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Seelenverwandt??

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Farya
Alt 27.06.2007, 14:51   #1
Standard Seelenverwandt??

Vor einigen Wochen / Monaten hatte ich eine wirklich zufällige Begegnung, die mich von anfang an emotional sehr mitgenommen hat. Im Laufe ihres Werdeganges wurde ich mit Emotionen und willkürlichen Handlungen meinerseits konfrontiert, die ich so gar nicht verstehen konnte. Auch über größere Entfernungen und ohne genau zu wissen, wo der andere ist, war da eine Verbindung die so tief ging, dass ich selber dafür keine Worte finde. Kein Verliebtsein, weil ich denjenigen nur einmal bislang gesehen habe und so gar nicht kenne.. es ging weiter, tiefer.. und war von Anfang an da. So klar und deutlich und zweifelsfrei..

Lange habe ich nach etwas gesucht, dass das beschreiben kann.. dem einem Namen gibt. ER war es, der zum ersten Mal das Wort "seelenverwandt" nutzte. Ich selber habe mich damit noch nie so wirklich beschäftigt.. Esoterik interessiert mich schon, aber bislang hatte ich keinen Grund dafür, mich genau damit auseinander zu setzen.. etwas wirr klingt es ja doch und es fällt schwer zu glauben..

So suchte ich in den unendlichen Weiten des Internets und fand das! Ein Text, der unsere Bindung und das was ich empfinde bis ins kleinste Detail beschreibt. Beim Lesen traf es mich wie ein Schlag ins Gesicht..

http://www.energieimpulse.net/main.p...eelenverwandte

Lest euch das bei Interesse mal durch.. vllt kann mir einer von euch weiterhelfen. Evtl auch eigene Erfahrungen damit?? Ich erkenn mich selbst nicht wieder! Breche mitten im Alltag einfach so in Tränen aus.. oder eben so auch mal in Freude.. und auch wenn es verrückt klingt, spüre ich ihn bei und vor allem in mir.. ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Vor allem, weil es so klar ist, und weder zu verdrängen noch zu bekämpfen ist.. zumal es ihm genau so ergeht.. und das wo wir eigentlich nicht aus verschiedeneren Welten kommen könnten und ich einen Menschen wie ihn in meinem Leben niemals zugelassen hätte.. ich kann mich einfach nicht wehren..

Einige werden die Augen rollen.. ich hätte noch vor ein paar Wochen sicher nicht anders reagiert. Aber ich hoffe einfach auf ein gewisses Verständnis, ohne für völlig gagga erklärt zu werden.. ich bin ratlos..

F.
 
 
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Ripper08
Alt 27.06.2007, 22:31   #2
Standard

Für dein Alter legst du aber doch einen recht wirren Schreibstil hin.
Schieben wir das einfach mal auf deine sichtlich emotionale Eingebung...

Trotzdem wäre es vllt. auch hilfreich zu wissen: Wer, wann, wie, wo etc.


Ansonsten kann ich auch ein wenig bei dem Thema mitreden, denn manchmal habe ich auch das Gefühl, einen Seelenverwandten gefunden zu haben, wenn das bei mir auch nichtmal ansatzweise so emotional rüberkommt. (Was sicher daran liegt, dass er auch ein Kerl ist)

Es kommt oft vor, dass ich besagte Person nach irgendeiner Unternehmung noch heimfahre und dass wir dann vor seinem Haus stehen bleiben und noch ein Gespräch führen, welches sich durchaus noch über mehrere Stunden bis zum Morgengrauen hinziehen kann -ohne dass ein Anflug von Langeweile aufkommt.
Ich habe natürlich ne Handvoll wirklich guter Freunde, aber keiner versteht mich wirklich so gut wie er und ich denke auch hier könnte man schon von einer Art Seelenverwandtschaft sprechen. Es ist nicht unbedingt so, dass wir uns sehr ähneln würden aber es gibt schon gewisse Parallelen, was aber vielleicht auch durch den kulturellen Background kommt.
Aber darüber hinaus sind unsere Interessen (nicht Hobbys, sondern Gesprächsstoff betreffend) auch fast völlig identisch...

Es ist wirklich immer wieder befreiend, sich mal dermaßen mit jemandem auszusprchen, der einen absolut versteht und nachvollziehen kann, egal welches Thema man anpackt.


