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Ein Leben in Ehre

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dian
Alt 03.09.2001, 15:50   #1
Beitrag Ein Leben in Ehre

So, nachdem bisher meine Texte hier nur "dank" Monoman publiziert wurden, werde ich mich nun selbst ein wenig zu Wort melden...

Ein Leben in Ehre
-----------------

Ob wir vom Schicksal begünstigt oder eher benachteiligt werden, können wir uns nicht aussuchen. Vielleicht sind wir ohne hohes Ansehen bei unseren Mitmenschen, vielleicht finden wir keine Arbeit,... vielleicht haben wir auch ein entstelltes Gesicht und trauen uns nicht in die Öffentlichkeit. Doch egal, welche Makel uns auch immer anhaften mögen... sie können uns nicht daran hindern, ein wertvolles, lebenswertes Leben zu führen!
Denn einzig wir selbst bestimmen, was uns ausmacht.
Wenn wir arbeitswillig sind, aber dennoch keinen Job bekommen, so liegt es nicht an uns, sondern daran, dass unsere Mitmenschen unsere Arbeitskraft nicht zu schätzen wissen. Es liegt daran, dass sie Profitdenken über Menschlichkeit stellen... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz drauf sein, dass wir menschlicher sind als die!
Wenn wir das Beste aus unserem Aussehen machen, aber uns dennoch niemand attraktiv findet, dann liegt es nicht an uns, sondern an den zu hohen Erwartungen der anderen. Sie machen den Wert eines Menschen davon abhängig, ob er eine schöne Nase und eine glatte Haut hat... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz darauf sein, dass wir nicht so oberflächlich sind wie die!
Wenn wir lieber ruhig und in uns gekehrt sind, und man uns deshalb für langweilig und uninteressant hält, dann liegt es nicht an uns, sondern daran, dass die anderen sich ständig ablenken und animieren lassen müssen, um nicht in ein tiefes Loch zu fallen. Sie brauchen ständig Action, Konsum und Lärm, um sich ja nicht der tief in ihnen drin schlummernden Frage aussetzen zu müssen, was für einen Sinn ihr selbstherrliches Leben eigentlich hat... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz darauf sein, dass wir uns unseren Gedanken und Zweifeln gestellt haben, anstatt einfach nur davor wegzurennen!

Viele Menschen denken zu kleinkarriert. Wieso sollten wir ihr Verhalten nachahmen, wo wir es doch eigentlich aus tiefstem Herzensgrunde ablehnen? Wir haben die Chance, etwas besser zu machen als sie. Und es ist gar nicht mal so schwer... Tatsächlich liegt die größte Schwierigkeit darin, sich dies überhaupt erst einmal klar zu machen.
Beginnen wir doch einfach mal damit, EHRLICH zu sein. Wer nun meint, dass das doch eigentlich für die meisten Menschen bereits selbstverständlich wäre, der betrachtet wohl nur einen Teilaspekt der Ehrlichkeit. Denn Ehrlichkeit bedeutet nicht nur, dass man andere Menschen nicht hintergeht und dass man zu seinem Wort steht... dies sollte ja in der Tat selbstverständlich sein. Ehrlichkeit hat aber immer auch etwas mit einem selbst zu tun.
Wenn ich ein Bier trinke, obwohl ich darauf keine Lust habe... nur um bei meinen sogenannten „Freunden“ besser anzukommen... dann bin ich nicht ehrlich.
Wenn ich einem Vorgesetzten in den Arsch krieche, obwohl ich ihn für einen gewissenlosen Egoisten halte, dann bin ich nicht ehrlich. Vor allem bin ich dann nicht ehrlich zu mir selbst.
Gut, man mag nun sagen, dass man eben manchmal gegen seine Überzeugung handeln muss, um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen. Dies ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn man keine Alternativen hat... Oft ist es dagegen einfach nur die eigene Bequemlichkeit, die verhindert, dass man konsequent ist und zum Beispiel den Freundeskreis oder die Arbeitsstelle wechselt, wenn man sich dort unter Druck gesetzt fühlt. Echte Freunde wären es ohnehin nicht, wenn sie einen Gruppenzwang auf einen ausüben würden... genauso wenig wie ein gewissenloser Vorgesetzter es verdient hätte, dass man für ihn arbeitet. Wenn man dann nicht ehrlich zu sich selbst ist und Konsequenzen zieht, stützt man nur das ungerechte System des Gruppenzwangs und macht es für die nachfolgenden Menschen noch schwerer, sich dagegen zur wehr zu setzen.

