Zitat von felicitas ganz ehrlich? die frage nach dem sinn des lebens habe ich mir noch nicht gestellt. zumindest nicht tiefgründig. weil das für mich eine frage ohne antwort ist. das leben an sich ist eine viel zu große, umfassende sache, die viel zu komplex ist als das ich _eine_ antwort finden will.
Du solltest das nicht als Aufruf verstehen über den Sinn des Lebens nach zu denken, das war eigentlich nicht meine Absicht. Viel mehr geht es mir um den Sinn über den Sinn des Lebens nach zu denken.
natürlich würde es dem kind helfen ursachen und erklärungen zu finden die es akzeptieren kann.
Wie du sagtest, Erklärungen die es akzeptieren kann. Angenommen es findet diese nicht, im Gegenteil Erklärungen die es nur weiter leiden kann, wäre es da besser nicht nach dem Sinn zu fragen?
aber eine erklärung zu finden ist für das seelenleben und die entwicklung des kindes von enormer bedeutung. ich glaube, man ist in seiner entwicklung gehemmt, wenn man nicht mit einem bestimmten lebensabschnitt abschließen kann. dh. wenn man sich ungeklärten fragen gestellt hat und sich bemüht hat eine antwort zu finden.
Man ist in seiner Entwicklung gehemmt, wenn man glaubt auf jede Frage gäbe es eine Antwort. Wenn man glaubt hinter allem müsse ein Sinn stecken. Dies ist menschliches Denken, dies ist auch der Grund wieso unser Denken begrenzt ist.
und antworten gibt es. so viele fragen es gibt, soviele antworten gibt es. oder mehr noch, zu jeder frage gibt es viele antworten. man muss eine finde die man für sich akzeptieren kann. und genau dieser weg, das finden von antworten, hilft beim verarbeiten von erlebten und trägt zur weiterentwicklung bei.
Das zwanghafte nach einer Antwort suchen die einen befriedigt, könnte man auch so verstehen dass man zwanghaft eine Illusion heraufbeschwören will die einem das Leben erträglicher macht.
wir sind im moment außer stande diverse konflikte zu lösen. aber ohne zu hinterfragen woher die konflikte kommen und welche ursachen sie haben, hat man erst gar nicht die chance eine lösung zu finden.
Schau mal, mittlerweile hat die Welt, allen voran die westliche Welt, sehr lange darüber gegrübelt was wohl die Ursache des Nahostkonflikts darstellt.
Die Ursachen sind weitestgehend analysiert und verstanden. Sind wir einer Lösung des Problems nähergekommen? Keinen mm.
Mittlerweile kennen wir auch die Ursachen für Kriege allgemein, Hass, Neid, Verachtung. Sieht unsere Welt jetzt im Gesamtbild besser aus als vor 100 oder gar 1000 Jahren? Nein. Im Gegenteil, unser technischer Fortschritt ermöglicht es nun sogar noch mehr Menschen auf einen Schlag zu töten.
Die UNO wurde u.a. mit der Absicht gegründet Kriege zu vermeiden. Ironischerweise herrschen heut zu tage mehr Kriege als noch vor 100 Jahren. Haben wir dazu gelernt? Nein.
man muss sich mit den ursachen auseinander setzen um zu einer lösung zu gelangen.
Das ist ein notwendiges Kriterium aber kein hinreichendes. Das hinreichende Kriterium haben wir Menschen noch nicht erreicht und werden es wohl auch nicht.
nein ich finde es nicht ermüdend tag für tag über eine problematik nachzudenken und nach lösungen zu suchen.
Ich schon, weil die Ursachen weithin bekannt sind (vlt. nicht allen) und mögliche, vernünftige Lösungen auch. Es scheitert letztendlich am Unvermögen der Menschen zur Vernunft. Ich weiß, Kant nannte einen Menschen vernunftbegabt. Er vergaß jedoch das die potentielle Fähigkeit des Menschen zur Vernunft keine Garantie dafür ist, dass er diese auch nutzt. Selbst viele Menschen in Deutschland sind nicht in der Lage zu erkennen dass der israelische Angriffskrieg auf den Libanon keine Lösung ist. Statt dessen lese ich das wahnwitzige Schreiben eines Publizisten, der sich womöglich noch moralisch schimpft, vom "gerechten" Krieg der Israelis. Wohl im Geschichtsunterricht gepennt was?
vllt ist das der allgemeine, übergeordnete sinn des lebens: analysieren und lösungen suchen.
Lösungen, die sich vlt. gut anhören, aber letztendlich an der Unvernunft des Menschen scheitern.
für alles mögliche. wir sind mit der fähigkeit ausgestattet zu denken. wir KÖNNEN ursachen erkennen und lösungen finden. es ist geradezu unsere pflicht diese fähigkeit zu nutzen.
Behauptet wer? Wieso haben wir die Pflicht unsere Fähigkeiten zu nutzen? Wer will es uns befehlen?
daran ist doch aber nicht das nachdenken an sich schuld. und auch eine depression ist ein schritt auf dem weg zur lösungsfindung.
Da bin ich mal auf eine Erklärung gespannt inwiefern eine Depression bei einer Lösungsfindung hilfreich sein kann, vor allem wenn man eine Lösung bereits gefunden und deswegen in Depressionen verfällt, weil man merkt dass die Lösung an der Unvernunft des Menschen scheitert.
Janshi