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Vom kreativen Messie zur Ameise

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der_vergessliche
Alt 18.07.2008, 02:55   #1
Frage Vom kreativen Messie zur Ameise

Hallo Zusammen


Nach einiger Zeit und sporadischen Threads melde ich mich heute wieder. Es ist wieder eine Nacht, in der ich wach liege. Normalerweise schreibe ich nicht einfach drauflos, es gibt immer diese Schübe, wo ich spüre, jetzt könnte was kreatives herauskommen. Nur sind diese Schübe relativ selten geworden. Und genau darum geht es.

Vor ein paar Jahren ging es mir, sagen wir mal "nicht gut". Ich war ein Messie, ich war depressiv, ich war chaotisch etc. Es war die Zeit, als ich aus dem Chaotismus häufig kreative Ideen entwickelte.

Was man unter Kreativität bei mir finden wird/sollte oder was ich früher mit ihr angefangen habe war: Ich schrieb Texte, Songs, Komponierte, riss Witze, imitierte, etc...

Nun bin ich in meiner Lehre und es funktioniert eigentlich alles ziemlich gut. Und darauf bin ich stolz. Ich weiss, dass ich eine Neigung zur negativen Stimmung habe, die ich nun recht gut unter Kontrolle habe. Bis auf ein paar Pendenzen habe ich eigentlich nichts, was wir gross den Schlaf raubt.

Mutiere ich zur langweiligen Ameise, die sich nun ihr "Umfeld" aufbaut, der nicht mehr scheissegal ist, was sie sagt, nicht mehr impulsiv ist und sich anzupassen lernt, weil sie es schon bei den Kunden im Verkauf begonnen hat zu lernen?


Witzig ist auch, dass sich, seit ich wieder mit einer neuen Frau zusammen bin, mein Befinden nicht signifikant verbessert hat. Nun vermisse ich sie einfach - davor war ich "leer" in mir, aber es fehlte mir auch nichts. Und die Tatsache, dass mir nichts fehlte hat vielleicht auch dazu geführt, dass ich den richtigen ersten Eindruck, welcher früher oft immer negativ ausfiel, gut rüberbrachte.

Ich fühle mich zu ihr hingezogen. Da ich noch jung bin, werde ich hier nicht von der grossen Liebe sprechen. Da fehlen mir noch die Vorgaben, mal abgesehen davon, dass wir uns erst 6 Tage kennen.
Sie sieht gut aus, hat einen ruhigen Charakter und ist ein angenehmes Wesen. Ich denke, verliebt bin ich auch in sie - so wie ich sie bis jetzt kenne. Ich kann mir gut vorstellen, etwas mit ihr aufzubauen.




Nun bin ich ins Stutzen gekommen. Früher schrieb ich im PP einfach den Text rein, schaute ggf. noch auf Zeilenabstände - jetzt lese ich meinen geschriebenen Text zum zweiten Mal komplett durch. Das ist doch nicht normal! Das ist ja wie bei den älteren Leuten, die private Mails nicht mehr im Dialekt schreiben. Jetzt wird es mir klar, wieso. Ich mutiere langsam immer mehr zu einer Ameise.

Es heisst, dass ein ADSler seine "Art" niemals "geheilt" bekommt, aber mit dem Alter lernt, damit umzugehen.



Ich möchte wieder rumsitzen, planlos, chaotisch, ohne Perspektive und Plötzlich auf die Idee für einen Song / ein Buch, whatever, kommen.

Ich habe über 6000 Songs, von denen ich schon fast alle gehört habe, ich lade mir Lyrics runter, versuche zu Verstehen, wie man auf solche Ideen kommt. Ich habe extrem viele Hörbücher, die vor allem beim Verkauf und Persönlichkeitsentwicklung viel bringen. Ich habe in meiner Lehre gelernt, mit Leuten umzugehen. Und dass ich das nun besser kann, da bin ich stolz drauf. Nur bleibt meine Kreativität auf der Strecke.

Zeitmangel habe ich schon ausgeschlossen. Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich. Wenn ich einen kreativen Einfall hätte, würde ich alles stehen und liegen lassen. Aber die Einfälle bleiben aus.





Was ist euch in den Sinn gekommen, nachdem ihr diesen Text nun gelesen habt (falls ihr euch dazu überwinden konntet)?
 
 
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Ripper08
Alt 18.07.2008, 05:50   #2
Standard

Gegen Kreativlosigkeit hilft Inspiration.

Die bekommst du aus allen moeglichen Ecken aber mir persoenlich helfen Buecher am meisten. Ein kreativer Einfall ist so aehnlich wie eine neue Assoziation in seinem Kopf knuepfen und um neue Assoziationen zu knuepfen setzt du dich am Besten neuen Einfluessen aus. Filme die du bisher noch nicht gesehen hast, Musik, Buecher, verschiedene Orte besuchen.

