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mal wieder ein philosophisches gedankenkonstrukt...

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kritzi
Alt 10.08.2002, 20:13   #1
Standard mal wieder ein philosophisches gedankenkonstrukt...

Hi! mir ist grad noch mal so ein kleines philosophisches Gedankenkonstrukt eingefallen, sorry, aber ich find die teile einfach interessant und mir ist halt wegen der ferien grad langweilig :

Stell Dir vor, Deine wichtigste Person in Deinem Leben ist spurlos verschwunden.
Nun gäbe es zwei Möglichkeiten:

1. Du erfährst NIE MEHR etwas von dieser Dir wichtigen Person, ob sie überhaupt noch lebt oder nicht, wie es ihr geht... einfach gar nichts!

2. Du erfährst bald einmal, dass die Person unmittelbar nach dem verschwinden gestorben ist. Für welche Variante würdest Du Dich entscheiden?

Anmerkung: Diese Frage hört sich im ersten Moment sehr blöd an und Antwort 1 wäre somit logisch. Mach Dir aber mal ein paar Gedanken dazu....plötzlich wirst Du unsicher.

Mich würde mal wieder interessieren, was andere darüber denken, ich hab das genau so mal irgendwo gelesen und bin grad mal wieder am drüber nachdenken, mir erscheint Nummer 1 auch noch logischer, aber man kommt dann doch ins Zweifeln, oder?
 
 
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Krashok
Alt 10.08.2002, 20:17   #2
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2.

du kannst nach einer ganzen weile loslassen .. die person liegt irgendwo begraben und du weisst das sie nicht mehr leiden muss ( falls das evtl. der fall war)
 
 
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moechen
Alt 10.08.2002, 20:20   #3
Standard

Naja.....ich glaube, bei 1 wäre schlimm,das ich halt nich erfahren würde,ob sie noch lebt,oder tot ist, oder vielleicht auf einen anderen Kontinet lebt u. vielleicht ne Familie gegründet hat....da wär halt diese total ungewissheit,die mich glaub ich ziemlich quälen würde,weil es ja immerhin eine sehr wichtige Person war, bis sie aus meinen leben getreten ist!!
bei der 2 sache fänd ich schlimm, weil ich zwar weiß,was passiert ist,aber das ich diesen mensch,der mir enorm wichtig war nicht mehr da ist,dass er tot ist!!

Beides ist eigentlich nen scheiß......ich glaub,ich selbst würde mir denken,dass ich immer irgendwas anders gemacht hätte,oder ihr noch was gesagt hätte,oder mich vielleicht mit ihr noch vertragen hätte....

aber ich glaube,ich würde die Nr. 1 bevorzugen,weil ich dann immer noch denken könnte,dass sie lebt u. ich mit diesem gedanken weiterleben könnte, ohne mir vielleicht irgendwelche vorwürfe machen könnte,dass ich den tot verhindern hätte könnte!
 
 
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BoehseTigerin
Alt 11.08.2002, 00:52   #4
Standard

mir wär es wichtig,zu wissen,was mit der person ist.wenn sie nun tot wäre würd ich besser damit klarkommen als mit dieser ungewissheit.ist sie nun tot oder nicht,wie gehts ihr,was macht sie....etc.also deshalb wär mir die 2te variante lieber.so long...jessie***
 
 
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coReX-FF
Alt 11.08.2002, 01:28   #5
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servus!
kann es sein, dass du dir den film 8mm angeschaut hast?
naja, egal!
mir wäre es lieber, gewissheit zu haben
 
 
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aZo!d
Alt 11.08.2002, 01:54   #6
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Genau coReX - doch gestern erst gesehn . Iss mir auch gleich eingefallen!
 
 
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Hel
Alt 11.08.2002, 11:36   #7
Standard

Ich glaube auch das nr.1 ist schlimmer ist.
Nämlich, man stellt sich dann tausend von bildern vor was dieser person zugestossen sein könnte.
Das sie gelitten hat usw.
 
 
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kritzi
Alt 11.08.2002, 11:38   #8
Standard

ok, hab grad mal kurz in 8mm reingeschaut, stimmt, wusste nicht, dass das daraus ist, habs mal auf ner page gelesen, aber trotzdem ne interessante frage, oder?
 
