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Religiosität bedeutet Ignoranz, Abhängigkeit und Charakterschwäche

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baedr
Alt 06.02.2008, 02:20   #26
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Zitat von Cheetara3006
Religion ist nicht schlecht, der Mensch der sie interpretiert macht sie zu dem ob nun gut oder schlecht....
Nur handeln die meisten religiösen Menschen nicht nach ihrer eigenen Interpretation, sondern nehmen eine Vorgefertigte... Die Bibel wurde doch schon zig mal interpretiert, woraus sich immer eine andere Religion mit zahlreichen Anhängern abgespaltet hat.

Kenn mich jetzt mit der Bibel nicht besonders gut aus, weshalb ich nicht viele Kritikpunkte kenne. Nur mal die beiden Zitate:

Leviticus 18, 22

Du darfst mit einem Manne keinen geschlechtlichen Umgang haben wie mit einer Frau; es wäre ein Greuel.

Leviticus 20, 13

Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen.


Wie würdest du das interpretieren, und hätte deine Interpretation deiner Meinung nach positive oder negative Folgen für die Gesellschaft?
 
 
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Reh
Alt 06.02.2008, 10:33   #27
Standard

Zitat von baedr
Nur handeln die meisten religiösen Menschen nicht nach ihrer eigenen Interpretation, sondern nehmen eine Vorgefertigte... Die Bibel wurde doch schon zig mal interpretiert, woraus sich immer eine andere Religion mit zahlreichen Anhängern abgespaltet hat.
Das ist doch der Beweis dafür, dass die Menschen ihre eigene Interpretation anstellen und nicht die vorgefertigten Interpretationen der Bibelverfasser übernehmen.

Wie kommt es sonst, dass wir Homosexuelle heute nicht töten, obwohl die Bibel das vorschreibt?
 
 
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Fränze
Alt 06.02.2008, 10:47   #28
Standard

Zitat von Reh
Wie kommt es sonst, dass wir Homosexuelle heute nicht töten, obwohl die Bibel das vorschreibt?
Weil wir sonst ~10 % der Bevölkerung ausrotten müssten.
 
 
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Reh
Alt 06.02.2008, 11:06   #29
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Das würde unser Überleben nicht gefährden, sondern sogar das Problem der Überbevölkerung etwas eindämmen.
 
 
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Fränze
Alt 06.02.2008, 11:40   #30
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Na hör mal, doch nur im Moment. Auf die Entwicklung der Bevölkerung hätte es keinen Einfluss.
 
 
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Reh
Alt 06.02.2008, 12:17   #31
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Zumindest keinen offensichtlichen direkten.
Ich erkenne aber auch schon keinen direkten Zusammenhang mehr zur Bibelinterpretation...
 
 
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Cheetara3006
Alt 06.02.2008, 14:58   #32
Standard

Zitat von baedr
Leviticus 18, 22

Du darfst mit einem Manne keinen geschlechtlichen Umgang haben wie mit einer Frau; es wäre ein Greuel.

Leviticus 20, 13

Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen.
Soweit ich weiß steht in der Bibel auch du sollst nicht töten?! Beißt sich dass jetzt nicht irgendwo miteinander.... Oder die Stelle der der ohne Sünde ist werfe den ersten Stein?!

Es wurden auch schon vor dem und während dem Mittelalter wilde Orgien, gefeiert und du erzählst mir nicht dass sich jeder auch wirklich jeder an der Bibel festhält...

Es gibt Menschen, die sind wie Schaafe. Da wo der Leithund sie hinführt, da grasen sie....

Und es gibt Menschen die sagen "UND SIE DREHT SICH DOCH"

Liebe Grüße
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 07.02.2008, 19:13   #33
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Zitat von Cheetara3006
Beißt sich dass jetzt nicht irgendwo miteinander
In der Bibel beißt sich vieles miteinander. Gott hat selber beim Töten geholfen und dazu angestachelt.
"Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben."
"Wer einen Menschen schlägt, so daß er stirbt, soll auch des Todes sterben."
"Du sollst nicht töten."
"Tötet auch sein Weib, seine Kinder und sein Vieh." (Gott befiehlt den Tod der dort lebenden Herrscher beim Einzug ins gelobte Land)
 
 
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Fränze
Alt 07.02.2008, 22:45   #34
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Ich als alter Agnost möcht mal höflich anfragen, ob das nicht alles vllt aus dem Alten Testament ist? Klingt irgendwie so.
 