Überhaupt sollten wir mehr an unsere Mitmenschen denken. Gewinnt jemand ein paar Millionen im Lotto, sind seine ersten Gedanken „Ich mach eine Kreuzfahrt, ich kaufe mir ein teures Auto und ein Haus... und der Rest des Geldes kommt aufs Sparbuch.“
Kaum einem würde in den Sinn kommen, das Geld mit seinen Freunden und seinen Mitmenschen zu teilen. Vielleicht machen manche eine kleine Alibi-Spende zur Gewissensberuhigung, aber das war’s dann auch schon.
Natürlich ist es auch schön, sich selber mal etwas zu gönnen.... aber jede Kreuzfahrt ist mal zu Ende. Und was kann man sich danach schon sagen? Höchstens, dass es ein schönes Erlebnis war. Aber man kann nicht stolz drauf sein... Doch wenn man auf eine Kreuzfahrt verzichtet, um damit einen guten Menschen, der es verdient hat, zu unterstützen, dann ist das etwas, auf das man sehr wohl stolz sein kann. Und vielleicht bekommt man später auch mal etwas von diesem Menschen zurück... diese Chance besteht immer noch. Während die Kreuzfahrt nach ihrem Ende im Normalfall einfach aus und vorbei ist und man von dem Reisebüro, dem man das Geld gezahlt hat, definitiv nichts mehr zurückzuerwarten hat.
Niemand muss deswegen gleich völlig selbstlos handeln... es reicht schon, wenn wir uns bemühen, GÜTIG und HILFSBEREIT zu sein. Und das nicht nur dann, wenn es um Millionenbeträge geht. Auch und gerade im Alltag sollten wir das, was wir haben, mit den Menschen die uns am Herzen liegen teilen. Auch unsere Zeit... Denn oft sind es nur ein paar Minuten, die es uns kostet, einem anderen bei irgendetwas zu helfen. Ein geringer Aufwand für uns, der anderen aber vielleicht in dem einen Moment ziemlich viel bedeuten kann. Überhaupt sollten wir in erster Linie an Menschen und Tiere denken, anstatt an das Geld. Geld ist nichts weiter als ein Stück bedrucktes Papier. Klar, man kann sich damit viele Annehmlichkeiten kaufen... Trotzdem: Selbst ein toller Luxussportwagen ist immer nur kalte, tote Materie. Leblos. Nicht anders als ein zehn Mark Schein. Wie ungleich wunderbarer ist da ein lebendes, atmendes Wesen? Das ist etwas magisches... ein Wunder der Natur. Und ohne dieses Wunder gäbe es überhaupt keine Autos, keine goldenen Armbanduhren und kein bedrucktes Papiergeld. Daher sollten wir zu aller erst das Leben respektieren, und nicht irgendwelche tote Materie Denn auch wenn sie noch so viel scheinbaren Spaß und Annehmlichkeit verspricht... sie kann uns keine Liebe geben.

Ist es uns ein Mensch allerdings dennoch nicht wert, unser Geld mit ihm zu teilen, dann sollten wir wenigstens ehrlich sein und nicht so tun als wäre er es doch... sonst würden wir schließlich falsche Tatsachen vortäuschen und ihm ein Bild von uns vermitteln, welches gar nicht zutrifft. Denn es ist auch wichtig, VERLÄSSLICH zu sein. Das bedeutet nicht nur, dass wir stets zu unserem Wort stehen und Verabredungen, die wir ausgemacht haben, auch einhalten sollten, sondern auch, dass wir unseren Mitmenschen ehrlich zeigen, woran sie an uns sind. Wenn wir jemand lieben, sollten wir das diesem Menschen auch zeigen und alles für ihn tun... wenn wir dagegen genau wissen, dass wir nicht bereit wären, für einen anderen Menschen im Notfall alles zu geben, dann sollten wir dies durch ein etwas distanzierteres Verhalten auch eindeutig klarstellen. Meiner Meinung nach ist es äußerst unehrenhaft, einen Menschen zu umarmen und ihn einen „Freund“ zu nennen, wenn man nicht auch bereit wäre, seine Ersparnisse mit ihm zu teilen. Doch wie viele verhalten sich genau so? Ich sage: Schluss damit! Wer nur an oberflächlichen Verhältnissen zu seinen Mitmenschen interessiert ist, soll wenigstens so ehrenhaft sein und auch dazu stehen. Geht es jemandem nur um Sex in einer Beziehung, dann darf er das nur mit einem Menschen tun, der genauso denkt... oder er muss es dem anderen Menschen zuvor klipp und klar sagen, dass es ihm nur um eine schnelle Nummer geht. Genauso, wie jeder, der seine Freunde zwar mag, aber nicht alles für sie tun würde, sich auch vergewissern sollte, dass seine Freunde nicht vielleicht einen verlässlichen Freund in ihm sehen, der immer für sie da ist. In so einem Fall müsste er klarstellen, wie seine wahren Absichten aussehen. Denn es ist egal, ob wir uns als Einzelgänger sehen, oder ob wir ständig die Gesellschaft von Freunden um uns brauchen: Wir haben eine gewisse Verantwortung anderen Seelen gegenüber, schließlich sind wir alle gleichberechtigte Teile einer größeren Ordnung, und daher sollten wir bei allem, was wir tun oder nicht tun, prüfen, ob dadurch nicht vielleicht andere Wesen direkt oder indirekt zu Schaden kommen könnten.

