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Die Sinnfrage und ihr Sinn

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Janshi
Alt 25.07.2006, 20:16   #1
Standard Die Sinnfrage und ihr Sinn

Als eine der zentralen Fragen der Philosophie wird die Sinnfrage gesehen (Der Sinn des Lebens).
Wo liegt eigentlich der Sinn dieser Frage?

Würde es uns denn weiter helfen, den Sinn des Lebens zu kennen? Wir glauben es, weil wir Menschen es immer erträglicher finden, Erklärungen für etwas zu haben. Aber letztlich ändern bedauerlicherweise Erklärungen ja selten wenn gar nie etwas an gegebenen Tatsachen.


Üblicherweise stellt man sich die Frage nach dem Sinn ja meistens dann, wenn man unglücklich oder unzufrieden ist. Glückliche Menschen haben ja normalerweise das Gefühl, den Sinn ihres Lebens oder ihres Glücks gefunden zu haben.

Wenn nun beispielsweise einem Kind die eigenen Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, und es leidet darunter, sehr und versteht nicht, wieso ihr/ihm die Eltern schon so früh genommen wurden, würde es das Leiden erträglicher machen, zu wissen, dass es das Schicksal der Eltern war, jung zu sterben - oder das Schicksal des Kindes, ohne Eltern aufzuwachsen? Oder macht es das Leiden erträglicher anzunehmen, dass dies für das Kind nur eine Prüfung ist, eine Hürde, die ein Gott im Himmel ihm gestellt hat? Oder wird das Kind dadurch glücklicher werden zu vermuten, dass die Eltern beide aufgrund ihrer genetischen Gegebenheiten mit nur unterdurchschnittlicher Reaktionszeit ausgestattet waren, deshalb dem entgegen kommenden Lastwagen nicht mehr ausweichen konnten, und somit - streng genommen - aufgrund ihrer ungenügenden biologischen Grundausstattung von der Natur aussortiert wurden - Survival of the fittest?

Ich nehme an, dass also die Antwort auf die Sinn-Frage nicht besonders hilfreich ist.

Wieso suchen wir dann nach dieser Antwort, wieso reizt es uns so zu wissen, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir hier erreichen sollen?

Ich gehe jedoch noch einen Schritt weiter:

Meine zweite Frage lautet:
Stellt die Tatsache, dass die Menschen nachdenkliche Wesen sind, nicht letztlich ein Hindernis dar in der großen Spirale der Evolution?

Einerseits können wir Menschen durch Nachdenken viele Aufgaben lösen, die unser Leben positiv beeinflussen. Wir haben durch den Forscherdrang und die Suche nach Erklärungen die Medizin entwickelt, wir haben Autos, die unser Leben einfacher gestalten (und nebenbei die Natur zerstören), wir haben Literatur, die uns erfreut und die Gentechnik entwickelt, die Pflanzen resistent gegenüber Krankheiten gemacht hat.

Es heißt, dass der Mensch die Evolution abgelöst hat, weil wir unsere Entwicklung selber in die Hand genommen haben, und weil wir die natürliche Auslese überlistet haben durch die Hand des Arztes.

Andererseits hat unsere Nachdenklichkeit und unser Forscherdrang auch zur Entwicklung von Waffen geführt, die nicht mehr nur eingesetzt werden, um Nahrung zu beschaffen oder das eigene Revier zu verteidigen - sondern teilweise in aus strategischen Motiven geführte Kriege münden, in Aufrüstungsspiralen, in die Atombombe.
Findet ihr es nicht ermüdend Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr über Konflikte zu hören? Wir kennen die Ursachen dieser Konflikt, sind jedoch außerstande diese zu lösen?

Viele Menschen werden über der Nachdenklichkeit über den Sinn des Lebens und den Wahnsinn dieser Welt tatsächlich nicht nur melancholisch, sondern depressiv.



gruß Janshi
 
 
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Cobain
Alt 25.07.2006, 21:21   #2
Standard

Interessanter Thread

Also ich fang mal klein an....

Als erstes,ich habe mir auch schon sehr oft Gedanken über den "Sinn" des menschlichen daseins gemacht,wodurch ich zu einer möglichkeit kam die vll,nicht die erhoffte ist jedoch aber eine Variante:

vll,ist der Gedanke über den Sinn des Lebens ein,von der Evolution nicht gewollter Gedanke (War der Mensch von der Evolution gewollt) da er vll,gar keine Anwendung findet,möglicherweise sind wir garnicht so wichtig wie wir es gerne hätten...

