also bei mir ist es so, dass ich nicht jetzt besonders dieses krieges wegen leide, nur weil dieser nun so brisant, aktuell und medienpraesent ist; es tobt ja eigentlich immer irgendwo auf dieser erde.
krieg finde ich generell schrecklich. menschen sind, finde ich, gar nicht in der lage, fuer alle opfer, fuer alles durch kriegverursachte elend ein dementsprechendes mitleid zu empfinden. es wird wohl den wenigstens des krieges wegen permanent schlecht gehen. ich schaue auch fernsehen wie otto-normalbueger und sage "so.. aha.. interessant.. und geh dann was essen, oder was trinken.." mein mitleid haelt sich in grenzen, es ist da, aber dass es nur so klein ist, ich denke das ist der regelfall (oder nicht?). was ganz stark ist, ist aber die ueberzeugung dagegen zu sein.
Auch kann ich kaum glauben, dass die ganzen Demos wirklich von allen so ernst genommen werden. Man kann sich doch nicht so mit irgend etwas identifizieren von dem man keine Ahnung hat.
ich kann dem nicht zustimmen. ich denke nicht, dass sich die demonstranten mit etwas identifizieren, von dem sie keine ahnung haben. das, was sie nach aussen tragen, ist deren meinung ueber eine grundsatzfrage, und nicht ueber einen aeusserst komplizierten sachverhalt (was nicht heisst, dass der krieg nicht kompliziert ist, die grundsatzfrage, die ist es aber nicht). die grundsatzfrage ist eben diese, ob man krieg oder frieden befuerwortet. wobei es unter den kriegsbefuerwortern natuerlich auch ne menge menschen gibt, die eigentlich gegen krieg sind, bei denen denn aber doch das prinzip ab irgendeiner grenze schwindet.
bei den demonstranten sind natuerlich auch viele bei, die einfach mitmachen, weil es eben massenveranstaltungen sind, und sie gerne die gesellschaft haben wollen.
so nochma hierzu
zudem wird der krieg nichts an der bestehenden weltordnung ändern, möglicherweise werden die usa ihre machtposition verlieren, aber die hätten sie auf längere sicht sowieso verloren.
ich mach mir schon gedanken ueber das danach, insbesondere was die weltordnung betrifft. wie kommst du dadrauf, dass die usa auf laengere sicht sowieso ihre vormachtstellung verloren haetten? klar es ist einfach zu sagen, auf lange sicht aendert sich immer was.
ich habe jetzt zum beispiel viele stimmen zum krieg gehoert, die sagen, dass die un charta schon seit laengeren nur noch unverbindlich geltung haben. leider haben sie recht. aber das finde ich nicht gut, vor allem nicht, wenn damit versucht wird, kriege zu legitimieren.
wenn diese, de jure nicht existierende, unverbindlichkeit die runde macht, wird es wieder mehrere kriege geben und die proteste werden nachlassen. deswegen finde ich ist dieser krieg der beste anlass (und schon ein sehr spaeter), dass sich die voelker mal wieder klar verstaendigen und die verbindlichkeit doppelt unterstreichen- und bitte auch konsequenzen ziehen. da kann ein staat eine noch so grosse hegemonie innehaben, wenn sie den rest der welt gegen sich haben ist dass auch problematisch (leider glaub ich, dass es nicht stimmt was ich sage, und die staaten autark genug sind, und schon allein ihres militaerpotentials wegen ... , und dass das bipolaritaet herbeifuehren koennte, und alles noch viel schlimmer .. bla)
nungut, subsummiert, dieser wie jeder andere krieg gibt eine menge denkanstoesse, und es ist nichts schlechtes, sich gedanken zu machen