Ich weiß ganz genau, wovon die Themenstarterin redet... das ist echt bitter, denn ich seh die Sache im Moment genauso aber ich hab da für mich persönlich womöglich den Ausweg gefunden.
Mein gegenwärtiges Problem besteht darin, dass ich meine Kraft, mein Interesse etc. nicht auf eine Sache bündeln kann, weil ich durch vieles abgelenkt werde, wodurch ich viel wirklich interessantes anfange aber das wenigste in irgendeiner Form fertig wird, sondern vielmehr alles gleichzeitig vor sich hinsiecht. Das Problem ist für mich wohl vorallem die Schule, die mich von den "wichtigen Dingen des Lebens" ablenkt, wenn man so will. Sprich ich werde irgendwie ausgezehrt von der Tatsache, dass ich jeden Morgen um 6 Uhr aus dem Bett kriechen muss, um mich für die Schule fertig zu machen, mich dort einen Tag lang zu quälen, nur um dann teilweise irgendwann spät Mittags nach Hause zu kommen und mir den Stress für die Arbeit zu geben, die ich gleich am nächsten Tag schreibe und für die ich antürlich noch nichts getan habe. Tatsächlich ist es so, dass ich die Zeit in der Schule wie eine Haftstrafe empfinde, die ich absitzen muss. Ein Jahr auf Bewährung steht noch aus...
Nun kann man zwar sagen ich könnte jederzeit aufhören, da ich ja praktisch 'Freiwillig' an der Schule angemeldet bin aber wenn man 12 Jahre Qualen hinter sich hat und dann nur mit einer Mittleren Reife dasteht, mit der man im Berufsleben irgendwas zwischen Müllmann, Bäcker und Friseur werden kann, dann ist es eigentlich selbstverständlich, dass man sich noch durch den Endspurt zum ABI quält um wenigstens irgendwie irgendwas zu bekommen, das einem nicht total stinkt.
Ich lebe im Moment in einer Art Knechtschaft, wo ich ständig allen Rechenschaft über meine Leistungen ablegen muss. Die Schule fordert ein, die Eltern fordern irgendwas ein, selbst der verfluchte Staat erdreißt sich allen Ernstes, von mir ein Jahr meines Lebens einzufordern. Ich habe keinen Bock mehr auf diese Scheiße, ich will meine verdammte Freiheit und ich fordere sie ein, sobald ich sie nur irgendwie bekommen kann, ich brauche auch mal Zeit für mich und im Moment sieht die an typischen Schultagen so aus, dass ich gelangweilt, ausgezehrt und manchmal frustriert heimkomme, meinen Schulscheiß in eine Ecke pfeffere und den restlichen Tag zu 90% vor dem Rechner oder ähnlichem zubringe um... ja, vermutlich um mich irgendwie zu betäuben, damit die Sache erträglich wird. Wenn dann Ferien sind und die Freunde auch mal zeit haben, ist das wirklich sehr angenehm aber wirklich frei fühle ich mich auch da nicht, denn eigentlich müsste ich ja noch den Lernstoff der letzten 5 Jahre nachholen und nach den Ferien wird auch gleich Arbeit XY geschrieben... sowas ist echt beschissen, das ist einfach deprimierend.
Um sicherzustellen, dass mein restliches Leben nicht so verläuft, dass ich eine weitere Handvoll Jahre meines Lebens für Studium und Lehre 'verschwände', nur um im Anschluss einen Job zu machen, den ich vielleicht hasse oder der mich zumindest langweilt, um für Geld zu schuften, das mich nicht glücklich macht, weil ich weiß, dass ich am nächsten Morgen aufstehe und gezwungen bin, diese und jene Norm zu erfüllen, diese und jene Aufgabe zu tun,
ist es für mich wichtig, Ziele zu definieren und sie zu erreichen. Ich muss wissen, was ich will, statt nur zu wissen, was ich nicht will.
Nein, das ist nicht die Art von Leben, die ich im Sinn habe, ich will das nicht tun, ich würde daran gewiss krepieren. Deswegen strebe ich eine Künstlerkarriere als Buchautor oder vielleicht auch in anderen Kunstformen an und ich werde es auch irgendwie schaffen, mich in dem Sektor durchzusetzen, denn dann habe ich alles was ich im Leben will:
Ich möchte selbstständig sein, ich möchte unabhängig und frei sein und ich will mein Geld für eine Sache bekommen, die ich gerne tue und die nicht jeder andere für mich erledigen könnte, ich will ebenso Reisen wann ich will und wie ich will, ich will an nichts im Leben gebunden sein, keinen verfluchten Klotz am Bein tragen, der andauernd "ich will aber ich kann nicht" verursacht. Ich werde noch ein Jahr lang auf der Schulbank sitzen und dann abhauen von hier so weit es geht -um konkret zu werden nach Australien-. Australien steht in meinem Geiste für Freiheit, während ich hier in Deutschland ständig das Gefühl habe, dass alle mich in ein Netz einweben wollen, das mir einen Platz zuweist, den ich nicht mehr zu verlassen habe und auf dem ich mein Dasein fristen muss, bis ich meine -in Frage stehende- Rente bekomme und darüber hinaus. Und bevor das geschehen ist, muss ich mich daraus befreien und mein eigenes Ding durchsetzen.
Ein Vorteil dieser angestrebten Laufbahn ist sicherlich, dass ich nach dem Abitur endlich auf unbestimme Zeit abhauen kann. Es geht jetzt schon soweit, dass ich das Abitur nurnoch als kleine Absicherung betrachte, ich hoffe ich kann diesen verschissenen Zettel mit dem Stempel in die Schublade legen und für immer dort liegen lassen, wenn ich ihn nächstes Jahr bekomme. Um im künstlerischen Bereich Erfolg zu haben, ist schließlich kein bestimmter Abschluss vonnöten und ich hoffe ich muss mich nie im Leben irgendwo damit bewerben.
PS: Sorry dass ich so exessiv darüber schreibe und vorallem nur über mich aber das ist ein Thema, das mich in letzter Zeit Tag und Nacht beschäftigt und ich muss all den Gedankenwust irgendwo loslassen und da wir hier ja ohnehin schon an der Klagemauer sind...
Ich hoffe ihr konntet irgendwas für euch relevantes aus dem Roman ziehen.
MfG, Ripper