Unser Ziel sollte es sein, jedem Menschen so zu behandeln, wie er es verdient hat. Im Zweifelsfall lieber besser als schlechter. Wir sollten versuchen, GERECHT zu sein. Das ist noch das Schwierigste von allem bisher genannten, denn es verlangt mehr als nur den bloßen Willen, so zu sein... Vielmehr braucht man dafür auch noch den nötigen Überblick, den man nicht von heute auf morgen, sondern nur im Laufe der Zeit durch viel Beobachten und Nachdenken erwirbt.
Gerecht zu sein bedeutet zum Beispiel, wenn mich ein Mensch liebt, für den ich aber nicht das selbe empfinde, dass ich ihm dennoch dankbar für seine Liebe bin, ihn ernstnehme und keine Spielchen mit ihm spiele. Gerecht zu sein bedeutet auch, nicht nur die Untat zu sehen, die ein Mensch begangen hat, sondern auch zu berücksichtigen, ob er es böse gemeint hatte oder nicht, was seine Beweggründe dafür waren und ob er die Bereitschaft zur Sühne zeigt. (Dies bedeutet aber nicht, dass man immer Gnade vor Recht ergehen lassen sollte.. sondern nur, dass man Für und Wider gegeneinander abwägen muss, bevor man eine Entscheidung trifft.) Will ich mich wirklich gerecht verhalten, so darf ich außerdem niemanden aufgrund seiner Hautfarbe, seines Äußeren oder seines Geschlechts bevorzugen oder benachteiligen, sondern einzig aufgrund seines Verhaltens und seiner Denkweise.

Wozu das Streben nach Geld, Macht und gesellschaftlichem Ansehen so wichtig nehmen? Wozu unglücklich sein, wenn wir nicht in die kleingeistigen Denkschemas der Normalbürger passen?
EHRLICH, GÜTIG, HILFSBEREIT, VERLÄSSLICH und GERECHT... Wenn wir versuchen, uns zu jeder Zeit so zu verhalten, dann können wir ungeachtet unserer Stellung in der Gesellschaft wahrhaft stolz auf unser Leben sein! Wesentlich stolzer, als es irgendein Bonze sein könnte, der vielleicht seine Wand mit Diplomen und Wertpapieren tapezieren kann, der aber von niemandem auf der Welt wegen irgendetwas anderem außer seinem materiellen Reichtum geliebt wird.
Wir hingegen brauchen erstens kein schlechtes Gewissen zu haben, das ständig an uns nagt, und können daher schon mal von vorneherein unser Leben mehr genießen als die meisten anderen, die sich egoistisch und kurzsichtig verhalten... zweitens wird uns durch unser ehrenhaftes Verhalten auch echte Liebe und Respekt zu teil werden, die andere niemals erfahren können. Ich habe es selber erlebt... es gibt nicht viel, was einen zufriedener macht, als wenn man von sich behaupten kann, ein Leben in Ehre zu führen.
 
