Nun ja Zeruel.
Meine Meinung dazu:
Nehmen wir zwei Pole, welche die zwei Enden einer Linie darstellen.
Der eine Pol ist blinder Glaube bzw. Überzeugung, der andere Pol ist konstantes Hinterfragen.
Keines der beiden Extreme bringt dich wirklich weiter.
Man muss den richtigen Anschlag auf der Linie finden.
Der eine Pol steigert den Menschen in seine eigens erschaffene Illusion, verursacht durch die eigene Naivität, nichts zu hinterfragen und alles so zu glauben, wie er es will (oder es ihm vorgeschwatzt wird).
Der andere Pol lässt den Menschen sich im Kreis drehen - und am Ende des Lebens hat er Kopfschmerzen, und ist nicht wirklich weiter.
So wie Aristoteles, der zur Kenntniss kommen musste "Ich weiss dass ich nichts weiss".
Bitte versteh mich nicht falsch, ich verachte diese Erkenntnis nicht, im Gegenteil, sie ist wertvoll für die Menschen.
Wertvoll in dem Sinne, dass sie uns erkennen lässt, dass konstantes Hinterfragen nicht weiter führt, genauso wie es blinder Glaube ohne zu Hinterfragen nicht tut.
Ich bin aber der Meinung, dass durch eigene Erfahrung der Anschlag auf dieser Linie mit der Zeit mehr und mehr zum Glaubens-Pol hingezogen werden wird, weil Erfahrungen diese Hinterfragungen beantworten, was Wissen eben NICHT tut.
Was bringt dir diese Logik, welche Aristoteles vielleicht entdeckt, oder verfeinert hat, im Endeffekt?
In meinen Augen nichts.
Am Lebensende sagst du "Ich weiss dass ich nichts weiss."
Das wirst du wahrscheinlich auch schon gedacht haben, als du direkt auf die Welt gekommen bist

Dazu muss man doch nicht ein Leben lang rational und logisch nur hinterfragen und hinterfragen, und sich selbst im Kreis drehen.
Nun gut, du sprichst von einer "Essenz".
Wer sagt dass dies so sei?
Du sagst es.
Hast du diese Essenz gespürt, hast du sie erfahren, oder ist es einfach nur dein Intellekt, der diese Behauptung aufstellt, weil sie "logisch" klingt?
Rationales auf Irrationales anzuwenden îst doch wie ein Fussballspiel ohne Tore. Du wirst nie ein Tor schiessen, sondern ständig auf dem Fussballfeld im Kreis rennen und nach einem Tor suchen.
Klar, jetzt könntest du kontern und sagen: Wieso nach einem Tor suchen? Ist doch alles gut so wie es ist.
Aber in meinen Augen wirst du durch alleiniges, intellektuelles Anwenden nie wissen, ob überhaupt ein Tor existiert, oder nicht.
Weil der Intellekt sagt dir ja auf seiner höchsten Stufe der Erkenntnis "Ich weiss dass ich nichts weiss".
Deshalb meine Ermutigung: Lasse doch ganz einfach mal von diesen "aufgestellten Logiken", die irgendwelche alten Philosophen durch intellektuelle Arbeit erkannt haben, und suche deine eigene "Logik" durch Erfahrung.
Gruss Raffis