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Motivation zu Kämpfen?

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hermes
Alt 23.11.2007, 00:06   #1
Standard Motivation zu Kämpfen?

Hallo!

Woher habt ihr eure Motivation zum Weiterkämpfen im Leben? Was gibt euch Kraft zu leben, etwas zu erreichen?
Wenn alles schief läuft, wenn nichts will wie es sollte, wieso kämpft ihr trotzdem weiter?

Bis jetzt war ich immer sehr ehrgeizig. Aber momentan bin ich echt verzweifelt, und ich weiss nicht, ob ich überhaupt zu etwas fähig bin.
 
 
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nonsurvivor
Alt 23.11.2007, 01:18   #2
Standard

Ich denke, es gibt da verschiedene Faktoren, die einen antreiben/motivieren. Neugier, ein Traum, Angst vor Unzufriedenheit, Interesse, Selbstverwirklichung, Rechtfertigung, whatever.

Das man mal einen Durchhänger hat, ist in meinen Augen ganz normal. Vielleicht braucht man das sogar, um zu erkennen, wofür man da eigentlich kämpft. Denn ich glaube, dass man früher oder später an den Punkt kommt, an dem man eine wachsende Unzufriedenheit verspürt. Und das ist imo auch der Punkt, an dem man versucht, etwas an seiner Situation zu ändern.

Es stellt sich ja irgendwo die Frage, wozu das ganze. Man könnte ja auch einfach ganz genügsam sein, das annehmen, was einem das Leben eben so serviert. Aber da würde doch auch irgendwann dieser kleine Mann im Kopf fragen "Könnte mans nicht besser haben? Könnte das Leben nicht noch ein bisschen bunter sein, ein bisschen schöner?".

Irgendwo strebt doch jeder nach seinem persönlichen Glück. Der eine definiert das über beruflichen Erfolg, der andere über die große Liebe, bei einem Dritten sind vielleicht beide Dinge miteinander vereint. Es gibt jedenfalls ein Ziel, es mag keinen Namen haben und auch sonst in keiner Weise definiert sein, aber es ist da.

Natürlich gibt es nicht nur diese Motivation aus etwas Negativem heraus. Es kann auch umgekehrt so sein, dass man einfach den Wert von positiven Gefühlen erkennt und sich als Ziel setzt, so viel wie möglich davon mitzunehmen. Sei es nun bewusst oder unbewusst.

Letzendlich wollen die meisten doch an den Punkt, an dem alles "gut" ist. Wobei gut ganz individuell besetzt sein kann. Auch das Bewusstsein darüber, dass dieser Punkt unerreichbar ist, hält uns nicht davon ab, zumindest zu versuchen, unsere Situation Schritt für Schritt zu optimieren. Und das ist auch gut so, alles andere würde wohl sowas wie Stillstand bedeuten.

Wenn man Glück hat, hat man vielleicht sogar einen Menschen, der einen liebt und zu einem steht. Mit so jemandem im Rücken ist vieles leichter, es ist jemand da, der einen nicht für einen kompletten Idioten hält, auch wenn man grad echt alles daneben setzt. Jemand, der vielleicht helfen kann, den ein oder anderen Selbstzweifel wieder auszuräumen.

So, genug geschwaffelt nun, um mal etwas konkreter zu werden: Du hast meiner Meinung nach den ersten Schritt schon getan, nämlich ein Bewusstsein für deinen Durchhänger entwickelt. An sich selbst und seinen Fähigkeiten zu zweifeln muss nicht immer was schlechtes sein. Man muss es nur für sich selbst zu nutzen wissen.

Im Leben geht man halt auch mal Umwege, selbst wenn sich "geradeaus" deutlich anbietet. Aber das hat schon seinen Sinn, immer nur weiter nach vorne zu laufen ist doch recht eindimensional. Mal ein bisschen die Seitengassen zu erkunden, sich mal auf ne Bank zu setzen und auszuruhen, das alles ist völlig legitim. Und wenn einem das Sitzen dann langweilig wird, kann man sich ja getrost wieder auf den (möglicherweise auch steinigen) Geradeaus-Weg machen.

