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Kopftuchpflicht (traurig?)

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Alt 13.04.2006, 17:08   #76
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die entsprechenden koranstellen habe ich letztens gelesen und was du darüber aussagst ist leider frei erfunden. da steht weder dass es nur für frauen gilt noch dass sie ein kopftuch tragen müssen. diese ganze sache ist mal wieder eine sache der auslegung und eigentlich ist nur vom "bedecken der reize" insbesondere vom busen die rede, was bei uns im ach so aufgeklärten christenlichen abendland genauso sitte ist. die auslegung an der sache ist natürlich, wie die reize definiert werden. für die meisten islamgläubigen menschen zählt wohl schon das haar einer frau zum reiz und es soll daher verdeckt gehalten werden. das ist aber auslegungssache und steht nirgends im koran wirklich so drin.

die problematik beginnt dort wo irgend ein arabischer staat seine persönliche auffassung des korans seinen bürgern oktroyiert und somit die persönliche freiheit, auch die der religionsauslebung, einschränkt. das sind dann umstände die so nicht tolleriert werden können.

auch das bild "frau eigentum des mannes" ist im koran so nicht zu finden. für mich finden sich dagegen sogar richtig richtungsweisende regelungen darin, was z.b. die aufteilung der güter nach einer scheidung oder die unterhaltszahlungen des mannes angeht. dinge die es heute so in unseren gesetzbüchern auch gibt, die aber im koran wohl schon viel länger stehen. es ist also nicht alles so mittelalterlich wie gern gemunkelt wird. und den freunden der wörtlichen auslegung würde ich gern mal das alte testament an die hand geben. ich glaube viele leute hier schwören blind auf ihre bibel, ohne aber mal gelesen zu haben welche undinge dort drin stehen. aber halt, wird das bei uns nicht auch anders ausgelegt?
 
 
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HoTTe83
Alt 17.04.2006, 21:14   #77
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in deinem letzen satz sagst du es doch richtig. christen sind nunmal "weitergebildet" und sind nicht stehengeblieben, und führen nicht dinge aus die "uns" vorgegeben sind.

also ich habe im koran nichts davon gelsen, das man sich die busen verdecken soll. es wird geschrieben das man sich vor blicke fremder männern schützen soll. und klar ist das auslegungssache. nur was stellst du dir denn darunter vor wenn man jemanden vor "fremden blicken" schützen will?
 
 
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Alt 17.04.2006, 21:34   #78
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also ich habe gelesen, dass die männer nicht lüstern blicken sollen und dass "man" (nicht explizit die frau) seine reize bedeckt halten soll, speziell den busen. frag mich nicht nach ner expliziten stelle, das weis ich jetzt auch nicht auswendig. was ich mir darunter im endeffekt vorstelle ist doch vollkommen egal. es ist auslegungssache, so wie alles auslegungssache ist was in irgendwelchen alten schinken steht. du magst vielleicht selbst nie mit wirklichen christen in kontakt gekommen sein, aber speziell mir kannst du nicht erzählen dass es nicht genügend leute gibt, die für ihren zweck immer wieder ne bibelstelle finden würden, die sie bei wörtlicher auslegung stützt. wir sind nicht so aufgeklärt wie wir es gerne hätten.
 
 
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*mia
Alt 17.04.2006, 22:59   #79
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boah benuzt hier noch einer die wendung "de facto" die schon bei mir fast zu einem unwiderruflichem indiz für arroganz geworden ist.

Die am lautesten rufen " Ihr seid ja so arrogant und ignorant "

Sind für mich diejenigen, die in diesem forum begriffe wie "arroganz" personifizieren.

Bei manchen postings hier, wird mir echt übel.

Gut, das nicht alle menschen so denken.

Ich finde es übrigens auch NICHT TOLERIERENSWERT wenn bestimmte personengruppen in ihrem leben und in ihrer bewegunsgfreiheit so eingeschränkt werden.

tut mir leid, absolut kein verständnis für

Was urteilt ihr über etwas das ihr nicht mal ANNÄHERND erlebt habt?
nicht ÄNNÄHERND nachfühlen könnt?

Ich hasse diese verdrängung und verniedlichung des schlechten auf der welt.

Solche leute werden nie etwas ändern.
Wieos sagt ihr das sei nicht schlimm? Es gibt kein anderes wort für euch, wenn euch so etwas kalt lässt, wie ignorantes, gefühlskaltes schwein.

