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Der Tod

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Alt 19.05.2007, 09:46   #1
Standard Der Tod

Hallo,
aufgrund eines Sterbefalls in meiner Famillie habe ich mir die Frage gestellt, wie geht man mit sowas eigentlich am besten um ?
Sicher ist, dass jede/r wohl seine eigene Methode hat mit dem Verlust eines Menschen, der einem sehr nahe gestanden hat umzugehen. Aber muss man das alles richtig intensiv verarbeiten oder ist es sinnvoller den Tod hinzunehmen, die gute Vergangenheit in erinnerung zu behalten und den Rest versuchen zu verdraengen ?
Wie denkt ihr ueber das Thema ?


LG
 
 
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short_cut_baby
Alt 19.05.2007, 11:34   #2
Standard

"Oskar und die Dame in Rosa" von Eric-Emmanuel Schmitt.
Lies das, es geht um einen kleinen Jungen, der eine tödliche Krankheit hat. Seine Eltern wollen sich mit dem Thema nicht auseinander setzen und lassen ihn allein im Krankenhaus. Oskar bekommt glaube ich irgendwann mit, dass er sterben muss. Und da ist dann diese Krankenschwester, er nennt sie "Oma Rosa" und sie hilft ihm. Er hat auch keine Angst mehr vor dem Sterben, das BUch ist sehr süß und sehr erleichternd für Leute, die eben einen solchen Sterbefall n der Familie haben. Im ernst, es ist wirklich lesenswert (und man hat es in ein paar Stunden durch).

Wer immer es bei dir war, er hat sein Leben gelebt.
Jeder von uns hat ein Leben. Es ist wie ein geliehenes Buch, wir haben es bekommen und irgendwann gibt es jeder von uns wieder zurück. Diese person hat ihr Leben bekommen und gelebt und ausgefüllt und nun ist die Leihfrist abgelaufen, genauso wie sie bei jedem von uns ablaufen wird.
Sei nciht traurig, dass es vorbei ist, sei glücklich darüber, dass es diese Person gegeben hat.
Er/sie würde bestimmt nicht wollen, dass ihr alle traurig darüber seid, also lebt euer leben weiter und denkt ab un dzu an sie/ihn und daran, was ihr zusammen erlebt habt.
 
 
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Sivar
Alt 19.05.2007, 11:54   #3
Standard

Also ich hatte in meinem näheren Umfeld bisher 2 Todesfälle, bei denen es um Menschen ging, die mir wirklich was bedeutet haben bzw deren Tod mich wirklich beschäftigt hat.

Zunächst mal habe ich immer versucht, den Tod als Teil des Lebens zu sehen, und die Vergangenheit mit dieser Person nicht als abgeschlossenes Kapitel zu betrachten, sondern als etwas, das Teil meines Lebens ist, und es immer bleiben wird.

Auch wenn diese Sichtweise dazu führt, dass ich eben keinen Schlussstrich unter meine Zeit mit dieser Person ziehe, und die Trauer irgendwie (bei mir zumindest) nachlässt, hat das wenig mit Verdrängen zu tun. Vielmehr versuche ich, den Tod zum Anlass zu nehmen, über bestimmte Dinge im Leben nachzudenken... wie wertvoll mir das Leben ist, ob ich von mir selber sagen könnte, dass ich etwas aus meinem Leben mache, usw... Ausserdem erinnert der Tod eines nahestehenden Menschen mich immer daran, wie "wertvoll" die (lebendigen) Menschen um mich herum sind.

Der Tod macht zB viele Streits um Kleinigkeiten unwichtig, denn er bringt einen dazu, daran zu denken, worauf es wirklich im Leben ankommt. In dem Moment, wo jemand Geliebtes stirbt, fehlt einem aber glaub ich die "Übersicht", seine Gefühle intensiv zu verarbeiten, und mit den Gefühlen die ganze Zeit, die man zusammen mit dem andern verbracht hat. Insofern würde ich sagen, kommt das richtige Verarbeiten erst (teils viel) später.

Der Tod kann auch verbinden... und zwar einen selber mit den Menschen um sich herum, die teils mit einem trauern, teils einfach nur Kraft spanden und Anteilnahme geben. Ich halte es daher für einen Fehler, sich mit seiner Trauer zurückzuziehen und sich von seinem Umfeld zu isolieren.