Will sagen: Don't worry. Das pendelt sich schon wieder ein. Irgendwann kommt auch der Ehrgeiz zurück, daran hab ich wirklich keinen Zweifel. Wichtig ist erstmal, nicht den Glauben an sich selbst zu verlieren, weil mal was nicht ganz perfekt läuft. Weiter gehts immer irgendwie .

Geändert von nonsurvivor (23.11.2007 um 01:52 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 23.11.2007, 11:05   #3
Standard

Ich gehe erstmal auf die grundsätzliche Motivation die sich aufs Weiterleben bezieht ein. Sie passt zu Verzweiflungslagen, in denen sich die Frage nach dem Sinn vehement stellt und jede Antwort fehlt und diese Lage (die für die meisten Menschen, selbst für viele tief Gläubige, latent ist) auftritt durch Schicksalsschläge, Erfolglosigkeit, Frust. Wenn die grundsätzliche Motivationsfrage anders ausgedrückt, die Frage danach ist, warum man nicht Suizid begeht ist meine Antwort leicht paradox: Das muss man gar nicht, weil mensch natürlich ohnehin stirbt. So weit, so schlecht, denn der Punkt ist, dass der Betroffene dem Leben nichts abgewinnt. Daraus kann man sich aber die wunderbare Möglichkeit, wirklich mal alles zu tun ableiten, weil ohnehin alles für einen zu diesem Zeitpunkt egal ist.
Ich rede jetzt nicht davon, dass man zu Werteignoranz übergeht und seinem Frust durch wilde Massaker Ausdruck verleiht, sondern sich auf Gelüste und Träume besinnt und Dinge anpackt. Anpacken ist ein schlechtes Wort, sich erfüllen ist viel besser. Vielleicht die typischen Dinge, die man tun mag, wenn man nur noch ein Jahr zu leben hat, tun mit dem Bewusstsein, dass man zwar durchaus noch länger zu leben hat aber gleichzeitig soweit war, das Leben zu verneinen.
In der Folge gibt es mehrere Möglichkeiten: Man zieht das durch und schafft sich irgendwelche neuen Lebensgrundlagen, in erster Linie Lebenslust, oder man zieht es durch und hat auch Freude und Erfüllung dran und dann ist aber im Grunde trotzdem alles der gleiche Scheiß, mei dann gibt man sich eben die Kugel.
Wenn man aber merkt, dass man das gar nicht durchziehen kann ist man ohnehin gar nicht reif, sich zu verabschieden.
Kurzum, ich bin dabei, weil man immer noch dies und jenes tun, machen, schaffen, genießen etc. könnte.

Ich gebe zu, das taugt nicht viel für alle. Das kann helfen, bei Selbstmordgedanken rasche positiv besetzte Gedankenspiele als Alternative zu entfalten. Bei Selbstmordgefährdeten mit tiefstem, chronischem Lebens-, Körper, Herz-, Seelenschmerz glaube ich weniger daran, dass das angenommen wird.


Was jetzt Einzelfallprobleme angeht, die sich wirklich nur auf Teile erstrecken, weiß ich nicht viel, da fehlt mir die Erfahrung, da ich eigentlich richtig nur die Dinge angehe, die sehr sehr wichtig sind.
Wenn sonst mal was in die Hose geht - da scheiß ich drauf, es gibt anderes, es gibt Alternativen und Lösungen, zudem muß nicht alles perfekt sein, um Gottes willen.

Außerdem weiß man nie was kommt (leider?). Nunja, ich bin wirklich nicht der lustig lockere Mensch, der denkt "Das Leben ist so toll und ich verstehe gar nicht wie man mies gucken kann" - aber im Prinzip finde ich die ganze Geschichte doch recht spannend, man darf sich in seinen Freiräumen nur nicht extrem einengen lassen.
 
 
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Reh
Alt 23.11.2007, 12:03   #4
Standard

Die Motivation zum Weiterkämpfen ist jedem Lebewesen angeboren. Wenn diese Motivation durch negative Einflüsse so weit überdeckt wird, dass man keinen Lebenssinn mehr hat, dann muss man die negativen Einflüsse wegschaufeln.
 
