Zitat von Fränze Jede Religion hat eine andere Vorstellung davon, wie rechtes Handeln aussieht, aber alle zielen letztlich darauf ab, die menschliche Gesellschaft als Sozialverband tauglich zu machen.
Puh, mir kommt dazu gerade ein interessanter Gedanke, angeregt von Ruedigers Buddhistenzitat.
Wie einige der Diskussionsteilnehmer festgestellt haben, gibt es nicht
den Sinn des Lebens, sondern wir geben uns einen Sinn. Die Buddhisten legen für sich fest, dass ihr Sinn des Lebens darin bestehen soll, sich möglichst ethisch zu verhalten und die freie Zeit mit Meditation zu verbringen. Das Ziel befindet sich damit im Leben selbst.
Für die Christen liegt das große Ziel darin, nach dem Leben in den Himmel zu kommen. Damit liegt das Ziel außerhalb des Lebens! Das ist ein gewichtiger Unterschied, der für das diesseitige Leben viel Interpretationsraum offen lässt. Ich bin natürlich unfair dem Christentum gegenüber, denn es gibt auch sehr klare und vernünftige Regeln für das Diesseits unter der Prämisse der Nächstenliebe. ABER, 1) ist das Leben im Diesseits verdammt kurz im Vergleich zum ewigen Leben im Jenseits und das kann dazu anstacheln, sich auf das langfristige Ziel zu konzentrieren und 2) hat man viele feine Mechanismen entwickelt (Buße, Beichte, Schuldeingeständnis, Gebet, Ablassbriefe), die Verfehlungen im Diesseits bereinigen und das langfristige Ziel, das Paradies nach dem Tod, trotz grober Verbrechen möglich machen.
Während es für den Buddhisten also gar keine Wahl gibt, wie er sich im Leben zu verhalten hat, hat der Christ durchaus Freiheiten - ohne seine langfristige "Karriere" zu gefährden. In diesem Sinne ist der Buddhismus viel besser geeignet, um das Miteinander der Menschen positiv zu gestalten. Das Christentum hat zwar auch hehre Wünsche, bietet aber viel zu viele Schlüpflöcher, die die hehren Ziele komplett untergraben können. Und das auch tun! Früher wie heute.