Das führt mich eigentlich nurnoch zu einer einzigen relevanten Frage:
Warum zur Hölle gibts den nicht auch in weiblich?!
 
 
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Registrierter PPler
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Alt 28.06.2007, 00:06   #3
Standard

Ich weiß nicht so recht, was ich dir antworten soll. Aber ich hab eine kleine Geschichte aus meinem eigenen Erfahrungsschatz für dich, in der vielleicht ein paar Antworten stecken:

Ich habe vor ein paar Jahren jemanden kennengelernt, zwischen uns war von Anfang an so ein Zauber. Irgendwie hat einfach alles gestimmt. Zuerst haben wir beide diese Nähe, die einfach direkt da war zwischen uns, als ganz großes Gefühlskino angesehen und waren dann auch erstmal zusammen. Das war eine einzige Katastrophe... Nach ner (ziemlich kurzen) Weile haben wir uns dann wieder getrennt.
Danach war es umso schwieriger, mit dieser Nähe, die durch die Trennung keinen Abbruch bekommen hat - im Gegenteil-, umzugehen. Die Frage nach dem >Was ist das zwischen uns?< stand immer irgendwie im Raum. Es fühlte sich an wie zusammengehören, aber nicht zusammensein können.
Ich erinner mich an Momente, in denen es mir schlecht ging. Das Telefon klingelte und er sagte nur: >Was ist los? Ich hatte so ein komisches Gefühl. Alles in Ordnung bei dir?<. Und er lag immer richtig. Und das auch, wenn wir vorher zwei Wochen oder so keinen Kontakt hatten (will sagen: er konnte es definitiv nicht an meinem Verhalten abgelesen haben).
Umgekehrt war es ähnlich. Es ziept irgendwo und man weiß: Ich sollte mich bei ihm melden, irgendwas ist nicht in Ordnung.
Über die letzten Jahre war das zwischen uns immer ein Kommen und Gehen. Mal klebten wir unglaublich viel aneinander, mal gab es ewig keinen Kontakt.
Interessant ist irgendwie (und das ist etwas, was mir erst sehr spät aufgefallen ist), dass ich ihn besser kenne, als irgendjemanden sonst, aber superwenig über sein Leben weiß. Sein Inneres ist mir absolut vertraut, aber von seinem Alltag hab ich nur nen groben Eindruck. Das war irgendwie nicht wichtig zwischen uns, was der andere so macht. Wurde auch seltenst thematisiert.

Das schlimme daran war irgendwie immer, dass ich glaubte, in ihm so eine Art >Überliebe< entdeckt zu haben. Das klingt vielleicht erstmal großartig, ist es aber ganz und garnicht. Denn mit ihm konnte ich ja nicht zusammen sein. Aber jeder Versuch, eine Beziehung mit einem anderen einzugehen, scheiterte im Endeffekt (u.a.) daran, dass ich mich nie auf jemanden einlassen konnte, weil ich wusste: Mit ihm ist alles besser, größer, intensiver. Jedes Gefühl, dass ich für einen anderen Menschen als ihn hatte, erschien mir klein und nichtig. Zu manchen Zeiten sogar völlig wertlos.

Irgendwann haben wir uns darauf geeinigt, keinen Kontakt mehr zueinander zu haben. Dieses Vorhaben hat immer wieder Einbrüche erlitten. Denn wenn man das Gefühl hat, dass beim anderen irgendwas nicht stimmt, ist es alles andere als leicht, sich nicht bei ihm zu melden.

Zuletzt haben wir letzten Sommer miteinander gesprochen. Seitdem gabs nicht mehr wirklich Kontakt. Und ich merke, wie ich mich seitdem von ihm gelöst habe. Wenn es mir früher schlecht ging, dachte ich immer, ich würde ihn brauchen, um wieder auf den Damm zu kommen. Heute weiß ich, dass ich das locker ohne ihn kann.

Das klingt jetzt zunächst einmal alles so, als würde ich die These der Seelenverwandtschaft bejahen. Aber das tue ich nur teilweise. Früher war ich der Überzeugung, dass das zwischen uns sowas wie Seelenverwandtschaft sei. Aber heute denke ich, dass es nicht mehr und nicht weniger als zwei Menschen, zwischen denen etwas stimmt, ist.

