Original erstellt von Frieda Friedlich:
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Ich kann aus dieser Gesellschaft verschwinden. Aber wohin?
Nun, vielleicht kannst du nicht einfach ganz aus ihr verschwinden (außer du findest es cool, in Papua Neuguinea in einer Höhle zu wohnen und dich von Baumrinde zu ernähren...)
ABER du kannst zumindest die Zeit, die du in der Gesellschaft verbringst, auf das Notwendigste begrenzen.
D.h., such dir nen Job, der dich möglichst wenig beschränkt. Auch wenn du dort dann halt etwas weniger verdienst...
Geld verdienen ist nunmal notwendig. Aber wozu 6000 Mark im Monat??
Mir reichen meine 2000 Netto vollkommen aus. Ist halt ne Frage, was für Ansprüche man stellt. Ich vermute mal, dir sind Luxusgüter und ein teurer Lebensstil auch nicht so besonders wichtig... Ich jedenfalls halte es so:
Mein Auto braucht keinen Stern, es muss mich nur von A nach B bringen können. Mein Haus braucht keinen Pool, es muss mich nur vor Regen und Einbrechern schützen. Mein Zimmer braucht fast keine Möbel, denn das meiste steht einfach auf dem Boden rum. Und meine Klamotten brauchen kein Hilfiger-Logo, sie sollen bequem sein und meine Geschlechtsteile verbergen. (warum eigentlich? *g*)
Mit dieser Einstellung kommst du also locker mit 2000 Mark über die Runden. Das entspricht einem besseren Ferienjob. Ist nur nicht so leicht, sowas auf Dauer zu finden... bei mir hat es durch Beziehungen geklappt (damit klappt so ziemlich alles...)
Andererseits... ich hab mein Studium schon nach zwei Semestern wieder abgebrochen. Du hast es fertig gemacht, da will man ja sicher dann auch irgendeinen Nutzen daraus ziehen.
Halbtagsjob? Ich weiß ja nicht... aber wenn du bwl oder sowas studiert hast, würde die Hälfte vom Gehalt zum Leben sicher auch ausreichen. Stellt sich nur die Frage, ob dich einer halbtags beschäftigen möchte.
Ich kann jedenfalls nur sagen, dass ich es eine unglaubliche Verschwendung finde, wenn kreative, kritische Menschen wie du und ich 40 Stunden in der Woche ihren Geist an das Potentat des Kapitalismus verschachern müssen, um zu überleben. Mein Job ist wirklich relativ locker, eben wie eine Art dauerhafter Ferienjob... dennoch ist es zuviel Zeit, die ich dafür aufwenden muss. Zeit, die mir dann für die Dinge, die ich als wesentlich wichtiger erachte, fehlt.
Egal, was du machst:
Eine Arbeit sollte dazu dienen, anderen Menschen einen wichtigen Dienst zu erweisen und damit seinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Unter einem wichtigen Dienst verstehe ich zum Beispiel: Brötchen backen, Häuser bauen oder Kranke pflegen.
Wenn ich aber nun Werbeplakate für MacDonalds entwerfe, während ich eigentlich auch in der selben Zeit ein paar Menschen, die ECHTE Probleme haben, helfen könnte, dann verschwende ich definitiv meine Zeit und sollte mich umorientieren.
MonoMan