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Philo-Geschichtchen?

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kritzi
Alt 27.08.2002, 19:52   #1
Standard Philo-Geschichtchen?

Ich hab grad mal wieder ein paar von meinen philosophischen Geschichten irgendwo in einem Unterordner meiner „eigenen Dateien“ gefunden und beschlossen, dass ich meine Sammlung eigentlich mal etwas vergrößern könnte.
Hier hab ich mal 3 Beispiele für euch, die ich ganz gut find. Also wenn ihr auch was in der richtung habt, dass postet es mal hier.
Danke!




Gespräch zwischen Zündholz und Kerze

Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."

"Oh nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern."

Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?"

"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.

"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben … "

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an … "

Verfasser unbekannt






Time

Imagine there is a bank that credits your
account each morning with $86,400.
It carries over no balance from day to day.
Every evening deletes whatever part of the
balance you failed to use during the day. What
would you do? Draw out ALL OF IT, of course!!!!

Each of us has such a bank. Its name is TIME.
Every morning, it credits you with 86,400 seconds.
Every night it writes off, as lost, whatever of
this you have failed to invest to good purpose.
It carries over no balance. It allows no overdraft.
Each day it opens a new account for you.
Each night it burns the remains of the day.
If you fail to use the day's deposits, the loss is yours.

There is no going back. There is no
drawing against the "tomorrow."
You must live in the present on today's
deposits. Invest it so as to get from it the
utmost in health, happiness, and success!
The clock is running. Make the most of today.

-Verfasser unbekannt






Ich wünschte, du könntest ... (Gedanken eines Feuerwehrmannes)

Ich wünschte, du könntest den Kummer des Geschäftsmannes sehen, als sein Lebenswerk in Flammen aufging oder die Familie, die nach Hause kam, nur um ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder sogar zerstört vorzufinden.

Ich wünschte, du könntest fühlen, wie es ist, ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Kindern abzusuchen; die Flammen schlagen über deinen Kopf hinweg, während des Kriechens schmerzen deine Handflächen und Knie, der Fußboden gibt unter deinem Gewicht nach, wenn die Küche unter dir zu brennen anfängt.

Ich wünschte, du könntest die Furcht in den Augen einer Ehefrau um 3 Uhr morgens sehen, wenn ich ihrem 40 Jahre alten Ehemann den Puls fühle und keinen finde, ich beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, hoffe wider besseres Wissen ihn zurückzuholen, aber ich weiß, dass es zu spät ist. Aber seiner Frau und seiner Familie muss ich das Gefühl geben, dass alles Mögliche getan wurde.

Ich wünschte, du könntest den unvergleichlichen Geruch von brennenden Isolierungen, den Geschmack von Ruß auf deinen Schleimhäuten, das Gefühl der intensiven Hitze, die durch deine Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen und die Beklemmung absolut nichts durch diesen dichten Rauch zu sehen, nachempfinden – Sensationen, an die ich mich zu sehr gewöhnt habe, mit denen ich zu sehr vertraut geworden bin.

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, am Morgen zur Schule oder zur Arbeit zu gehen, nachdem du den Großteil der Nacht, heiß und wieder nass durchgeschwitzt, bei einem Großfeuer verbracht hast.

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem entstehenden Feuer gerufen werde, "Ist es ein falscher Alarm oder ein fortgeschrittenes, atmendes Feuer? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren erwarten mich? Sind Menschen eingeschlossen?"

Ich wünschte, du könntest in der Notaufnahme dabei sein, wenn der Arzt das hübsche 5 Jahre alte Mädchen für tot erklärt, nachdem ich es zuvor 25 Minuten lang versucht habe am Leben zu halten; sie wird nie zu ihrem ersten Date gehen können oder jemals wieder die Worte "Ich liebe dich, Mama" sagen können.

Ich wünschte, du könntest die Frustration im Führerhaus des Löschfahrzeuges fühlen, der Maschinist drückt seinen Fuß fest auf die Bremse, mein Daumen drückt wieder und wieder den Schalter des Presslufthorns, wenn du dir vergeblich versuchst Vorfahrt an einer vorfahrtberechtigten Kreuzung zu verschaffen oder im dichten Verkehrsstau. Wenn du uns brauchst, wann auch immer es ist, deine ersten Worte nach unserem Eintreffen werden sein: "Es hat fast eine Ewigkeit gedauert, bis ihr hier wart!"

Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe, eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen, "Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Freundin oder eine Bekannte ist? Wie werden ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür ein Polizist steht, der seine Mütze in den Händen hält?"