 
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Sonic
Alt 05.01.2006, 17:50   #2
Standard

Hallo dian,

meiner Ansicht nach steckt in deinem Text sehr viel Wahrheit, vor allem in Hinsicht auf Deinen Satz:

"Viele Menschen denken zu kleinkarriert. Wieso sollten wir ihr Verhalten nachahmen, wo wir es doch eigentlich aus tiefstem Herzensgrunde ablehnen? Wir haben die Chance, etwas besser zu machen als sie. Und es ist gar nicht mal so schwer... Tatsächlich liegt die größte Schwierigkeit darin, sich dies überhaupt erst einmal klar zu machen."

Es ist ja einfach so, das viele Menschen sich gegenseitig nachzueifern versuchen, bzw. andere zu übertreffen versuchen, um zu zeigen dass sie glücklicher sind und zu mehr im Leben geschafft haben. Außerdem kann man die Begriffe "Sie" und "Wir" nicht immer deutlich abgrenzen, das ist eher Ansichtssache, und teils auch subjektiv.

Und außerdem fängt es ja schon in der Schule an; erlaube mir ein Beispiel zu machen. Der Junge/Mädchen XY hat sich ein neues Handy zugelegt, -> das neue Handy wird rumgezeigt; es hat alles was die Technologie unseres Zeitalters zu bieten hat; Internet, UMTS, Video ... und und und...

Die anderen Schüler fühlen sich unter Druck gesetzt auch so was zu haben, einige können es sich nicht leisten und lassen es, andere wiederum kaufen sich auch so ein Handy, und treiben den Gruppenzwang, bzw. den Konsumzwang (Kaufen = Konsum) weiterhin an. Und nun haben wir schon ein Problem zwischen "Wir" und "Sie" zu unterscheiden; wer treibt den Konsumwahn an, und wer ist nur ein Opfer? - Das lässt sich nicht immer feststellen, auch wenn Du alle befragst, die das neue Handy haben, und fragst ob sie das wirklich brauchen, so wird doch keiner "Nein, so was brauche ich nicht.", sagen.

Der Mensch ist teils ein Opfer der Gesellschaft, und oder der Industrie, welche uns neue Werte und Ideale aufzudrücken versuchen, um davon dann z.B. kommerziell zu profitieren. Nur wer gibt schon gerne zu, ein Opfer zu sein, oder ein Mitläufer? - Keiner!

Klar kann man sagen, man versucht nicht den gesellschaftlichen Idealen nachzueifern. Jeder von uns hat materielle (und immaterielle) Wünsche wie z.B. -> mein Haus, mein Auto, mein Handy, meine Frau, meine Freunde... Durch Konsum und Besitz erhoffen sich einige zu einem Zuwachs von Macht und Geltung zu erlangen.

Heute zählt doch vor allem was Du hast, und welche soziale Stellung Dein Beruf hat. Ich meine wenn Du auf eine Party kommst wo Du keinen kennst, dann wird man gefragt "Und was machen Sie/Du?" - keiner fragt was sind Deine Hobbys, und welche Bücher Du liest - vielleicht im nachhinein.

Die Welt ist oberflächlich - und wir sind es teils auch. Ich kann auch von mir nicht behaupten zu welcher Kategorie von Menschen ich gehöre - ich bin ein Teil des Gesamtsystems - das System profitiert von mir (Konsument) - und ich profitiere auch von dem System (irgendwie).

Zitat von dian
Will ich mich wirklich gerecht verhalten, so darf ich außerdem niemanden aufgrund seiner Hautfarbe, seines Äußeren oder seines Geschlechts bevorzugen oder benachteiligen, sondern einzig aufgrund seines Verhaltens und seiner Denkweise.
Auch wenn Du dich immer zu allen gerecht verhältst, und immer alles richtig machst, kann es passieren, dass Du gleich beim ersten Fehler, Arbeit oder Freunde eckt. einen Tritt in den A**** bekommst!

Zitat von dian
Wir hingegen brauchen erstens kein schlechtes Gewissen zu haben, das ständig an uns nagt, und können daher schon mal von vorneherein unser Leben mehr genießen als die meisten anderen, die sich egoistisch und kurzsichtig verhalten
Warum willst Du Dein Leben besser genießen als die anderen? Und warum glaubst Du, dass die anderen "glücklicher" sind als Du selber - einige versuchen das nach "außen" hin so darzustellen, ob das wirklich der Falls ist - wissen diejenigen vielleicht selber nicht einmal - sie haben sich daran schon zu sehr gewöhnt und kennen nichts anderes.


