ich hab mir immer die schuld gegeben, dafür darf ich meiner mudda auch sehr dankbar sein, aber inzwischen weiß ich, dass es nicht immer meine alleinige schuld ist. es macht mich bloß traurig, wenn ich merke, dass ich leid verursache. dann kommt irgendwo diese wut, weil es doch die menschen sind, die einem am wichtigsten sind und die man doch nur glücklich sehen will, aber man hat es geschafft, dass es ihnen nicht gut geht. dann schaut man zum himmel und fragt, wieso. wieso man so etwas macht und wieso es immer wieder besteht. worin der sinn besteht hier zu sein, wenn man nur solches leid verursacht.
ekel vor sich selbst, weil man sich nicht selbst als mensch akzeptiert und sich abstoßend findet, aus diesem körper rauswill. wenn niederschläge kamen, wusste man dann, es war die eigene schuld und man hasste sich dafür und dadurch entstanden narben.
hilflosigkeit, weil man doch eigentlich da sein möchte, weil man helfen möchte, aber man ist doch der auslöser und das darf in meinem denken nicht sein und dadurch entsteht wieder diese wut und es folgt resignation und trauer. man hat angst und fühlt sich gefangen, gefangen in der situation und in sich selbst.
leute sagen einem, dass dein leben nichts wert sei, wenn du nicht so und so bist, wenn deine sexualität nicht einwandfrei läuft oder du nicht jeden tag lachst oder nicht gut in der schule bist oder was auch immer. sie sagen dir, du bist eklig und bestätigen damit deine meinung, die du von dir schon seit langem hattest, weshalb die narben kamen und nun wirst du damit nicht fertig, weil es genau das ist, was doch deiner meinung nach der wahrheit entspricht. man fühlt sich vor den kopf gestoßen, weil man damit nicht klar kommt und das ist seltsam.
man sitzt einfach nur da, verschwendet sein leben und wartet auf was besseres...man lässt den kopf hängen, weil einfach alles schief läuft, alles, was man anfasst, wird zu scheiße und nicht zu gold und man weiß doch selbst, wie sehr man sich dafür anstrengt, aber es passiert nichts, es wird nur noch schlimmer..und schlimmer. man möchte weg, doch wohin, man dreht sich jeden tag im kreis und weiß den weg nicht mehr, man ist vernebelt und verrant in etwas und so kann es doch nicht sein. man fühlt sich allein und ist es doch gar nicht, aber man will es nicht sehen. man will es alles nicht wahrhaben. so kann es nicht weitergehen, aber zurück geht es auch nicht mehr... alles steht still und das schon seit langer zeit und ich kann nichts machen, gar nichts