Ich wünschte, du könntest wissen, wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen, meine Eltern und Familie zu begrüßen, aber nicht das Herz zu haben ihnen zu erzählen, dass ich beinahe von meinem letzten Einsatz nicht zurückgekommen wäre.

Ich wünschte, du könntest die physische, emotionale und mentale Belastung von stehengelassenem Essen, verlorenem Schlaf und verpasster Freizeit vorstellen, zusammen mit all den Tragödien, die meine Augen gesehen haben.

Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, einen kleinen Jungen auf deinem Arm zu tragen, der fragt, "ist meine Mama O.K.?", und es ist dir unmöglich, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass dir die Tränen in die Augen steigen und weißt nicht, was du sagen sollst. Oder wie es ist, einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird, und du weißt genau, dass er nicht angeschnallt war.

Solange du dieses Leben nicht durchgemacht hast, wirst du niemals wirklich verstehen oder einschätzen können, wer ich bin, was wir sind oder was unsere Arbeit wirklich bedeutet.

Dieser Text stammt von der HP von Florian und er hat es von: Florian Hessen (Ausgabe 1/1999);
ein Gedicht von einem unbekannten Autor. Es wurde aus dem Englischen übersetzt und wurde an die deutschen Verhältnisse angepaßt.


Ok, das waren wie gesagt mal 3 davon, schickt mal, was ihr habt.

Nochmals Danke!

Ciao
Kritzi
 
 
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ELCorazon
Alt 21.09.2002, 00:26   #2
Standard Die Zeit

" DIE ZEIT "

Vor langer, langer Zeit existierte eine Insel,
auf der alle Gefühle der Menschen lebten:

die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen …
und so wie alle anderen Gefühle, auch die Liebe.

Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt,
dass die Insel sinken würde. Also bereiteten
alle ihre Schiffe vor und verließen die Insel.

***

Nur die Liebe wollte bis zum letzten Moment
warten. Bevor die Insel sank, bat die Liebe
um Hilfe :

***

Der Reichtum fuhr auf einem luxuriösen
Schiff an der Liebe vorbei. Sie fragte :

"Reichtum, kannst du mich mitnehmen ?"

"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff
habe ich viel Gold und Silber. Da ist kein
Platz für dich."

***

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf
einem wunderbaren Schiff vorbeikam :

"Stolz, ich bitte dich, kannst du mich mitnehmen ?"

"Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen..."
antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt.
Du könntest mein Schiff beschädigen."

***

Also fragte die Liebe die Traurigkeit,
die an ihr vorbei ging :

"Traurigkeit, bitte, nimm mich mit"

"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit, "ich bin
so traurig, dass ich alleine bleiben muss."

***

Auch die gute Laune ging an der Liebe vorbei,
aber sie war so zufrieden, dass sie nicht hörte,
dass die Liebe sie rief.

***

Plötzlich sagte eine Stimme :
" komm Liebe, ich nehme dich mit "

Es war ein Alter, der sprach. Die Liebe war
so dankbar und so glücklich, dass sie vergaß
den Alten nach seinem Namen zu fragen. Als
sie an Land kamen, ging der Alte fort.

***

Die Liebe bemerkte, dass sie ihm viel
schuldete und fragte das Wissen :

"Wissen, kannst du mir sagen, wer mir
geholfen hat ?"

"Es war die Zeit" antwortete das Wissen.
"Die Zeit ?"fragte die Liebe,"Warum hat
die Zeit mir geholfen ?"

Und das Wissen antwortete : "Weil
nur die Zeit versteht, wie wichtig
die Liebe im Leben ist."
 
 
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kritzi
Alt 23.09.2002, 09:38   #3
Standard

Sokrates: Die drei Siebe des Weisen

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte: "Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbracht ihn der Weise, "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Laß sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..."
"So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?"
Zögernd sagte der andere: "Nein, im Gegenteil..."
"Hm", unterbrach ihn der Weise, "so laßt uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, daß du mir das erzählst?"
"Notwendig nun gerade nicht..."
"Also, sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so laß es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
 
 
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ELCorazon
Alt 23.09.2002, 19:24   #4
Standard

" HOFFNUNG "



Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg
entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr
Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen
Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei der
zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und
sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das
Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast
körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke
mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte
sich ein wenig und fragte:" Wer bist du ?" Zwei
fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich ? Ich
bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend
und so leise, das sie kaum zu hören war. "Ach, die
Traurigkeit !" rief die kleine Frau erfreut aus, als
würde sie eine alte Bekannte begrüßen. "Du kennst
mich?" fragte die Traurigkeit mißtrauisch.
"Natürlich kenne ich dich ! Immer wieder einmal
hast du mich ein Stück des Weges begleitet." "Ja,
aber ...", argwöhnte die Traurigkeit, " warum
flüchtest du dann nicht vor mir ? Hast du denn
keine Angst ?" "Warum sollte ich dir davon laufen,
meine Liebe? Du weißt doch selber nur zu gut, dass
du jeden Flüchtling einholst. Aber was ich dich
fragen will: Warum siehst du so mutlos aus ?"
"Ich...ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt
mit brüchiger Stimme. Die kleine, alte Frau setzte
sich zu ihr. " Traurig bist du also", sagte sie und
nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir
doch, was dich so bedrückt". Die Traurigkeit
seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand
zuhören wollen ? Wie oft hatte sie sich das schon
gewünscht. "Ach weißt du", begann sie zögernd und
äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach
niemand mag. Es ist nunmal meine Bestimmung,
unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse
Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen
komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor
mir und meiden mich wie die Pest". Die Traurigkeit
schluckte schwer. " Sie haben Sätze erfunden, mit
denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp,
das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt
zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt
sei, was hart macht. Und dann bekommen sie
Herzschmerzen. Und sie spüren das Reißen in den
Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur
Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen
sprengen fast ihre Köpfe. Oder sie betäuben sich
mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen
müssen". "Oh ja", bestätigte die alte Frau, " solche
Menschen sind mir schon oft begegnet". Die
Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich
zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch
nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin,
können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen
ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen.
Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut.
Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht
verheilte Wunde und das tut sehr weh. Aber nur
wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten
Tränen weint, kann seine Wunden heilen. Doch die
Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen helfe.
Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen
über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken
Panzer aus Bitterkeit zu". Die Traurigkeit schwieg.
Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und
schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau
nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in
ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt,
dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde
Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie
liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft
sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr
alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit
die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht
gewinnt". Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.
Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre
neue Gefährtin. "Aber... wer bist du eigentlich?"
"Ich ?" sagt die kleine, alte Frau schmunzelnd und
dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein
kleines Mädchen. " Ich bin die Hoffnung "
 
 
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kritzi
Alt 23.09.2002, 23:34   #5
Standard

Zu schön, um wahr zu sein

Als der Krieg zwischen den beiden benachbarten Völkern unvermeidlich war, schickten die Feldherren von beiden Seiten Späher aus, um zu erkunden, wo man am leichtesten in das Nachbarland einfallen könnte.

Die Kundschafter kehrten zurück und berichteten auf beiden Seiten dasselbe: Es geben eine Stelle an der Grenze, die sich dafür eigne. Dort aber, sagten sie, wohnt ein braver, kleiner Bauer in einem kleinen Haus mit seiner Frau. Sie haben einander lieb, und es heißt, sie seine die glücklichsten Menschen auf der Welt. Sie haben ein Kind. Wenn wir nun über sein Grundstück marschieren, dann zerstören wir das Glück. Also kann es keinen Krieg geben.
Das sahen die Feldherren ein, und der Krieg unterblieb, wie ein jeder Mensch begreifen wird.

Weisheit aus China





Das Leitfaden - Gleichnis

Der indische Yogi Swami Vivekananda, ein Schüler Sri Ramakrishnas, erzählt folgende Parabel:

Ein hoher indischer Beamter fiel bei seinem König in Ungnade. Der König ließ ihn im obersten Raume eines Turmes einkerkern. In einer mondhellen Nacht aber stand der Gefangene oben auf der Zinne des Turmes und schaute hinab. Da sah er seine Frau stehen. Sie machte ihm Zeichen und berührte die Mauer des Turmes. Gespannt blickte der Mann hinunter, um zu erkennen, was seine Frau hier tat. Aber es war für ihn nicht verständlich, und so wartete er geduldig auf das, was da kam.
Das Weib am Fuße des Turmes hatte ein honigliebendes Insekt gefangen; sie bestrich die Fühler des Käfers mit Honig. Dann befestigte sie das Ende eines Seidenfadens am Körper des Käfers und setzte das Tierchen mit den Kopf nach oben an die Turmmauer, gerade an die Stelle, über der sie hoch oben ihren Mann stehen sah. Der Käfer kroch langsam dem Geruch des Honigs nach, immer nach oben, bis er schließlich dort ankam, wo der Gefangene stand.

