Selbstverständlich gehört Alkohol zum Menschen dazu. Er ist gottgegeben, seit Menschengedenken Tradition, Genussmittel und Rauschmittel. Meine Zitatesammlung pack ich mal lieber nicht aus, das wäre auch nicht sachlich.
Ein Land ohne Alkohol wäre schon unangenehm aber es ist doch das Recht eines jeden souveränen Staates, die Gefahren von Rauschmitteln einzudämmen, egal wie radikal. Ich finde das auch nicht sonderlich liberal, aber moralisch fände ich Ignoranz noch schlimmer. Beispiel die sog. Alcopops und die darauf eingeführte Sondersteuer. Natürlich uneffektiv, wegen Ausweich pre-Mischungen, und auch volkswirtschaftlich ruinös, aber hey was sollen sie denn machen?
Ich möchte hier nicht die Ursachen von Alkoholismus in der Adoleszenz erörtern, oder Alkoholismus verharmlosen, sondern solchen Maßnahmen ein wenig Anerkennung im Sinne von Verantwortung geben.
Ich mein es ist ja auch immer das Problem, bei Verbot entsteht ein Schwarzmarkt, Genussmenschen werden kriminalisiert, Steuereinkünfte und Wirtschaft erleiden Schaden, aber wer wirklich trinken will/trinken muss, trinkt auch. Gut ist, wenn Jugendliche gar nicht erst an Alkohol kommen, und ein wahrhaftiger Erfolg ist eine geringe Suchtquote wiederrum auch aus gesundheitlich-oekonomischer Hinsicht.
Würde ich in einem Land leben, indem Alkohol nicht frei verfügbar ist, hey was solls? lass ich es mir eben aus dem Ausland liefern, kaufe es vom Schwarzmarkt, fahre über die Grenze oder bleib einfach nüchtern.
Meiner Meinung nach gibt es ein Recht auf Rausch, aber wenn dieses nicht so leicht zu verwirklichen würde ich nicht gleich den Staat verteufeln. Und ja, Alkoholismus ist eine Krankheit.
Allerdings habe ich eine Abneigung gegen Verbote, aber im Falle des Alkohols ist eine Beschränkung insofern gerechtfertigt, dass er nur an Leute, die eine gewisse Urteilsfähigkeit haben, gereicht werden sollte, die also die Auswirkungen in etwa abschätzen können und wissen, ab wieviel Dosen täglich sie zB zum Alkoholiker werden oder andere negative Konsequenzen ziehen werden.
Sicher wäre sowas sinnvoll, aber hier geht das doch erst richtig los. Stell dir mal vor sowas sollte umgesetzt werden, vielleicht einen Alk-Pass für alle, nach Urteilsvermögens-prüfung. Sowas grenzt doch nicht nur an Inquisition, sondern artet aus in Diskriminierung.
Um neben den USA noch ein anderes Beispiel zu bringen: Gorbatschow hat in den 80er Jahren in der Sowjetunion zeitweise Vodka rationiert, um die Wirtschaft und Industrie durch nüchterne Arbeiter zu stärken. Ergebnis waren frustrierte, unmotivierte, rebellische Arbeiter und Bauern. Das mag in diesem Falle jetzt nicht an der Nüchternheit liegen, taugt aber als Beweis, dass die Motivation und Zufriedenheit von alkoholgewöhnten Menschen doch schon entscheidend von so etwas abhängt.
Mit der BRD bin ich relativ zufrieden, Dass das Gesetz zum Schutz der Jugend nicht ausreicht ist wohl eher Schuld von Verkäufern und Gaststättenwirten. Und gegen die Aushöhlung derartiger Ausschank und Verkaufsverbote über den Umweg volljähriger Freunde kann man nun weiss Gott nichts machen.
Vor einigen Wochen baten mich Jugendliche für sie irgendetwas hochprozentiges zu erwerben, und das tat ich sogar - besten Gewissens. Ich mein, die waren im Urlaub, wollten Spaß haben (dass dazu Alkohol nicht notwendig ist haben sie sicher trotzdem gewusst) und wären, wenn sie nichts bekommen hätte schlicht und einfach Opfer gewesen.