Auch wenn am Anfang das Schlechte, die gefühlte Trauer und der Verlust, so sehr dominiert, sollte man sich Mühe geben, für das Gute offen zu sein, was der Tod mit sich bringt, und es versuchen anzunehmen
 
 
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Alt 19.05.2007, 12:00   #4
Standard

Zunächst mal habe ich immer versucht, den Tod als Teil des Lebens zu sehen, und die Vergangenheit mit dieser Person nicht als abgeschlossenes Kapitel zu betrachten, sondern als etwas, das Teil meines Lebens ist, und es immer bleiben wird.
so in der art isses bei mir auch. auch deswegen, weil für mich der mensch nicht enfach "weg" ist. das ist er nämlich (für mich) nicht. er lebt in mir und durch mich und andere weiter. das was ich mit ihm erlebt habe, was mich geprägt hat, was er mir an eigenschaften mitgegeben hat, das lässt diesen menschen zumindest zeit meines lebens weiter leben (und dann vllt auch in meinem kindern, weil ich sachen die ich durch ihn und von ihm gelernt habe weiter gebe). und damit ist der tod ansich für mich vllt etwas trauriges, aber nichts "tragisches", vllt die umstände, aber nicht der fakt ansich.
 
 
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Alt 19.05.2007, 12:07   #5
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meine Reaktion auf Tod im näheren Umfeld war stehts die gleiche:
eine Art Wutausbruch.

Mag doof klingen aber das ist meine Art das zu verarbeiten.
Wobei das eher eine Reaktion auf plötzlichen Tod war, weil ein Abschiednehmen fehlte.

Wenn ich weiß, dass jemand stirbt dann reagiere ich nie so extrem darauf.

Dass kann sich monatelang hinziehen, wobei die "Wutausbrüche" schwächer werden und dann so gut wie ganz verschwinden.

Sonst kann ich mich da feli nur anschließen:
so in der art isses bei mir auch. auch deswegen, weil für mich der mensch nicht enfach "weg" ist. das ist er nämlich (für mich) nicht. er lebt in mir und durch mich und andere weiter. das was ich mit ihm erlebt habe, was mich geprägt hat, was er mir an eigenschaften mitgegeben hat, das lässt diesen menschen zumindest zeit meines lebens weiter leben (und dann vllt auch in meinem kindern, weil ich sachen die ich durch ihn und von ihm gelernt habe weiter gebe). und damit ist der tod ansich für mich vllt etwas trauriges, aber nichts "tragisches", vllt die umstände, aber nicht der fakt ansich.
 
 
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Reh
Alt 19.05.2007, 19:21   #6
Standard

Ich sehe den Tod als etwas natürliches an und akzeptiere ihn (nicht nur den Worten nach, sondern wirklich im Inneren). Wenn Menschen aus meinem Umfeld sterben (was noch nicht oft passiert ist), haut mich das deswegen nicht um. Es ist eben passiert.

Wenn man Trauer empfindet, sollte man sich auf jeden Fall damit auseinander setzen und den Verlust verarbeiten. Wie man das macht, ist jedem selbst überlassen. Manche Leute müssen unbedingt mit jemandem reden und fühlen sich danach erleichtert, andere kehren in sich und setzen sich gedanklich damit auseinander.
Meine Erfahrung ist, dass man die Trauer auf keinen Fall verdrängen sollte, weil sie dann unverarbeitet irgendwo in der Seele vergraben bleibt und in bestimmten Situationen immer wieder durchbrechen wird. Wenn man sich aber sofort damit auseinander setzt, und sei es noch so schwierig, dann überwindet man das dauerhaft besser.
 
 
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Tscherry
Alt 19.05.2007, 21:03   #7
Standard

hi
ich denke man sollte versuchen zu glauben dass es dem verstorbenen wo er jetzt ist besser geht und die erinnerungen an ihn immer in seinem herzen tragen
das hat mir auf jeden fall geholfen
 
 
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UnitedLove
Alt 29.05.2007, 23:10   #8
Standard

jeder geht mit dem tod anders um..

der tod gehört zum leben.. kenne einen spruch, den ich recht gut finde:



"der tod ist nicht das ende,
der tod ist ein weiterer weg, den wir alle gehen müssen"
 
 
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daniel90
Alt 04.09.2007, 23:00   #9
Standard

der vater eines guten freundes von mir ist gestern gestorben..

Wisst ihr ich frage mich , wie es einen gott geben kann der so etwas zulässt?

