Es liegt daran, dass sie Profitdenken über Menschlichkeit stellen... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz drauf sein, dass wir menschlicher sind als die!
Sie machen den Wert eines Menschen davon abhängig, ob er eine schöne Nase und eine glatte Haut hat... Sollen wir uns deswegen schlecht fühlen? Wir sollten besser stolz darauf sein, dass wir nicht so oberflächlich sind wie die!
.... aber jede Kreuzfahrt ist mal zu Ende. Und was kann man sich danach schon sagen? Höchstens, dass es ein schönes Erlebnis war. Aber man kann nicht stolz drauf sein...
Es ist eine gute Grundlage, wenn wir versuchen "menschlich" zu sein. Aber was ist "menschlich"? Kann man "menschlich" als etwas positives bezeichnen? Ist der Mensch aus seinem Inneren heraus grundlegend positiv? Ich stelle das in Frage. Denn wenn ich mich in der Welt umschaue, all die Verlassenen, Obdachlosen, Ausgebeuteten (selbst das Wasser!! nimmt man ihnen, teilweise sollen sie 30% ihres Tageslohnes dafür zahlen)
Betrogenen, Verseuchten, Zerfetzten, und schlicht gemein und ungerecht behandelten Menschen sehe, dann glaube ich nicht mehr an das Gute im Menschen. Ich glaube, daß der Mensch zu Gutem in der Lage ist, aber
nicht aus sich selbst heraus.
Die Aussage, daß Du
stolz darauf sein willst, was Du selbst geleistet hast, -diese Aussage taucht bei Dir auffällig wiederholt auf- bedeutet:
Du handelst nicht Selbstlos. Deiner Meinung nach ist das nicht notwendig, wie Du selbst schreibst.
Damit handelst Du aber vielmehr aus
Selbstsucht -auch Egoismus genannt- den Du in Deinem Text aber selbst (bei anderen) anprangerst. Diese Form von Egoismus mag zwar auf den ersten Blick nicht schädlich erscheinen, weil Du scheinbar niemanden ausbeutest, weil Du anderen helfen willst. Doch mir fällt etwas weiteres auf, was diese Aussage bestätigt:
Doch wenn man auf eine Kreuzfahrt verzichtet, um damit einen guten Menschen, der es verdient hat, zu unterstützen, dann ist das etwas, auf das man sehr wohl stolz sein kann....
Auch und gerade im Alltag sollten wir das, was wir haben, mit den Menschen die uns am Herzen liegen teilen...
Auch dort handelst Du aus egoistischen Motiven. Du willst die unterstützen, die es Deiner Meinung nach! verdient haben und darauf wiederum stolz sein. Du willst mit denen Teilen, die
Dir am Herzen liegen.
Ja wer tut das nicht?
Ist das denn etwas besonderes? Wer unterstützt denn nicht den, von dem
er meint, er verdient es? Wer teilt nicht mit dem, der
ihm am Herzen liegt?
Ich verstehe schon, daß Du Dich von jenen unterscheiden willst, die aus Massenzwang und Kriecherei gegen ihre eigenen Motive handeln.
Aber: Das was Du hier tust, ist alles andere als ein Grund stolz zu sein.
Was ist überhaupt "Stolz"? Bei Wikipedia steht:
"...
Er entspringt der (subjektiven) Gewissheit, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben oder daran mitzuwirken."
Genau, subjektiv. Also individuell wahrgenommen eben. Unter anderem deshalb stelle ich Deine Aussagen in Frage. Ich sage Dir, es ist
nichts besonderes, denen zu helfen, die unserer Meinung nach besonders würdig sind, diese Hilfe zu empfangen. Damit schließt Du nämlich viele Menschen von Deiner Hilfe aus. Obendrein sind wir als Menschen doch überhaupt nicht in der Lage abzuschätzen, weshalb ein Mensch sich so und so verhält. Weshalb er dieses und jenes getan hat. Genausowenig weshalb er in dieser oder jener Lebenssituation ist.
Wir sind schlicht und einfach nicht in der Lage dem Menschen ins Herz zu schauen, wir sehen nur sein Äußeres...und wenn wir ihn gut kennen manches aus seinem Gefühlsleben. Doch wir kennen sein Herz nicht bis auf den Grund.
Unser Ziel sollte es sein, jedem Menschen so zu behandeln, wie er es verdient hat.