1.Vielleicht ist der Sinn des Lebens die Erkenntnis darüber das es keinen gibt ?

Würde uns diese Erkenntnis weiterhelfen ? Ja weil wir dann ohne depressionen durchs Leben gehen können.

Mir gefällt diese Variante jedoch auch nicht sonderlich,da ich auch eher der tiefgründigere Mensch bin,und auf eine höhere Aufgabe des Menschen hoffe,ich Glaube auch an Schicksal und das alles eine Fügung ist,weil sich die Dinge,wie sie sich in der Evolution ereigneten einfach nicht rein auf Zufall basieren können.(aber vll, ist das auch ein Wunschdenken ?)

Das mit der Natürlichen Auslese wegen dem Autounfall ist nichtens,da sich die Evolution nicht auf die Technischen errungenschaften des Menschen einstellen konnte.

Denke auch das man in solchen Schicksalsschlägen keinen Sinn suchen darf, da man ihn wohl nicht findet,soetwas basiert einfach auf der banalen sache von unglücklichen aneinanderreihungen (Kettenreaktionen) kann z.B ein Schmetterling der in Brasilien mit den Flügeln schlägt,hier einen Tornado auslösen ?? falls jemand die These kennt...

Der Mensch sucht nach dem Sinn des Lebens,weil es vielleicht sein letztes ungelöstes Geheimnis ist,in betracht auf jeden einzelnen,natürlich gibt es noch unendlich viele Geheimnisse,die wir Lösen werden aber über den Sinn des Lebens kann sich jeder einzelne selbst seine Gedanken machen und darüber rätseln,der Mensch brauch mehr als nur seinen Job etc..um ein Glückliches Leben zu haben,zumindest der nicht 0815 Mensch,also diejenigen,die das vorankommen der Menschheit antreiben.

Und die Evolution haben wir dank der Genetik nun endgültig hinter uns gelassen...

Das mit der Entwicklung der Waffen und vor allem der A-Bombe,es gibt da eine These,das Intelligentes Leben nur eine bestimmte Zeitspanne existieren kann,da sie unweigerlich der Selbstvernichtung zum Opfer fällt.
 
 
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Jim Panse
Alt 25.07.2006, 22:51   #3
Standard

Naja ich würd mal sagen es gitb absolut keinen Sinn hinter datt ganze,
bin trotzdem gut drauf
 
 
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Alt 26.07.2006, 11:20   #4
Standard

ganz ehrlich? die frage nach dem sinn des lebens habe ich mir noch nicht gestellt. zumindest nicht tiefgründig. weil das für mich eine frage ohne antwort ist. das leben an sich ist eine viel zu große, umfassende sache, die viel zu komplex ist als das ich _eine_ antwort finden will.

Zitat von Janshi
Wenn nun beispielsweise einem Kind die eigenen Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, und es leidet darunter, sehr und versteht nicht, wieso ihr/ihm die Eltern schon so früh genommen wurden, würde es das Leiden erträglicher machen, zu wissen, dass es das Schicksal der Eltern war, jung zu sterben - oder das Schicksal des Kindes, ohne Eltern aufzuwachsen? Oder macht es das Leiden erträglicher anzunehmen, dass dies für das Kind nur eine Prüfung ist, eine Hürde, die ein Gott im Himmel ihm gestellt hat? Oder wird das Kind dadurch glücklicher werden zu vermuten, dass die Eltern beide aufgrund ihrer genetischen Gegebenheiten mit nur unterdurchschnittlicher Reaktionszeit ausgestattet waren, deshalb dem entgegen kommenden Lastwagen nicht mehr ausweichen konnten, und somit - streng genommen - aufgrund ihrer ungenügenden biologischen Grundausstattung von der Natur aussortiert wurden - Survival of the fittest?