 
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mizue
Alt 23.11.2007, 12:11   #5
Standard

also ersteinmal: ich störe mich am wort kämpfen. das leben ist nämlich im grunde kein kampf, außer du machst dir einen draus. und zweitens: einer aktiven phase sollte auch eine passive folgen... bzw. drückt es das nicht ganz so gut aus. ich rede eher nicht von einer passiven phase, sondern einer aktiven ruhephase. kräfte tanken... damit geht eine art motivation für allerlei dinge einher.
 
 
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hermes
Alt 26.11.2007, 21:14   #6
Standard

Doch, für mich ist es in jenen Momenten durchaus ein Kampf. Man muss gegen die Krise ankämpfen. Aber wie ihr bereits geschrieben habt: schlussendlich gibt es kraft und mut. Voraussetzung ist natürlich, dass man bereit ist daraus zu lernen und nicht gerade aufzugeben.

Was mir dazu noch auffällt ist, dass ich immer wieder solche "Stimmungtiefs" aber auch "Hochs" habe. Und die eine folgt bestimmt auf die andere. Doch dieser Zyklus bleibt nicht immer auf derselben Höhe. Ich stelle mir das wie eine Treppe vor: Überwindet man ein Tief so folgt nicht nächste, höhere Treppenstufe, denn man hat aus den Fehlern gelernt und wird diese nicht (so bald) wieder tun. Somit braucht es für das nächste tief "mehr", bis man sich wieder besinnen muss. Allerdings vergrössert sich nicht nur die Tiefe/Länge der Treppenstufe (gegen Hinten), sondern durch den tieferen Fall erhöht sich auch die Höhe der Treppenstufe, die man danach erreichen kann. -> man gewinnt an Erfahrung mit dem Lauf der Zeit
Die Treppenstufen werden daher immer grösser und das Ziel (was man wohl nie erreichen wird) wäre eine "Formel" aus all den "Tiefs"/Fehlern zu entwickeln mit der man kein Fehler mehr macht.

Wenn ich diese These aber nochmals lese, kommt sie mir zu utopisch vor, es kann ja auch nicht das persönliche Ziel sein, keine Fehler mehr zu machen. Konzentriert man sich nur aufs "Keine-Fehler-machen", begeht man ja gerade den grössten Fehler.
 
 
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mizue
Alt 27.11.2007, 09:39   #7
Standard

schwafel schwafel... du zerpflückst und analysierst sehr viel. das kenne ich von mir und deshalb sage ich dir, dass du eigentlich am leben vorbeischwafelst und -analysierst. bei den ganzen anfordernungen kann einem aber auch echt ganz angst und bange werden, wie soll man das alles nur schaffen? wie sollst du das alles nur schaffen? reaktion: analysieren, denken. und statt zu beruhigen macht einem das noch mehr angst... die ganzen anforderungen! die ganzen erwartungen (die du an dich selbst stellst) ... und aber: wo ist das leben? vertrauen ins leben ergibt sich, indem du lebst. vertrauen in dich, indem du dich lebst... grob ausgedrückt.

ps: wieso gegen die krise ankämpfen? dann sei für ne woche oder nen monat halt mal ein kompletter versager, heul rum, jammer rum, lass es dir so richtig schlecht gehen. daraus lernst du mehr, als aus dem theoriegeschwafel in diesem thread.

 
 
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Felicitas
Alt 27.11.2007, 11:34   #8
Standard

naja, ich kann das mit dem "kampf" schon gut verstehen. das problem ist halt, dass ein solcher kampf viel kraft aber auch viel zeit kostet. lebenszeit um genau zu sein. das mit der treppe finde ich btw gar nicht mal so schlecht. gibts bei dir auch stimmungsneutrale phasen, oder ists ein ständiger wechsel von hochs und tiefs? und ja, auch hochs sind anstrengend...