 
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michaelg
Alt 08.02.2008, 11:31   #35
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Ja, Levitikus ist das dritte Buch Mose, drittes Buch in der Bibel.
 
 
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baedr
Alt 08.02.2008, 13:32   #36
Standard

Wenn es natürlich etliche Widersprüche gibt, dann erweitert das den Interpretationsspielraum natürlich ins Unermessliche, da man dann einzelne Aussagen dermaßen verdrehen muss, damit sie ein stimmiges Gesamtbild erzeugen. Wie das genau funktionieren soll weiß ich allerdings nicht. Man könnte sagen, "Sie sollen mit dem Tode bestraft werden" bedeutet nicht, dass irgendjemand sie töten soll, denn das ist ja verboten. Vielleicht heißt es nur, dass Gott ihr Schicksal in den Tod treiben wird, oder eine angemessene Strafe der Tod wäre. Das würde sich nicht mit dem Verbot beißen.

Meines Erachtens alles Unsinn. Aber vielleicht kann das jemand religiöses erklären.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 20.02.2008, 16:20   #37
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Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer Oma, sie hatte folgendes Erlebnis: Als Mädchen mußte sie im oder nach dem Krieg mit ihrer kleinen Schwester durch den Wald laufen und stand an einer Weggabelung, wo sie nicht wußte, welcher Weg nach Hause führte. Da hat sie ganz tief auf Gott vertraut und mit seiner Hilfe sich für einen Weg entschieden. Das war dann auch der Richtige. Aufgrund dieses einschneidenden Erlebnisses, sagte sie mir, ist sie bis zum heutigen Tage überzeugt, daß Gott sie nicht im Stich läßt.

Was euch hier in diesem Thread stört, ist diese negative Bewertung. Es ist doch normal, daß ein Kind in unsicheren Situationen nach seiner Mama oder Papa ruft. Es ist genauso normal, daß ein Erwachsener aus Unsicherheit auf Gott vertraut oder eben einen anderen Glauben hat. Und fast jeder hat eben seinen Glauben. Ich schließe mich da auch mit ein! Man kann doch nüchtern feststellen, daß Glaube Kraft und Halt geben soll. Eben weil man selber diese Kraft nicht hat. Diese Schwäche ist menschlich.
Fast jeder hatte hatte doch schon wichtige Situationen, wo man gebetet hat, obwohl man sonst nicht religiös ist. Also in Zeiten der Schwäche und Unsicherheit, wenn Mama und Papa nicht mehr zuständig sind.

Die Oma oder das Mädchen im Wald vertraut nicht ihrem eigenen Herzen, ihrer eigenen Intuition, sondern vertraut auf Gott. Sie hat kein Selbstvertrauen.

Ich sehe also im Text des Autors im Eingangsthread nichts Negatives.

Sagt mir, wenn meine Ansichten übertrieben sind.
 
 
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Reh
Alt 20.02.2008, 17:12   #38
Standard

Ist es denn normal, dass sich Erwachsene in schwierigen Situationen wie Kinder verhalten und auf Hilfe von außen hoffen?
Und wenn das normal ist, ist das auch wirklich gut?
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 20.02.2008, 17:16   #39
Standard

Ja, normal ist es. Das Blöde ist, es hilft meist gar nicht wirklich. Und weil man das nicht erkennt, behindert der Glaube. Aber ich würde es nicht als etwas Negatives bewerteten oder verdammen.
 
 
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Reh
Alt 20.02.2008, 17:30   #40
Standard

Warum auch. Diese Art des Denkens hat sich jahrtausendelang als erfolgreiches Modell erwiesen. Irgendwas positives wird also dran sein.
 
 
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Fränze
Alt 21.02.2008, 00:25   #41
Standard

Nicht umsonst heißt es: Die Not schafft Götter.
 
 
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Reh
Alt 21.02.2008, 00:31   #42
Standard

Genausogut könnte man sagen:
- Der Wunsch nach Abhängigkeit schafft Götter.
- Unselbstständigkeit schafft Götter.
- Unwissenheit schafft Götter.
- Machtstreben schafft Götter.
...
 
 
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Fränze
Alt 21.02.2008, 11:38   #43
Standard

Nr. 3! Wer nichts weiß, sich im Gewitter duckt und den Donner für "gottgegeben" hält, der glaubt auch, diesen Donnergott mit irgendwas versöhnen zu müssen. Das war der Anfang der Religion, knapp nach dem Dasein als Tier ohne Ich-Bewußtsein (wobei wir das so genau, bzw. bei allen Tieren, auch noch nicht wissen).