Seelenverwandtschaft würde in meinen Augen bedeuten, ein Leben lang an jemanden gefesselt zu sein. Sich nie mehr auf jemanden anderen einlassen können. Und ich kann dir sagen, dass ich ne ziemlich lange Weile glaubte, er wäre der einzige Mensch auf dieser Welt, der mir meine Liebe wert ist. Und das ist so ein verdammt unsinniger Gedanke. Das ist ein Gedanke, mit dem man sich einfach wirklich alles verbaut. Man verlernt teilweise völlig, Bindungen zu anderen einzugehen, weil man ihren Wert nicht erkennen kann. Und ich glaube nicht, dass das alles passiert, weil man wirklich seelenverwandt ist, sondern vielmehr weil man Unmengen in sowas reininterpretiert. Denn es passiert nunmal tatsächlich nicht alle Tage, dass man jemanden trifft, mit dem alles passt. Der einem von 0 auf 100 so wichtig ist, wie vielleicht zuvor noch niemand anderes. Und da steigert man sich schnell rein.

Nach so vielen Jahren hin und her mit ihm, habe ich mittlerweile auch nen viel klareren Blick für gewisse Dinge zwischen uns. Es gab beispielsweise für mich eine Situation, in der ich (wage) vermutete, schwanger zu sein. Und er sagte nur: >Du bist nicht schwanger. Wenn du es wärst, würde ich das wissen.< Und von einer Sekunde auf die andere war ich total ruhig.
Und jetzt mal ehrlich: Das ist doch völlig unsinnig. Also, ich meine, heute könnte mir keiner mehr daherkommen und mich in so ner Situation mit - das muss man einfach hier mal sagen - inhaltlich so völligem Schwachsinn beruhigen. Ein einfaches >Ich bin für dich da, egal, wie diese Sache ausgeht< ist in meinen Augen wesentlich mehr wert, als so ne stumpfe Behauptung. Aber damals glaubte ich so fest an ihn und an das, was er sagt, dass ich - auch wenn ich mir da schon der Unsinnigkeit seiner Worte bewusst war - ihm einfach vertraute.

Was ich dir eigentlich sagen will: Behandle solche großen Begriffe mit Vorsicht. Mag sein, dass es zwischen euch besonders ist. Genießt das. Sowas kann Grundlage für eine wirklich gute Freundschaft sein. Aber ich würde es mit Vorsicht genießen. Denn sobald man mal beginnt, in eine großartige Sache sowas >übermenschliches< hineinzuinterpretieren, kommt man da nur schwerlich wieder raus. Das sage ich jetzt zum einen aus den Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, und zum anderen, weil ich mich auch schonmal ein bisschen intensiver mit der Thematik beschäftigt habe. Irgendwann bin ich nämlich an den Punkt gekommen, an dem ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann. Und habe mich gefragt, wie ich mich von ihm lösen kann.
Das Traurige daran ist, dass ich mir im Nachhinein denke, dass ich gerne mit ihm befreundet wäre, weil es einfach so ein unglaublich großes Verständnis zwischen uns gibt. Aber dadurch, dass wir beide uns da irgendwann in den Kopf gesetzt haben, dass das zwischen uns das eine große auf dieser Welt ist, geht das alles irgendwie nicht mehr. Zurückgehen ist einfach nicht möglich. Deshalb mussten wir wohl diesen Cut machen.

Interessant ist irgendwie auch, dass ich diese Geschichte in allen möglichen Versionen erzählen kann: in der traurigen, in der tragischen, in der schönen, in der, in der wir beide als Verlierer dastehen.. oder eben auch mal als Gewinner. Oft haben diese Versionen nicht viel miteinander gemein. Aber das macht sie nicht weniger wahr, es zeigt nur, wie facettenreich und intensiv sowas sein kann.

Ich formuliers abschließend mal so: Mag sein, dass es sowas ähnliches wie Seelenverwandtschaft gibt. Aber in meinen Augen ist das eine so gefährliche Sache, dass man damit sehr bedächtig umgehen sollte.
Was ich erzählt habe, ist eine Geschichte unter vielen. Eine Möglichkeit, wie sowas laufen kann. Du siehst, bei mir überwiegt die negative Erfahrung, weil irgendwann sowas wie eine Abhängigkeit bestand. Aber ich will nicht ausschließen, dass sowas auch einen sehr großartigen Verlauf nehmen kann. Wer weiß .