Mache das was Du für richtig hälst - und achte nicht auf die anderen - sie Leben ihr Leben und Du Deins.

Ich zu meinem Teil bin glücklich das zu tun wozu ich Lust habe - mit der Ausnahme dass die Gesellschaft einem immer grenzen setzt. Z.B. wenn ich Lust auf Sport habe, dann kann ich ja nicht auf der Autobahn joggen gehen.

Und die anderen übrigens auch nicht - in unseren Einschränkungen sind wir fast alle gleichgestellt, unterscheiden uns aber durch Besitz, Geld, Aussehen, Geschlecht, Größe, Bildung, Erfahrung, Charackter, ect...
Einige wollen diese Unterschiede deutlicher zur Geltung bringen als andere, bzw. besonders davon profitieren, weil Ihnen das besonders wichtig erscheint - was solls mich störts nicht - jedem das seine!



In diesem Sinne

Beste Grüße

v. Dichter

Geändert von Sonic (05.01.2006 um 18:15 Uhr).
 
 
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Lacri
Alt 07.01.2006, 16:44   #3
Standard

Du sprichst die ganze Zeit von intrinsischer Motivation … vom eigenen Denken und Handeln und gleichzeitiger Beachtung der Bedürfnisse anderer Menschen. Sicherlich würde es der Welt besser gehen wenn alle Leute so handeln würden wie du es beschreibst. Aber das ist nun mal nicht der Fall.

Früher oder später hat man eigene Probleme und dann erwartet man auch automatisch, dass einem geholfen wird. Z.B. bei Arbeitslosigkeit, Todesfall oder bei sonstigen härteren Problemen. Und wenn man dann keine Hilfe bekommt stellt man seine eigene Einstellung in Frage.

Genau dann fragt man sich ob es nicht besser wäre sich dem System anzupassen. Jeder Mensch braucht auch eine gewisse Motivation von außen und wenn genau Diese fehlt, dann versucht man doch sich diese Aufmerksamkeit auf andere Weise zu beschaffen.
In unserer Gesellschaft bekommt man halt nur noch Bestätigung, Anerkennung etc. wenn man sich entsprechend egoistisch verhält … anders sind bestimmte Ziele die man sich gesetzt hat gar nicht mehr zu erreichen.

Ich finde das nicht gut aber ich glaube auch, dass Menschen die nach deinem Prinzip leben irgendwann auch Bestätigung von außen erwarten und die ist nun mal viel zu selten.

Ich glaube, dass diese Tatsache vielen Menschen die Motivation nehmen wird so zu handeln wie du es beschreibst.
 
 
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Lacri
Alt 09.01.2006, 20:47   #4
Standard

Wenns spannend wird redet keiner mehr mit mir :/
 
 
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Ripper08
Alt 09.01.2006, 21:12   #5
Standard

Ich würde glatt behaupten die Menge an Text schreckt potentielle Leser ab g* Ist wohl auch das Problem mit meinen Beiträgen

Hab mir bereits zwei mal vorgenommen den Thread hier zu lesen aber bin nicht dazu gekommen. Werd ich eines schönen Tages sicher nachholen
 
 
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sailor
Alt 06.12.2006, 16:59   #6
Standard

Es liegt daran, dass sie Profitdenken über Menschlichkeit stellen... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz drauf sein, dass wir menschlicher sind als die!
Sie machen den Wert eines Menschen davon abhängig, ob er eine schöne Nase und eine glatte Haut hat... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz darauf sein, dass wir nicht so oberflächlich sind wie die!
.... aber jede Kreuzfahrt ist mal zu Ende. Und was kann man sich danach schon sagen? Höchstens, dass es ein schönes Erlebnis war. Aber man kann nicht stolz drauf sein...
Es ist eine gute Grundlage, wenn wir versuchen "menschlich" zu sein. Aber was ist "menschlich"? Kann man "menschlich" als etwas positives bezeichnen? Ist der Mensch aus seinem Inneren heraus grundlegend positiv? Ich stelle das in Frage. Denn wenn ich mich in der Welt umschaue, all die Verlassenen, Obdachlosen, Ausgebeuteten (selbst das Wasser!! nimmt man ihnen, teilweise sollen sie 30% ihres Tageslohnes dafür zahlen)
Betrogenen, Verseuchten, Zerfetzten, und schlicht gemein und ungerecht behandelten Menschen sehe, dann glaube ich nicht mehr an das Gute im Menschen. Ich glaube, daß der Mensch zu Gutem in der Lage ist, aber nicht aus sich selbst heraus.
Die Aussage, daß Du stolz darauf sein willst, was Du selbst geleistet hast, -diese Aussage taucht bei Dir auffällig wiederholt auf- bedeutet:

