, durch andere Gedanken (positive) zu ersetzen.

Es liegt an einem selber, man muss wollen und man kann und sich nicht auf den loorbeeen ausruhen, man muss selber viel dafür tun, es kann kein anderer übernehmen, man kann nur begleiten und eine Stütze sein, aber den Weg muss jeder alleine gehen, da führt kein Weg daran vorbei...man muss bereit sein,
 
 
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Alt 29.08.2008, 15:37   #32
Standard

so ohne jetzt hier alles gelesen zu haben,...
also wenn bei mir irgendwas scheiße gelaufen is oder so, bin ich dann der typ der erst mal in sein zimmer geht und schön laut irgend ne musik hört zum abspacken (meistens die erste linkin park cd hybrid theory)
joa und wenn der erste frust dann vorbei is schnapp ich mir das telefon und ruf meine beste freundin in WÜ an und laber mit ihr drüber...
und wie ich noch in WÜ gewohnt hab, bin ich dann teilweise auch zu ihr gefahrn und hab persönlich mit ihr geredet...
 
 
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IsoO
Alt 31.08.2008, 02:56   #33
Standard

Zitat von Moonchild Beitrag anzeigen
die Frage ist nur: Suhlt man sich in diesen Stimmungen regelrecht, indem man sie konserviert und immer und immer wieder die selben Gedanken gebetsmühlenartig wiederholt... oder begreift man sie als Chance, sich weiterzuentwickeln und daran charakterlich zu reifen?
Ich denke, das richtet sich nach dem Durchblick und der seelischen Stabilität eines Menschen sowie dessen Charakter. Ein Jammerlappen wird wohl kaum etwas konstruktives aus dem inneren Schmerz ziehen können. Man kann solchen sich selbstbemitleidenden Menschen allerdings auch einen Tritt in den Hintern geben, damit sie die Endlosschleife des Jammerns nicht weiterführen.
Zitat von Moonchild Beitrag anzeigen
Was mich auch nervt, ist dieser Gute Laune-Zwang, der gerade unter jungen Menschen vorzuherrschen scheint.
Ein Gute-Laune-Zwang? Könntest du mir das etwas genauer erläutern?

Ich für meinen Teil setze mich bei Trauer entweder den Rechner, höre Musik, die ich jetzt zu hören wünsche oder ich mache einen Spaziergang.

EDIT:
Gedanklich versinke ich nicht im Selbstmitleid. Das mag gewissermaßen perseverativ erscheinen, doch was sollte schon dabei sein, sich selbst einfach mal am Riemen zu reißen und sich wieder aufzurichten, nachdem man etwas niederreißendes erlebt hat?

Gruß, Iso
 
 
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Berz
Alt 31.08.2008, 17:29   #34
Standard

Meistens Ausrasten, Gitarre spielen, Kippchen/tütchen rauchen, besaufen , aber das nur bei kleinen Sachen.
Wenn sich das länger zieht wie im Moment dann hör ich meistens dementsprechende Mucke (john Frusciante meistens).

meine neueste Reaktion is ne Glatze
Hatt ich bisher noch nie und hab mir gedacht die sollten ma ab, jetzt seh ich aus wien Schläger.
 
 
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Dreamrat
Alt 01.09.2008, 09:19   #35
Standard

Zitat von IsoO Beitrag anzeigen
Ich denke, das richtet sich nach dem Durchblick und der seelischen Stabilität eines Menschen sowie dessen Charakter. Ein Jammerlappen wird wohl kaum etwas konstruktives aus dem inneren Schmerz ziehen können. Man kann solchen sich selbstbemitleidenden Menschen allerdings auch einen Tritt in den Hintern geben, damit sie die Endlosschleife des Jammerns nicht weiterführen.

Wenn jemand so in sein Selbstmitleid versinkt, ist es sogar zwingend notwenig, ihm einen Tritt in den Hintern zu geben, denn durch schön reden kommt man da nicht weiter. Ich habe es selber feststellen müssen und bin dankbar dafür, ob es von PPlern war oder von meiner Tochter oder Therapeut, denn nur so wacht man auf und kann sich zusammenreißen und neue Wege gehen, die nach meiner Ansicht richtig sind und nicht zu jammern und in Selbstmitleid zu versinken, dass wäre der falsche Weg...

lg Dreamrat
 
 
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Anardil
Alt 01.09.2008, 13:57   #36
Standard

Aus aktuellem Anlass mal eine kleine Erfahrung von mir. Das Selbstmitleid der Person beginnt erst dann, wenn ein gewisser Alkoholpegel erreicht ist. Hier ist es, so schätze ich es ein, gefährlich, denn die Sinne sind weg und jegliche normalen Gedanken sind verschwommen. Da besteht sogar die Fahr, daß die Person etwas unüberlegtes tut.

Was soll man kann aber machen? Soll man sich daneben setzen und ständig aufpassen? Wichtig ist, daß man es selbst erkennt und dann entsprechend handelt. Therapeut z.B. Selbstmitleid an sich ist okay, dient zur Verarbeitung, genau wie heulen, flennen und so weiter. Aber nach vorn blicken und verstehen, daß man mit Mitleid nichts erreicht.
 
 
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Dreamrat
Alt 02.09.2008, 11:01   #37
Standard

Zitat von Anardil Beitrag anzeigen
Was soll man kann aber machen? Soll man sich daneben setzen und ständig aufpassen? Wichtig ist, daß man es selbst erkennt und dann entsprechend handelt. Therapeut z.B. Selbstmitleid an sich ist okay, dient zur Verarbeitung, genau wie heulen, flennen und so weiter. Aber nach vorn blicken und verstehen, daß man mit Mitleid nichts erreicht.

Selbstmitleid an sich, ist auch ok, dient auch zu Verarbeitung, aber dennoch ist es bekannt, dass, wenn man sich nur noch in Selbstmitleid suhlt und es nicht erkennt, einen Hinweiß braucht um dass zu erkennen, das geht aber nicht mit schön reden.

Was man machen kann, wenn einer nichts mehr annimmt, im Selbstmitleid versinkt, es auch nicht erkennt, trotz allen Hinweisen! Sollte man in fallenlassen, sich abwenden, auch wenn es schwer fällt. Denn jeder hat sein leben selbst in der Hand und ist dafür verantwortlich und man kann von keinem verlangen, auf jemanden ständig aufzupassen oder danebenzusitzen. Wenn der Betroffene aber auf einen (evtl.später) zukommen sollte, sollte man ihn nicht ablehnen, ihm auch nicht Vorwürfe machen, sondern für ihn da sein.

Für mich persönlich, gibt es einen Unterschied, was das Selbstmitleid anbelangt, Das Selbstmitleid an sich, wo jeder mal mehr oder weniger kennt und dass krankhafte Selbstmitleid, wo der Betroffene keinen Ausweg mehr sieht und sich regelrecht badet darin, es aber nicht erkennt, das ihm das nichts nützt, dass bedarf nach meiner Ansicht, ärztliche, therapeutische hilfe.

Geändert von Dreamrat (02.09.2008 um 11:53 Uhr).
 
 
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