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Mach was du willst!(?)

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Janshi
Alt 23.09.2004, 18:10   #1
Frage Mach was du willst!(?)

Was meinte Yang-Chu als er sagt:

*Lass das Ohr hören, was es hören möchte;
lass die Augen sehen, was sie sehen wollen;
lass die Nase riechen, was sie riechen will;
lass den Mund sagen, was er sagen möchte;
lass den Körper alle Annehmlichkeiten, nach denen er sich sehnt;
lass den Verstand machen, was er will....* ?

gruß Zeruel
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 18:37   #2
Standard

Hört sich für mich beim ersten Lesen sehr materialistisch und wenig bis gar nicht spirituell an. Eine wohl sehr sinnenfreudige Philosophie...
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 18:44   #3
Standard

Nun eine sinnenfreudige Philsophie, *lass den Körper alle Annehmlichkeiten, nach dennen er sich sehnt* könnte auch Mord und Totschlag beinhalten.
 
 
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Registrierter PPler
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Alt 23.09.2004, 18:50   #4
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ich glaub eher das dein geist sich nach mord sehnt (totschlag is ausm affekt also kann man sich nichso danach sehnen). kann der körper überhaupt wollen? is doch mehr der geist der sachen verlangt
 
 
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Ripper08
Alt 23.09.2004, 18:53   #5
Standard

Das könnte man aber genausogut auf Sex hinausinterpretieren aber ich glaube nicht, dass das wirklich soo materialistisch angehaucht ist.
Fakt ist doch, dass ihr genau das in den Versen lest, was ihr lesen wollt, merkt ihr das nicht ?

Man kann diese Zeilen auf vielerlei Weise interpretieren und so liest (bzw. sieht ) jeder das in dem Text, was er sehen will...

MfG, Ripper
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 19:32   #6
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Er will auf die innere Freiheit des Menschen hinaus, das zu tun, was er tun möchte, als Beispiel durch die Sinnesorgane aufgeführt.

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 19:33   #7
Standard

Die Frage ist, ob das freie Tun und Lassen mit den menschlichen Sinnen einem diese innere Freiheit gewährt, oder nicht eher den Menschen der Freiheit beraubt.

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 19:33   #8
Standard

Die Frage ist, ob das freie Tun und Lassen mit den menschlichen Sinnen einem diese innere Freiheit gewährt, oder nicht eher den Menschen der Freiheit beraubt.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 19:49   #9
Standard

Original geschrieben von raffis
Die Frage ist, ob das freie Tun und Lassen mit den menschlichen Sinnen einem diese innere Freiheit gewährt, oder nicht eher den Menschen der Freiheit beraubt.
Inwiefern würde dieses *freie Tun* dem Menschen der Freiheit berauben?
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 19:52   #10
Standard

Wenn ich z.B mit meinen AUGEN (um eines der Sinnesorgane zu nehmen) etwas sehe, zu dem ich mich hingezogen fühle (egal was), dann entwickle ich eine mentale Bindung zu diesem Objekt.
Umso mehr ich dieses Objekt sehe, umso stärker die Bindung.
Eine Bindung bindet, man ist also nicht frei.
Solch eine Bindung hinterlässt einen Eindruck im Unterbewusstsein.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 19:58   #11
Standard

Interessant, dann ist natürlich die Frage ob Yang-Chu damit überhaupt die Freiheit des Menschen, das zu tun, was er tun will, an zu sprechen.

Ich denke Yang-chu wollte damit sagen, dass der Körper ohnehin das macht was er will. Wenn der Mund sprechen möchte, dann wird er das tun und wenn *negativen* Gedanken auftauchen, dann sind diese nicht zu vermeiden. Es sind nicht die Gedanken die eventuell Probleme verursachen, sondern die Bewertung.
 
 
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Der Hutmacher
Alt 23.09.2004, 20:04   #12
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Aus meiner Sicht ...

ist es so zu verstehen:

Mache was du willst!
Mach das was du brauchst...was deine "Seele" und dein Körper braucht und will.
Egal worum es geht.

Man sollte jedoch auch die Konsequenzen tragen!
 
 
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nephthys
Alt 23.09.2004, 20:07   #13
Standard

ich werde aus dem spruch nicht schlauer. je nachdem aus welchem standpunkt und mit welchen hintergrundgedanken man den liest, kann er entweder negativ oder positiv sein. bei mir überwiegt aber das negative, d.h. wenn es heisst "lass das ohr hören,was es hören möchte" interpretier ich das so, von wegen "sieh weg,wenn dir was nciht gefällt". also ich schau mir eben immer die verneinung an,und das würde dann heissen man läuft halbtaub, halbblind durch die welt, weil man die probleme anderer oder vielleicht auch die eigenen nicht sehen will. sobald jemand zusammengeschlagen wird, schaut man weg weil das auge sowas gerade nicht sehen will. man kann es aber auch anders sehen, z.b. dass man sich nicht nur dauernd mit dem schlechten rumplagen sollte sondern sich bzw. seinen sinnesorgangen auch mal "gutes tut" von wegen, schau dir die natur an oder geniesse deine freiheit.
naja mir gefällt der spruch nicht so weil er so zwiesplätlig ist und mich zu keinem ergebnis bringt
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 20:07   #14
Standard