Glaubt ihr, das diese frauen es nicht ändern wollten, wenn sie es könnten?

manche hier von euch sind echt.. *würg
 
 
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MiKe
Alt 18.04.2006, 00:28   #80
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aus deinem post konnte ich irgendwie höchstens im zweitletzten satz (wenn überhaupt) herauslesen, wen du jetzt eig. angesprochen hast... und was hat das ganze mit dem begriff "de facto" zu tun, der nichts anderes heißt als "tatsächlich"??
 
 
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naja
Alt 28.04.2006, 12:03   #81
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Jeder hat seine eigene Kultur, auch wenn wir sie nicht verstehen können müssen wir sie akzeptieren. Das ganze hat nur eine Ausnahme, arbeiten deutsche die aus dem Ausland kommen z.B. an Schulen, muss das nicht in einem christlichen Staat akzeptiert werden. Einwandere müssen genauso sich an die Sitten des Landes anpassen, wie wir es im Ausland tun müssen.
 
 
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Alt 28.04.2006, 15:32   #82
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in einem christlichen Staat akzeptiert werden.
da werde ich dir und diversen politikern vielleicht etwas neues erzählen, aber deutschland ist kein christlicher staat. leider ist die trennung von staat und religion bei uns nicht so weit fortgeschritten wie sie müsste, um religion wirklich frei praktikabel für alle menschen zu machen, aber der grundsatz ist auch bei uns verankert.
 
 
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DerAssie
Alt 28.04.2006, 21:52   #83
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Sämtliche Diskriminierungen aufgrund Hautfarbe, Religon, Staatsbürgerschaft, Sexuler Orientierung,Kleidung ect. sind aufs Schärfste zu verurteilen und zu ächten.
Alles was Freiwillig geschieht im Gegenseitigen Einklang unter Volljährigen ist in Ordnung solang keine 3 was aufgezwungen wird.
 
 
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sc0rp
Alt 30.04.2006, 02:48   #84
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Ich finds sehr interessant.

Wie definiert man einen christlichen Staat? Wie sieht denn ein christlicher Staat aus? Verstehst du unter einem christlichen Staat das vorhanden sein von Christlicher Leitdivise in der Politik? Oder lediglich die aufgeschlossenheit zu saemtlichen Religionen im Staat?

Unsere Feiertage sind christlichen Ursprungs. Auch wenn wir Feiertage teilweise aus anderen Religionen übernommen haben, kann man heutzutage davon sprechen, dass wir diese Feiertage aus christlichen Hintergruenden feiern. Diese Feiertage sind für die Kultur in Deutschland bestimmend. Und das nicht nur aus sozialen Gruenden, sondern auch Arbeitstechnisch und Markttechnisch im Allgemeinen.

Die Hauptreligion ist in Deutschland christlich. Parteien entstanden aus der Lebensdivise dieser Religion und es hat auch auch einen Historischen Hintergrund. Die Germania in Rüdesheim spricht über die Vereinigung der Fürstentümer in Deutschland und deren Sieg ueber Frankreich lange vorm ersten Weltkrieg. Diese Fürstentümer waren alle christlich lagen jedoch auch nicht selten im Clinch mit dem Vatikan. Lehnte sich ein Fürstentum, bzw. eine Stadt geleitet von einem Adeligen gegen den Vatikan auf, dann wurde dementsprechend vom Vatikan aus reagiert. Der Vatikan kontrollierte ueber Epochen den Raum Europa und daraus entstand letztendlich auch ein vereintes Deutschland. Wir sind geprägt von der Christlichen Natur, denn wir haben Jahrhunderte unter ihr gelebt und bis heute feiert Deutschland ihre Feiertage.

Des weiteren ist die Politik nicht unbetroffen von christlichen Ansaetzen. Lassen wir mal Bayern mit der CSU außen vor. Schauen wir einfach mal in die Gemeinden. Da ist die Kirche ein Pol. Durch das Ansehen der Kirche und deren Vorsteher, wird auch im politischen Maße bei manch Entscheidungen ein Kommentar zur aktuellen Politik propagiert. Allein ein Kommentar von der Kirche ist eine politische Einmischung und die findet definitiv statt. Auch die Kirche hat ihre Vorstandsprecher für Medien und Co.

