Zitat von michaelg Ich glaube übrigens an die Schöpfung. Vielleicht nicht unbedingt an _DIE_ Schöpfung gut, aber grundsätzlich auf jeden Fall - welcher ausgestaltung auch immer. (...) Eine Schöpfungswiderlegung ist unmöglich, ganz generell. Gleiches gilt für einen Schöpfungsbeweis.
Die Schöpfung ist eine Tatsache, die Frage ist nur, ob sie ein Willensakt war (ist - denn das All verändert sich permanent). Wer sie für einen Willensakt hält, für den gibt es auch einen Schöpfer.
Jetzt gibt es, wie immer im Leben

, wieder zwei Möglichkeiten: Ist dieser Schöpfer eine zentrale Urkraft, seiner selbst unbewußt und als Kraft nur fähig, zu erschaffen oder zu zerstören, oder ist der Schöpfer ein persönlicher Gott, ansprechbar, bewußt entscheidend, wertend? An den Schöpfer als Urkraft glaube ich, denn das halte ich für sehr wahrscheinlich, weil wir von der Existenz des Alls als Tatsache (und nicht als Gedanke Gottes oder ähnliche Modelle) ausgehen müssen.
Hingegen halte ich das Modell des persönlichen Gottes für aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen zwar verständlich, aber gewagt. Für seine Existenz wird als Beweis ein Konglomerat aus zum Teil widersprüchlichen, von verschiedenen Autoren in verschiedenen Zeiten angefertigten Erzählungen angeführt. Manche Geschichten erscheinen in verschiedenen Fassungen, der alte Teil des Konglomerats strotzt vor Brutalitäten, vom genannten und zitierten (!) Gott oft selbst ausgeführt oder gefordert, eine wüste, archaische Story - wenn man von der steten Erwähnung Gottes absieht, nicht viel anders als die Nibelungensage.
Aber Menschen entwickeln sich, und es kam einer, der sagte, dass Schluss sein muss mit dem gegenseitigen Abschlachten, und das Prinzip der Nächstenliebe durchsetzen wollte. Eigentlich ein Politiker, der aber, wie allgemein üblich, diesem Plan aus Gründen besserer Akzeptanz den Stempel des Göttlichen aufgedrückt hat. Ein überall und zu jeder Zeit bewährtes Verfahren.
Wenn jemand wie Du sich aus individuellen Gründen entscheidet, "zu glauben", dann könnte ich mir vorstellen, dass Du Dich bewußt dem Menschen- und Weltbild Christi anschließt und so handeln willst, wie in der Bibel steht, dass er gehandelt habe. Es ist letztlich für dieses Handlungsmuster auch unerheblich, ob es historisch wahr ist oder nicht, denn es ist für das Zusammenleben der Menschen - genau wie die 10 Gebote - förderlich.
Aber Du wirst mir wahrscheinlich doch Recht geben, dass Dein Glaube erst da anfängt, wo das Wissen (noch) an seine Grenzen stößt. Ab dieser Grenze hat auch für mich ein jeder Glaube seine Berechtigung, nicht aber vorher, wenn und wo er mit dem Wissen (man denke an Galileo Galilei) kollidiert.