Ich denke nur an die Paulus Worte im ersten Brief an die Thessalonicher: "Prüfet alles, das gute behaltet". Ich kann mich mit kaum einer These des Textes anfreunden und halte sie alle für sehr diskutabel. Ein großes Problem des Textes ist auch mal wieder die Vermengung von Glaube und Kirche, die immer wieder den falschen Schluss nahelegen, ein Glaube sei schlecht, weil Anhänger einer Kirche, dessen Grundlage dieser Glaube sein soll, negativ aufgefallen ist.
Ich glaube nicht, dass der Urheber des Textes sonderlich viel von Glaube und den Religionen verstanden hat. Die großen Religionen übertreffen sich doch in Friedfertigkeit und Toleranz.
Der einzige Grund dafür, dass Religionen heutzutage nicht mehr so ausgelebt werden, wie sie es eigenlich sollten, nämlich ihren Büchern entsprechend, ist, dass die Fortschrittsbewegung des Säkularismus konsequent und immer wieder aufgezeigt hat, wie grausam die Konsequenzen von Religionsausübung und Ignoranz sind.
Na wenn die Religionsausübung gemäß den Büchern schon so grausame Konsequenzen nach sich zog, kann es doch egal sein, ob Säkularisierungsbewegungen dies erkannten und dadurch Religionsausübung nicht mehr nach den Büchern stattfand...
Und das alte Christentum, das war nicht so schlimm oder wie?
Das Christentum hat versagt, die Bibel ist eine Lüge.
Das Christentum kann nicht versagen, das können nur wir Menschen.
Also bei so einem Stuss passt doch Kierkegaard ganz gut:
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."