wie auch immer - woher die motivation genau kommt kann ich dir nicht sagen. sie ist halt da, kommt von innen, vllt so eine fuck u all einstellung mit dem gedanken "ich lass mich doch nicht von mir selbst und dem leben unterkriegen". und ich glaube dieser gedanke kämpfen zu wollen ist ein urinstinkt. früher ist man halt vor dinos weggerannt, jetzt vor sich selber. oder anders: früher hat man gegen dinos gekämpft und jetzt kämpft man gegen sich selber (jaja, die theorie ist sehr vereinfacht, aber an der stelle wohl ausreichend.). womit miz wirklich recht hat ist, dass man sich sehr viel nimmt wenn man ständig am analysieren ist und wenn man ständig versucht dass was man nicht versteht in bilder zu fassen (deine treppentheorie ist zb ein bild). auf der anderen seite wüsste ich nicht wie sich "gelassenheit" lernen lässt. wie man lernen kann nicht so viel zu denken. weil - irgendwie gehört das denken und analysieren ja zu einem als individuum und hebt einen auch ab. ich hab manchmal menschen beneidet die sich nicht so viele gedanken machen, und erst recht nicht auf die idee kommen zu analysieren. aber irgendwann kam dann halt die idee "genau diese fähigkeit macht mich zu etwas besonderem". und so ist es auch. man muss nur (irgendwie) versuchen diese fähigkeit, die jetzt evt. mehr last ist als alles andere, produktiv in sachen zu investieren, die einen weiter bringen. im übrigen neigen diese "vieldenker" dazu richtige karriere menschen zu werden. weil sie dadurch aber unmengen an kraft und denkkraft (intelligenz) in eine berufliche herausforderung stecken. aber so toll das vllt ist, man selbst bleibt dabei (oft) auf der strecke.

also grober ratschlag: gelassener werden, weniger nachdenken, und die fähigkeit zu denken produktiv extern einsetzen. dabei halte ich letzteres für am einfachsten möglich, für die ersten 2 sachen habe ich keine idee wie man das "lernen" kann. was die letzte sache betrifft - ich weiß dass es mir besser geht wenn ich herausforderungen habe die sich durch denken lösen lassen. und solche herausforderungen muss man sich halt suchen - sei es eine arbeit die viel "denkkraft" beansprucht, oder vllt ein studium, hilfsprojekte - was auch immer.
 
 
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mizue
Alt 27.11.2007, 12:47   #9
Standard

Zitat von felicitas
für die ersten 2 sachen habe ich keine idee wie man das "lernen" kann.
analysieren und so weiter hat etwas mit kontrolle zu tun, klar. damit einhergehend eine grundlegende unsicherheit... es gehört schon viel mut dazu, sich einfach mal ins kalte wasser fallen zu lassen, aber so entsteht selbstvertrauen, was ich bei starken analytikern oft nicht so ausgeprägt seh. dieses vertrauen in einen selbst ist aber der schlüssel zu sehr vielem... es geht ja auch darum, anders mit stressigen, problematischen, herausfordernden situationen umzugehen. insofern ist das leben für mich immer noch kein kampf... obwohl ich das gefühl natürlich kenne. aber genau dieses gefühl, dass ich lebe, um zu kämpfen, demotiviert mich und nimmt mir die LUST am leben.
 
 
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Reh
Alt 27.11.2007, 13:26   #10
Standard

Ich finde, ihr stellt die Analyse zu negativ dar. Wenn es ein Problem gibt, ist Analyse die Grundvoraussetzung, um das Problem zu lösen. Alles andere ist Lotterie.

Um gelassener zu werden, löst man idealerweise den Konflikt, der Gelassenheit verhindert. Das ist so ein banaler und offensichtlicher Zusammenhang, dass ich mich wundere, warum das nicht erkannt und umgesetzt wird.
Gelassenheit kann man auch verbessern, indem man den Konflikt nicht löst, sondern ihn mit passenden Mechanismen erträglicher werden lässt. Das ist Symptombekämpfung. Das funktioniert, ist längst nicht ideal oder sogar hinderlich, wird aber allgemein als erste Wahl angeboten. Symptombehandlung sollte nur dann in Frage kommen, wenn die Ursachenbeseitigung nicht möglich ist. Wer eine Symptombehandlung empfiehlt, bevor eine Ursachenbeseitigung ausgeschlossen werden muss, bescheißt den Patienten.

Ich empfehle weiter zu analysieren, noch stärker wie bisher. Das ist die einzige verlässliche Methode, um die Ursachenbeseitigung einzuleiten. Wenn man mit der Analyse nicht vorwärts kommt, muss man es immer weiter versuchen oder Rat holen bei Leuten, die auf die Analyse des spezifischen Problems spezialisiert sind.
 
