Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Postplanet Talk > Philosophie und Gedanken

realität hoffnung naivität verlangen

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen
legolas
Alt 19.09.2006, 14:19   #1
Standard realität hoffnung naivität verlangen

Liebe Leute lauscht meinen Worten
Kommt herbei von allen Orten
Berichten möchte ich euch jetzt
Wie Erkenntis mich zerfetzt

Von Realität und Hoffnung, Naivität und Verlangen

Seit tausenden von Jahren streiten sich Philosophie und Glauben um den Sinn des Lebens.
Für die Religionen steht dieser fest, ist unanfechtbar. Die Philosophen hingegen sprechen davon eine allgemeingültige Antwort sei nicht findbar, und bleiben ihrer Linie zu Erkenntis treu, grenzen ein und stellen Theorien auf. In einem Punkt sind sie sich doch einig:
„Das Ziel eines jeden Menschen im Leben sind Glück und Zufriedenheit“. Worin sich diese Zufriedenheit widerspiegelt bleibt jedem Menschen selbst überlassen, der eine spricht von seinen Kindern als Sinn seines Lebens und meint, sie würden ihm Glück und Zufriedenheit schenken, der nächste redet von Freundschaft, von Liebe, ein dritter meint, die Kunst, sei es zur Sprache, Poesie oder Malerei, sei der Sinn seines Lebens. Wer nicht von sich behaupten kann, eine solche Liebe zu einer Angelegenheit gefunden zu haben, klammert sich an die Hoffnung. Ihm geben Gedanken an hoffnungsvolle Momente, die unter Umständen und nur durch die für ihn richtige Fügung der endlosen, alles bestimmenden Kausalkette des Lebens, ihm bevorstehen, ein Gefühl des Glücks. Krampfhaft wird er versuchen die Kausalkette zu lenken, nicht verstehend, dass diese von so zahlreichen und vielfältigen Faktoren abhängig ist, und somit von ihm selbst nicht lenkbar, höchstens beeinflussbar ist. Er besitzt das Verlangen seinem Glück auf die Sprünge zu helfen, sich sein Schicksal selbst zu malen und die Zukunft zu bestimmen. Dies und nichts anderes möchte ich als die pure Naivität im Geist und Verstand jedes existierenden und denkenden Wesens bezeichnen. Die größte Beschränkheit der Menschen ist es, nach Glück zu streben und zu versuchen, sich eine Welt zu erbauen, die sich jedoch vom ersten Spatenstich an, zerbrechlich und kränklich, auf schiefem Boden befindet. Es wird von versuchen gesprochen, etwas probieren, denn wenn die neue Schöpfung zerbricht, beruhigt man sich mit dem Gedanken es wenigstens getestet zu haben. Die Hoffnung gibt uns vor, was wir versuchen zu erlangen, die Naivität verleitet uns dazu Verlangen beizugeben, und schiesst uns letztendlich wieder in die Realität, die man nur in einem traurigen, depressiven Zustand zu erkennen vermag. Doch befinden wir uns wieder in diesem Urzustand, nämlich der Realität, greifen wir erneut ans dünne Tau der Hoffnung, hangelnd versuchen wir uns aus dem Seelischentief zu befreien, verlangen nach Erfüllung unserer Hoffnung, merken nicht das Naivität uns lenkt und fallen wieder und befinden uns erneut in der Realität. Auch wenn am Anfang des Wechselspiels der vier Faktoren die Hoffnung steht, ist die Realität der Ursprung, klingt paradox, macht jedoch Sinn. Da die Realität, wie erklärt, ein Zustand der Trauer ist, kann diese nicht den Beginn der Kette darstellen, grundlose Trauer gibt es nicht. Daher steht die Hoffnung zu Anfang, gibt man dem Verlangen nach, werden Handlung und Sprache von der Naivität gelenkt und erst durch Misserfolge wird man in die Realität zurück katapultiert.
Hoffnung scheint also eine Illusion zu sein, an der sich Menschen festhalten, um ihrem Leben einen Sinn zu geben. Der Zustand der Hoffnung an sich ist aber weder minderwertig noch anstößig, das Problem liegt nicht in diesem selbst, sondern in den Folgen. Ebenso verhält es sich mit der Realität. Auch wenn uns die Realität erst durch Trauer und Belastendes bewusst wird, ist sie nur durch das Vorhergegangene entstanden, daher bleibt festzuhalten, dass Hoffnung und Realität nur Ursache bzw Folge des eigentlichen Übels unseres Verhaltens sind. Die Krankheit in unserem Verhalten ist das Wechselspiel von Verlangen und Naivität, denn dieses veranlasst uns dazu, zu versuchen die Kausalkette zu richten, so, dass wir Glück und Zufriedenheit erfahren und unsere Hoffnungen sich bewahrheiten. Natürlich müssen wir uns Mühe geben zufrieden zu sein, und da nach streben glücklich zu werden, aber die Menschen neigen hier dazu, selbiges zu sehr zu fordern, sich von der Kette nicht ziehen lassen, sondern daran reissen, und letztendlich mehr zu zerstören als zu gewinnen.
 
 
Nach oben
Ähnliche Themen, die dich vielleicht interessieren
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Nebenjob: Wieviel kann man hierfür verlangen? Dawn Karriere und Bildung 3 24.04.2006 19:26
Darf der Arbeitergeber verlangen, das ich mit dem Auto fahren muss? HoTTe83 Im Namen des Gesetzes 14 25.02.2005 20:49
Realität Christian Philosophie und Gedanken 21 22.04.2004 15:31
was kann ich verlangen? Sugar Im Namen des Gesetzes 11 18.02.2003 16:45
Können die denn Zinsen verlangen .... KiDeLuXe Im Namen des Gesetzes 1 02.04.2001 21:32
Anzeigen:
Thema geschlossen

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:43 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.1.0 ©2007, Crawlability, Inc.