Du handelst nicht Selbstlos. Deiner Meinung nach ist das nicht notwendig, wie Du selbst schreibst.
Damit handelst Du aber vielmehr aus Selbstsucht -auch Egoismus genannt- den Du in Deinem Text aber selbst (bei anderen) anprangerst. Diese Form von Egoismus mag zwar auf den ersten Blick nicht schädlich erscheinen, weil Du scheinbar niemanden ausbeutest, weil Du anderen helfen willst. Doch mir fällt etwas weiteres auf, was diese Aussage bestätigt:

Doch wenn man auf eine Kreuzfahrt verzichtet, um damit einen guten Menschen, der es verdient hat, zu unterstützen, dann ist das etwas, auf das man sehr wohl stolz sein kann....
Auch und gerade im Alltag sollten wir das, was wir haben, mit den Menschen die uns am Herzen liegen teilen...

Auch dort handelst Du aus egoistischen Motiven. Du willst die unterstützen, die es Deiner Meinung nach! verdient haben und darauf wiederum stolz sein. Du willst mit denen Teilen, die Dir am Herzen liegen.

Ja wer tut das nicht? Ist das denn etwas besonderes? Wer unterstützt denn nicht den, von dem er meint, er verdient es? Wer teilt nicht mit dem, der ihm am Herzen liegt?
Ich verstehe schon, daß Du Dich von jenen unterscheiden willst, die aus Massenzwang und Kriecherei gegen ihre eigenen Motive handeln.
Aber: Das was Du hier tust, ist alles andere als ein Grund stolz zu sein.

Was ist überhaupt "Stolz"? Bei Wikipedia steht:

"...Er entspringt der (subjektiven) Gewissheit, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben oder daran mitzuwirken."

Genau, subjektiv. Also individuell wahrgenommen eben. Unter anderem deshalb stelle ich Deine Aussagen in Frage. Ich sage Dir, es ist nichts besonderes, denen zu helfen, die unserer Meinung nach besonders würdig sind, diese Hilfe zu empfangen. Damit schließt Du nämlich viele Menschen von Deiner Hilfe aus. Obendrein sind wir als Menschen doch überhaupt nicht in der Lage abzuschätzen, weshalb ein Mensch sich so und so verhält. Weshalb er dieses und jenes getan hat. Genausowenig weshalb er in dieser oder jener Lebenssituation ist.
Wir sind schlicht und einfach nicht in der Lage dem Menschen ins Herz zu schauen, wir sehen nur sein Äußeres...und wenn wir ihn gut kennen manches aus seinem Gefühlsleben. Doch wir kennen sein Herz nicht bis auf den Grund.

Unser Ziel sollte es sein, jedem Menschen so zu behandeln, wie er es verdient hat.
Wenn wir uns anmaßen, aus unserer -wiederum subjektiven- Sichtweise einen anderen Menschen beurteilen zu können, also entscheiden zu können was er verdient hat und was nicht, dann tun wir schlicht und ergreifend oftmals Menschen Unrecht. Das hat wiederum etwas damit zu tun, daß wir ihm nicht ins Herz schauen können.
Wir handeln wiederum aus egoistischen Motiven, da Meine Meinung zu ihm darüber bestimmt, ob er es verdient hat und darüber, wie und ob ich es ihm vergelte.....

Wir sollten versuchen, GERECHT zu sein.
Genau. Das sollte in der Tat unser Bestreben sein. Dabei müssen wir uns aber eben immer darüber im Klaren sein, daß wir selbst niemals die Instanz sein können, die über Recht und Unrecht, Verdienst und Unverdienst und dergleichen entscheidet. Dazu sind wir zu subjektiv und oberflächlich, so viel wir uns auch bemühen.