Eine Trennung von Staat und Kirche ist nichts verkehrtes, sondern ein richtiger Schritt. Dennoch halte ich von erzwungenen Maßnahmen und deren Konsequenzen bei Nichteinhaltung, wie in der Tuerkei, für keinen richtigen Weg. Du wirst aus den Leuten nichts rauspruegeln koennen, was sie gewohnt sind. Und Politik war und sollte fuers Volk gedacht sein, also sollte das Volk entscheiden, wie schnell ein solcher Werdegang dauern wird. Vor 40 Jahren haette man auch nie gedacht, dass in den Schulen das Kreuz abhaengt werden muss und man haette es auch nicht durchgekriegt.
 
 
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Alt 30.04.2006, 16:12   #85
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hab ich was anderes behauptet? was du sagst ist richtig und da ich in bayern leben, habe ich mein ganzes leben lang mitbekommen wie sehr staat und kirche eben nicht getrennt sind. nach meiner erinnerung steht aber im grundgesetz nicht "die amtsreligion der republik ist die heilige römische katholische kirche", oder irre ich mich da? es geht mir nicht um das was in den köpfen ist, nein religion ausleben muss jeder dürfen. spätestens dann aber wenn es um eine art leitkultur gehen soll oder wenn allgemeingültige moralische werte von politikern wieder pauschal dem christentum zugeschrieben werden, also die debatte um die "beste religion" auf politischer ebene stattfindet, dann ist für mich die trennung von staat und religion verletzt.

meiner meinung nach muss jeder, egal welcher religion oder auch garkeiner, die möglichkeit haben nach moralischen grundsätzen leben zu können und seine religion gleichberechtigt ausführen zu können. was ich anprangere ist diese pauschaleinstellung "wir sind alles christen also passt ihr euch bitte an uns an". wieviele ungetaufte deutsche staatsbürger gibt es? sind diese menschen weniger wert? dürfen die die feiertage nicht feiern?

sicher hat und das christentum nicht nur schwachsinn gebracht, unsere kultur und unsere gesellschaft mag davon profitiert haben. es ist aber falsch zu sagen ohne die 10 gebote wären alle menschen unsteuerbare barbaren. es gab auch bereits zu zeiten des alten testaments verschiedene kleine kulturen die mit gänzlich anderer religion weitaus friedlicher gelebt haben als z.b. dann die juden. christentum steht nicht für friede und christentum steht ganz und gar nicht für tolleranz.

ich finde es eine unverschähmtheit diese moralischen grundwerte, nach denen jeder gebildete mensch leben kann, pauschal unter den scheffel des papstes zu stellen. man nimmt damit jedem andersdenkenden oder -gläubigen eine gewisse entscheidungsfreiheit indem man ihm sagt, wenn er ein guter mensch ist dann lebt er christlich.

im endeffekt ist für mich nur mal wieder interessant, warum so viele menschen ich täglich gedanken darüber machen, wie ihre mitmenschen denken. warum es nicht letztlich egal sein kann welcher religion jeder einzelne nachgeht, solange er sich so verhält dass es niemanden stört. warum sind wir immer darauf aus eine mehrheit von gleichdenkenden zu bilden?

die verhältnisse in der türkei kenne ich nur soweit, dass dort tatsächlich ein kopftuchverbot an öffentlichen plätzen herrscht. für mich der falsche weg, da es einen zwang darstellt. da ein kopftuch ein individuelles ding ist, wäre eher die tolleranz gefordert.
ich weis aber dass in anderen europäischen ländern, beispielsweise frankreich, die religion als privatsache erklärt wurde. hier würden politiker, solange sie keine fanatiker sind, niemals von christlichen werten sprechen - hier wird von moral gesprochen und die moral gilt für alle aufgeklärten menschen. man sieht also, das gute im menschen existiert auch über religionsgrenzen hinweg und nur weil unsere gesellchaft auf dem christentum fusst, bedeutet dies ja nicht dass wir der kirche was schuldig wären.

ich weis auch heute noch wird z.b. das theologiestudium von kirchlichen vertretern überwacht und, sagen wir mal so, unchristliche studenten bekommen nicht die chance religionslehrer zu werden, weil sie z.b. sex vor der ehe hatten. das ist dann eben einer dieser vielen punkte wo es mir lieber wäre, die kirche bliebe im dorf und würde sich vom öffentlichen leben fernhalten.

am ende bleibt für mich: will deutschland offen sein für alle menschen, die sich deutsch nennen, dann kann deutschland kein christlicher staat sein.
 
 
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