Abhängigkeit und Unselbstständigkeit ergeben sich daraus und wurden als Realität empfunden. Das Gefühl, sich in einer gottgegebenen Not an diese höhere Instanz wenden zu müssen, haben wir geerbt. Neu ist die Diskrepanz zwischen Kopf und Bauch, aber in der Not siegt der Bauch.

Da bedarf es keines Wunsches.
 
 
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Reh
Alt 21.02.2008, 14:44   #44
Standard

Hast du Belege für deine Behauptung, dass Unwissenheit der Ursprung der Religion ist?

Ich habe bei Wiki ein paar Artikel über Religion durchstöbert, die deine Behauptung untermauern könnten und bin letztlich hier gelandet, bei den Ursprüngen der Religion: http://de.wikipedia.org/wiki/Steinzeitliche_Religionen

Der dort aufgeführten Darstellung kann ich nicht entnehmen, dass Unwissenheit der Antrieb für Religion war. Es scheint ursprünglich nicht um Erklärungen gegangen zu sein, sondern um Verehrung.

Als Ursachen für Verehrung würde ich am ehesten Dankbarkeit oder Not vermuten, aber nicht Unwissenheit.
 
 
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Fränze
Alt 21.02.2008, 21:07   #45
Standard

Zitat von Reh
Hast du Belege für deine Behauptung, dass Unwissenheit der Ursprung der Religion ist?
Es ist keine Behauptung, sondern eine Vermutung. Es liegt nahe, dass die Menschen, die gerade das reine Tier-Sein verlassen und eine Art Ich-Bewußtsein entwickelt haben, sich vor Unbekanntem, Nicht-Beherrschbarem (wie z. B. das Wetter in Form von Sonne oder Gewitter) gefürchtet haben. Ich nehme an, dass Furcht vor einer unbekannten, unbeeinflussbaren Macht die erste religiöse Regung war, und diese Furcht beruhte auf Unwissenheit. Nebenbei, das hat sich lange gehalten.

Zitat von Reh
Ich habe bei Wiki ein paar Artikel über Religion durchstöbert, die deine Behauptung untermauern könnten und bin letztlich hier gelandet, bei den Ursprüngen der Religion: http://de.wikipedia.org/wiki/Steinzeitliche_Religionen
Da werde ich mal schauen, hab im Moment keine Zeit.

Zitat von Reh
Es scheint ursprünglich nicht um Erklärungen gegangen zu sein, sondern um Verehrung.
Verehrung für das Übermächtige, das man sich nicht erklären konnte, das einen aber ängstigte.

Zitat von Reh
Als Ursachen für Verehrung würde ich am ehesten Dankbarkeit oder Not vermuten, aber nicht Unwissenheit.
Alle archaischen Religionen wollten ihre Götter durch Opfer "versöhnen", habe sie also als bedrohlich empfunden. Das spricht gegen Dankbarkeit.
Aber ich schau mal bei Wiki nach.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 21.02.2008, 23:31   #46
Standard

Ich habe zwar auch noch nicht bei Wiki nachgeschaut, aber vielleicht hilft es, wenn man sich anguckt, wie moderner Glaube / Religion(sersatz) heute entsteht:
Es könnte der Wunsch sein, Abläufe im Leben selber beeinflussen zu wollen, anstatt den Elementen des Zufalls ausgeliefert zu sein. Als Kind ist das einfach. Die eigenen Wünsche können da noch von den großen, klugen, alles wissenden Eltern erfüllt werden, wenn man selbst dazu noch zu klein ist. Später merkt man, daß die Eltern, genau wie alle anderen Menschen gar nicht so klug sind. Man braucht einen größeren, mächtigeren Helfer, z.B. Gott. Oder einen Psychotherapeuten: Aufgrund seines Fachwissens weiß er viel mehr als ich und kann mir helfen, wie ich mein Leben in den Griff bekomme.
BESONDERS INTERRESSANT: Am Anfang jeder Therapie gilt der oberste Grundsatz: Der Patient muß dem Therapeuten vertrauen! Da aber Vertrauen nur mit einiger Zeit entstehen kann, heißt das also: der Patient soll den Therapeuten als großen allwissenden Guru anerkennen und treudoof an seine weisen Ratschläge glauben. (Was der Patient auch gerne macht.)
Das coole ist: Wer nur leichte depressive Verstimmung hat, hat auch das Gefühl, daß ihm "geholfen" wurde. (Wer von euch aber schon schwere Depressionen hatte weiß, daß Psychotherapie nicht hilft.)