Ich nehme an, dass also die Antwort auf die Sinn-Frage nicht besonders hilfreich ist.
das sehe ich nun wieder anders und das spielt irgendwie auch in den vertrauens-thread mit ein. natürlich würde es dem kind helfen ursachen und erklärungen zu finden die es akzeptieren kann. ob diese erklärungen nun religiöser art wären, oder naturwissenschaftlicher, sei mal dahin gestellt. das ist für das ergebnis irrelevant. aber eine erklärung zu finden ist für das seelenleben und die entwicklung des kindes von enormer bedeutung. ich glaube, man ist in seiner entwicklung gehemmt, wenn man nicht mit einem bestimmten lebensabschnitt abschließen kann. dh. wenn man sich ungeklärten fragen gestellt hat und sich bemüht hat eine antwort zu finden. das ist für mich geistige weiterentwicklung. wenn du dein ganzes leben dich fragst "wieso ich, wieso ist das mir passiert, warum ist das passiert?" dann hast du vllt nie den willen gehabt eine antwort zu finden. und antworten gibt es. so viele fragen es gibt, soviele antworten gibt es. oder mehr noch, zu jeder frage gibt es viele antworten. man muss eine finde die man für sich akzeptieren kann. und genau dieser weg, das finden von antworten, hilft beim verarbeiten von erlebten und trägt zur weiterentwicklung bei.

Wieso suchen wir dann nach dieser Antwort, wieso reizt es uns so zu wissen, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir hier erreichen sollen?
wie gesagt, das sind nun wieder fragen die ich mir nicht stelle, sie sind mir zu global, zu komplex. ich fange lieber bei kleinen fragen an, fragen die meinen heutigen tag beeinflussen, mein momentanes leben.

Findet ihr es nicht ermüdend Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr über Konflikte zu hören? Wir kennen die Ursachen dieser Konflikt, sind jedoch außerstande diese zu lösen?
wir sind im moment außer stande diverse konflikte zu lösen. aber ohne zu hinterfragen woher die konflikte kommen und welche ursachen sie haben, hat man erst gar nicht die chance eine lösung zu finden. man muss sich mit den ursachen auseinander setzen um zu einer lösung zu gelangen. und das die lösung nicht vom himmel fällt nur weil man sich der ursachen bewusst wird ist auch klar, je nach komplexität der problematik. nein ich finde es nicht ermüdend tag für tag über eine problematik nachzudenken und nach lösungen zu suchen. vllt ist das der allgemeine, übergeordnete sinn des lebens: analysieren und lösungen suchen. für alles mögliche. wir sind mit der fähigkeit ausgestattet zu denken. wir KÖNNEN ursachen erkennen und lösungen finden. es ist geradezu unsere pflicht diese fähigkeit zu nutzen. und vllt ist das der "sinn des lebens".

Viele Menschen werden über der Nachdenklichkeit über den Sinn des Lebens und den Wahnsinn dieser Welt tatsächlich nicht nur melancholisch, sondern depressiv.
daran ist doch aber nicht das nachdenken an sich schuld. und auch eine depression ist ein schritt auf dem weg zur lösungsfindung. und ich glaube (_glaube_), das eine depression durch nachdenken oft daher kommt das man für sich allein nach einer lösung sucht. man vergisst teil eines unwahrscheinlich großen, komplexen, vielseitigen ganzen zu sein.
 
 
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Janshi
Alt 26.07.2006, 23:24   #5
Standard

Zitat von felicitas
ganz ehrlich? die frage nach dem sinn des lebens habe ich mir noch nicht gestellt. zumindest nicht tiefgründig. weil das für mich eine frage ohne antwort ist. das leben an sich ist eine viel zu große, umfassende sache, die viel zu komplex ist als das ich _eine_ antwort finden will.
Du solltest das nicht als Aufruf verstehen über den Sinn des Lebens nach zu denken, das war eigentlich nicht meine Absicht. Viel mehr geht es mir um den Sinn über den Sinn des Lebens nach zu denken.


natürlich würde es dem kind helfen ursachen und erklärungen zu finden die es akzeptieren kann.
Wie du sagtest, Erklärungen die es akzeptieren kann. Angenommen es findet diese nicht, im Gegenteil Erklärungen die es nur weiter leiden kann, wäre es da besser nicht nach dem Sinn zu fragen?

aber eine erklärung zu finden ist für das seelenleben und die entwicklung des kindes von enormer bedeutung. ich glaube, man ist in seiner entwicklung gehemmt, wenn man nicht mit einem bestimmten lebensabschnitt abschließen kann. dh. wenn man sich ungeklärten fragen gestellt hat und sich bemüht hat eine antwort zu finden.
Man ist in seiner Entwicklung gehemmt, wenn man glaubt auf jede Frage gäbe es eine Antwort. Wenn man glaubt hinter allem müsse ein Sinn stecken. Dies ist menschliches Denken, dies ist auch der Grund wieso unser Denken begrenzt ist.

