Ach Mensch, Ihr kennt das doch alle, wenn euch einmal alles zu viel wird. Damit meine ich eben wesentlich mehr als zwei Probleme, die einem gleichzeitig als graue Schatten in eurem Kopf herumspuken. Und das ganze dann gepaart mit fehlenden kompensierenden Momenten wie Liebe oder Rückhalt in anderer Form. Ich denke schon, dass eine solche Konstellation das Leben oftmals in eine nicht lohnende Position rückt.
Zitat von felicitas wenn du sagst das sich das leben lohnen soll, unterstellst du dem leben ein ziel. wie sieht denn dein ziel aus? was ist denn das lohnenswerte ziel deines lebens?
keine probleme? kein stress?
Ja, gute Frage, wann lohnt das Leben? Wenn es Sinn macht (vgl. zahlreiche Sinn des Lebens Diskussionen) ? Dass ein lohnendes Leben ein Ziel impliziert, dem stimme ich zu. Eine ausreichende Beurteilung bedarf die Betrachtung eines ganzen Lebens, was grundsätzlich schwierig ist, besonders wenn man sich die Lohn-Frage hinsichtlich einzelner insbesondere negativer Lebensabschnitte stellt, vor allem als Teenager oder Mittzwanziger.
Der realistisch anmutende Schluss vieler Menschen in prekären Situationen, dass das Leben nicht lohne, ist nachvollziehbar aber eben nicht allgemeingültig das ganze Leben betreffend.
Grundsätzlich bietet durchaus nahezu jedes Leben vielfältige Optionen der Verwirklichung verschiedener Ziele. Hierbei spielt die spezielle Bewertung des Voranschreitens durch das Individuum die zentrale Rolle. Sei es das Emporklettern einer "Karriereleiter", das Gründen einer Familie oder einfach nur die Befreiung aus einer unfreien Situation.
Hierbei spielt das objektive Verhältnis der Vorher-Nachher-Situation eine der subjektivem Bewertung des Einzelnen untergeordnete Rolle, um die Frage des Lohns des Lebens beantworten zu können.
Gewiss ist jeder nur begrenzt seines eigenen Glückes Schmied, doch sind die individuellen Kriterien die Maßgeblichen, wenn es gilt die Frage im Einzelnen zu beantworten.
Wer (zu)oft von Schicksalsschlägen getroffen wird, der wird den Lohn des Lebens (zurecht) in Frage stellen und für sich relativieren. Trotzem kann er noch immer auf Grundlage des Annehmens oder Hinnehmens geschehener Rückschläge stets neue, zwar stets relative, aber dennoch hinsichtlich z.B. des Erkenntnisgewinns absolut gewinnbringende Ziele definieren und auch durchaus erreichen.
Ob und wann dies tatsächlich zufriedenstellend ist, hängt von der einzelnen Bewertung des Menschen ab, welcher für sich den Gewinn erkennt.
Denkbar sind auch Grenzituationen, in welchem ein einzelnes Leben für den lebenden menschen absolut nicht lohnend sind, weil dieses Leben ausschließlich durch Rückschläge geprägt war. Andererseits kann gerade ein solches Leben aus anderer, allgemeinerer Perspektive, auch lohnend erscheinen, wenn man aufgrund von Analysen Lehren aus "gescheiterten" Leben zieht. (Sehr) frei nach dem Motto: "Kein gutes Vorbild, also wenigstens ein schlechtes".
Den Lohn des Lebens nur durch jeden für sich festzustellen ist also keineswegs die einzige Art, eben diesen festzustellen, was insbesondere wegen der einführend genannten Diskrepanz zwischen kurzweiliger und gesamter Lebenssituation auch problematisch ist. Dennoch scheint sie für den Einzelnen sehr hilfreich bei Bewertung des eigenen, wenn auch keineswegs endgültigen, Lebenslohns.
Jegliches Leben zieht Konsequenzen verschiedenster Art nach sich. Inwiefern und inwieweit sich ein Leben "lohnt" hängt maßgeblich also auch von der Perspektive ab, die insbesondere bei z.B. ideologisch oder kulturellen Unterschieden höchst ambivalent ausfallen kann.