Ein Mensch kann viele Bedürfnisse haben Hutmacher, z.B. könnte er wollen, dass man jemanden tötet. Wer absolut so handelt, wird Schwierigkeiten haben in einer Gesellschaft zu leben.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 20:08   #15
Standard

"Es sind nicht die Gedanken die eventuell Probleme verursachen, sondern die Bewertung."

Mit anderen Worten: Wenn ein islamischer Terrorist seine Gedanken als "richtig" bewertet, ist das ok.

Mit solch einer Philosophie kommst du nur weiter, wenn du, wie Hutmacher sagst, auch die Konsequenzen für deine eigene Bewertung trägst.

Gruss Raffis
 
 
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nephthys
Alt 23.09.2004, 20:11   #16
Standard

ja bei dem spruch fehlt irgendwie noch so ne einschränkung d.h. deine freiheit endet dort wo die des anderen anfängt. dieser spruch aber erwähnt nichts von dem, klingt eher so nach egoismus und ellbogenmentalität als nach rücksicht. wie alt ist der spruch denn schon?
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 20:19   #17
Standard

Original geschrieben von raffis
"Es sind nicht die Gedanken die eventuell Probleme verursachen, sondern die Bewertung."

Mit anderen Worten: Wenn ein islamischer Terrorist seine Gedanken als "richtig" bewertet, ist das ok.
Habe ich ja nicht gesagt, ich habe gesagt diese Bewertung verursacht die Probleme. Der islamische Terrorist ist ein gutes Beispiel dafür, dass seine Bewertung seines Gedankens Probleme verursacht, nämlich Terrorismus mit allen Folgen.



Mit solch einer Philosophie kommst du nur weiter, wenn du, wie Hutmacher sagst, auch die Konsequenzen für deine eigene Bewertung trägst.
Der Satz sagte ja auch nicht, dass man nicht die Konsequenzen tragen soll.


wie alt ist der spruch denn schon?
Yang-chu lebte zu Zeiten von Lao-Tzu, ich weiß nur dass das sehr sehr lange her ist, genaue Daten weiß ich nicht, aber das lässt sich sicher herausbekommen
 
 
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Der Hutmacher
Alt 23.09.2004, 20:21   #18
Standard

@ Zeruel:
Klar...deswegen habe ich ja auch gesagt, dass man die Konsequenzen tragen muss.

und

@ nephthys:
klar...da geb ich dir recht...es klingt schon ein bisschen nach Egoismus und Ellbogenmentalität...aber so muss man das vielleicht auch bewerten. Ich weiß es nicht.

Mir fehlt da wie gesagt noch der Satz:
Man muss nur mir den Konsequenzen rechnen und diese auch tragen.

Deshalb...nur Dinge machen die den Körper und den "Geist" erfüllen...aber nicht anderen schaden...es sei denn man will die Konsequenzen tragen.
 
 
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raffis
Alt 24.09.2004, 11:09   #19
Standard

Ich denke Yang-Chu war genauso ein spiritueller Mensch wie Lao-Tse (dies ist jetzt eine reine Spekulation).
Denn im Grunde macht er das gleiche wie Lao-Tse.
"Darum laß uns des Lebens Augenblick ergreifen -was sich sorgen um die Zeit nach dem Tode?"
Er versucht, die Aufmerksamkeit der Menschen auf den Augenblick zu richten; mag gut sein, dass zu dieser Zeit die Menschen eine starke spirituelle Neigung besassen bzw. mehr über die Dinge nach dem Tod, als über das Leben selbst nachdachten.
Das Leben nach ihrem Glauben richteten, anstatt ihren Glauben nach dem Leben.
Mit seiner starken Betonung des Lebens an sich und der Vergänglichkeit muss er nicht unbedingt gemeint haben, dass man das Vergängliche verehren sollte, sondern das man durch die Fokussierung auf das Vergängliche (bzw. auf dieses Leben) besser auf den Tod vorbereitet ist.

Wie die Upanishaden sagen:
"Durch die Vereherung des Zerstörbaren überwindest du den Tod, durch die Verehrung des Unzerstörbaren erlangst du Unsterblichkeit."

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 24.09.2004, 18:10   #20
Standard

Ich kann dir zustimmen. Das Leben damals war wesentlich anders als heute, sodass der Glaube eine wesentliche wichtigere Rolle bei der Gestaltung des Lebens besaß als heut zu tage.
 
 
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