und antworten gibt es. so viele fragen es gibt, soviele antworten gibt es. oder mehr noch, zu jeder frage gibt es viele antworten. man muss eine finde die man für sich akzeptieren kann. und genau dieser weg, das finden von antworten, hilft beim verarbeiten von erlebten und trägt zur weiterentwicklung bei.
Das zwanghafte nach einer Antwort suchen die einen befriedigt, könnte man auch so verstehen dass man zwanghaft eine Illusion heraufbeschwören will die einem das Leben erträglicher macht.


wir sind im moment außer stande diverse konflikte zu lösen. aber ohne zu hinterfragen woher die konflikte kommen und welche ursachen sie haben, hat man erst gar nicht die chance eine lösung zu finden.
Schau mal, mittlerweile hat die Welt, allen voran die westliche Welt, sehr lange darüber gegrübelt was wohl die Ursache des Nahostkonflikts darstellt.
Die Ursachen sind weitestgehend analysiert und verstanden. Sind wir einer Lösung des Problems nähergekommen? Keinen mm.

Mittlerweile kennen wir auch die Ursachen für Kriege allgemein, Hass, Neid, Verachtung. Sieht unsere Welt jetzt im Gesamtbild besser aus als vor 100 oder gar 1000 Jahren? Nein. Im Gegenteil, unser technischer Fortschritt ermöglicht es nun sogar noch mehr Menschen auf einen Schlag zu töten.
Die UNO wurde u.a. mit der Absicht gegründet Kriege zu vermeiden. Ironischerweise herrschen heut zu tage mehr Kriege als noch vor 100 Jahren. Haben wir dazu gelernt? Nein.

man muss sich mit den ursachen auseinander setzen um zu einer lösung zu gelangen.
Das ist ein notwendiges Kriterium aber kein hinreichendes. Das hinreichende Kriterium haben wir Menschen noch nicht erreicht und werden es wohl auch nicht.

nein ich finde es nicht ermüdend tag für tag über eine problematik nachzudenken und nach lösungen zu suchen.
Ich schon, weil die Ursachen weithin bekannt sind (vlt. nicht allen) und mögliche, vernünftige Lösungen auch. Es scheitert letztendlich am Unvermögen der Menschen zur Vernunft. Ich weiß, Kant nannte einen Menschen vernunftbegabt. Er vergaß jedoch das die potentielle Fähigkeit des Menschen zur Vernunft keine Garantie dafür ist, dass er diese auch nutzt. Selbst viele Menschen in Deutschland sind nicht in der Lage zu erkennen dass der israelische Angriffskrieg auf den Libanon keine Lösung ist. Statt dessen lese ich das wahnwitzige Schreiben eines Publizisten, der sich womöglich noch moralisch schimpft, vom "gerechten" Krieg der Israelis. Wohl im Geschichtsunterricht gepennt was?

vllt ist das der allgemeine, übergeordnete sinn des lebens: analysieren und lösungen suchen.
Lösungen, die sich vlt. gut anhören, aber letztendlich an der Unvernunft des Menschen scheitern.

für alles mögliche. wir sind mit der fähigkeit ausgestattet zu denken. wir KÖNNEN ursachen erkennen und lösungen finden. es ist geradezu unsere pflicht diese fähigkeit zu nutzen.
Behauptet wer? Wieso haben wir die Pflicht unsere Fähigkeiten zu nutzen? Wer will es uns befehlen?



daran ist doch aber nicht das nachdenken an sich schuld. und auch eine depression ist ein schritt auf dem weg zur lösungsfindung.
Da bin ich mal auf eine Erklärung gespannt inwiefern eine Depression bei einer Lösungsfindung hilfreich sein kann, vor allem wenn man eine Lösung bereits gefunden und deswegen in Depressionen verfällt, weil man merkt dass die Lösung an der Unvernunft des Menschen scheitert.

Janshi
 
 
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Alt 27.07.2006, 10:37   #6
Standard

Zitat von Janshi
Du solltest das nicht als Aufruf verstehen über den Sinn des Lebens nach zu denken, das war eigentlich nicht meine Absicht. Viel mehr geht es mir um den Sinn über den Sinn des Lebens nach zu denken.
keine angst, das hatte ich nicht geschrieben und sicherlich auch nicht gemacht.



