Zitat von PurpleAngel der Mensch ist nur Teil der Welt, Teil eines Grossen Ganzen. Mitformen kann er es ja gerade nicht, wenn er seinen Sinn schon gefunden hat und das Leben selber als Sinn betrachtet. Wenn der Sinn des Lebens das Leben selber ist, gäbe es kein Anfang und kein Ende, alles wäre Nichts und umgekehrt. Stillstand. Deswegen leugnet der Satz jegliche Prozesse, vor allem den des Sterbens, weil das Leben festgehalten werden soll.
Nun, das kommt auf die Betrachtungsweise an, deine Argumentation scheint mir sehr konfus. Wenn man sagt, der Sinn des Lebens sei das Leben selbst, dann soll damit zum Ausdruck kommen, dass man den Sinn nicht einfach so finden und sich danach gemütlich zur Ruhe setzen kann, sondern dass man seinem Leben einen Sinn geben soll. Gleichzeitig heißt es, dass dieser Sinn individuell unterschiedlich ist, sodass jeder seinen eigenen Sinn des Lebens finden muss. Da das Sterben auch ein Teil des Lebens ist, wird dies keinesfalls geleugnet, sondern im Gegenteil anerkannt.
Momente fügen sich aber zu einem Grossen Ganzen. Es gibt ja die Zeit, die fortwährend weiterläuft. Und wenn ein Mensch das Grosse Ganze nicht mitformen will, kollidiert er sehr wohl mit einem äusseren Zwang. Und diesen Zwang könnte man dann eben als Grosses Ganzes betrachten, welches geformt werden will.
Mich würde mal interessieren, was du unter einem
Großen Ganzen verstehst. Den Fortbestand der Menschheit? Das Universum als Ganzes? Oder was?
Meiner Ansicht nach ist es viel eher ein Zwang, wenn man sich verpflichtet fühlt, ein solches Großes Ganzes mitzuformen, und es ist eine Befreiung, wenn sein eigenes Leben leben kann ohne Bindung an ein solches Großes Ganzes.
Ein Armutszeugnis ist übrigens nichts negatives, denn wer sagt, dass Reichtum etwas Positives sein muss?
"Menschen versuchen immer, mehr aus sich zu machen, als sie schon sind" (Quote aus Star Trek). Ich finde, wenn jemand sagt, dass er dumm bleiben will, dann gleicht das dem Zustand, den du oben als Stillstand beschreibst, es fehlt der Wille zur Entwicklung und Veränderung. Ich meinte natürlich nicht die materielle Armut.
Vom göttlichen Standpunkt aus betrachtet ist es so, dass der Mensch sich niemals zum Mittelpunkt machen soll, sondern ausschliesslich Gott.
"Du sollst keine andern Götter haben neben mir" - das interpretiere ich so, dass der Mensch sich selbst nicht zum Gott machen darf.
Das wiederum ist natürlich Glaubenssache. Man glaubt daran oder auch nicht, diskutiert haben wir schon in anderen Threads genug darüber, deshalb lasse ich das jetzt mal so stehen.