Der Wunsch sein Glück selbst zu schmieden, treibt sogar große Firmen dazu, ihre Manager und sonstigen Mitarbeiter zu überteuerten Erfolgsseminaren und Couchings zu schicken, die genauso gut "helfen" wie früher die Jagdzauberpolonaise der Medizinmänner, wenn es wieder zu wenig Mammuts oder Stinktiere zu jagen gab.

Jetzt kommt das Schlimme! Um wieder auf die Überschrift dieses Threads zurückzukommen:
Wir stellen uns ein Ehepaar vor. Dem Mann geht es schlecht, er hat Depressionen und das Eheleben leidet darunter. Die besorgte Ehefrau rät ihrem Mann zur Psychotherapie zu gehen, weil sie davon überzeugt ist. Der Mann möchte aber nicht dorthin gehen, er wird schon seine guten Gründe haben. Seine frustrierte Frau wird ihm aus ihrer Ohnmacht heraus vorwerfen: "Wenn du nicht zur Therapie gehst, kann es ja nicht besser werden!"
Das habe ich im Anfangspost unter Ignoranz und Intoleranz verstanden.

Es kommt noch schlimmer: Angenommen der arme Mann hat sich nun doch zur Therapie breitschlagen lassen und es stellt sich auch nach langer Zeit kein Erfolg ein. Nun bekommt er von seiner Frau die Schuldzuweisung: "Du willst wahrscheinlich gar nicht gesund werden!"
Das passiert, wenn die Frau von der Psychotherapie überzeugt ist / daran glaubt: Die Therapie kann gar nicht versagen, es muß am Patienten liegen. (Ich erinnere hier an die Nonsens-Theorie der Widerstände des Patienten!)
Der Glaube der Frau läßt Intoleranz und Ignoranz entstehen. Das kann man auch schon Fanatismus nennen.

Übrigens, die SigmundFreud-Vergötterung blüht in meinem Bekanntenkreis nur bei denjenigen Leuten, die weder Freud noch seine Kritiker je gelesen haben! Wenn das kein Glaube ist! Es gibt bei diesen Menschen also gar kein Wissen, man will an einen großen klugen Guru glauben. Mit dieser Abhängigkeit sorgen sie dafür, daß ihr Selbstvertrauen so niedrig bleibt und am Wachsen gehindert wird.
Wie war das noch mal: Religiösität bedeutet Abhängigkeit ...
 
 
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kenshin-himura
Alt 25.02.2008, 00:27   #47
Standard

Zitat von Calli
Folgenden Text habe ich aus einem Forum in dem ich häufig aktiv bin gefunden und er vertritt so in etwa meine Einstellung zur Relegion.

Die Diskussion im besagten Forum ist sehr groß, also bin ich auf die Antworten hier gespannt. Zumal der Themenbereich im Ursprungsforum ein ganz andere ist als hier und die Anschauung sich bestimmt deutlich Unterscheidet wird.
...ich stimme dem Text größtenteils nicht zu. Erstens bezweifle ich, dass grenzenlose Rationalität in allen Bereichen und bei jeder Person sinnvoll ist. Zweitens halte ich es für ein Gerücht, dass alle Religionen es fördern, dass man den Mund hält und nicht kritisiert. Die Geschichte widerlegt dies. Drittens sehe ich auch nicht, dass der Atheismus grundsätzlich mehr zu humanem und tolerantem, gewaltfreiem Miteinander führt. Eher ist das Gegenteil der Fall, wie z.Bsp. Stalin und Hitler zeigen.

Gruß,

Daniel.

Geändert von kenshin-himura (25.02.2008 um 01:18 Uhr).
 
 
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JCD
Alt 25.02.2008, 09:33   #48
Ausrufezeichen Glaube ist keine Erniedrigung es ist das Gegenteil!

Hallo!