Wie du sagtest, Erklärungen die es akzeptieren kann. Angenommen es findet diese nicht, im Gegenteil Erklärungen die es nur weiter leiden kann, wäre es da besser nicht nach dem Sinn zu fragen?
also ist es besser gar nicht erst anzufangen nachzudenken? sich seinem "schicksal" zu ergeben?


Man ist in seiner Entwicklung gehemmt, wenn man glaubt auf jede Frage gäbe es eine Antwort. Wenn man glaubt hinter allem müsse ein Sinn stecken. Dies ist menschliches Denken, dies ist auch der Grund wieso unser Denken begrenzt ist.
beweise.


Das zwanghafte nach einer Antwort suchen die einen befriedigt, könnte man auch so verstehen dass man zwanghaft eine Illusion heraufbeschwören will die einem das Leben erträglicher macht.
nur damit ich es richtig verstehe - eine antwort ist für dich eine illusion um erfahrenes zu verarbeiten? bei dem gedankengang komme ich ehrlich nicht ganz mit.



Schau mal, mittlerweile hat die Welt, allen voran die westliche Welt, sehr lange darüber gegrübelt was wohl die Ursache des Nahostkonflikts darstellt.
Die Ursachen sind weitestgehend analysiert und verstanden. Sind wir einer Lösung des Problems nähergekommen? Keinen mm.

Mittlerweile kennen wir auch die Ursachen für Kriege allgemein, Hass, Neid, Verachtung. Sieht unsere Welt jetzt im Gesamtbild besser aus als vor 100 oder gar 1000 Jahren? Nein. Im Gegenteil, unser technischer Fortschritt ermöglicht es nun sogar noch mehr Menschen auf einen Schlag zu töten.
Die UNO wurde u.a. mit der Absicht gegründet Kriege zu vermeiden. Ironischerweise herrschen heut zu tage mehr Kriege als noch vor 100 Jahren. Haben wir dazu gelernt? Nein.
wir haben nicht dazu gelernt? beweise.

Ich schon, weil die Ursachen weithin bekannt sind (vlt. nicht allen) und mögliche, vernünftige Lösungen auch. Es scheitert letztendlich am Unvermögen der Menschen zur Vernunft. Ich weiß, Kant nannte einen Menschen vernunftbegabt. Er vergaß jedoch das die potentielle Fähigkeit des Menschen zur Vernunft keine Garantie dafür ist, dass er diese auch nutzt. Selbst viele Menschen in Deutschland sind nicht in der Lage zu erkennen dass der israelische Angriffskrieg auf den Libanon keine Lösung ist. Statt dessen lese ich das wahnwitzige Schreiben eines Publizisten, der sich womöglich noch moralisch schimpft, vom "gerechten" Krieg der Israelis. Wohl im Geschichtsunterricht gepennt was?
nur weil wir (noch) nicht fähig sind die gefunden lösungen in die tat umzusetzen, ist es schlecht diese lösungen und die vorangegangen ursachen überhaupt gefunden bzw. erforscht zu haben? auch den gedankengang verstehe ich nicht ganz.

über mein geschichtliches wissen brauchst du nicht zu spekulieren.

Lösungen, die sich vlt. gut anhören, aber letztendlich an der Unvernunft des Menschen scheitern.
das weißt du?


Behauptet wer? Wieso haben wir die Pflicht unsere Fähigkeiten zu nutzen? Wer will es uns befehlen?
eine pflicht setzt nicht immer einen befehl von oben voraus. nur allein die fähigkeit zu besitzen verpflichtet uns sie zu nutzen.

Da bin ich mal auf eine Erklärung gespannt inwiefern eine Depression bei einer Lösungsfindung hilfreich sein kann, vor allem wenn man eine Lösung bereits gefunden und deswegen in Depressionen verfällt, weil man merkt dass die Lösung an der Unvernunft des Menschen scheitert.
es tut mir ehrlich leid, ich kann deine gedankengänge nicht nachvollziehen. sie sind für mich unlogisch. eine depression kann beim FINDEN einer lösung helfen (wie bereits geschrieben) weil man in selbiger anders an fragen herangeht, sie von einem anderen standpunkt aus beleuchtet. vllt ist dieser standpunkt äußerst negativ, vllt ist er getrübt durch gefühle, aber es ist ein andere blickwinkel.

erkläre mir den satz "die lösung kann eine depression hervorrufen weil sie an der unvernunft der menschen scheitert".

ich versteh dich nicht. wirklich nicht. ich kann deine gedankengänge, deine scheinbare logik nicht verstehen. sie will sich mir nicht erschließen.

aber ich will sie gern verstehen.
 