Daher sollten wir zu aller erst das Leben respektieren, und nicht irgendwelche tote Materie Denn auch wenn sie noch so viel scheinbaren Spaß und Annehmlichkeit verspricht... sie kann uns keine Liebe geben.
Ja, wir sollten das Leben respektieren. Nicht nur respektieren, sondern auch schützen. Unser Leben, das Leben unser Familie, unserer Freunde, aber auch im gleichen Maße das Leben derjenigen, die wir selbst für Ungerecht halten. Die uns selbst Böses tun, unsere Feinde.
Denn "Liebe" ist auch so ein schwieriger Begriff, der in unserer Welt sehr oft falsch verstanden wird: Sexuelle Liebe, Eigenliebe, "Ich liebe Deine Nase" ,"Ich liebe asiatisches Essen", es bedarf einer Definition von wahrer Liebe:


Die Liebe ist geduldig und gütig.
Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt,
sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf.
Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus,
sie sucht nicht den eigenen Vorteil.
Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen
und trägt das Böse nicht nach.
Sie ist nicht schadenfroh,
wenn anderen Unrecht geschieht,
sondern freut sich mit,
wenn jemand das Rechte tut.
Die Liebe gibt nie jemand auf,
in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere;
alles erträgt sie mit großer Geduld.....

Aus: 1.Korinther 13,4-7 http://www.diebibel.de


Wir brauchen uns keine Illusionen machen. Aus uns selbst heraus schaffen wir es niemals, diese Liebe zu üben. Wir würden es niemals schaffen, so selbstlos zu sein. Alles was wir erreichen würden, wäre innere Verbitterung durch enttäuschte Hoffnung auf uns selbst und die Mitmenschen.
Gibt es keine Hoffnung?

Doch, Gott kann dies an uns bewirken. Allerdings wird er es nur dann tun, wenn wir es selbst wollen, es selbst zulassen. Wenn wir die innere Einstellung haben, dies erreichen zu wollen. Wenn wir ihm mit ganzem Herzen nachfolgen wollen.
Dies ist die Liebe, die wir erkennen können, wenn wir betrachten was Jesus in seinem Leben getan hat, bis er zuletzt am Kreuz starb.
Gott möchte auch uns dahin verändern, dem Bild von Christus gleich zu werden, nicht auf einmal, aber Schritt für Schritt. (2.Kor 3,18; Röm 8,29)
Sein Wort sagt es selbst, daß es möglich ist. Genauso sagt es uns, daß wir sonst hoffnungslos verloren sind, wir uns aus unserer Selbstsucht niemals selbst befreien können. Wie weit diese Selbstsucht geht, kann man an diesem Beispiel ganz gut erkennen.

Dieser Text soll keine herabwürdigende Kritik an Dir als Person sein, Dian. Er soll aufzeigen, daß Deine und die Motive vieler anderer zwar vielfach lobenswert sind, aber gleichfalls am Ziel vorbeigehen. Die Selbstsucht werden wir auf diese Weise nicht los. Man kann es als konstruktive Kritik an uns allen auffassen, nicht an uns als Menschen, sondern an unserem Verhalten und unseren Gedanken.


"Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave.
Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer.
Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein."

Joh 8,34-36 (siehe auch 2.Kor 3,17)

Christus ist auferstanden und sitzt an der Seite Gottes, des Vaters. Bitte ihn, lieber Leser! Wenn es Dir ernst ist, wird er Dir helfen. Das hat er versprochen. (Apg 2,21; Joh 17,20) Es gilt auch für Dich, heute.

Geändert von sailor (06.12.2006 um 20:32 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 06.12.2006, 19:27   #7
Standard

Ich habe mir schon oft gedanken ist, ob man stolz sein sollte, darauf wenn man nicht oberflächlich, unehrlich, kleinkariert, egoistisch war.

Ich bin zu dem Schluß getan, dass man dann nicht stolz darauf sein sollte. Ich teile hier den Gedankengang von sailor, dass die "Leistung", eben nicht oberflächlich, unehrlich... zu sein keine besondere ist.

Das ist doch wie stolz darauf zu sein, nicht kriminell zu sein. Das Unterlassen von etwas schlechtem ist eben nicht wirklich die besondere Leistung. Trotzdem ist ist diese Unterlassung auf jeden Fall gut oder besser, der Wert soll nicht bestritten werden.

Was passiert, wenn ich stolz darauf bin jemanden z.B. nicht angelogen habe und weiß, dass jemand anderes gelogen hätte? Ich stelle mich dann auf eine höhere Stufe, womit wir bei der Selbstsucht, beim Egoismus wären.
 
 
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