Mir geht es einfach darum meine Probleme niederzuschreiben und zu hoffen, dass jemand einfach verstehen kann, wovon ich rede.
Dann erzähl ich mal:
Hmmm...ich weiß nicht einmal wo ich anfangen soll. Ich weiß nur, dass ich auch just in the moment einen Krampf in meinem Bauch und eine Aggressivität/Verzweifelung in meinem Kopf habe. Die Sorgen und Probleme überhäufen mich und verstopfen regelrecht meine Ausgabegeräte.
Ich komme mit dieser Welt nicht klar. Ich kann nicht sagen, was ich fühle, ich kann nicht sagen, was ich denke, ich kann nicht zeigen, was ich empfinde. Ich verschliesse mich immer nur weiter in mir und verliere die letzten Mensch um mich rum durch meine eigenen Probleme.
Warum beziehe ich keine professionellen Hilfe? Nun, das ist diese Angst, einem fremden Menschen Gefühle und Ängste anzuvertrauen, sich sozusagen vor ihm auszuziehen und zu hoffen, dass er einen nicht vergewaltigt oder auslacht. Dazu kommt noch die Angst von den Mitmenschen als Psycho oder geisteskrank bezeichnet zu werden, nur weil man zur Therapie geht. Ich weiß, die Leute, die sowas nicht verstehen, sind dumm. Trotzdem ist es unangenehm. Ich weiß nicht WEM ich mich anvertrauen soll.
Ich bin vollständig krank. Meine Psyche wirkt auf meine Physik. Mein Kopf macht meinen Körper kaputt. Ich bin ständig depressiv und aggressiv. Ständig unzufrieden mit meinen Leistungen...ich möchte immer besser sein...immer perfekter. Und es geht nicht darum, dass ich besser sein will, als jemand anders, sondern besser sein als ich. Da ich dies aber nicht schaffe, werde ich aggressiv und depressiv. Es ist ein Teufelskreis.
Dieser Teufelskreis zeichnet sich auch im Alltag ab. Ich habe meine Ausbildung noch in der Probezeit verloren. Angeblich mit der Begründung, dass ich nicht für diesen Beruf(Speditionskaufmann) geschaffen wäre. Und der Chef hat mich schon in der ersten Woche abgemahnt. Wegen Nutella(seine, die ich aufs Brot geschmiert habe. Ich wusste aber nicht, dass das seine war. Die Mitarbeiterin hat mir auch gesagt, dass ich mir alles in der Küche nehmen kann. Geile Falle!) und weil ich bei eben dieser Mitarbeiterin gefragt habe, ob der Platz, an dem ich gerade saß, auch meine ständiger Platz bliebe. Ein Schwachsinn...dann denk ich mir aber, wenn bei dir im Leben sonst auch alles schiefläuft, dann warst du auch wahrscheinlich an diesem Vorfall schuld. Du hast's verbockt. Du bist ein Idiot!
So reite ich mich immer weiter rein. Ich mache alles, was ich noch schönes im Leben habe kaputt. Das einzig schöne, was mir noch geblieben ist, ist meine Freundin. Mit der es aber leider auch in letzter Zeit auch nicht besonders läuft. Ich weiß nicht ob's an mir oder an ihr liegt. Ich hasse mich einfach selbst in letzter Zeit. Aber wenn ich das anderen sage oder zeige, dann trampeln sie nur noch mehr auf mir rum, als sie es jetzt schon tun. Ich bin ohnmächtig.
Ich wehre mich einfach nicht. Ich kann nicht schreien...ich kann Aggressionen, die andere an mir abgelassen haben, nicht an anderen auslassen. Ich behalte alles in mir. Ich bekomme Durchfall, Kopfschmerzen, Depressionen, Aggressionen etc. Vermutlich kommt auch meine chronische Darmentzündung daher. Immer wenn ich viel Stress habe, bekomme ich einen neuen Schub.
Für mich ist mit 19 Jahren das Leben schon nicht mehr Lebenswert. Ich bin schwerkrank, ich bin arbeitslos, psychisch am Ende und ohne Zukunft. Täglich bekommt man mit, dass die Reichen immer reicher werden, und die Armen immer ärmer.
Das mit der Arbeit ist auch so ein Ding. Ich bin zur Zeit auch nicht motiviert mich um etwas neues zu bewerben. Weil ich a) zu wenig selbstvertrauen habe etwas neues nach der Scheiße zu beginnen und b) es nicht wirklich etwas gibt, was mich interessiert.
Ich möchte einen Beruf, der mir Spaß macht und in dem ich mich verwirklichen kann. Wer will das nicht? Aber es gibt Leute die kämpfen sich hoch ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin keiner davon. Ich gebe gleich auf. Weil mich Niederschläge im Leben total fertig machen.
Ein geringer Verdienst wäre für mich nicht schlimm. Ich möchte einfach das Leben geniessen und mich nicht versklaven lassen und irgendeinen Scheiß tagtäglich machen nur um mir am Ende des Monats neben dem gekauften Konsumgut einen runterzuholen.
ICH LEBE NUR EINMAL! Und verdammt nochmal, ich will mir das Leben nicht von irgendwelchen rücksichtslosen, geldgeilen, unsozialen, blinden Wichsern versauen lassen!