 
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mizue
Alt 27.11.2007, 13:56   #11
Standard

ein frei zitierter satz:
mit dem kopf geschaffene probleme mit dem kopf lösen zu wollen, wäre so, als würde die katze im teich sich selbst an ihrem eigenen schwanz herausziehen wollen.
natürlich ist eine problemsuche, -findung und -lösung etwas erstrebenswertes und wichtig. dies findet hier meiner meinung nach aber nicht statt. und statt "stärkerer" analyse bedarf es hier vielleicht nur einer anderen art der analyse. was hier stattfindet erinnert mich eher an schwafelei.
 
 
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michaelg
Alt 27.11.2007, 14:06   #12
Standard

Zitat von Reh
Ich finde, ihr stellt die Analyse zu negativ dar. Wenn es ein Problem gibt, ist Analyse die Grundvoraussetzung, um das Problem zu lösen. Alles andere ist Lotterie.
So wird Analyse wieder einseitig positiv dargestellt. Von mizue und felicitas wurde zurecht herausgehoben, dass diese Kompetenz mitunter sehr stark blockierende Wirkung hat, mitunter drückt sie intuitives Handeln (viele Probleme sind auch wunderbar ohne tiefgehende, bewusste Analyse lösbar, sogar besser); zu lange und tiefe "Analyse" mündet in privaten, sozialen Zusammenhängen auch leicht in ziellosen Sowohl-als-auch-Konstrukten, gerne auch in Rationalisierungen.

Zitat von Reh
Um gelassener zu werden, löst man idealerweise den Konflikt, der Gelassenheit verhindert. Das ist so ein banaler und offensichtlicher Zusammenhang, dass ich mich wundere, warum das nicht erkannt und umgesetzt wird.
Das lässt den falschen Eindruck entstehen lässt, es sei nur ein Konflikt, der auch noch relativ leicht zu finden sei.
 
 
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Reh
Alt 27.11.2007, 15:26   #13
Standard

Zitat von mizue
natürlich ist eine problemsuche, -findung und -lösung etwas erstrebenswertes und wichtig. dies findet hier meiner meinung nach aber nicht statt. und statt "stärkerer" analyse bedarf es hier vielleicht nur einer anderen art der analyse. was hier stattfindet erinnert mich eher an schwafelei.
Mir kommt es auch wie Schwafelei vor. Hier findet auch keine Problemanalyse statt - kann hier gar nicht stattfinden, weil hermes kein konkretes Problem geschildert hat. Die Analyse behält er sich selbst vor, was völlig ok ist. Daraus kann ich aber nicht ableiten, dass er die eigenständige Analyse lieber aufgeben soll. Wenn sie bisher nicht die gewünschte Klarheit gebracht hat, muss er sie verbessern, verändern oder von Profis durchführen lassen.

Mit dem Kopf geschaffene Probleme können übrigens am besten mit dem Kopf gelöst werden.

Zitat von michaelg
Das lässt den falschen Eindruck entstehen lässt, es sei nur ein Konflikt, der auch noch relativ leicht zu finden sei.
Das ist dein persönlicher Eindruck. Mein Eindruck ist genau umgekehrt.
 
 
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Sivar
Alt 27.11.2007, 16:49   #14
Standard

Also hier muss ich Reh mal zustimmen... Probleme löst man, indem man ihnen möglichst präzise auf den Grund geht (dazu braucht es eine gute Analyse), und dann etwas dagegen unternimmt. Wer sich dabei ständig im Kreis dreht, ist lediglich nicht in der Lage, sich vernünftig zu analysieren. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Analyse der falsche Weg ist.

Noch ein Beispiel: Jemand ist ständig demotiviert und zerbricht sich über alles mögliche den Kopf. Wenn nun ein anderer sagt "Mach dir nicht soviele Gedanken, sondern geh einfach mal raus", kann er natürlich damit rechthaben, aber der Weg ist dann zB folgender:
Bei einer vernünftigen Analyse würde herauskommen, dass die Demotivation zB aus mangelnden Erfolgserlebnissen und allgemeiner Unzufriedenheit resultiert. Der Weg aus diesem Teufelskreis muss ein aktiver sein, dh man muss erst was tun, und bekommt dann Erfolgserlebnisse, auf denen man weiter aufbauen kann. Somit hat die Analyse ergeben, dass Handeln angesagt ist.