Geändert von nonsurvivor (28.06.2007 um 17:24 Uhr).
 
 
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Farya
Alt 28.06.2007, 16:31   #4
Standard

Das ich so verwirrt schreibe, liegt wohl daran, dass ich auch arg verwirrt bin.

Danke erstmal für eure ausführlichen Antworten.

Ja, es ist keine schöne Sache. Und ich kann bislang die negativen Erfahrungen von nonsurvivor nur bestätigen.

Es quält nur.. zumal für mich in der Intensität einfach nur neu. Ob das gut ist, sein wird, oder auch nicht - das steht in den Sternen. Dagegen wehren kann ich mich nicht - noch nicht. Ich denke sowas braucht alles seine Zeit und muss reifen.. in welche Richtung sich das auch immer entwickeln wird.. zumal wir beide verschiedener nicht sein könnten. Andere Szenen, andere Denkweisen und vollkommen anderes Leben. Er führt ein Leben, was ich mir weder vorstellen kann, noch will.. Das zu vereinen wird kaum möglich sein.. sei es in Freundschaft oder eben in einer Beziehung.. und das wissen wir beide. Und dennoch ist und bleibt da eine Verbindung, für die ich einfach keine Worte habe..

F.
 
 
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Farya
Alt 15.11.2007, 17:24   #5
Standard

Ich hatte fast vergessen, dass ich dieses Threadchen hier eröffnet hatte.. Das Thema allerdings ist nach wie vor aktuell.. Wenn ich mir so meine letzten Zeilen durchlese hat sich das Ganze vollkommen anders entwickelt, als ich es erwartet hätte..

Er kam und er blieb. Als wir uns dann wiedergesehen haben, war das einfach unbeschreiblich. Er fiel in meine Arme und weinte. Stammelte etwas davon, dass er endlich zu Hause sei. Sich zumindest so fühlt. Wir haben die folgenden Tage und Nächte geredet und geredet. Beinah wie zwei Spatzen die umeinander tanzen. Und wir haben uns geliebt, vom ersten Moment an. Die körperliche Erfahrung brach sämtliche Rekorde meiner- und wohl auch seinerseits.

Wir haben zusammen unsere Höhen und auch unsere Tiefen. Beides in ungeahnter Intensität. Ich kann nicht behaupten, dass wir nur uns beide lieben. Sicher sind wir in gewisser Weise emotional sehr stark aneinander gebunden. Aber im Grunde habe ich in den letzten Monaten das Gefühl bekommen, überhaupt erst lieben gelernt zu haben. Und das nicht nur was ihn betrifft. Das legt sich auch auf meinen Sohn, auf Freunde und Bekannte. So verrückt es klingt, sehe ich viele Dinge mittlerweile in einem anderen Licht. Vor allem eben emotionale Dinge.

Fakt ist, dass das was wir gerade erleben für beide etwas vollkommen Unbekanntes ist. Wir denken aber nicht mehr viel darüber nach, sondern lassen es einfach geschehen. Wir beide sind sehr starke Freigeister und wir führen nun eine Beziehung, wie sie mir bislang unbekannt war. Freiheiten auf beiden Seiten um dann wieder aufeinander "zuzufliegen". (Anm.: mit Freiheiten meine ich ausschließlich diverse Aktivitäten, nicht andere Männer oder Frauen). Kein Zwang, alles einfach so, weil wir es so wollen.. und sich das, was wir wollen, vor allem auch noch gleicht. Selbst wenn wir räumlich getrennt sind, sind wir zusammen.. ziemlich strange das Ganze.. aber durchaus eine Erfahrung, mit der es mir derzeit sehr gut geht. Sicher, es gibt auch bei uns Tiefen, die ungeahnt sind. Stossen beide an Gefühle, die nur schwer zu beschreiben sind.. gelangen an unsere Grenzen.. Aber irgendwie ziehen wir uns beide zusammen da immer wieder raus.. wir funktionieren einfach zusammen..

Mittlerweile wohnt er in Leipzig. Im Grunde auch mehr bei mir. Er hat einen guten Job gefunden und trotz aller offensichtlichen Unterschiede, verstehen wir uns einfach. Das "warum" werden wir nicht klären können. Brauchen das aber auch nicht. Es ist einfach.. und was sein wird, werden wir sehen..

F.
 
 
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