 
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bball
Alt 11.08.2002, 11:53   #9
Standard

Im Jahre 1996 verschwand in der Nähe von Oldenburg ein Mädchen mit dem Namen Ulrike Everts. Durch einen Zufall habe ich den älteren Bruder dieses Mädchens kennengelernt und daraufhin mit einem befreundeten Musikverlag eine Suchaktion im Internet initiiert. Leider erfolglos... durch den direkten Kontakt zu der Familie habe ich den Verfall eines Menschen (des Vaters) durch die Ungewissheit miterleben müssen...am 20.07.1998 wurde sie tot in einem Moorgebiet aufgefunden, sexuell missbraucht und ermordet.
Wen die oben stehende Frage interessiert, sollte sich vielleicht diesen Artikel durchlesen, der sich mit dem Leiden der Eltern befasst... hier nur einmal der letzte Satz des Artikels:
Er murmelt, "Gott gebe, daß ein glückliches Ende nimmt." Und leiser noch: „Gott gebe, daß es ein Ende nimmt."
 
 
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smith
Alt 11.08.2002, 14:51   #10
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Ich würde Nr. 2 nehmen.
Wenn ich die Person so oder so nichtmehr sehen würde, dann wöllte ich Gewissheit. Also lieber tot, als nichts zu wissen....
 
 
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Spiderboy
Alt 11.08.2002, 15:10   #11
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Also ich würd auch 2 nehmen, weil ich somit wüsste was passiert ist...auch wenns hard ist aber besser als ein ganzes Leben in Ungewissheit!
 
 
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kaifi
Alt 11.08.2002, 20:01   #12
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Gott, 1996..so lang ist das schon her. Kann mich kaum noch daran erinnern, aber es war viel los deswegen hier in OL.

Zum ursprünglichen Thema bleibt wohl nicht mehr viel zu sagen, aber ich denke, dass nur extreme Träumer und Masochisten "Schicksals-Variante Nr. 1" wählen [Sein Schicksal wählen?! Toll!] würden - entweder lebt man mit der Verdrängung und lässt die Qual der Ungewissheit so wenig wie möglich an sich heran, oder aber man genießt die Ungewissheit, wobei man hier wohl unterscheiden müsste zwischen dem, der sie als Melancholie fühlt und dem, der sie zur Hoffnung zu wandeln weiß.
 
 
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bball
Alt 11.08.2002, 20:07   #13
Standard

Schön gesagt und den Punkt treffend...
Ich denke übrigens auch, dass der vermeintliche Anlaß des Verschwindens eine große Rolle spielt. Hat es im Vorfeld gewissen Anzeichen gegeben, die für ein freiwilliges Verschwinden sprechen? Gibt es Anzeichen für ein mögliches Verbrechen? usw.

Ich habe zu der Zeit in Oldenburg (Wechloy) gewohnt, deswegen mein persönlicher Bezug...
 
 
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Krashok
Alt 11.08.2002, 20:11   #14
Standard

jo eben .. der schmerz is dann zwar da aber man kann auch loslassen wenn die person tot is .. wenn sie noch vermisst wird hast du immer den schmerz und dann noch ungewissheit .. da is nix mit loslassen und daran wird man dann auch früher oder später kaputt gehen
 
 
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sina
Alt 11.08.2002, 20:59   #15
Standard

da wäre mir dann die 2. möglichkeit auch lieber..
natürlich kann es der person auch gut gehen aber ich denke, dass wenn nichts passiert wäre, sie sich doch melden würde. von daher muss man ja annehemen dass irgendetwas schlimmes passiert ist.
und wenn man dann im nachhinein rausbekommt, was los war und man nicht geholfen hat, fühlt man sich doch total schuldig.. also dann doch lieber wissen, dass die person tot ist..
 
 
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CryZ
Alt 12.08.2002, 17:51   #16
Standard

also von mem kumpel von mir is mal der bruder entführt worden. irgendwo in arabien und halt von irgendwelchen rebellen gafangen genommen worden um ihn gegen irgendwelches politisches zeugs auszutauschen, naja is ja auch egal. auf jeden fall war allein der gedanke, dass jemand entführt wurde den ich fast nicht kenne extrem schlimm weil ich nicht wußte was mit ihm passiert. wenn jetzt jemand einfach verschwindet ist es wohl noch schlimmer. dann fänd ich es wirklich fast besser, zu wissen er sei tod.

etwas in die andere richtung ist mir auch passiert. ein kumpel von mir is in den letzten sommerferien in der türkei gestorben und da er selber türke ist haben ihn seine eltern in der türkei in ihrem heimatort begraben lassen. somit gab es in deutschland nie eine beerdigung und da er nichtmehr bei mir in der klasse war, hatte ich ihn schon länger nichtmehr gesehen.
ich denke es wäre um einiges einfacher gewesen wenn ich an einer beerdigung gewesen wäre.
ich weiß, dass es ncht ganz zum thema passt, aber irgendwie schon. für mich ist er einfach weg und irgendwie kann man ohne ein grab nicht richtig abschließen und sich an den gedanken gewöhnen, dass er tot ist.

also ich würde eindeutig die 2te möglichkeit bevorziehen...
 
 
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