Viele Jugendliche sehen einfach keinen Sinn mehr im Leben. Sie können sich nicht verwirklichen. Ich fühle mich wie ein Hamster im Rad. Tu das, was du tun musst und denk bloß nicht nach, das machen andere für dich. Zeige keine Emotionen, die will niemand sehen. Sei nicht sozial, denn niemand anders hat etwas für dich übrig. DIE IGNORANZ, ARROGANZ und dieser EGOISMUS der heutigen Zeit kotzen mich sowas von an. "Lach', und die Welt lacht mit dir. Weine, und du weinst alleine!" Kaum jemand sorgt sich um andere. Jedoch denke ich, dass viele Menschen sich gerne mehr sozial zeigen würden. Doch sie können's nicht, weil sie angst haben ausgenutzt zu werden. Nach dem Motto:"niemand tut etwas für mich. Also tue ich auch nichts." Keiner für alle, alle für keinen.
Wenn ich z.B. mir meine Generation und jünger angucke, dann sehe ich die Verzweifelung, diese Angst und diese künstliche Glücklichkeit. Man versucht sich durch Konsum und Drogen glücklich zu stellen. Überall um mich rum wird gesoffen, gekifft und sonstwas konsumiert um der beschissenen Realität nur für einen Augenblick zu entfliehen. Wer braucht Playstations? Wer braucht Computer? Wer braucht Fernseher? Wer braucht Konsum? Warum der Job? Warum muß die Welt so kompliziert sein? Geld, Arbeit, Erfolg, warum dieses Streben nach solch belanglosen Dingen? Der Film FightClub zeigt genau das, was ich denke:
"Ich sehe soviel Potential, wie es vergeudet wird.
Eine ganze Generation zapft Benzin,
räumt Tische ab, schuftet als Schreibtisch-sklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos,
machen Jobs, die wir hassen,
kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen.
Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute.
Männer ohne Zweck, ohne Ziel...
Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression.
Unser großer Krieg ist ein spiritueller,
unsere große Depression ist das Leben.
Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben
daß wir irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars...
werden wir aber nicht!
...und das wird uns langsam klar!
Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten."
Du bist nicht dein Job.
Du bist nicht das Geld auf deinem Konto,
nicht das Auto, das du fährst,
nicht der Inhalt deiner Brieftasche
und nicht deine beschissene Cargo-hose.
Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt!
oder der Film Trainspotting:
Sag ja zum Leben,
sag ja zum Job,
sag ja zur Karriere,
sag ja zur Familie.
Sag ja zu einem pervers großen Fernseher.
Sag ja zu Waschmaschinen,
Autos,
CD-Playern
und elektrischen Dosenöffnern.
Sag ja zur Gesundheit,
niedrigem Cholesterinspiegel
und Zahnzusatzversicherung.
Sag ja zur Bausparkasse,
sag ja zur ersten Eigentumswohnung,
sag ja zu den richtigen Freunden.
Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern,
sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen.
Sag ja zu Do-it-yourself
und dazu, auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen.
Und Dich dabei mit Scheiß-Junk-Fraß vollzustopfen.
Sag ja dazu, am Schluß vor Dich hinzuverwesen,
Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen
und den mißratenen Ego-Ratten von Kindern,
die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen,
nur noch peinlich zu sein.
Sag ja zur Zukunft,
sag ja zum Leben.
Aber warum sollte ich das machen?
Vielleicht ist das mein Problem? Ich mache mir Gedanken um mein Leben und das System, in dem wir leben. Ich bin ein Roboter mit einem Systemfehler. Ein denkender Roboter, der nicht das macht, was er soll. Diesen Roboter versucht man zu verschrotten. Aus dem System auszuschliessen. Ihn Verhungern zu lassen und elendig in die Zerstörung zu treiben. I, Robot!
Traurig, aber leider wahr.
Mich kotzt diese Welt einfach nur an. Ich bin gefangen in ihr, ohne meine Einwilligung. Ich kann nicht einfach zusehen und aushalten ohne etwas zu tun. Jedoch bin ich machtlos. Wie ein Fisch im Netz, der seinem Tod entgegen sieht. Man kann aus diesem System nicht lebend aussteigen. Alles wird schlimmer, nicht besser.
Menschen suchen ihren Sinn im Leben. Sei es im Konsum, in der Kirche, in der Liebe, in dem Erfolg oder eben in der Phylosophie.
Ich will kreativ sein. Der Welt etwas schenken, was sie wirklich braucht. Die Wege zur Kreativität werden mir durch soziale, finanzielle und bürokratische Barrieren verwehrt. Dabei will ich nur glücklich sein. Ich will niemandem etwas nehmen. Ich möchte nur geben.
Und ich besitze nicht mal eine Idee...eine Idee an einen Beruf, der solche Kriterien deckt und mich fordert und glücklich stellt.
Ich bin verzweifelt, müde und abgestumpft. Selbstmord ist keine Lösung. Ich will nicht einfach den Stecker ziehen. Dazu ist mir das Leben viel zu schade.
Ich warte nur noch auf einen Knall, der diese kranke Gesellschaft erschlägt und aufwachen lässt. Ihnen zeigt, dass das Leben nicht aus Fernsehern, Autos, Klamotten, Fast Food besteht. Diese Gesellschaft ist wahnsinnig. Viele merken es, sie sind aber nicht gewollt oder nicht fähig etwas dagegen zu tun. Sie besitzen nicht die Macht. Aber die, die Macht besitzen sind schon so wahnsinnig, dass sie nichts mehr merken. Sie wollen mehr und mehr. Ihre Gier treibt sie, und viele andere, ins Grab.
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