Zitat von Anarchnophobia Haben die sich nicht bewusst dazu entscheiden so rumzulaufen wie sie rumgelaufen sind - und eben nicht so schickimickimäßig daherzukommen? Ist die Art wie man rumläuft nicht auch ausdruck des lebensgefühls? man kann doch sein inneres nicht einfach ablegen nur weil man sich optisch ändert; dazu kommt noch das man (mir ginge das zumindest so) sich dann mit der optischen veränderung gar nicht identifizieren bzw wohl fühlen könnte...
glaubt ihr das geht so einfach? Das man sich innerhalb von wenigen Tagen nicht nur der momentan gegebenen gesellschaft "anpasst", sondern auch noch darin aufgeht und an nichts mehr an das erinnert was man vorher war?
Zu deiner letzten Frage muss ich eindeutig "nein" sagen.
Die Show hat gute und schlechte Aspekte. Wenn wir mal den ganzen Kommerzquatsch und die präsentationsgeilen Modehuren -wie sie Radegast beschrieben hat

- ausblenden und die Show rein vom Nutzen für die beiden "Freaks" analysieren, muss man klar sehen, dass den Teilnehmern nur ein winziger Schubs in die richtige Richtung gegeben wird und danach werden sie komplett im Regen stehen gelassen.
Genau das macht es sehr wahrscheinlich, dass diese "Freaks" schon sehr bald wieder in ihr altes Verhaltensmuster fallen. Es wäre überhaupt schon der grösste Erfolg, wenn sie bei gescheiten Klamotten bleiben würden.
Die Problematik ist folgende:
Wenn wir vom Zwiebelmodell ausgehen, besteht unsere Persönlichkeit wie eine Zwiebel aus verschiedenen Schichten. Die äußere Schale der Zwiebel ist also übertragen gesehen auch unser Äußeres -aber gleichzeitig ist unsere Äußere auch die dünnste Schicht.
Ich finde dieses Modell eigentlich sehr anschaulich, deswegen ein paar zitierte Ausschnitte aus dem "Pickup Handbuch".
Identität: Wer bin ich?
Werte: Was ist für mich wichtig?
Glaubenssätze: Was ist für mich wahr?
Fähigkeiten: Was kann ich?
Verhalten: Was mache ich?
Umwelt: In welcher Umgebung lebe ich? Wie sehe ich aus?
-Je weiter außen die Schicht liegt, die man verändern will, desto schneller kann man sie verändern und desto weniger Auswirkungen hat sie gleichzeitig auf die Persönlichkeit.
-Je weiter innen die Schicht liegt, die man verändern will, desto schwieriger kann man sie verändern und desto mehr Einfluss hat sie auf die Persönlichkeit.
-Die Veränderung einer tieferen Schicht hat radikale Auswirkungen auf alle äußeren Schichten.
-Die Veränderung einer äußeren Schicht hat nur wenig Auswirkungen auf die inneren Schichten.
Wenn man dieses Modell so akzeptieren kann, heißt das, dass man in der Show eigentlich nur an den zwei äußeren Schichten kratzt und nicht mehr.
Man tut folgende Dinge etwas wiederwillig:
Der Teilnehmer kriegt eine Generalüberholung. = Umwelt/ Aussehen
Der Teilnehmer bekommt diverse Aufgaben gestellt, die er zu erledigen hat wie zum Beispiel irgendwelche Leute anzusprechen oder etwas "peinliches" zu tun. = Verhalten Ich würde absolut nicht behaupten, dass das schlecht ist, aber es ist bei Weitem nicht genug. Die Gesamtidentität, die hinter der neuen "Fassade" aus Aussehen und Verhalten steckt ist die gleiche wie vorher:
Diese "Freaks" halten sich für Versager, sie verhalten sich weiterhin devot statt dominant, sie haben auch weiterhin keinen Erfolg mit Frauen (denn die Fassade ist absolut bröckelig und jede Frau kommt schon sehr bald dahinter, dass sie es nur mit einem verschüchterten Jungen und keinem echten Mann zu tun hat).
Die "Freaks" haben also anfänglich durch ihre neuen Klamotten und das neue Aussehen einen nicht zu unterschätzenden Motivationsboost, der aber sehr schnell im Sand verrint, sobald sie die ersten Körbe eingefahren haben. Statt aktiv an sich weiterzuarbeiten, werden die meißten wieder aus ihrer alten Versagerrolle heraus jede Situation analysieren: "War ja klar dass sie mir nen Korb gibt, ich hab halt wirklich nur Pech bei Frauen, keine Frau auf diesem Planeten will mich." Der Motivationsboost ist nun verpufft und wird von einer Depressionsphase begleitet, die einen am Ende vielleicht noch schlimmer dastehen lässt als vorher: "Jetzt sehe ich wirklich ziemlich gut aus, ich hab mir sogar den Arsch aufgerissen aber mich will trotzdem noch immer keine Frau. Ich bin total am Ende, es hat einfach keinen Sinn mehr es weiter zu versuchen. Dann bleibe ich eben bis zum Ende aller Tage Jungfrau und spiele weiter Magic und Warhammer (

)."
Zitat von Radegast Die ganze Sendung und alle die dabei mitmachen sind dermaßen verachtenswert...
Zwei verachtenswerte Modehuren geben irgendwelchen verachtenswerten Männern ohne jegliches Selbstbewusstsein Beautytipps und machen irgendwas aus ihnen, was sie eigentlich garnicht sein wollen nur damit sie auch mal ne Frau abbekommen...
Mensch Herr M., in deiner Welt ist wirklich alles und jeder verachtenswert.
Du solltest doch langsam mal alt genug werden, um von diesem "die ganze Welt ist scheisse und alle Menschen sind verachtenswerte Kreaturen und überhaupt bin ich mit allem was unter der Sonne existiert unzufrieden"- Trip runter zu kommen. Früher haste über all die "verachtenswerten" Raucher hergezogen und hängst von einem Tag auf den anderen plötzlich selbst am Glimmstängel.
Lass dir endlich mal nen voluminösen Sack wachsen, pack zwei dicke Cojones rein und hör auf in einer Welt zu leben, in der dich alles ankotzt, das muss doch wirklich schrecklich deprimierend sein.
Wenn du mal langsam damit anfangen würdest, wirklich über solchen Dingen zu stehen, statt dich ständig auf Augenhöhe damit zu konfrontieren -nur um dir selbst jedes Mal das Prädikat "weniger verachtensert als mein Gegenüber" zu verleihen-, dann wäre dieses Problemchen für dich gelöst und du wärst viel chilliger und ne ganz Ecke sympathischer unterwegs.
MfG, Ripper