 
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Janshi
Alt 27.07.2006, 11:42   #7
Standard

also ist es besser gar nicht erst anzufangen nachzudenken? sich seinem "schicksal" zu ergeben?
Eine Antwort auf die Sinnfrage würde uns meines Erachtens eben nicht weiterhelfen. Vlt. wäre es tatsächtlich besser nicht darüber nach zu denken.


Man ist in seiner Entwicklung gehemmt, wenn man glaubt auf jede Frage gäbe es eine Antwort. Wenn man glaubt hinter allem müsse ein Sinn stecken. Dies ist menschliches Denken, dies ist auch der Grund wieso unser Denken begrenzt ist.
beweise.
Dies führt zu einer "menschlichen" Weltanschauung die uns dadurch begrenzt dass eine Alternative, dass kein Sinn hinter einem Ereignis stecken muss, ausgeschlossen wird. Genauso verhält es sich mit Kausalität, Ursache und Wirkung.

nur damit ich es richtig verstehe - eine antwort ist für dich eine illusion um erfahrenes zu verarbeiten? bei dem gedankengang komme ich ehrlich nicht ganz mit.
Ich sagte das zwanghafte Suchen nach einer Antwort auf eine Frage, auf die es vlt. keine Antwort gibt, setze ich damit gleich sich vlt. in Illusionen zu verstricken nur um sich das Leben genehm zu machen. Denn wie wir ja festgestellt haben, es ist unbefriedigend für den Menschen wenn er keinen Sinn in einem für ihn traumatischen Ereignis sieht.

wir haben nicht dazu gelernt? beweise.
Schau dir die menschliche Geschichte und Entwicklung an - das spricht für sich. Ich beziehe mich natürlich nicht auf unsere technische Entwicklung. Es gibt einen Unterschied zwischen Intelligenz und Weißheit. Intelligenter mögen wir in der Summe geworden sein, aber nicht weißer.

nur weil wir (noch) nicht fähig sind die gefunden lösungen in die tat umzusetzen, ist es schlecht diese lösungen und die vorangegangen ursachen überhaupt gefunden bzw. erforscht zu haben? auch den gedankengang verstehe ich nicht ganz.
Inwiefern schrieb ich dass es schlecht sei? Unser Intellekt mag uns vlt. auf ein Problem eine Lösung liefern, gleichzeitig jedoch liefert es uns wieder 2 weitere Probleme.

über mein geschichtliches wissen brauchst du nicht zu spekulieren.
Auf deins bezog ich mich nicht, sondern auf die des Publizisten.

das weißt du?
Ja. Jede Lösung für einen zwischenmenschlichen Konflikt scheitert letztendlich an der Unvernunft des Menschen, wenn sie scheitert. Entweder war die Lösung unvernünftig oder die die sie umsetzen wollen/nicht wollen.

eine pflicht setzt nicht immer einen befehl von oben voraus. nur allein die fähigkeit zu besitzen verpflichtet uns sie zu nutzen.
Wir Menschen sind zu nichts verpflichtet. Es wäre weder schlecht noch gut wenn wir unsere Fähigkeiten nicht nutzen würde. Schlecht und Gut ist irrelevant, denn sie sind lediglich eine Erfindung des menschlichen Geistes.
Wir besitzen auch die Fähigkeit unsere Mitmenschen zu meucheln, sind wir verpflichtet diese auch zu nutzen?

es tut mir ehrlich leid, ich kann deine gedankengänge nicht nachvollziehen. sie sind für mich unlogisch.
Vlt. sind sie ja auch unlogisch

erkläre mir den satz "die lösung kann eine depression hervorrufen weil sie an der unvernunft der menschen scheitert".
Du hast eine Lösung gefunden, sie ist vernünftig, sagst nicht nur du sondern gar die Mehrheit der Welt. Die Opponenten wollen sie trotzdem nicht umsetzen. Wieso? Unvernunft. So ist es immer mit der Menschheit. Irgendwann resigniert man, verfällt vlt. in Depressionen, weil die Lösung auf Konflikt auf der Hand liegt, es aber daran scheitert weil betreffende Menschen unvernünftig sind.