Er hatte es nicht verdient seinen Vater zu verlieren nicht er..wieso ich das Leben so grausam und unfair gegenüber den menschen die es einfach nicht verdienen so vom leben behandelt zu werden..

ich kann in dem moment mit dem begriff " allmächtigen Gott" nichts..garnichts anfange..

Ich musste das gerade iwie niederschreiben weils mir so sehr leid tut für ihn.
 
 
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tj
Alt 05.09.2007, 02:23   #10
Standard

Zitat von daniel90
Wisst ihr ich frage mich , wie es einen gott geben kann der so etwas zulässt?

Er hatte es nicht verdient seinen Vater zu verlieren nicht er..wieso ich das Leben so grausam und unfair gegenüber den menschen die es einfach nicht verdienen so vom leben behandelt zu werden..
wie viele kinder in afrika haben es verdient ihre eltern an AIDS zu verlieren... haben sie es selbst verdient an AIDS oder Hungersnot zu sterben...

verstehen tut man es nie, und naja man sollte sich damit trösten was man an der Person hatte, aber kann nicht sagen er hat es nicht verdient , weil niemand verdient es einen Menschen zu verlieren aber das ist nun leider der nartürliche Prozess des Lebens
 
 
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meth
Alt 05.09.2007, 12:18   #11
Standard

ich kann mich nur den anderen meinugen anschließen: der tod ist ein teil des lebens.
aber was mich voll interessieren würde ist, was mit einem selber passiert der stirbt. ist man einfach weg? ist für mich sehr schwer vorzustellen...
 
 
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Coky
Alt 17.09.2007, 17:19   #12
Standard

Zitat von short_cut_baby
Diese person hat ihr Leben bekommen und gelebt und ausgefüllt und nun ist die Leihfrist abgelaufen, genauso wie sie bei jedem von uns ablaufen wird.
Sei nciht traurig, dass es vorbei ist, sei glücklich darüber, dass es diese Person gegeben hat.
Er/sie würde bestimmt nicht wollen, dass ihr alle traurig darüber seid, also lebt euer leben weiter und denkt ab un dzu an sie/ihn und daran, was ihr zusammen erlebt habt.
Ich schließe mich short_cut_baby an und denke auch, dass du an die schönen Ereignisse zurückdenken sollst, die ihr zusammen erlebt habt.

Wie sagte einst Bertolt Brecht:
"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt"
 
 
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Alt 18.09.2007, 00:50   #13
Standard

Also über meinen Tod mach ich mir keine Gedanken denn ändern kann ich es sowieso nicht. Ich kann aber nicht an irgendeinen Gott glauben oder sonst was da denk ich lieber das nichts passiert.

Vor ca. 5 Jahren hat aber eine gute Freundin von mir ihre Mutter bei einem Autounfall verloren. 1 Jahr später ist ihr Vater an Krebs erkrankt und ein weiteres halbes Jahr später auch gestorben. Sie hat natürlich sehr gelitten ist aber mittlerweile verdammt gut darüber hinweg und genauso fröhlich wie früher. Natürlich mit Hilfe der Familie und Freunde.
Als ich mich mit ihr mal über dieses Thema unterhielt meinte sie das sie glaubt das ihre Eltern in einer Art Kosmos sind und weiterhin auf sie aufpassen. Sowas ist natürlich auch eine Art ein solches Erlebniss zu verarbeiten.
 
 
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777
Alt 21.09.2007, 15:30   #14
Cool

Ich finde in Bezug auf das Leid, was in der Welt passiert und auch auf den Tod sollte man mit Sachen 'Gott' vorsichtig sein.
Schließlich hat Gott, wenn es ihn denn geben sollte, keine Schuld an dem, was in der Welt passiert.
Das haben die Menschen sich selbst zuzuschreiben.

Es gibt eben logische Zusammenhänge und Naturgesetzte, die eingehalten werden.
Gott hat diese selbst geschaffen und wird sie auch nicht wieder brechen.
Wenn ich mich mit einer Waffe auf die Strasse stelle und in der Fussgängerzone herumballer gibt es eben Blei, was in Körper eindringt und diese zerstört.

Das hat aber nichts mit Gott zutun, sondern mit der reinen Logik dieser Natur.

Vor kurzem hatte ich einen fiesen Traum in dem ich selbst gestorben bin.
Danach habe ich auch ein bisschen darüber nachgedacht und mir ist sogar ein bisschen bange geworden.

Einfach zu verschwinden wäre für mich übrigens irgendwo total trost und hoffnugnslos.

cya
David
 
 
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