Jetzt sind wir mal alle beleidigt
Ich deshalb, weil Du nicht verstehen willst, dass heutzutage bestimmte festgelegte Rollen für die Geschlechter einfach nicht mehr funktionieren können, weil sich, zumindest in unserer Kultur, die eine Hälfte der Menschen nicht mehr bescheiden will. Warum sollte, da sie nun die Wahl hat?
Du sprichst von "kulturellen" Geschlechterrollen, und dass der Feminismus sie zerschlagen habe. Damit sagst Du selbst, dass es keine natürlichen Geschlechterrollen sind. Kuturelle Rollen verändern sich aber mit den kulturellen Gegebenheiten, und die haben sich enorm verändert. Das, was jahrtausendelang zwamgsläufig - nicht prächtig - funktioniert hat, ist nun nicht mehr nötig.
Weiter beklagst Du (und ich lese sehr wohl genau!), dass die "Frau mehr Freiheiten hat", aber bezweifelst, dass das die Nachteile aufwiegt. Wie kannst Du wagen, das beurteilen zu wollen? Ich kenne überhaupt keine Frau, die auf diese Freiheit zu verzichten bereit wäre, nur um sich einer Verantwortung oder des Stress zu entledigen.
Du behauptest, die Frauen müßten heute mit den Männern konkurrieren, stratt wie früher zu kooperieren. Ich meine, dass es überhaupt für jeden von uns, Mann oder Frau, besser ist, mit anderen, Mann oder Frau, zu kooperieren. Niemand MUSS konkurrieren, aber die Frauen konnten es früher nicht, auch wenn sie gewollt hätten. So, wie Du das sagst, klingt es mit Verlaub ein bißchen wie die Trauer darüber, dass die Frauen jetzt aufmucken. Jaja, ich weiß schon, wie dumm von mir!
Und außerdem behauptest Du, der Wegfall der Geschlechterrollen sorge für Destabilisierung, koste viel Energie und sei "für beide Seiten" nervenaufreibend. Wer sagt denn so was? Für die Destabilisierung der Gesellschaft gibt es ganz andere Gründe, aber nicht die größere Freiheit der Frau durch Wegfall der Geschlechterrollen. Der Wegfall der Geschlechterrollen ist nervenaufreibend, und auch noch für beide Seiten? Was für eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung! Das mag Deine persönliche Erfahrung sein, aber auch nur das.
Ist Dir schon mal aufgefallen, dass, wenn überhaupt, nur Männer darüber klagen? Und auch nur über Teilbereiche? Dass nämlich der Wegfall der Geschlechterrollen auch massive Vorteile für die Männer hat, kann man überall sehen.
Abgesehen davon, dass diese Diskussion langsam anfängt, auch mich zu nerven, weil so viele schlichte Behauptungen im Raum stehen, würde es mich wirklich interessieren, wie Du die früheren Geschlechterrollen definierst. Mach mal eine Reh-Liste.