Der Professor ist übrigens darauf gekommen, weil er früher in der HNO-Chirurgie tätig war und bemerkte, dass Leute mit abstehenden Ohren oft kreativ oder sonst irgendwie querdenkerisch waren. Er hat sich daraufhin in Archiven und Gefängniskarteien herumgetrieben und sich eben eingehender mit den Ohren befasst und diese dann analysiert etc.
Er hat dabei fremde Ohren untersucht und dann seine anhand der Ohren aufgestellten Charakterzüge mit den tatsächlichen der Personen verglichen und hat dahingehend eben die anatomischen Besonderheiten der Ohren interpretiert, anscheinend auch sehr treffsicher und weniger 'wahrsagerisch'

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aber Kleidung und von der Person selbst veränderte Körperteile (e.g. Frisur, Tätowierung, Brust-OP etc.) sagen doch einiges mehr über den Charakter einer Person aus, als die Ohren
...wobei ich sagen muss, dass diese Art von Vorurteilen auch ziemlich falsch sein können. Man kann die selbe Kleidung auch aus völlig verschiedenen seelischen Beweggründen tragen.
Vielleicht mal ein paar Auszüge von dem, was altehrwürdige Leute gesprochen haben, von denen man solche Aussagen vielleicht weniger erwartet hätte
Galen sagt, dass sehr kleine Augen ein sicheres Zeichen für Verzagtheit sind (...). Wer eine flache Nase hat, sagte Aristoteles zu Alexander, ist lasziv. Eine kurze und flache Nase, sagt Polemon, deutet auf eine Neigung zum Stehlen hin. (...) Kleine Ohren sind nach Aristoteles bei Menschen verbreitet, die wie der Affe von Natur träge und süchtig nach Diebstahl sind.
(...übrigens muss man dabei annehmen, dass hier stets von der kaukasischen Menschenrasse ausgegangen wird.)
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Was ich davon halte...
Ich glaube sehr wohl, dass das möglich ist. Ich denke sogar wir analysieren das alles sogar unterbewusst, wodurch auch unsere mehr oder minder nützlichen Vorurteile gegen andere Menschen entstehen.
Wir mögen es zwar nicht so gern zugeben, weil das ja alles unendlich 'oberflächlich' ist und das inzwischen ein ziemliches (tot)Schlagwort geworden ist, aber letztendlich tun wir es denke ich alle.
Sobald wir ein Gesicht sehen, haben wir sofort eine charakterliche Meinung von der Person im Kopf, ob wir nun wollen oder nicht. Das finde ich übrigens auch gar nicht schlimm, schlimm wird es nur wenn man nicht imstande ist, dieses Bild bei Bedarf in ein 'richtigeres' umzukorrigieren.
Da dieses Verhalten unterbewusst ist und wir Dinge, die wir unbewusst tun meißt aus sehr guten Gründen machen, halte ich das auch nicht wirklich für falsch. Wenn wir das Gesicht eines anderen Menschen nun analysieren und zu einer vorgefassten Charakterinterpretation gelangen, müssen ja bestimmte anatomische Züge von uns selber interpretiert werden und das wäre eigentlich nur eine Erweiterung dessen, was dieser Professor mit dem Ohr tut. Wieso sollte unser Unterbewusstsein uns sofort dazu veranlassen, wenn es unsinnig wäre und nicht zumindest einen gewissen Wahrheitsgehalt hätte ?
Wie ist es zu erklären, dass schon kleine Kinder manche fremde Menschen meiden und bei anderen keinerlei Angst empfinden ? (fremd ist fremd, das Kind weiß ja noch nicht was 'hässlich' und was 'hübsch' ist, da das alles ja nur Wertungen sind, die dem kleinen Kind erst später mit auf den Weg gegeben werden).
Und was meiner Meinung nach noch dafür spricht ist eigentlich eine sehr simple Auslegung von Dingen, die schon lange bekannt sind... Körper und Geist sind miteinander verknüpft und nicht völlig getrennt, wodurch wir uns Krankheiten 'einbilden' können, die dann vielleicht auch tatsächlich ausbrechen, eine Tatsache auf der auch der Placebo-effekt beruht sowie viele andere Wissenschaften. Wieso sollten nicht die Gedanken einer Person über längere Zeit gedacht auch die äußere Form beeinflussen ? Letztendlich wird diese durch Zellwachstum/ -teilung bestimmt, welche letztendlich auch von uns unbewusst kontrolliert wird.
Ich kann verstehen, dass sich dass ziemlich wirr anhört, da bei uns Oberflächlichkeit verpönt ist, aber ich persönlich nicht einen Menschen nennen könnte, der sie letztendlich nicht in einem mehr oder minder großen Rahmen praktizieren würde.