Der Gefangene aber war aufmerksam und lauschte in die Nacht hinein, und sein Blick ging nach unten. Da sah er das kleine Tier über die Rampe klettern. Er griff behutsam nach ihm, löste den Seidenfaden, befreite das Insekt und zog den Seidenfaden langsam und vorsichtig zu sich empor. Der Faden aber wurde immer schwerer. Es schien, daß etwas daran hing. Und als der Mann den Seidenfaden ganz bei sich hatte, sah er, daß am Ende des turmlangen Fadens ein Zwirnsfaden befestigt war. Der Mann zog auch diesen Faden zu sich empor. Der Faden wurde immer schwerer, und siehe, an seinem Ende war ein kräftiger Bindfaden festgemacht. Langsam und vorsichtig zog der Mann den Bindfaden zu sich empor. Auch dieser wurde immer schwerer und schwerer, und an seinem Ende war dem Manne eine starke Schnur in die Hand gegeben. Der Mann zog die Schnur zu sich heran, und ihr Gewicht nahm immer mehr zu, und als das Ende in seiner Hand war, sah er, daß hier ein starkes Seil angeknotet war. Das Seil machte der Mann an einer Turmzinne fest.

Das Weitere war einfach und selbstverständlich. Der Gefangene ließ sich am Seil hinab und war frei. Er ging mit seiner Frau schweigend in die Stille Nacht hinaus und verließ das Land des ungerechten Königs.






Value of ...

To realize the value of ONE YEAR,
ask a student who failed a grade.

To realize the value of ONE MONTH,
ask a mother who gave birth to a premature baby.

To realize the value of ONE WEEK,
ask the editor of a weekly newspaper.

To realize the value of ONE HOUR,
ask the lovers who are waiting to meet.

To realize the value of ONE MINUTE,
ask a person who missed the train.

To realize the value of ONE-SECOND,
ask a person who just avoided an accident.

To realize the value of ONE MILLISECOND,
ask the person who won a silver medal in the Olympics.

Treasure every moment that you have! And treasure it more because
you shared it with someone special, special enough to spend your time.

And remember that time waits for no one.
Yesterday is history. Tomorrow is a mystery.
Today is a gift. That's why it's called the present!!!
 
 
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ELCorazon
Alt 29.09.2002, 13:33   #6
Standard

Vor langer Zeit lebte einmal ein Mann mit einer großen Familie, der dringend ein großes Haus brauchte. Er hatte jedoch nicht genug Geld dafür. So lebte seine Familie wo immer sie gerade konnten. Sie froren immer, es war immer eng und unbequem und sie wünschten sich nichts mehr als ein großes Haus.

Eines Tages hörte der Mann, daß oben in den Bergen Gold gefunden worden war. Also ging er mit Axt, Hacke und Schaufel in die Berge, in der Hoffnung, genügend Gold zu finden, um ein großes, warmes Haus für seine Familie zu kaufen.

Am ersten Tag fand er sich auf dem Weg mit einem Baum konfrontiert – kein großer Baum, aber groß genug, um die Passage unmöglich zu machen. Also verwendete er seine Axt um den Baum umzuschlagen. Er rollte den Hang hinunter, auf eine Wiese weit unten. Der Mann ging weiter in Richtung der Gegend, von der er gehört hatte, daß das Gold gefunden worden war. Den ganzen Tag grub er mit seiner Hacke Löcher in den Berg, aber er fand kein Gold.

Am nächsten Tag stellte er zu seiner Überraschung fest, daß der Baum, den er umgeschlagen hatte, wieder gewachsen war. Also fällte er ihn wieder, und dieser rollte wieder hinunter auf die Wiese im Tal. Der Mann suchte wieder den ganzen Tag nach Gold, kam aber wieder mit leeren Händen nach Hause.

Sechs Monate lang ging das so, Tag für Tag. Der Baum wuchs wieder nach, der Mann fällte ihn jeden Tag. Und er kam immer mit leeren Händen nach Hause.

Dann, eines Tages, sah der Mann zufällig auf die Wiese im Tal hinunter und sah zu seiner Verwunderung dort ein großes, neues Haus stehen. Er dachte, das muß bestimmt jemand sein, der Gold gefunden hatte. Vielleicht könnte er ihm sagen, wo er es gefunden hatte. Ganz aufgeregt lief er die Wiese hinunter und klopfte an das Haus.

„Welch ein schönes Haus Sie haben", sagte er zu der Frau, die herauskam. „Haben Sie es mit Gold bezahlt, das Sie in den Bergen gefunden haben?"

„Keineswegs", antwortete die Frau, „Ich bin nur eine arme Witwe, ich habe kein Gold. Aber während der letzten 6 Monate rollte jeden Tag ein frisch geschnittener Baum die Wiese herunter. Meine Kinder und ich mußten nur die Stämme zusammen sammeln, um dieses schöne, große Haus zu bauen."
 
 
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