Ich denke, es gibt da verschiedene Faktoren, die einen antreiben/motivieren. Neugier, ein Traum, Angst vor Unzufriedenheit, Interesse, Selbstverwirklichung, Rechtfertigung, whatever.
Das man mal einen Durchhänger hat, ist in meinen Augen ganz normal. Vielleicht braucht man das sogar, um zu erkennen, wofür man da eigentlich kämpft. Denn ich glaube, dass man früher oder später an den Punkt kommt, an dem man eine wachsende Unzufriedenheit verspürt. Und das ist imo auch der Punkt, an dem man versucht, etwas an seiner Situation zu ändern.
Es stellt sich ja irgendwo die Frage, wozu das ganze. Man könnte ja auch einfach ganz genügsam sein, das annehmen, was einem das Leben eben so serviert. Aber da würde doch auch irgendwann dieser kleine Mann im Kopf fragen "Könnte mans nicht besser haben? Könnte das Leben nicht noch ein bisschen bunter sein, ein bisschen schöner?".
Irgendwo strebt doch jeder nach seinem persönlichen Glück. Der eine definiert das über beruflichen Erfolg, der andere über die große Liebe, bei einem Dritten sind vielleicht beide Dinge miteinander vereint. Es gibt jedenfalls ein Ziel, es mag keinen Namen haben und auch sonst in keiner Weise definiert sein, aber es ist da.
Natürlich gibt es nicht nur diese Motivation aus etwas Negativem heraus. Es kann auch umgekehrt so sein, dass man einfach den Wert von positiven Gefühlen erkennt und sich als Ziel setzt, so viel wie möglich davon mitzunehmen. Sei es nun bewusst oder unbewusst.
Letzendlich wollen die meisten doch an den Punkt, an dem alles "gut" ist. Wobei gut ganz individuell besetzt sein kann. Auch das Bewusstsein darüber, dass dieser Punkt unerreichbar ist, hält uns nicht davon ab, zumindest zu versuchen, unsere Situation Schritt für Schritt zu optimieren. Und das ist auch gut so, alles andere würde wohl sowas wie Stillstand bedeuten.
Wenn man Glück hat, hat man vielleicht sogar einen Menschen, der einen liebt und zu einem steht. Mit so jemandem im Rücken ist vieles leichter, es ist jemand da, der einen nicht für einen kompletten Idioten hält, auch wenn man grad echt alles daneben setzt. Jemand, der vielleicht helfen kann, den ein oder anderen Selbstzweifel wieder auszuräumen.
So, genug geschwaffelt nun, um mal etwas konkreter zu werden: Du hast meiner Meinung nach den ersten Schritt schon getan, nämlich ein Bewusstsein für deinen Durchhänger entwickelt. An sich selbst und seinen Fähigkeiten zu zweifeln muss nicht immer was schlechtes sein. Man muss es nur für sich selbst zu nutzen wissen.
Im Leben geht man halt auch mal Umwege, selbst wenn sich "geradeaus" deutlich anbietet. Aber das hat schon seinen Sinn, immer nur weiter nach vorne zu laufen ist doch recht eindimensional. Mal ein bisschen die Seitengassen zu erkunden, sich mal auf ne Bank zu setzen und auszuruhen, das alles ist völlig legitim. Und wenn einem das Sitzen dann langweilig wird, kann man sich ja getrost wieder auf den (möglicherweise auch steinigen) Geradeaus-Weg machen.
Will sagen: Don't worry. Das pendelt sich schon wieder ein. Irgendwann kommt auch der Ehrgeiz zurück, daran hab ich wirklich keinen Zweifel. Wichtig ist erstmal, nicht den Glauben an sich selbst zu verlieren, weil mal was nicht ganz perfekt läuft. Weiter gehts immer irgendwie

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