Ergo: Nachdenken und Handeln schliessen sich nicht gegenseitig aus, sondern müssen sich sogar ergänzen, damit die Handlung nicht völlig unüberlegt ist. Es gibt natürlich Leute, die früher oder später intuitiv das Richtige machen, ohne nachzudenken, aber wer seit langer Zeit in einer Sackgasse steckt, kann in keinem Fall auf eine Analyse verzichten - ob er sie nun alleine durchführt (bzw es versucht) oder Hilfe aufsucht. Denn im Endeffekt will man ja die Grundproblematik beseitigen und sich nicht nur von seinen Problemen ablenken.
 
 
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hermes
Alt 30.11.2007, 21:01   #15
Standard

Also. Nachdem ich eure Beiträge gelesen habe, stellte ich erst recht fest, wie sehr ich alles analysiere. Ich bin selber erstaunt, dass mir das selber noch überhaupt nie aufgefallen ist. Auf jeden Fall habe ich jetzt versucht diese Gedanken einfach mal zu stoppen und es lebt sich wirklich viel leichter. Vorher war ich viel zu verbissen und voreingenommen etwas Neuem gegenüber. Jetzt habe ich das Gefühl ich könne absolut "neutral" und viel hemmungsloser jemandem gegenübertreten.
 
 
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Haze|Stoned
Alt 03.12.2007, 20:36   #16
Standard

Beim lesen der Antworten sind mir gerade erstaunlich viele Dinge aufgefallen wo ich mich echt irgendwie fast schon ertappt gefühlt habe und echt sagen muss eure Antworten passen auf erstaunlich viele meiner derzeitigen Probleme/Sorgen/Ängste wie die Faust aufs Auge.
Habe derzeit auch sone "Alles Scheisse" Phase und hab hier wirklich viele Denkanstöße gefunden wie ich an die Sache(n) rangehen sollte worauf ich vorher garnicht selbst gekommen bin!

Anstatt das einfach zu lesen und zu denken sauber, so machst du das muss ich hier jetzt wirklich mal ein fettes DANKESCHÖN reinschreiben!
Ich finde es echt erstaunlich was für hammer Antworten hermes von euch bekommen hat, wirklich ihr habt meinen vollen Respekt dafür, dass ihr euch soviel Zeit nehmt und euch diese Mühe macht um mit solchen super Antworten antworten zu können.
Ich fand die Antworten von allen sowas von überwältigend dass ich mich hier wirklich nochmal explizit bei euch bedanken möchte! Respekt!

Grüße Haze
 
 
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mizue
Alt 03.12.2007, 20:57   #17
Standard

@euch beiden

das klingt doch schon recht positiv...

und @hermes... falls mal so etwas, wie frustration eintreten sollte, weil du in einigen momenten das gefühl hast, nicht 100% den "perfekten" weg (wie dieser für dich aussieht, liegt ja an dir, da hab ich keine ahnung) gegangen zu sein, dann keep cool. es gibt solche tage (momente) und dann gibt es wieder andere... und es gibt auch immer wieder unterschiedliche wege.
 
 
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hermes
Alt 06.12.2007, 01:43   #18
Standard

Ja, bei diesem DANKE kann ich mich nur anschliessen. Das "Ausschalten" des Analysieren hat mir sehr viel gebracht. So kann ich völlig unvoreingenommen auf eine Person zugehen. Was mir noch aufgefallen ist, ist dass ich von jeder anderen Person genauso erwartet habe, dass sie alles so analysiert wie ich. Wie ich aber feststellen musste, ist das überhaupt nicht der Fall. Wie gesagt, Danke, ich wüsste nicht, ob ich selber auf einen solchen Gedanken gestossen wäre.
@mizue: ich versuche es, an schlechten Tagen den Kopf hoch zu halten, allerdings fällt mir dies sehr schwer. Ich werde mir dies für die nächsten paar Monate mal vornehmen...es muss wirklich verschiedene Wege geben!


thx
 
 
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mizue
Alt 06.12.2007, 08:03   #19
Standard

ein anderer weg kann aber auch sein, dass du deinen kopf eben mal hängen lässt für eine zeit... viele probleme entstehen doch oft durch wertendes, verurteilendes (denken?) usw.
 
 
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