Der Text der ganz am Anfang zitiert wird muss ich leider als absoluten Quatsch bezeichnen. Er strotzt vor Ignoranz und Unwissenheit. Es ist immer wieder interessant, dass solche Texte von angeblichen Weltverbesserern auftauchen.
Ich denke, der Autor ist durch seine Einstellung zur Religion, die ja nunmal sehr extrem ist. Gar nicht auf den Gedanken gekommen sich wirklich mal mit dem Thema auseinander zu setzen. Es wird nur in eine Richtung argumentiert und nicht genügend hinterfragt. Warum gibt es z.B. immer noch Menschen, die an Gott glauben? Sind die alle Charakterschwach? Weil sie ein höheres Wesen brauchen, damit sie einen Sinn im Leben haben?
Ich denke nicht. GLaube kann auch der Grund für Charakterstärke sein. Jeder Mensch holt sich seine Maxime aus irgendeiner Quelle. Manche aus den festgelegten Vorstellungen der Gesellschaft und manche aus ihrem Glauben. Halten diese Menschen daran fest und leben danach sind sie doch Charakterstark, oder nicht?
Der Mensch ist auch nicht nicht selbstbewusst wenn er glaubt. Es geht immer darum sich mit seinem Glauben auseinanderzusetzen. Wer blind auf Gott etc vertraut ist nicht gläubig sondern dumm. Wenn man sich etwas informiert, Texte von Theologen liest, besonders mit der Thematik der Theodizee-Frage (Warum lässt Gott Leid zu) wird um einiges schlauer. Warum greift Gott nicht in die Welt ein? Wenn er eingreifen würde, wäre der Mensch noch frei? Nein wäre er nicht.
Übel und Leid entsteht aus dem Menschen heraus und es gab und gibt immer noch genug Menschen, die den anderen gezeigt habe, wie es besser geht.
Die Ignoranz kann ich auch nicht ganz nochvollziehen. Sicher alle Religionen behaupten die einzig seligmachende zu sein. Aber wenn sie das nicht tun, welche Existenzberechtigung haben sie dann. Aber meistens steht hinter solchen Behauptungen eine Kriche und nicht der Glaube! Kirche und Glaube sind zwei verschiedene Paar Schuhe! Nichts destro trotz helfen Kirchen und Gläubige überall in der Welt. Sie Treffen sich miteinander, halten Diskussionen und versuchen aufeinander zu zu gehen.
Die Bibel ist kein Geschichtsbuch, sondern ein Geschichtenbuch. Die Bibel darf nie wörtlich genommen werden. Sie besteht aus Symbolen und Bilder die jeder für sich deuten muss. Sie wurde geschrieben von Leuten, die ihren Glauben an andere weitergeben und andere in ihrem Glauben bestärken wollten. Die Bibel ist ein Glaubenszeugniss.
Die Zitate aus dem alten Testament sind überholt. Im Neuen Testament werden diese Ansichten mit der Bergpredigt revidiert.

Außerdem hat hier schonmal jemand daran gedacht, was wir Menschen sind, wenn es kein höheres Wesen gibt?
Nehmen wir an es gibt kein solches Wesen (Es ist alles möglich niemand hat je die Existenz eines höheren Wesens bewiesen, aber auch nicht widerlegt):

Danach ist der Mensch ein Zufallsprodukt der Natur. Wir Menschen haben also Glück, dass es überhaupt gibt. Was wiederum bedeutet, dass auch ohne uns hier auf dem Planeten etwas leben würde. Wir sind also eine Laune der Natur und damit so gut wie überflüssig. Wir sind nicht gewollt!
Trotzdem sind wir da. Der Mensch, also der Zellhaufen mit Verstand, hat die Welt erobert. Er hat sich Gesellschaftliche Strukturen selbst geschaffen.
Er selbst hat sich dann als höchstes Wesen deklariert. Aber was erlaubt sich der Mensch da? Er ist einfach ein Lebewesen auf dieser Welt und hat nicht mehr Existenzberechtigung als andere. Alles was der Mensch empfindet wird auch hinfällig. Glaubt man an keine höhere Macht als sich selbst, erkennt man an, dass man nichts weiter als ein Zellhaufen ist. Demnach ist Trauer, Freude und besonders die Liebe nichts anderes als chemische Reaktionen und elektrische Signale die von unserem Körper und Gehirn interpretiert werden. Also nur Schall und Rauch! Es kann dem Menschen also egal sein ob die Vater, Mutter, Kind, Tante oder Onkel sterben. Sie sind auch nur ein Zufallsprodukt gewesen und die Welt wäre weder schlechter noch besser gewesen, ob sie nun existeirt haben oder nicht.
Ganz besonders ist, dass der Mensch selbst eigentlich sinnlos auf dieser Welt ist. Warum lebt er hier? Um zu Arbeiten, Kinder zu kriegen, zu sterben und in Vergessenheit zu geraten? Woher weiß er das? Es gibt keine höhere Macht und damit auch keine höhere Bestimmung des Menschen. Der Mensch ist einfach überflüssig. Man kann nämlich auch ncith behaupten, dass der Mensch eine wichtige Funktion im Okösystem hat, sonst hätte ja er eine Aufagbe. Aber der Mensch zerstört dieses ja nur, also kann man von keiner Funktion reden.
Sagen wir es mit den Worten von Agent Smith (im Film Matrix): "Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere! Jedwede Art von Säuger auf diesem Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. Ihr zieht in ein bestimmtes Gebiet, und vermehrt Euch und vermehrt Euch, bis alle natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Und der einzige Weg zu überleben ist die Ausbreitung auf ein anderes Gebiet.
Es gibt noch einen Organismus auf diesem Planeten, der genauso verfährt. Wissen Sie, welcher? Das Virus! Der Mensch ist eine Krankheit! Das Geschwür dieses Planeten! Ihr seid wie die Pest...
"