Janshi

Geändert von Janshi (27.07.2006 um 11:47 Uhr).
 
 
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Deciedon
Alt 28.07.2006, 08:40   #8
Standard

Obwohl ich noch relativ jung bin und wohl hoffentlich noch etwas leben werde, habe ich, zumindest über die erste deiner Fragen, auch schon meine Gedanken gemacht.

Allerdings muss ich damit auch zusätzlich meine persönliche Ansicht über den Sinn des Lebens kundtun, da beides meiner Meinung nach miteinander in Verbindung steht.

Also, wie bereits schon erwähnt gibt es keine Antwort auf die Frage des Lebens und macht somit auch die Frage selbst irrelevant. Daraus resultiert natürlich zwangsläufig, dass auch die Welt und somit das Universum bzw. "alles" als nichtig erachtet werden kann. Folglich ergibt sich eine Art Aussichtslosigkeit, da der Mensch jetzt denken könnte er lebe völlig umsonst...jedoch sollte sich der Mensch in einer Auflehnung gegen dieses selbst Verwirklichen können . Wie einige vielleicht schon erkannt haben schenke ich den Mythos von Sisyphos (hoffe richtig geschrieben) von Albert Camut glauben.(Sehr zu empfehlen)
Der Mensch soll also seine Sinnlosigkeit erkennen, seinen Stein weiterrollen (also dumm ausgedrückt, den Alltag) und damit für sich sein Glück finden, indem er dies weiter tut...

Über die zweite Frage lässt sich streiten, denn schließlich hat die Evolution eben diese Spezies hervorgebracht und würde damit seine eigene Spirale zerstören bzw. vollenden (was von beiden schließlich passieren wird steht wohl in den Sternen). Sicher bin ich mir jedoch, dass die Spezies Mensch nicht mehr am Leben sein wird bevor unsere Sonne verglüht, entweder sie zerstört sich selbst, oder Klimatische Eregnisse (->Meteorit ->Yellowstone Vulkan ->nächste Eiszeit) löschen sie aus und es bleibt nichts von uns übrig außer einer kleinen schicht kunststoff

Soviel von mir

Geändert von Deciedon (28.07.2006 um 08:49 Uhr).
 
 
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German Psycho
Alt 29.07.2006, 16:24   #9
Standard

Der Sinn des Nachdenkens über die Sinnfrage ist, zu erkennen dass es keinen Sinn gibt und somit frei und ohne Druck leben zu können.
 
 
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legolas
Alt 09.08.2006, 14:20   #10
Standard

In diesem thread habe ich nun oft das wort "schicksal" gehört - beispielsweise vom themenstarter der fragte ob das kind in seinem beispiel glücklicher wird wenn es weiß das es schicksal war. nun schicksal ist weder eine erklärung noch ein grund. eher eine einfache variante sich mit etwas abzufinden, und daher halte ich sehr wenig davon etwas mit einem wort namens "schicksal" zu begründen. ich glaube auch, dass die begründung "schicksal" keinem logisch denkenden wesen, besser: keinem überhaupt denkenden wesen, als antwort auf eine frage reicht. würde dies so sein könnte dieser mensch doch alles nur erdenkliche leid in seinem leben erfahren und er könnte sagen: "war eben schicksal". Natürlich gibt es menschen, wie cobain, die an das schicksal glauben. aber es reicht auch ihnen nicht als begründung oder erklärung, sonst würden diese menschen nicht weiter über sachverhalte nachdenken.

Die Sinnfrage lässt sich eben auch nicht mit "schicksal" erklären sondern stellt im leben eines jeden menschen ein hinderniss da. Da man eben solange man auch nachdenkt, keine erklärung dafür finden wird, was einem im leben wichtig ist - das ist etwas was von alleine passiert. gibt es im leben eines menschen einen sinn, wird dieser diesen sinn erfahren, er kann seinem leben keinen sinn geben sondern erhält diesen. kommt es soweit das jemand sagen könnte "ich habe den sinn meines lebens gefunden", denkt dieser schon gar nicht mehr darüber nach. er ist glücklich und die sinnfrage basiert eben auf einem depressiven gedankenhintergrund.

Deine zweite frage lässt im prinzip mit einer silbe beantworten: ja.
natürlich wäre der mensch nicht unglücklich wenn er nicht denken könnte. aber er wäre eben auch nicht glücklich.
 
 
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