Das wichtigste ist einfach seinen Verstand schweifen zu lassen und den Fokus von den Alltagsproblemen auf phantasiereiche Gedanken zu richten. Kreativitaet ist eigentlich nur mit seinem Verstand spielen so aehnlich wie Kinder mit Legosteinen spielen wuerden.


Wenns ne Option fuer dich ist wuerd ich dir raten mal irgendwo in die Natur zu gehen/ fahren, dir dort n huebsches Plaetzchen zu suchen und dann einfach mal chillen und auf kreative Weise Gedankenspielchen machen. Nimm dir so nen aufblasbaren Sessel mit oder irgendwas wo man den halben Tag lang bequem drin sitzen koennte dann ist das kein Problem.

Dann nimmste noch Block und Stift mit und wenn dir irgendwas tolles einfaellt sofort aufschreiben.
Was nicht auf Papier steht geht viel zu oft verloren.




Ich glaube das Problem ist dass dein Leben frueher chaotischer war und daher warst du staendig neuen Einfluessen ausgesetzt die neue Gedanken hervorgebracht haben. Jetzt wo du arbeitest und ne feste Alltagsroutine hast "wiederholen" sich die Tage irgendwie und einer ist wie der andere, was halt nur wenig Abwechslung und neue Ideen bringt. Aber das bedeutet ja nicht du musst dein Leben wieder chaotischer machen, der kritische Punkt ist einfach dass du mehr neue Erfahrungen machen musst und dir etwas Zeit nehmen solltest damit gedanklich zu spielen.

Viel Erfolg
 
 
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Moonchild
Alt 18.07.2008, 13:18   #3
Standard

Mutiere ich zur langweiligen Ameise, die sich nun ihr "Umfeld" aufbaut, der nicht mehr scheissegal ist, was sie sagt, nicht mehr impulsiv ist und sich anzupassen lernt, weil sie es schon bei den Kunden im Verkauf begonnen hat zu lernen?
Ach, das geht doch fast allen so...
Das nennt sich "erwachsen werden".
Wenn du mich fragst, ist es der Anfang vom Ende.
Du hast das Kind in dir verraten, und wenn du nicht aufpasst, dann wird es für immer verschwinden... dann kannst du vielleicht als Rentner, mit 67 oder so, mal wieder anfangen, in deinen trüben Erinnerungen danach zu suchen.
 
 
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der_vergessliche
Alt 20.07.2008, 18:32   #4
Standard

Zitat von Ripper08 Beitrag anzeigen
Ich glaube das Problem ist dass dein Leben frueher chaotischer war und daher warst du staendig neuen Einfluessen ausgesetzt die neue Gedanken hervorgebracht haben. Jetzt wo du arbeitest und ne feste Alltagsroutine hast "wiederholen" sich die Tage irgendwie und einer ist wie der andere, was halt nur wenig Abwechslung und neue Ideen bringt. Aber das bedeutet ja nicht du musst dein Leben wieder chaotischer machen, der kritische Punkt ist einfach dass du mehr neue Erfahrungen machen musst und dir etwas Zeit nehmen solltest damit gedanklich zu spielen.

Viel Erfolg

stimmt. ich habe auch keine grosse lust, irgendwas von meiner routine zu verändern. so wie ich es jetzt habe, ist es angenehm. ich denke, es spielt auch ein wenig der kontrollverlust eine rolle. ich inneren bin ich nämlich immer noch chaotisch und unorganisiert, nur bekomme ich das mit routine in den griff. ich müsste also herausfinden, wie ich auch ohne routine weniger chaotisch bin und keinen mist baue.
 
 
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Ripper08
Alt 20.07.2008, 18:44   #5
Standard

ich müsste also herausfinden, wie ich auch ohne routine weniger chaotisch bin und keinen mist baue.
Wie meinst du das im Bezug auf deinen Kreativitaetsverlust, ich kann da nicht ganz folgen.
Oder ist das jetzt ne ganz andere Baustelle und du willst einfach nur "ordentlicher" werden und dein Leben sowie dich selbst mehr in den Griff bekommen und unter Kontrolle haben?
 
 
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zuchthengst
Alt 13.10.2008, 21:40   #6
Standard

Versuche mal deine Kreativität zu ordnen, vielleicht kannst du sie dann in Bahnen lenken die reife Früchte tragen. Denn wenn man mal hinschaut ist das schlaperte Genie erh die Ausnahme, kreative Menschen entwickeln sogar einen ausgeprägten Ordnungssinn, da ihnen die Umgebung in der sie wirken wichtig ist.
lg
zuchtbulle
 
 
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