Das ist der Mensch ohne ein höheres Wesen als sich selbst!
Der Glaube an Gott/ein höheres Wesen ist also nicht eine Erniedrigung des Menschen, sondern im Gegenteil eine Erhöhung!

Geändert von JCD (25.02.2008 um 09:49 Uhr).
 
 
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Fränze
Alt 25.02.2008, 10:23   #49
Standard

Wohl wahr, aber das heißt nicht, dass es einen Gott , ein höheres Wesen gibt, sondern nur, dass sich der Mensch, um sich nicht als Zellhaufen empfinden zu müssen - also aus Eitelkeit - ein höheres Wesen ausdenkt und dann daran glauben will. Der Mensch erhöht sich selbst.

Interessanterweise denken sich viele Kulturen einen persönlichen Gott, also einen, der speziell auf die Menschen schaut, ansprechbar ist (Gebet), und dem es wichtig ist, ob man freitags Fisch isst oder ein Kopftuch trägt.

Ein höheres Wesen, das als reine Energie das Universum bestimmt, ist dem Menschen nicht genug. Er denkt sich eins, das sich persönlich um ihn "kümmert", Gebete hört und sich dann "Hm, na dann lassen wir ihn mal die Prüfung bestehen" denkt... Wenn das nicht Gotteslästerung ist!!!
 
 
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JCD
Alt 25.02.2008, 11:00   #50
Standard

Es ist weder bewiesen noch widerlegt, dass es ein höheres Wesen gibt. Also besteht die Möglichkeit das es einen Gott gibt und Gläubige glauben daran, dass es ihn gibt. Glauben ist nun mal nicht Wissen.

Das Gebet ist übrigens kein Mittel um etwas von Gott zu erbitten. Gott wird nicht in die Welt eingreifen, das wäre widersinnig zu unserer Freiheit. EIn Gebet ist immer für den Menschen da um Gott nah zu sein, im Fragen zu stellen.
Außerdem bin ich der Auffassung das Gott uns nicht nach Ritualen die wir für ihn durch führen misst, sondern nach dem was wir sind und wie wir uns verhalten.
Es gibt keine Prüfungen für uns von Gott. Wenn einem Leid zugefügt wird, dann sind meistens andere Menschen daran Schuld und nicht Gott.
In Krankheiten greift er nicht ein, da es einfach ein Eingriff in unser Leben wäre, dass wir nun einmal selbst meistern müssen und sollen.
EIne Friede-Freude-Eierkuchen-Welt wünscht sich auch niemand, da so eine Welt zum Scheitern verurteilt wäre.
Einige interessante Texte dazu gibt es von Leibniz oder auch von Kirkegaard.
Gott ist es egal ob man liegt, kniet steht oder die Augen beim Gebet schließt. Du brauchst auch keine Formeln wie "Im Namen des Vaters...".
Gotteslästerung ist das in keinem Fall! Wenn man nach etwas Sinn im Leben sucht, vllt sogar nach Gott, dann ist das genau das Gegenteil von Gotteslästerung.
Die Möglichkeit, dass es ihn gibt zu ignorieren ist da schon eher Gotteslästerung!
Es geht einfach darum, dass die Möglichkeit besteht, dass wir doch etwas höheres sind als nur ein Zellhaufen.
Und solange das nicht eindeutig widerlegt wird, wird es immer wieder Menschen geben, die glauben!

Geändert von JCD (25.02.2008 um 11:10 Uhr).
 
 
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