Wenn wir uns anmaßen, aus unserer -wiederum subjektiven- Sichtweise einen anderen Menschen beurteilen zu können, also entscheiden zu können was er verdient hat und was nicht, dann tun wir schlicht und ergreifend oftmals Menschen Unrecht. Das hat wiederum etwas damit zu tun, daß wir ihm nicht ins Herz schauen können.
Wir handeln wiederum aus egoistischen Motiven, da
Meine Meinung zu ihm darüber bestimmt, ob er es verdient hat und darüber, wie und ob ich es ihm vergelte.....
Wir sollten versuchen, GERECHT zu sein.
Genau. Das sollte in der Tat unser Bestreben sein. Dabei müssen wir uns aber eben immer darüber im Klaren sein, daß wir selbst niemals die Instanz sein können, die über Recht und Unrecht, Verdienst und Unverdienst und dergleichen entscheidet. Dazu sind wir zu subjektiv und oberflächlich, so viel wir uns auch bemühen.
Daher sollten wir zu aller erst das Leben respektieren, und nicht irgendwelche tote Materie Denn auch wenn sie noch so viel scheinbaren Spaß und Annehmlichkeit verspricht... sie kann uns keine Liebe geben.
Ja, wir sollten das Leben respektieren. Nicht nur respektieren, sondern auch schützen. Unser Leben, das Leben unser Familie, unserer Freunde, aber auch im gleichen Maße das Leben derjenigen, die wir selbst für Ungerecht halten. Die uns selbst Böses tun, unsere Feinde.
Denn "
Liebe" ist auch so ein schwieriger Begriff, der in unserer Welt sehr oft falsch verstanden wird: Sexuelle Liebe, Eigenliebe, "Ich liebe Deine Nase" ,"Ich liebe asiatisches Essen", es bedarf einer Definition von
wahrer Liebe:
Die Liebe ist geduldig und gütig. Die Liebe eifert nicht für den eigenen Standpunkt, sie prahlt nicht und spielt sich nicht auf. Die Liebe nimmt sich keine Freiheiten heraus, sie sucht nicht den eigenen Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen und trägt das Böse nicht nach. Sie ist nicht schadenfroh, wenn anderen Unrecht geschieht, sondern freut sich mit, wenn jemand das Rechte tut. Die Liebe gibt nie jemand auf, in jeder Lage vertraut und hofft sie für andere; alles erträgt sie mit großer Geduld.....
Aus: 1.Korinther 13,4-7
http://www.diebibel.de
Wir brauchen uns keine Illusionen machen. Aus uns selbst heraus schaffen wir es
niemals, diese Liebe zu üben. Wir würden es
niemals schaffen, so selbstlos zu sein. Alles was wir erreichen würden, wäre innere Verbitterung durch enttäuschte Hoffnung auf uns selbst und die Mitmenschen.
Gibt es keine Hoffnung?
Doch, Gott kann dies an uns bewirken. Allerdings wird er es nur dann tun, wenn wir es selbst wollen, es selbst zulassen. Wenn wir die innere Einstellung haben, dies erreichen zu wollen. Wenn wir ihm mit ganzem Herzen nachfolgen wollen.
Dies ist die Liebe, die wir erkennen können, wenn wir betrachten was Jesus in seinem Leben getan hat, bis er zuletzt am Kreuz starb.
Gott möchte auch uns dahin verändern, dem Bild von Christus gleich zu werden, nicht auf einmal, aber Schritt für Schritt. (
2.Kor 3,18; Röm 8,29)
Sein Wort sagt es selbst, daß es möglich ist. Genauso sagt es uns, daß wir sonst hoffnungslos verloren sind, wir uns aus unserer Selbstsucht niemals selbst befreien können. Wie weit diese Selbstsucht geht, kann man an diesem Beispiel ganz gut erkennen.
Dieser Text soll keine herabwürdigende Kritik an Dir als Person sein, Dian. Er soll aufzeigen, daß Deine und die Motive vieler anderer zwar vielfach lobenswert sind, aber gleichfalls am Ziel vorbeigehen. Die Selbstsucht werden wir auf diese Weise nicht los. Man kann es als
konstruktive Kritik an uns allen auffassen, nicht an uns als Menschen, sondern an unserem Verhalten und unseren Gedanken.
"Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein."
Joh 8,34-36 (siehe auch 2.Kor 3,17)
Christus ist auferstanden und sitzt an der Seite Gottes, des Vaters. Bitte ihn, lieber Leser! Wenn es Dir ernst ist, wird er Dir helfen. Das hat er versprochen. (Apg 2,21; Joh 17,20)
Es gilt auch für Dich, heute.